<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Pädagogik &#8211; what is practice</title>
	<atom:link href="https://what-is-practice.de/tag/paedagogik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://what-is-practice.de</link>
	<description>BLOG</description>
	<lastBuildDate>Fri, 15 Aug 2025 07:39:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/06/cropped-logo-wip-bunt-32x32.png</url>
	<title>Pädagogik &#8211; what is practice</title>
	<link>https://what-is-practice.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wie wird man sein eigener Lehrer, Anne-Cathérine Heinzmann?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-wird-man-sein-eigener-lehrer-anne-catherine-heinzmann/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-wird-man-sein-eigener-lehrer-anne-catherine-heinzmann/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 16:23:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikerin]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6861</guid>

					<description><![CDATA[Wie wird man sein eigener Lehrer? Flötistin Anne-Cathérine Heinzmann spricht über mentales Üben, französische Flötenschule, Selbstreflexion – und warum gutes Üben mit Loslassen beginnt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/8bf8652833a548ef808dbb3783f995fb" width="1" height="1" alt="">



<p>Wie wird man sein eigener Lehrer? Ich hatte das Vergnügen mit der Querflötistin Anne-Cathérine Heinzmann im Podcast &#8222;Wie übt eigentlich..?&#8220; zu sprechen. Sie wuchs in Hamburg auf und studierte bei Jean-Claude Gérard, Jeanne Baxtresser und Michael-Martin Kofler. Als Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe wurde sie von renommierten Stiftungen gefördert. Anne-Cathérine tritt regelmäßig bei Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival und den BBC Proms auf. In der Kammermusik arbeitet sie u.a. mit dem Trio Charolca und namhaften Musikern wie dem Mandelring Quartett. Von 1999 bis 2018 war sie stellvertretende Soloflötistin in Frankfurt. Seit 2018 ist sie Professorin für Flöte an der Folkwang Universität der Künste.&nbsp;</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="350" height="233" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2025/03/Anne-Catherine-Heinzmann2.webp" alt="Anne-Cathérine Heinzmann steht in einem Wohnzimmer mit Parkettboden und Bücherregal, während sie konzentriert auf einer Querflöte spielt. Sie trägt eine braune Jacke und blickt leicht zur Seite. Im Hintergrund sind Möbel, Pflanzen und warmes Licht zu sehen." class="wp-image-6882"/></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="350" height="233" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2025/03/Anne-Catherine-Heinzmann3.webp" alt="Nahaufnahme von Anne-Cathérine Heinzmann, die eine Querflöte spielt. Der Fokus liegt auf den Händen und dem Instrument. Im Hintergrund sind Bücherregale zu sehen. Das Bild ist in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt keine Gesichtszüge." class="wp-image-6884"/></figure>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber Hören statt Lesen?</h2>



<iframe style="border-radius:12px" src="https://open.spotify.com/embed/episode/48WoC2vUbCpr1DBfXX3sXD?utm_source=generator&#038;theme=0" width="100%" height="152" frameBorder="0" allowfullscreen="" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy"></iframe>



<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- ACH 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="8484728744"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview mit Anne-Cathérine Heinzmann</h2>



<h3 class="wp-block-heading" style="text-transform:uppercase">Inhalt</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#entweder">Entweder-Oder-Fragen</a></li>



<li><a href="#alltag">Wie sieht dein typischer Übe-Alltag aus? </a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#mozart">Wenn es leicht klingt, war es gut &#8211; über das Üben mit Mozart </a></li>



<li><a href="#flötenschule">Die französische Flötenschule – Fundament und Werkzeugkasten  </a></li>



<li><a href="#vertrauen">Üben heißt auch: Vertrauen, loslassen, sich erinnern </a></li>



<li><a href="#mental">Mentales Üben: Im Kopf beginnt die Musik </a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#üben">&#8222;Wie bringe ich mir selbst das Üben bei?&#8220; </a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#aufnehmen">Aufnehmen, Hinhören, Lernen </a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#ach-übung">Anne-Cathérins Lieblingsübung </a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="http://luftführung">Die Kunst der Luftführung </a></li>



<li><a href="#praxis">Die Übung in der Praxis </a></li>



<li><a href="#kreutzer">Kreutzer-Etüden für die Flöte </a></li>



<li><a href="#klangraum">Körper als Klangraum </a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#outro">Zum Schluss: Zwei persönliche Fragen</a></li>
</ul>



<p><strong>Die erste Frage, mit der es immer losgeht, lautet: Vervollständige folgenden Satz. Üben heißt für dich?</strong></p>



<p>Zeit mit mir selbst zu verbringen.</p>



<p><strong>Gibt es einen Künstler, der gerade in Dauerschleife läuft bei dir?</strong></p>



<p>Nein, in Dauerschleife nicht. Aber ich habe gerade, die neue CD von <em>Christina Pluhar</em> (<em>Ensemble</em> <em>La Pejata)</em>. Die neue CD heißt <em>Terra Mater</em>. Das Ensemble spielt auf Originalinstrumenten aus der Barockzeit. Und die habe ich in letzter Zeit öfter gehört.</p>



<p><strong>Wenn du an dein eigenes Spiel und deine musikalische Karriere zurückdenkst – gab es einen Künstler oder eine Künstlerin, die dich stark geprägt haben? Muss kein Flötist oder keine Flötistin sein, kann auch ein anderer Instrumentalist gewesen sein.</strong></p>



<p>Es gibt natürlich viele Flötisten verschiedener Generationen, die mich beeinflusst haben. Besonders wollte ich damals nach New York, um bei Jeannie Baxtresser zu studieren. Sie war Soloflötistin beim New York Philharmonic und unterrichtete an der Juilliard School sowie an der Manhattan School of Music. Ihre Aufnahme von <em>La Prémie d’Île</em> kannte ich bereits. Ich habe sie dann persönlich kennengelernt – das hat meinen Wunsch, ins Ausland zu gehen, verstärkt. Sie hat mich stark geprägt, als Mensch, als Lehrerin und durch ihre Persönlichkeit.</p>



<p>Ich komme aus einer Musikerfamilie – ich bin bereits die dritte Generation an Flötisten. Mein Vater und mein Großvater waren oder sind ebenfalls Flötisten. Mein Vater zum Beispiel ist heute 77, spielt aber nach wie vor. Natürlich hat mich das ebenfalls stark geprägt.</p>



<p>In meiner Jugend prägte mich auch die Generation James Galway. Er war <em>der</em> Flötensolist jener Zeit und kam regelmäßig nach Hamburg. Wir haben seine Konzerte oft besucht – und er auch uns. Ich durfte sogar einmal auf seiner Flöte spielen, das weiß ich noch genau. Solche Erlebnisse hinterlassen natürlich Eindruck. Stilistisch hat sich mein Spiel heute sicherlich weiterentwickelt. Aber die flötistische Qualität, die Galway hatte, und seine Bühnenpräsenz – das habe ich sehr bewusst wahrgenommen.</p>



<p>Ansonsten habe ich in meiner Jugend viele Konzerte besucht, besonders während meiner Zeit in Hamburg, wo ich bis etwa zum 18. Lebensjahr aufgewachsen bin.</p>



<p>Nach der Schule – ich hatte ohnehin viele Proben in der Stadt – ging ich oft direkt in die Musikhalle, die heute Laeiszhalle heißt. Ich kannte mich dort gut aus, kam durch den Hintereingang rein, machte meine Hausaufgaben in der Kantine und schlich mich anschließend ohne Ticket auf den zweiten Rang. Ich habe dort unzählige Konzerte gehört – unter anderem Alfred Brendel mit Beethoven-Sonaten. Auch Martha Argerich war dabei. Ich habe bewusst versucht, möglichst viele andere Instrumente zu hören, nicht nur Flöte.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- ACH2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="9950687806"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Du hast jetzt viel über die frühe Zeit gesprochen. Gibt es heute noch jemanden, bei dem du sagst: „Wow, wenn ich den höre, bin ich immer noch total beeindruckt?“</strong></p>



<p>Einer, der mich auf der Flöte sehr inspiriert, ist Jacques Sohn. Er unterrichtet in Genf und war früher Soloflötist in Boston. Ich habe ihn kennengelernt, als ich damals in New York studiert habe. Damals spielte er die <em>Kindertotenlieder</em> mit dem Boston Philharmonic Orchestra – unter der Leitung von Uwe Sava, mit Jessye Norman als Sängerin – in der Carnegie Hall. Er ist unglaublich kreativ und innovativ. Ich liebe seine Ideen und finde ihn als Künstler äußerst spannend.Und natürlich Emmanuel Pahud – an ihm kommt man nicht vorbei. Ich kenne ihn persönlich, schätze ihn sehr und bewundere, was er kann und leistet.</p>



<p>Ich lasse mich auch stark von Sängerinnen und Sängern inspirieren. Die Flöte hat für mich sehr viel mit Gesang zu tun – ich hatte selbst Gesangsunterricht. Wenn man mich fragen würde, welches Instrument ich im nächsten Leben wählen würde, würde ich wohl wieder zur Flöte greifen. Aber wenn nicht, dann würde ich singen. Besonders spannend finde ich den Barockgesang – die Art zu singen fasziniert mich. Ein gutes Beispiel ist Joyce DiDonato, eine Barocksängerin. Ihre CD <em>“War and Peace”</em> – <em>“Krieg und Frieden”</em> – finde ich unglaublich inspirierend.</p>



<p><strong>Warum genau Gesang im nächsten Leben?</strong></p>



<p>Vielleicht, weil Gesang dem Ursprung noch näher ist. Die Flöte ist für mich eng mit dem Gesang verwandt – sie ist gewissermaßen eine Verlängerung des Atems. Beim Gesang kommt natürlich noch die Stimme dazu.Eigentlich machen wir fast das Gleiche wie Sängerinnen – nur eben mit einem Instrument. Der Umgang mit der Luft ist aber identisch.</p>



<p>Mit der eigenen Stimme wäre es vielleicht noch unmittelbarer – aber ich liebe die Flöte. Sie ist für mich ein unglaublich schönes Instrument.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="entweder">Entweder-Oder-Fragen</h2>



<p><strong>Für alle, die dich noch nicht so gut kennen, habe ich ein paar Entweder-oder-Fragen vorbereitet. Du hast einen Joker – bei einer Frage darfst du aussetzen. Bei den anderen bin ich gespannt, wie du dich entscheidest. Es sind insgesamt acht Fragen. Nordsee oder Ruhrpott?</strong></p>



<p>Nordsee.</p>



<p><strong>Wenig und oft oder selten und viel?</strong></p>



<p>Selten und viel.</p>



<p><strong>Normale oder Piccolo-Flöte?</strong></p>



<p>Normale.</p>



<p><strong>Mozart oder Bach?</strong></p>



<p>Da muss ich passen.</p>



<p><strong>Das ist der Joker?</strong></p>



<p>Ja.</p>



<p><strong>Kammermusik oder Solistin vor einem großen Orchester?</strong></p>



<p>Kammermusik.</p>



<p><strong>Abwechslung oder Routine?</strong></p>



<p>Abwechslung.</p>



<p><strong>Goldschmieden oder Malerei?</strong></p>



<p>Das ist jetzt fies. Ich darf nur einmal passen, oder? Also Goldschmieden dann.</p>



<p><strong>Ich habe das in der Vorbereitung gelesen – ist das für dich eher ein Ausgleich, zum Abschalten und Runterkommen? Oder geht es dir bei dieser anderen Kunstform eher darum, deine Kreativität zu beflügeln? Suchst du das bewusst?</strong></p>



<p>Ich male auch, aber Goldschmieden finde ich besonders spannend, weil es so dreidimensional ist. Irgendwann, wenn ich mehr Zeit habe, würde ich gern Skulpturen machen. Ich finde Schmuck an sich auch etwas sehr Schönes. Zum Beispiel dieser Ring – den habe ich zwar nicht selbst gemacht, aber er fasst zwei Ostseekiesel ein. Etwas sehr Erdiges. Damit verbinde ich etwas, schließlich bin ich im Norden aufgewachsen.</p>



<p>Ein Schmuckstück anzufertigen, dauert. Man arbeitet Stunden, Tage, manchmal Wochen oder sogar Monate daran. Es ist fast wie Meditation: Man feilt, dann noch ein bisschen mehr – bis es die perfekte Form hat. Es ist ein echter Prozess. Und am Ende hält man etwas in der Hand – und kann es sogar tragen.</p>



<p>Ich habe längere Zeit nichts gemacht – aber jetzt fange ich wieder an. Ich liebe Farben – besonders, wenn ein schöner Stein ins Spiel kommt.Es gibt lupenreine, sehr teure Steine – die interessieren mich weniger. Ich finde Steine spannend, die Einschlüsse haben – die eine Geschichte erzählen. Die Farbe ist oft schon im Stein – man kann damit sofort etwas gestalten. Das macht mir große Freude.</p>



<p><strong>Wenn du sagst, es ist ein Prozess, erinnert das ja ans Üben – auch da braucht es Zeit. Und meditativ klingt nach Abschalten, oder?</strong></p>



<p>Ja, man kann völlig darin versinken. Man kann sich dabei unterhalten – oder ganz still für sich arbeiten.</p>



<p><strong>Hast du denn überhaupt freie Tage – wenn das für dich so ein Rückzugsort ist?</strong></p>



<p>Früher ja, aktuell muss ich mir diese Zeit erkämpfen. Es muss aber auch von innen kommen, der Impuls.</p>



<p>Es gab auch Phasen, da hatte ich nicht das Bedürfnis – zu viel anderes war wichtiger. Jetzt kehrt das Bedürfnis langsam zurück – es ruft.</p>



<p><strong>Unterrichten oder Konzertieren?</strong></p>



<p>Oh, das ist schwer. Ich würde Konzertieren sagen – aber ich liebe auch das Unterrichten.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Eigentlich sind es die Begegnungen mit Menschen – das, was über das reine Flötenspiel hinausgeht. Wenn man eine Woche intensiv zusammenarbeitet, entdeckt man viel.&#8220;</p><cite>Anne-Cathérine Heinzmann</cite></blockquote></figure>



<p><strong>Du warst gerade auf einem Meisterkurs im Forum Artium. Was nimmst du aus diesen Tagen für dich persönlich mit?</strong></p>



<p>Eigentlich sind es die Begegnungen mit Menschen – das, was über das reine Flötenspiel hinausgeht. Wenn man eine Woche intensiv zusammenarbeitet, entdeckt man viel. Besonders am Forum Artium ist, dass alle in einem Haus wohnen – man lebt und arbeitet gemeinsam.</p>



<p>Es gibt drum herum nicht viel, also bleibt man an Ort und Stelle – das schafft Nähe und gemeinsame Zeit. Man lernt die Menschen dahinter kennen, ihre Leidenschaften und Bedürfnisse.</p>



<p>Ich lerne immer dazu – meine Studierenden sind oft meine besten Lehrmeister. Am schönsten ist es, wenn wir gemeinsam lachen konnten – und am Ende, beim Abschlusskonzert, die Teilnehmerinnen etwas umsetzen, woran wir gearbeitet haben. Diesmal waren es 13 Frauen, kein einziger Mann – das ist nicht immer so. Wenn ich am Ende sagen kann: „Das habt ihr geschafft“, dann macht mich das glücklich.</p>



<p><strong>Du sagst, du lernst auch selbst immer etwas – was hast du diesmal für dich mitgenommen?</strong></p>



<p>Ich habe gelernt, besonders letzte Woche, mit sehr unterschiedlichen Ausgangsniveaus umzugehen.</p>



<p>Allen das Gefühl zu geben, respektiert zu werden und etwas schaffen zu können – das ist mir, glaube ich, gut gelungen. Und das war für alle bereichernd. Ich erinnere mich: Früher fuhr man zu Kursen, um sich zu präsentieren. Man stand ständig unter Druck – ich habe zu früh mit Kursen begonnen. Es fühlte sich oft wie eine Aufnahmeprüfung an.</p>



<p>Und andersherum – als Lehrerin: Natürlich kommen zu Kursen auch Menschen, die sich für ein Studium bei mir interessieren. Aber es soll immer eine Weiterbildung für alle sein.</p>



<p>Ich wünsche mir, dass es nicht darum geht, mir das perfekte Stück vorzuspielen, das man seit Jahren kennt, sondern dass man sagt: Ich möchte daran arbeiten.</p>



<p>Und das war diesmal tatsächlich so. Ich hoffe, es spricht sich herum, dass das möglich ist.</p>



<p>Das ist eine wunderbare Art zu arbeiten. Es waren auch zwei, drei Stücke dabei, die ich selbst nicht kannte oder noch nie gespielt hatte. Kein gängiges Repertoire – ich brauchte selbst eine Partitur. In solchen Fällen arbeite ich aktiv mit. Jetzt habe ich drei Werke im Gepäck, die ich selbst üben werde.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Man stand ständig unter Druck – ich habe zu früh mit Kursen begonnen. Es fühlte sich oft wie eine Aufnahmeprüfung an.&#8220;</p><cite>Anne-Cathérine Heinzmann</cite></blockquote></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="alltag">Wie sieht dein typischer Übe-Alltag aus?</h2>



<p><strong>Dann sind wir direkt beim richtigen Thema: dem Üben. Nimm uns doch mal mit in deinen Übealltag.</strong></p>



<p>Ich habe ein Repertoire an Übungen, das ich thematisch gezielt abrufen kann. Über die Woche versuche ich, Abwechslung hineinzubringen. Ich übe täglich.</p>



<p><strong>Ich finde es interessant, dass du deine Übungen über sieben Tage verteilst. Gibt es also Bestandteile, die wirklich täglich wiederkehren?</strong></p>



<p>Ja, die gibt es. Ich übe jeden Tag Tonleitern, Staccato und Zwerchfellkontrolle. Diese Übungen habe ich in verschiedenen Variationen. Es ist nie exakt dieselbe Übung. Je nachdem, ob ich 10, 20 oder 60 Minuten Zeit habe, passe ich sie an. Wenn ich etwa an der Luftführung arbeiten will, tue ich das gezielt. Oder wenn ich bei einem Stück nicht weiterkomme, greife ich auf passende Übungen zurück. Ich richte das individuell nach Bedarf aus. Aber ein halbstündiges Basis-Workout mache ich täglich.</p>



<p><strong>Wenn du später am Tag an Stücken arbeitest – integrierst du dabei manchmal auch technische Grundlagen direkt in den musikalischen Kontext?</strong></p>



<p>Ja. Ich möchte, dass meine Studierenden am Ende ihr eigener Lehrer sein können.</p>



<p>Sie kommen oft zu mir, als wäre ich ein Arzt, der ein Rezept ausstellt – aber eigentlich sollen sie selbst Lösungen finden. Und das gelingt auch. Weil ich selbst viel unterrichte, kommen mir beim eigenen Üben oft neue Ideen. Ich denke dann: Das wäre eine gute Übung – die bringe ich morgen in den Unterricht. Ob im Unterricht oder im eigenen Üben – im Kern geht es um dasselbe. Manchmal arbeite ich aus dem Stück heraus, manchmal sind grundlegende Übungen nötig, wenn etwas nicht klappt. Es ist eine Gratwanderung – im Unterricht wie beim eigenen Spielen. Habe ich wenig Zeit, löse ich vieles über die Arbeit am Stück. Wenn ich ganz in einem Stück bin, will ich keine Tonleitern – dann experimentiere ich lieber darin.</p>



<p>Was ich sehr wichtig finde – und auch immer betone: Im Übe-Raum ist alles erlaubt. Handy aus, Tür zu – niemand hört zu. Man darf singen, klatschen, tanzen, schreien – alles, was hilft, sich selbst zu spüren, ist erlaubt. Viele haben Hemmungen beim Singen oder bei speziellen Übungen. Dann sage ich: Ist doch egal – wir machen das gemeinsam. Das wirkt befreiend. Wenn ich es vormache, lachen zwar alle – aber es passiert etwas.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Manchmal arbeite ich aus dem Stück heraus, manchmal sind grundlegende Übungen nötig, wenn etwas nicht klappt. Es ist eine Gratwanderung – im Unterricht wie beim eigenen Spielen.&#8220;</p><cite>Anne-Cathérine Heinzmann</cite></blockquote></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="mozart">Wenn es leicht klingt, war es gut &#8211; über das Üben mit Mozart</h3>



<p><strong>Das finde ich schön – der Austausch übers Üben ist bereichernd. Und gemeinsam zu üben bringt eine neue Tiefe. Eine Anschlussfrage: Hast du ein Beispiel für ein Musikstück, bei dem du technische Übungen direkt integriert hast?</strong></p>



<p>Beim Mozart-Konzert etwa haben wir viele Sechzehntel, die lebendig klingen müssen. Mozart ist bei jeder Aufnahmeprüfung und jedem Probespiel Pflicht – aus gutem Grund. Wenn es am Ende leicht klingt, war es gut – genau das macht es so schwer. Der Weg zur Leichtigkeit ist steinig, weil man enorm viel kontrollieren muss. Es gibt viele Artikulationen – etwa zwei gebundene, zwei gestoßene Noten. Ziel ist es, vier gleichmäßige, schön klingende Sechzehntelnoten zu spielen – unabhängig von der Artikulation. Und trotzdem sollen sie lebendig bleiben. Genau solche Dinge übe ich an Tonleitern.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="flötenschule">Die französische Flötenschule – Fundament und Werkzeugkasten</h3>



<p>Ähnlich wie in der russischen Geigenschule gibt es in der französischen Flötenschule bis heute fantastisches Übungsmaterial. Tafanel und Gobert ebenso wie Marcel Moyse haben bedeutende Übungsbücher verfasst. Als Cécile Chaminade ihr Konzert komponierte, schickte sie es ihm. Er antwortete ihr mit detaillierten Übungsanleitungen. Wir verfügen also über reichlich Material, auf das wir zurückgreifen können. Eine besonders bekannte Übung ist die „Nummer 4“ von Tafanel/Gobert. Wer sie durch alle Dur- und Moll-Tonarten und Artikulationen übt beschäftigt sich damit locker eine halbe Stunde. Ideal ist sie auch, um Kondition aufzubauen. Ich setze sie voraus – sie gehört zu unseren wichtigsten Übungen. Ich übe sie täglich. Diese Artikulationsübungen mache ich mit allen – besonders im Mozart-Kontext. Wer sie abrufen kann, kann sie im Mozart-Konzert einsetzen. Ich arbeite gezielt mit Tonleitern und kehre dann zum Stück zurück.</p>



<p><strong>Du hast gesagt, dein Üben richtet sich stark nach deinen Bedürfnissen. Wie hat sich dein Üben über die Jahre verändert?</strong></p>



<p>Es hat sich sehr viel verändert. Bis zur Aufnahmeprüfung in meiner Jugend war mein Ziel Perfektion. Ich wollte technisch perfekt, schnell und präzise spielen. Ich übte sogar vor dem Spiegel, besonders Staccato. Ich hatte das Glück, damals eine ausgezeichnete Lehrerin zu haben. Jean-Claude Gérard in Stuttgart – klassisch französische Schule. Der Fokus lag auf perfektem Flötenspiel.</p>



<p>Heute bin ich sehr dankbar für diese Grundlage. Wenn es technisch perfekt war, galt es als „gut genug“. Das hat mich gestört – ich wollte mehr. Das eigene Zulassen von Emotionen hat sich mit der Zeit verändert. Es hat gedauert, bis ich das wieder zulassen konnte – Vertrauen durch Kontrolle. Am Ende ist es auch ein bewusster Kontrollverlust, den man zulassen lernen muss.</p>



<p>Ich habe 17 Jahre im Orchester gespielt – viele Proben, viel Kammermusik, viele Richtungen. Auch mein Üben hat sich in dieser Zeit erneut verändert. Zu fast jeder Oper besitze ich Partitur und Libretto. Heute übe ich deutlich freier und intuitiver als früher. Ich habe mir über die Jahre ein großes Überepertoire aufgebaut, auf das ich schnell zurückgreifen kann.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p><strong>Schließe dich 400 begeisterten Abonnent*innen an!</strong></p>



<p>Mein <strong>High Five Newsletter</strong> bringt dich einmal im Monat hinter die Kulissen meines Podcasts. Du erfährst als Erstes, wer meine nächsten Gäste sind, bekommst exklusive Einblicke ins Thema <strong>Üben</strong> und erhältst handverlesene <strong>Bücher- und Musiktipps</strong>. Kurz, kompakt und <strong>kostenlos</strong> – direkt in dein Postfach!</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-1" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1775099632" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-1" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="vertrauen">Üben heißt auch: Vertrauen, loslassen, sich erinnern</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Die Kraft der Selbstreflexion</h4>



<p><strong>Kann man sagen, dass dein heutiger Zugang zum Üben durch ständige Reflexion gewachsen ist? Beim Üben geht es auch um Loslassen und Vertrauen – zu wissen, was funktioniert.</strong></p>



<p>Ja, Selbstreflexion ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. Aber auch das Leben selbst prägt uns – das darf man nicht vergessen. Wir sind die Summe unserer Erfahrungen – und auch der Reflexion, die von außen an uns herangetragen wird. Wenn ich selbst sage: „Das war richtig gut“, spiegelt sich das meist auch im Außen wider.</p>



<p>Ich sage meinen Studierenden oft: Wenn ihr nach einem Probespiel sagt „Ich habe genauso gespielt, wie ich es wollte“, aber die Stelle nicht bekommen – dann gratuliere ich: Du hast alles richtig gemacht. Mehr kannst du nicht tun – den Rest kannst du ohnehin nicht beeinflussen. In einer Stresssituation das abzurufen, was man sich vorgenommen hat – das ist die eigentliche Leistung. Und genau das sollte man abspeichern. Diese Erfahrung ist enorm wichtig.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Was ich sehr wichtig finde – und auch immer betone: Im Übe-Raum ist alles erlaubt. &#8222;</p><cite>Anne-Cathérine Heinzmann</cite></blockquote></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="mental">Mentales Üben: Im Kopf beginnt die Musik</h3>



<p>Ich arbeite auch schon lange mit mentalem Training – das ist ein fester Bestandteil meines Übens. Ich habe viel Zeit in Zügen verbracht und mir eine Strategie überlegt, wie ich auch ohne Flöte sinnvoll üben kann. Ich habe gemerkt: Das ist eine der besten Vorbereitungen überhaupt. Diese Methode versuche ich auch meinen Studierenden weiterzugeben. Sie hat sich bei mir im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Diese Strategien beruhen auf vielen Erfahrungen – das Leben bringt einem so etwas auch bei, wenn man die Fähigkeit hat, auf sich selbst zu hören und genau hinzusehen.</p>



<p>Ich arbeite mit zwei bis drei unterschiedlichen Ansätzen. Wenn ich Noten lernen will, funktioniert das für mich wie ein innerer Fahrplan. Vergleichbar mit einem Slalomfahrer: An bestimmten Stellen langsamer, dann wieder beschleunigen. Wenn ich technisch arbeiten will, gehe ich die Passage mit den Fingern langsam durch – ganz bewusst. Manchmal halte ich die Flöte dabei in der Hand – allein das hilft. Ich lese die Noten und gehe die Musik gedanklich durch – wie eine mentale Route.</p>



<p>Wenn ich mental zur Stressbewältigung übe, visualisiere ich die konkrete Auftrittssituation. Ich stelle mir vor, wie ich ankomme – spüre den Herzschlag, die Anspannung. Ich versuche, diese Situation innerlich bereits erlebt zu haben. Ich bin meist vor dem Auftritt nervöser als auf der Bühne selbst. Ich arbeite viel daran, die Nervosität bewusst zuzulassen. Dass man die Situation im Vorfeld einmal innerlich „durchgefühlt“ hat, hilft enorm. Ich stelle mir sogar vor: Wie sieht der Einspielraum aus? Wie viele Leute sind da? Wann gehe ich auf die Bühne? Das alles ist Teil meines mentalen Übens.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="üben">&#8222;Wie bringe ich mir selbst das Üben bei?&#8220;</h3>



<p><strong>Du</strong> <strong>hast gesagt: Studierende sollen gehen können, wenn sie selbstständig üben können. Wie hast du dir selbst das Üben beigebracht?</strong></p>



<p>Ich hatte natürlich Unterstützung. Ich komme aus einer Flötistenfamilie. Meine Eltern haben sich zum Glück zurückgehalten. Wenn mein Vater merkte, dass ich an einer Stelle nicht weiterkam, hat er mir methodische Tipps gegeben. So bekam ich oft Impulse, wie ich an bestimmte Passagen herangehen kann.</p>



<p>Auch mein Lehrer Jean-Claude Gérard in Stuttgart hat mich sehr geprägt. Er hat regelrecht mit mir gemeinsam geübt – das war extrem hilfreich. Dieses Vorgehen übernehme ich heute selbst mit meinen Studierenden. Es hilft enorm, wenn einem einfach mal jemand zeigt,&nbsp;<em>wie</em>&nbsp;man übt.</p>



<p>Eine weitere wichtige Lehrerin war Jeannie Baxtresser. Sie kam aus der amerikanischen Orchestertradition, wo mentale Vorbereitung und Probespieltraining schon früh eine große Rolle spielten. Von ihr habe ich gelernt, mit einem Aufnahmegerät zu arbeiten. Jede Unterrichtsstunde wurde aufgenommen, verschriftlicht – und sie hat alles kontrolliert.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Es hilft enorm, wenn einem einfach mal jemand zeigt,&nbsp;<em>wie</em>&nbsp;man übt.&#8220;</p><cite>Anne-Cathérine Heinzmann</cite></blockquote></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="aufnehmen">Aufnehmen, Hinhören, Lernen</h3>



<p>Das habe ich viele Jahre so weitergeführt. Meine Lehrerin sagte immer: Aufnahmegerät benutzen und wirklich zuhören – klingt es tatsächlich so, wie du meinst, dass du spielst?</p>



<p>Diese bewusste Hör-Arbeit habe ich auch von meinen Sängerfreunden gelernt. Sie nehmen sich oft mit nur einem Ton oder zwei Takten auf und analysieren genau, ob etwa das Wort &#8222;Blau&#8220; wirklich so klingt, wie sie es beabsichtigen, oder ob sie es anders färben müssen. Diese detaillierte Herangehensweise habe ich dort gelernt: sich mehr und mehr selbst zuzuhören. Das ist eigentlich eine Erziehung.</p>



<p>Jean-Claude Gérard hat immer gesagt: &#8222;Du musst deine Ohren erziehen. Deine Ohren sind dein bester Lehrer.&#8220; Das sagt sich leicht, aber ich habe tatsächlich mit dem Aufnahmegerät gehört, was wirklich passiert. Ich stellte fest: Moment, das klingt gar nicht so, wie ich dachte. Also nahm ich immer wieder auf, übte weiter, bis es wirklich so klang, wie ich es wollte. Das hat mich mindestens zehn Schritte weitergebracht.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ach-übung">Anne-Cathérins Lieblingsübung</h3>



<h4 class="wp-block-heading" id="atmung">Atmung &amp; Haltung</h4>



<p><strong>Ich habe dich in der Vorbereitung gebeten, eine Übung mitzubringen, die dir sehr geholfen hat oder die du für besonders effektiv hältst.</strong></p>



<p>Ja, ich glaube, da muss ich mal die Flöte auspacken. Ich liebe Übungen, das sage ich auch meinen Studierenden. Mit Übungen wird man besser. Es gibt für alles eine Übung, aber es gibt eine bestimmte Komponente, die übe ich wirklich jeden Tag zum Einspielen: eine Zwerchfellübung.</p>



<p>Ich möchte auf eine Etüde hinaus, die all meine Studenten spielen müssen. Sie ist berühmt: eine der Kreutzer-Etüden – ursprünglich von Beethoven, aber von Paul Meisen, einem bedeutenden Flötenlehrer und Professor in München, in eine Haltungsübung für die Flöte übertragen. Meisen, der mit einer Japanerin verheiratet war und lange in Tokio unterrichtete, hat sich intensiv mit östlicher Haltung und Philosophie beschäftigt. Er sagte einmal, dass in östlichen Kulturen der Schwerpunkt des Körpers im Bauch liegt, während im Westen das Motto oft &#8222;Bauch rein, Brust raus&#8220; lautet. Ich sage immer: Schaut in Richtung Osten, denn dort liegt die bessere Haltung. Ein spannendes Buch dazu heißt &#8222;<em>Hara</em>&#8222;. Hara ist ein japanisches Wort, das schwer zu übersetzen ist, aber in etwa die &#8222;Erdmitte&#8220; des Menschen beschreibt. Es ist ein philosophischer Begriff, der in vielen Kontexten auftaucht. Ein Beispiel ist &#8222;Harakiri&#8220; – der Selbstmord durch Aufschlitzen des Bauches – auch hier spielt das Zentrum des Körpers eine zentrale Rolle. Das ganze Buch handelt von dieser inneren Mitte und der Haltung, die daraus entsteht.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="luftführung">Die Kunst der Luftführung</h3>



<p>Diese Grundübung finde ich zentral, weil es sehr schwer ist, Luftführung zu lehren. Vieles passiert intuitiv, aber Flötistinnen und Flötisten atmen ein und halten den Bauch fest. Das ist dann die sogenannte &#8222;Stütze&#8220;. Ein Wort, das viele kennen, aber das schwer zu fassen ist. Ich bevorzuge Begriffe wie &#8222;Unterstützung&#8220; oder &#8222;Halt&#8220;.</p>



<p>Was genau bedeutet das, und wie finde ich einen Weg, mit dem ich mich wohlfühle? Es hat auch mit Kraft zu tun. Die Flöte ist ein sportliches Instrument, man muss Kondition trainieren. Aber wir können ja nicht in den Körper hineinschauen. Ich kann nur sagen: So fühlt es sich an. Ich kann es beschreiben, hörbar machen, weitergeben – aber nicht zeigen. Ein gutes Beispiel für exzellente Atem- und Körperhaltung ist Emmanuel Pahud. Er hat eine fantastische Haltung, eine beeindruckende Atemführung und liebt genau das an der Flöte. Musik entsteht durch die bewusste Führung von Ein- und Ausatmung. Wenn diese gezielt eingesetzt wird, können wir musikalisch ausdrücken, was wir wirklich wollen.</p>



<p>Ich finde diesen Zugang so sinnvoll, weil er hilft, das eigene Zentrum zu finden. Unser Instrument, die Flöte, hat extrem viel mit Luft zu tun. Wir reden im Unterricht meist über Einatmung, aber Musik machen wir mit der Ausatmung. Das ist wie Yin und Yang, Leben und Tod, Schwarz und Weiß – zwei Gegensätze, die zusammengehören.</p>



<p>Die Übung, die ich zeigen möchte – eigentlich sind es zwei, eine Vorübung und dann die Kreutzer-Etüde – hat sehr viel mit Luftführung und Haltung zu tun. Und mit Haltung meine ich nicht nur die äußere, sondern auch die innere Haltung beim Spielen. Meisen schreibt: Alles soll entspannt sein – Schultern, Knie, nichts ist verkrampft. Der Klang entsteht aus dem Bauch heraus, durch die Bewegung des Zwerchfells. Mit minimalem Aufwand soll ein maximaler Effekt erzielt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="praxis">Die Übung in der Praxis</h3>



<p>Ich sage das alles, um zu erklären, warum mir diese Übung so wichtig ist. Es ist jetzt tatsächlich eine praktische Übung. Ich lege das Mikrofon kurz zur Seite. In der Vorübung geht es darum, mit minimalstem Aufwand maximalen Klang zu erzeugen. Ich platziere nur meinen Ansatz und bewege dann gezielt das Zwerchfell.</p>



<p>(Musik)</p>



<p>Dabei geht es vor allem um innere Haltung, denn für uns ist die Platzierung und Nutzung von Resonanz entscheidend. Ich sage immer: Alles, was unterhalb des Halses liegt, ist ein Schalltrichter. Der ganze Körper wirkt als Resonanzraum. Das kennen wir auch von den Sängerinnen und Sängern: Sie nutzen ihren Körper als Resonanzkörper, damit der Klang frei schwingen kann.</p>



<p>Beim Klavier wird durch das Hämmerchen die Saite zum Schwingen gebracht. Beim Gesang schwingen die Stimmbänder. Bei der Geige erzeugt der Bogen die Schwingung auf der Saite. Und wir Flötist:innen? Wir haben &#8222;nur&#8220; die Luft und unsere Platzierung.</p>



<p>Wenn ich meinen Ansatz nicht gut setze, entweicht zu viel Luft und die Resonanz fehlt. Ein gut schwingender Ton hat ein ausgewogenes Verhältnis von Obertönen und Bässen. Genau das ist Ziel der Zentrumsübung, die ich täglich mache. Schon Moyse sagte: &#8222;Ihr müsst der Flöte euren warmen Atem geben.&#8220; Das verändert den Klang komplett.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="kreutzer">Kreutzer-Etüden für die Flöte</h3>



<h4 class="wp-block-heading" id="yoga">„Flöten-Yoga“</h4>



<p>Die Kreutzer-Etüden – ursprünglich für Geige geschrieben – wurden für die Flöte adaptiert. In der Variante für die Flöte wird das Zwerchfell im Legato trainiert.</p>



<p>(Musikbeispiel)</p>



<p>Diese Etüde ist lang und anspruchsvoll. Viele tun sich schwer damit, das Legato wirklich zuzulassen. Denn das verlangt, die Luft fließen zu lassen, das Zentrum aktiv einzusetzen und gleichzeitig loszulassen. Wer den Bauch verkrampft, kommt nicht weiter. Nur wenn die Luft frei fließen darf, funktioniert es. Diese Etüde ist eine meiner wichtigsten Übungen. Meine Studierenden nennen sie &#8222;Flöten-Yoga&#8220;.</p>



<p>Ich mache diese Etüde mit allen und finde, sie eignet sich für jede Spielstufe. Sie hilft, Haltung zu finden – äußerlich und innerlich. Denn oft werden wir durch viel Üben und das ständige Notenlesen innerlich starr. Deshalb ist es hilfreich, eine Übungseinheit mit so etwas zu beginnen und auch zu beenden. Das können Übungen sein, die uns helfen, wieder in unsere Mitte zu kommen – klanglich und körperlich. Es geht dabei um das Sich-selbst-Zuhören. Nicht nur das Instrument klingt – auch der Körper.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="klangraum">Körper als Klangraum</h3>



<p><strong>Wenn man das runterbricht, ist der erste Teil ja fast eine Reduktion: ein einzelner Ton, konzentrierte Luftführung, guter Ansatz. Und daraus entsteht etwas Meditatives, fast wie Yoga, oder?</strong></p>



<p>Ja, sicher. Aber es ist auch eine sehr diffizile Übung, weil man sehr genau zuhören und sich spüren muss. Wenn das nicht gelingt, funktioniert es nicht. Es ist eigentlich eine sehr weise Übung.</p>



<p><strong>Auch Blechbläser kennen dieses Unwort &#8222;Stütze&#8220; – wie ein Damoklesschwert im Übungsraum. Es gibt ähnliche Übungen für Trompete, die auf einem einzigen Ton basieren, mit Fokus auf das bewusste Spüren der Stütze.</strong></p>



<p>Ja, vor allem geht es darum, keine Ersatzspannungen aufzubauen. Das ist wie beim Krafttraining: Wenn bei der 15. Wiederholung nicht mehr die richtige Muskelgruppe arbeitet, sondern alles andere, dann ist der Bewegungsablauf nicht mehr kontrolliert. So ist es auch bei uns. Wenn wir die Kontrolle verlieren, verkrampfen wir an anderer Stelle.</p>



<p>Diese Übung stammt ursprünglich aus dem Gesang. Ich habe sie aus dem Vokalbereich übernommen. Sie ist eine wichtige Basisübung.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="outro">Zum Schluss: Zwei persönliche Fragen</h3>



<p><strong>Vielen Dank! Wir könnten noch stundenlang weiterreden, aber mit Blick auf die Uhr kommen wir langsam zum Ende. Zwei Fragen stelle ich all meinen Gästen zum Schluss:</strong></p>



<p><strong>Was lernst oder übst du gerade, das du noch nicht so gut kannst – auch gern außerhalb der Musik?</strong></p>



<p>Permanentatmung. Ich kann sie, ich kann sie auch unterrichten, aber ich wende sie kaum an. Bisher war es nicht notwendig, aber ich würde es gern besser beherrschen.</p>



<p><strong>Und wenn du zurückblickst: Welchen Rat hättest du dir als junge Erstsemester-Studentin gewünscht?</strong></p>



<p>Lasst euch Zeit. Das ist, glaube ich, das Wichtigste.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-wird-man-sein-eigener-lehrer-anne-catherine-heinzmann/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie viel Abwechslung braucht Routine?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-viel-abwechslung-braucht-routine/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-viel-abwechslung-braucht-routine/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 15:39:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Gitarre]]></category>
		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikerin]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6818</guid>

					<description><![CDATA[Émilie Fend ist in Straßburg geboren und hat dort ihre ersten musikalischen Schritte gemacht, bevor sie nach Köln zum Studieren kam. Sie hat schon in den großen Konzertsälen gespielt, Preise abgeräumt und kürzlich sogar ihr zweites Album, mit eigens für ihr Duo komponierter Musik, veröffentlicht. Was ich an Émilie besonders spannend finde, ist, dass sie&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-viel-abwechslung-braucht-routine/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Wie viel Abwechslung braucht Routine?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/ba4ab9d483aa4c219a8735c383ba66fa" width="1" height="1" alt="">



<p>Émilie Fend ist in Straßburg geboren und hat dort ihre ersten musikalischen Schritte gemacht, bevor sie nach Köln zum Studieren kam. Sie hat schon in den großen Konzertsälen gespielt, Preise abgeräumt und kürzlich sogar ihr zweites Album, mit eigens für ihr Duo komponierter Musik, veröffentlicht.</p>



<p>Was ich an Émilie besonders spannend finde, ist, dass sie einen sehr modernen Zugang zu ihrem Instrument hat. Wie ich gelernt habe, ist das bei Gitarristen vor allem eine Frage von Fingernägeln und Gitarrenbauart. Sie sagt, dass jeder Übetag für sie wie ein kleines kreatives Projekt ist. Es gibt also keine immergleiche Routine, sondern ein Abgleich mit dem, was sie aktuell am meisten braucht.</p>



<p>Wir sprechen darüber, wie man mentale Blockaden überwindet, wie Émilie ihren Übe-Alltag variiert und welche ihrer Methoden sie auch für ihre Schülerinnen und Schüler nutzt. Émilie ist unglaublich reflektiert, offen und hat dabei eine herrlich entspannte Art, über ihre Arbeit zu sprechen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://assets.steadyhq.com/production/post/6c458b67-97b7-437c-a75b-b0ee4da87aa7/uploads/images/hrpmytbeum/L1010522.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="" style="width:354px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Émilie Fend beim Üben (Foto: Patrick Hinsberger)</figcaption></figure>
</div>


<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Emilie 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7623439807"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<iframe style="border-radius:12px" src="https://open.spotify.com/embed/episode/1YOVCPd4E6aS4q7I0VfTpR?utm_source=generator" width="100%" height="152" frameBorder="0" allowfullscreen="" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy"></iframe>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Entweder-Oder-Fragen</li>



<li>Start in den Tag – Morgenroutine &amp; Üben</li>



<li>Deine Methoden im Unterricht</li>



<li>Vorbereitung auf Konzerte</li>



<li>Outro</li>
</ul>



<p><strong>Die erste Frage, mit der es immer losgeht, lautet:</strong>&nbsp;<strong>Vervollständige folgenden Satz. Üben heißt für dich?</strong></p>



<p>Kreieren, schaffen, was erfinden.</p>



<p><strong>Heißt das immer automatisch, dass es dann neu sein muss beim Üben?</strong></p>



<p>Nein, aber jede Übe-Session muss man neu gestalten. Je nach Tag, je nach Laune, je nachdem, was man braucht.</p>



<p><strong>Gibt es bei dir denn eine Musik, die gerade in Dauerschleife läuft?</strong></p>



<p>Es ist ein schwer zu sagen. Ich habe Playlists, meistens Techno, aber sehr gemischt. Ich liebe Musik von Chopin, besonders die Aufnahmen von Claudio Arau. Oder Piazzolla Quintets &#8211; aber immer sehr eklektisch gemischt.</p>



<p><strong>Gibt es eine CD oder vielleicht auch eine Künstler/Künstlerin, die dich auf deinem Spiel sehr geprägt hat, wie so eine Art Vorbild zum Beispiel?</strong></p>



<p>Also vorbildmäßig von Musiker her, ich finde Inspiration von vielen verschiedenen Leuten, wenn ich irgendwas höre, was mich berührt. Also für mich ein Vorbild ist eher eine Person, wo man die Werte oder Verhalten als Vorbild nimmt. Aber so musikalisch jetzt ist schwer zu sagen.</p>



<p><strong>Also keine konkrete Person, </strong><strong>bei der</strong><strong> zum Beispiel sagst, ich </strong><strong>finde </strong><strong>es super schön, wie der Klang ist und bei Person Z mag ich die Phrasierung.</strong></p>



<p>Also als wirklich Klangideal unter den Gitarristen gibt es David Russell. Man sagt, er hat so den goldenen Klang. Also da könnte ich sagen, das wäre vielleicht mein Klangideal.<strong></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="_Toc189117541"><strong>Entweder-Oder-Fragen</strong></a><strong></strong></h2>



<p><strong>Um vielleicht all den Leuten, die dich noch nicht so gut kennen, ein bisschen näher zu bringen, habe ich mir ein paar Entweder-Oder-Fragen überlegt. Du hast einen Joker</strong><strong>. </strong><strong>Deutschland oder Frankreich?</strong></p>



<p>Ok, also ich würde schon Deutschland sagen, weil hier kann ich von meinem Beruf leben und dafür muss man schon dankbar sein. Natürlich Frankreich ist meine Heimat, aber das ist auch dann quasi jetzt zu Familie verbunden und mittlerweile auch Urlaub. Also deswegen ist es schwer zu entscheiden, aber Deutschland inzwischen.</p>



<p><strong>Stadt oder Land?</strong></p>



<p>Land</p>



<p><strong>Francisco Tarrega oder Bob Dylan?</strong></p>



<p>Ja wahrscheinlich Tarrega. Für Bob Dylan habe ich ganz viel Respekt für die Texte und die Poesie dahinter, aber Tarrega hat meine jungen Gitarrenjahre mehr geprägt als Bob Dylan.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Herausforderung des Notenlesens</h3>



<p><strong>Ich kam auf die Frage, weil ich habe in der Vorbereitung gelesen, dass du erst mit 16 Jahren zur klassischen Gitarre kamst und davor deine Mama zu dir gesag</strong><strong>t, du solltest</strong><strong> erstmal die normale Ausbildung und ganz viel Popgitarre</strong><strong> lernen.</strong><strong> </strong><strong>D</strong><strong>as heißt, was war der Auslöser</strong><strong> </strong><strong>mit 16 zu sagen, ich möchte die klassische Gitarre spielen?</strong></p>



<p>Also das stimmt, meine Mama war nicht direkt dafür, dass ich ins Konservatorium gehe, weil sie hatte ein Trauma von der ganzen akademischen Ausbildung der Musik in Frankreich.</p>



<p>Ich kam dazu, weil ich immer eher nach Gehör oder Tabulaturen spielte und mir immer etwas am Instrument fehlte. Ich hatte das Gefühl, ich kann mehr aus diesem Instrument rausziehen, mehr Expressivität oder einfach mehr Noten, interessantere Sachen, Effekte. Und dann habe ich mit 16 angefangen, klassische Stücke zu lesen und zu entdecken. Da habe ich mich immer mehr verliebt.</p>



<p>Eine große Wand war Notenlesen, das war das größte Problem. Ich habe eine sehr lustige Geschichte: Damals habe ich angefangen, Unterricht bei Veronique von Dürling zu nehmen. Sie kam mit einer Sonatine von Mauro Giuliani, ein klassischer Komponist. Sie erklärt mir ein bisschen, wie ich es machen soll. Ich gehe nach Hause, ich habe keine Ahnung mehr, wie man das spielt, weil ich keine Noten lesen kann. Allerdings hatte ich ein Software, das heißt Guitar Pro. Und mit dieser Software kann man Noten eingeben und das wird alles in Tabulaturen transkribiert. Und dann habe ich das so gemacht für das ganze Stück und auswendig gelernt. Und zwei Wochen später komme ich zum Unterricht, ich spiele vor, die Lehrerin ist froh. Sie sagt mir, okay, gut, gut, lass uns jetzt arbeiten. Kannst du bitte von dieser Stelle anfangen? Natürlich kann ich es nicht von dieser Stelle anfangen, ich habe keine Ahnung, was da steht. Also ja, Notenlesen war am Anfang nur Schmerzen.</p>



<p><strong>Das heißt, du hast in der ersten Lehrerin gar nicht gesagt, dass du gar keine Noten lesen kannst am Anfang?</strong></p>



<p>Also das war nicht das Thema, weil ich habe immer nach Gehör gespielt und später Tabulaturen entdeckt. Sie hatte ein eigenes System für ihre Schüler, was sehr effizient war, um sehr schnell zum Spielen zu kommen. Man kann innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen schon eine einfache Melodie spielen, was eigentlich schon schwer zu erreichen ist. Also ich unterrichte selbst und nach ein paar Wochen können meine Schüler manchmal nicht eine einfache Melodie spielen. Also der benutzt eine Nummer für jeden Ton. Do ist eins, Re ist zwei, Mi drei und so weiter.</p>



<p><strong>Aufstehen oder </strong><strong>S</strong><strong>nooze?</strong></p>



<p>Oh, Snooze.</p>



<p><strong>Das heißt, dein Üb</strong><strong>e</strong><strong>tag geht nicht morgens los?</strong></p>



<p>Doch, nach dem Snooze. Aber ich will es ändern.</p>



<p><strong>Ja, okay. </strong><strong>Es</strong><strong> ist ja bald Neujahr und dann kannst du dir einen Neujahrsvorsatz </strong><strong>fassen</strong><strong>.</strong></p>



<p>Ja, nein, das schafft nur Schuldgefühle (lacht).</p>



<p><strong>Wenig und oft oder selten und viel?</strong></p>



<p>Oft und viel. <strong>Ne</strong><strong>in</strong><strong>, okay, wenn man will und muss, dann vielleicht bin ich schon oft.</strong></p>



<p><strong>Unterrichten oder Konzerte spielen?</strong></p>



<p>Konzerte spielen.</p>



<p><strong>Konzerte spielen oder produzieren?</strong></p>



<p>Konzerte spielen.</p>



<p><strong>Duo oder Solo?</strong></p>



<p>Solo.</p>



<p><strong>Krass. Das </strong><strong>ist</strong><strong> spannend. Jetzt im Dezember kommt </strong><strong>bei</strong><strong> dir ein neues Album raus, ein Duo-Album. Wenn du vielleicht ganz kurz in den Vergleich gehst zwischen deinem Solo-Album und dem Duo-Album mit Andreas Hermansky, also Klarinette und Gitarre, würdest du sagen, dass sich die Vorbereitung da sehr stark unterschieden</strong><strong> hat?</strong></p>



<p>Ja, es gibt diese Probenfaktoren. Also man bereitet sich für die Probe vor. Musikalisch gibt es nicht nur diese &#8218;Ich drücke mich aus&#8216;, sondern &#8218;Ich kommuniziere&#8216;. Das ist auch noch eine andere Sache. Und es gab auch kein Repertoire für Gitarre und Klarinette. Das haben wir alles in Auftrag gegeben. Das war ein Riesenprojekt, die Gelder erst mal zu finden für die Kommission und dann für die Produktion, Label. Also ich bin sehr froh, dass es diese Stücke gibt. Ich bin ziemlich stolz auf dieses Projekt. Aber ich muss sagen, dass wenn ich Solo spiele, übernehme ich die ganze Verantwortung und das geht dann auch nur um mich. Und ja, okay, es kann ein bisschen Megalo klingen, aber ich muss sagen, dass ich dieses Gefühl sehr mag.</p>



<p><strong>Routine oder Abwechslung?</strong></p>



<p>Ja, ich habe einen Joker. Vielleicht nehme ich mal einen Joker für diesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="_Toc189117542">Start in den Tag – Morgenroutine &amp; Üben</a></h2>



<p><strong>Ja, das ist auch die letzte Frage, von daher hast du den gut gewählt auf jeden Fall. Jetzt sind wir ja schon mittendrin. Wenn du jetzt nach dem Snoozen die Gitarre dir greifst, was ist das Erste, was du dann spielst? Womit geht der Tag los?</strong></p>



<p>Also da kommt es drauf an. Ich glaube nicht so viel an strenge Struktur, aber ein bisschen Muster brauche ich schon. Es gibt dann zwei Varianten. Entweder stecke ich in der Vorbereitung kurz vor einem Auftritt, so eine Woche davor oder am Tag des Auftritts. Oder der Auftritt ist erst in ein paar Wochen. Wenn ich kurz vor dem Auftritt bin mag ich ein bisschen Struktur und dann habe ich eine Warm-Up-Routine, was ich vom Gitarristen Lukasz Kuropaczewski gelernt habe. Es ist sehr basiert auf seiner Technik wieder zu kalibrieren, indem man nie einen Ton spielt mit der rechten Hand, ohne dass die linke Hand komplett vorbereitet und bereit ist. Das vermeidet dann, dass unsaubere Töne entstehen. Das ist dann alles mit Metronomen auf 60, ganz streng, eventuell 70, wenn man keine Zeit hat. Und es gibt eine Reihenfolge an Übungen mit Bindungen. Es ist seine Routine und für mich klappt das gut.</p>



<p>Wenn ich viel Zeit habe und ich stehe nicht kurz vor dem Auftritt, dann mag ich gerne ein bisschen kreativer umgehen und entweder mache ich ein bisschen Blattspiel, weil Notenlesen sehr lange nicht meine Stärke war. Dann nehme ich mir Zeit, um ein Programm zu lesen, was ich in sechs oder sieben Monaten erst spielen muss. Ich mache mir Ideen über die Interpretation, was ich da machen will, wie klingt diese Stimme in Kombination mit dieser Stimme. Ich exploriere ein bisschen das Stück, verschiedene Tempi und so weiter.</p>



<p><strong>Dann hast du ja ganz grob so zwei Routinen nennen. Hast du in dieser festgelegten Warm-Up-Routine, die du vorher so ein bisschen beschrieben hast, Bausteine, die du manchmal auch dann trotzdem in diese „wenn es schnell gehen muss“ Routine einflickst? Also gibt es bestimmte Sachen, von denen du sagst, die mache ich auf jeden Fall immer?</strong></p>



<p>Also diese Routine, die mache ich auf keinen Fall jeden Tag. Das habe ich eine Zeit lang gemacht. Das empfiehlt auch Lukas Koropatschewski. Aber ja, das ist eine sehr gute Routine, um seine Technik zu kalibrieren. Und deswegen an dem Tag, wo ich einen Auftritt habe, das mache ich auch ganz und respektiere jeden Aspekt. Aber diese Routine geht nicht um Variation. Es geht nicht um die Übungen, die man macht, sondern um wie man die macht. Und deswegen einfach so lassen, wie es ist und sich lieber ganz genau auf den feinen motorischen Aspekt zu konzentrieren, von wie ich es mache.</p>



<p><strong>Das heißt wahrscheinlich, war deine Überroutine irgendwann auch mal anders gewesen? Wie hat sich das entwickelt im Laufe der Jahre?</strong></p>



<p>Dieser Routine-Aspekt ist ziemlich neu. Das gibt es erst seitdem, dass ich professionell tätig bin. Vorher war ein bisschen mehr Freestyle und in meiner Routine gab es immer viel Durchspielen, einfach spielen, Musik machen. Und das war immer so vor dem Studium. Dann habe ich mit dem Studium angefangen und habe mich ein bisschen mehr mit Übemethoden beschäftigt: Cortot, punktierte Methoden, mentales Üben und so weiter. Ich mag auch dieses Performen üben, indem ich wirklich loslasse und spiele. Das finde ich, muss man auch üben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mentales Üben</h3>



<p><strong>Da</strong><strong> kommen wir gleich nochmal drauf auf jeden Fall. Du hast gerade das mentale Üben angesprochen. Wie gehst du da vor?</strong></p>



<p>Also wenn ich kurz vor dem Auftritt bin, ich möchte vor allem sicherstellen, dass ich beim Spielen nicht denken muss. Dann gehe ich das Stück mit den Noten in meinem Kopf durch, jede Geste, was ich mit beiden Händen mache und mit welcher Intensität und wie viel Kraft manchmal auch, wenn es technisch gefordert wird, welche Position habe ich mit meinem Ellenbogen, meinen Schultern eventuell, manchmal sogar mein linkes Bein, wenn ich einen anderen Winkel von der Gitarre habe, das denke ich alles mit. Und ja, ich solmisiere auch die Stücke, ganz viel vor allem für zeitgenössische Musik. Also ich habe aktuell ein Programm von Dorothee Takamitsu <em>In the Woods</em>, das gibt es ziemlich viele Feinheiten, sowohl rhythmisch als dynamisch und dann solmisiere ich das quasi in meinem Kopf.</p>



<p><strong>Also du gehst die Melodie wirklich auch laut durch?</strong></p>



<p>Also ich schlage den Takt und sage die Noten auf die Zählzeiten, wo sie hingehören. Entweder mache ich das mündlich oder das reicht mir, dass ich es im Kopf mache. Mündlich ist oft effizienter.</p>



<p><strong>Und bei Akkorden, wie machst du es da?</strong></p>



<p>&nbsp;Ich konzentriere mich entweder auf den Bass oder auf die obere Note, je nachdem. Aber Akkorde sind nicht nur Akkorde, sondern mehrere Stimmen übereinander. Dann mache ich auch, wenn es polyphonisches Stück ist, wie Barock oder vor allem Renaissance Musik, dann gehe ich auch anders damit um. Mentales Üben ist dann wirklich am Instrument, dass ich eine Stimme mit der linken Hand drücke, aber ich spiele mit der rechten nur eine Note innerhalb dieses Akkord. Oder ich spiele eine und singe die andere, je nachdem.</p>



<p><strong>Jetzt fand ich es vorher spannend, du hast auf die Frage auch geantwortet, dass du nach dem Blattspieler vor allen Dingen ein bisschen explorativ dir anschaust und so und guckst, wie du an neue Programme herangehen kannst. Nutzt du dafür Tools? Also wie kann man sich das vorstellen, wenn du jetzt beispielsweise ein neues Stück erarbeitest dir, um quasi da eine persönliche Note reinzubringen?</strong></p>



<p>Ich probiere nicht zu viele Gitarrenaufnahmen zu hören, aber man kennt sie natürlich. Also ich weiß, es gibt Standards und es gibt auch Aufnahmen oder Versionen von anderen Gitarristen, die besonders sind, in dem das ist eine starke Entscheidung auf dem interpretatorischen Aspekt.</p>



<p>Ich probiere die Stelle in einer bestimmten Art und Weise zu spielen &#8211; lass uns sagen, mit einfachen Worten fröhlich oder traurig. Natürlich ist es viel feiner als das, da mehr artikuliert oder lauter oder langsamer, schneller, da sind auch Sachen, die konkret, weil wenn man nur traurig oder fröhlich sagt, das sagt musikalisch eigentlich nicht viel, das ist alles Dynamik, Artikulation. Ja, also ich probiere verschiedene Varianten und ich gucke, was mir am besten passt.</p>



<p><strong>Nimmst du dich dabei auch auf?</strong></p>



<p>Ja, ich nehme mich auf. Nicht so oft, wie ich sollte. Ich weiß das es immer sehr, sehr nützlich ist. Das ist wirklich ein Spiegel des Klangs und dann hat man direkt ein Feedback von sich selbst.</p>



<p><strong>Und du hast vorher schon Cortot angesprochen. Wir hatten es schon ein paar Mal im Podcast, dass wir ein variantenreiches Üben angesprochen haben und z.B. Stücke in anderen Stilrichtungen und Genres spielt. Ist das eine Art und Weise, wie du dir schwere Stellen erarbeitest?</strong></p>



<p>Ja, genau, ganz genau. Also ich überlege nicht alles punktiert oder alles Cortot oder alles mental, sondern über die Jahre habe ich so eine Toolbox an Methoden gesammelt und die benutze ich, je nachdem, was ich brauche.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="_Toc189117543">Deine Methoden im Unterricht</a></h2>



<p><strong>J</strong><strong>etzt hast du vorher auch gesagt, dass du selbst unterrichtest. Wendest du die gleichen Prinzipien an wie bei dir bzw. wie brichst du sie mehr runter (z.B. das Aufnehmen)?</strong></p>



<p>Also ich sage schon zu meinen Schülern, dass sie sich aufnehmen sollen, aber vor allem, wenn sie ein Stück fertig geübt haben. Um es abzuschließen, mache ich im Unterricht eine Videoaufnahme von ihnen und verschicke es, damit sie in ein paar Monaten einen Fortschritt messen können. Das ist sehr schwer in der Musik.</p>



<p>Was den Unterricht angeht habe ich nie das Gefühl, dass ich unterrichte, sondern, dass ich das Üben beibringe bzw. dass ich den Schülern beibringe, wie sie sich selbst unterrichten, sozusagen. Im Unterricht sind es natürlich einfachere Methoden, also je nach Niveau des Schülers. Manchmal kann das allerdings schon ziemlich weit gehen.</p>



<p>Für jüngere Schüler benutze ich eine sehr einfache drei Schritte Methode: erstmal die Töne lesen, dann den Fingersatz von der linken Hand anstatt Ton zu sagen (leere Seite ist 0, zweite Bude ist 2) und dann auch die rechte Hand, erstmal mit Namen von den Fingern (also P, I, M, A) und dann auch mit Namen von der Seite, wo der Ton gespielt wird und dann erst dürfen sie das Stück spielen. Das ist quasi eine Einführung ins mentale Üben für Sechsjährige.</p>



<p><strong>Wir haben vorher schon von deinem Klangideal gesprochen und ich muss ganz ehrlich gestehen, ich bin in der Welt der klassischen Gitarristen relativ neu. In der Vorbereitung habe ich mir von ein paar Stücken von deinem letzten Soloalbum auch andere Versionen angehört und fand es sehr interessant zu sehen, wie verschieden die Interpretationen sind. Vor allem der Klang. Und mir ist aufgefallen, zumindest in meiner Wahrnehmung, dass dein Klang schon sehr eigen ist, also man erkennt ihn auf jeden Fall sofort. Für mich klingt er sehr modern. Wie kann man sich das vorstellen, wie hast du es geschafft, da dein eigenes Klangideal auf der Gitarre zu etablieren?</strong></p>



<p>Generell mit Gitarre spielen oder in der Gitarrenwelt, kann man nicht über Klang reden, ohne über Nägel zu reden. Und ich habe gleichzeitig das Glück und Unglück, dass ich sehr, sehr schlechte, natürliche Nägel habe. Also ohne Kunstnägel könnte ich keine Gitarre spielen. Dann musste ich von sehr früh an mit Gel-Nägel beschäftigen. Und dann hat man wirklich die Möglichkeit, das unendlich neu zu machen, ohne zu warten, dass es wieder wächst. Das bedeutet, man kann wirklich ein Profil von Nageln. Also diese Suchen, das hat mir wirklich sehr, sehr, sehr viel Zeit gekostet am Anfang. Und ich widme ihm immer noch vielleicht ein, zwei Stunden in der Woche dafür.</p>



<p>Ich muss sie alle zwei Wochen neu machen, wenn ich intensiv spiele. Dafür habe ich wirklich Kontrolle darüber, wie ich es klingt. Und dann spiele ich eine Gitarre mit Doppeldecke. Das sind modernere Instrumente, die haben eine große Projektion. Ich finde, dass die sehr oft sehr warm klingen können. Also meine auf jeden Fall. Und benutze Carbon-Seiten der Marke Savarez. Für Gitarristen, das klingt alles sehr Klischeemäßig, für dich vielleicht nicht, aber so Gel-Nägel, Doppeldecke-Gitarre aus Cedar mit Carbon-Seiten…</p>



<p>Es gibt zwei Richtungen: Die andere Richtung ist traditionell &#8211; Gitarre aus Fichte mit Nylon-Seiten und Naturnägel. Und ich bin eher in der anderen Richtung. Gefällt mir persönlich besser.</p>



<p><strong>Du hast es vorher schon gesagt, ich könnte mir fast schon vorstellen, dass ich die Antwort jetzt auf die Frage kenne. Ich stelle dir sie trotzdem. Mir ist aufgefallen, in all deinen Videos, dass du immer auswendig spielst. Ich kann mir fast vorstellen, dass es wahrscheinlich auch daher kommt, dass du mit dem Notenlesen auch so spät angefangen hast. Ist das so?</strong></p>



<p>Nein, das hat eigentlich nicht so viel damit zu tun, sondern eher, dass ich meistens Solo spiele. Das heißt, ich muss nicht auf eine zweite Stimme aufpassen, die mich begleitet. Und es fühlt sich auch viel freier an. Und auch ein sehr, sehr pragmatischer Aspekt ist, dass ich keine Hände zu blättern habe.</p>



<p><strong>Logisch, ja. Wie gehst du vor, wenn du auswendig lernst?</strong></p>



<p>Also es gibt verschiedene Methoden. Ich bin nicht Spezialistin von diesen Begriffen, aber ich würde das motorisch nennen. Das ist, wenn ich einen Bewegungsablauf in meiner linken Hand gespeichert habe. Meistens muss ich mir die rechte Hand weniger merken. Bei mir ist es oft die linke Hand, die alles speichert. Und je nachdem, wie meine linke Hand aussieht, weiß ich auch ungefähr, in welcher Harmonie ich bin, welche Tonart und welche Stufe von dieser Tonart. Und dann kenne ich noch die entsprechenden Töne. Und dazu weiß ich, wie es klingen soll und wie es im nächsten Takt klingen soll und wohin es geht. Und seitdem ich das alles für mich klar im Kopf habe, passieren mir viel weniger Blackouts. Aber die können immer passieren. Das ist auch das, was es aufregend macht.</p>



<p><strong>Der Adrenalinkrieg, von dem du vorher meintest.</strong></p>



<p>Ja, genau.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="_Toc189117544">Vorbereitung auf Konzerte</a></h2>



<p><strong>Du hast vorher gesagt, dass ein Teil von deinem täglichen Üben auch das Konzerte-Üben ist. Das heißt, da spielst du wahrscheinlich auch die Stücke schon zu Hause auswendig, oder?</strong></p>



<p>Oh ja, auf jeden Fall. Ich probiere immer wieder, zu den Noten zurückzukommen, aber die meiste Zeit übe ich ohne Noten. Die Noten lerne ich einmal richtig in den ersten Wochen des Lernprozess eines Stückes. Aber ziemlich schnell lasse ich die auf der Seite. Aber ja, wenn ich einen Unterricht habe, kontrolliere ich, dass ich immer noch die richtigen Sachen mache, vor allem rhythmisch und dynamisch und so weiter. Dann hole ich sie wieder raus.</p>



<p><strong>Wenn ich jetzt an die allererste Stunde von dir denke, die du vorhin beschrieben hast, wo du mit Guitar Pro die Noten in Tabulatur umgewandelt hast, kannst du inzwischen dann auch ein Stück an jedem beliebigen Punkt anfangen?</strong></p>



<p>Ja, mittlerweile schon.</p>



<p><strong>Logischerweise fängst du nicht jedes Stück immer von links an, sondern wahrscheinlich wirst du auf jeden Fall auch ganz bewusst inzwischen, in Takt 19 anfangen, wenn das Sinn macht, und dann von da aus üben. Du spielst wahrscheinlich nicht jedes Mal, wenn du Konzerte übst, dann das ganze Stück durch, oder?</strong></p>



<p>Klar, nein. Ich kann nicht sagen, was in Takt 19 oder so ist. Aber ich kann sagen, zweite Hälfte von B, Thema der Exposition, der Sonate oder so was. Dann gehe ich direkt zu den Stellen. Das sind alle sehr generelle Begriffe, aber wenn man es übt, dann bekommt man auch das tatsächliche Gefühl dafür.</p>



<p><strong>Ich habe mich in der Vorbereitung noch gefragt, jetzt bist du ja schon relativ lang als Solo-Künstlerin unterwegs und hast ganz viele Preise gewonnen. Gibt es dann Sachen, von denen du heute sagst, die sind mir früher leichter gefallen, einfach weil jetzt die Fallhöhe ein bisschen größer geworden ist?</strong></p>



<p>Also ich würde sagen, nein. Seitdem ich angefangen habe, ich hatte immer ein bisschen diesen Traum oder Ziel, professionell zu werden. Und deswegen habe ich immer probiert, was ich besser machen kann: sei es in meiner Präsentation oder Moderation, im Spielen natürlich, aber auch die ganzen Extra-Musikalischen Sachen. Ich hatte vor ein paar Jahren riesige Bühnenangst, vor allem vor Corona.</p>



<p>Man hat vielleicht das Gefühl, dass das Publikum mehr erwartet und das macht einen gewissen Druck. Aber das ist auch ein positiver Druck, weil dann übe ich vielleicht ein bisschen mehr gezielt.</p>



<p><strong>Und wenn du sagst, du hast vorher Lampenfieber gehabt, du sagst sogar, hast du daraus jetzt ein bestimmtes Ritual entwickelt, was du immer vor Auftritten machst, das dir hilft?</strong></p>



<p>Es ist schwer zu sagen, also ich habe viele Wettbewerbe gemacht und da ist der Druck noch ein bisschen mehr als bei Konzerten. Und ja, bei Wettbewerben muss man sich schon in einen, also muss man nicht, aber was mir hilft ist, ich will sowas nicht sagen, aber ein bisschen in einen Kampfmodus gehen.</p>



<p>Also Ritual, ich probiere das nicht wirklich Ritual zu nennen, sonst würde es mir tatsächlich Lampenfieber schaffen. Aber dieses Vorbereiten, am Tag davor die Kleidung herauszulegen, zu bügeln und dann am Tag meine Haare zu föhnen, schminken und dann, wenn ich auf der Bühne gehe, dann bereite ich meine Anti-Rutsch-Tücher etc vor.</p>



<p>Ich gucke, wie viele Treppen es gibt, damit ich nicht außer Atem auf der Bühne ankomme. Es ist immer auch gut zu wissen, was für einen Stuhl mich auf der Bühne erwartet. Deswegen habe ich auch oft einen Klapphocker im Kofferraum vom Auto, wo ich weiß, das er mir passt. Aber dann, wenn ich auf der Bühne bin, dann habe ich ein Ritual, dass ich einmal schnell und tief einatme und ganz langsam ausatme und dann habe ich ein sehr gutes Gespür für meinen eigenen Herzschlag. Wenn ich dann merke, dass es langsamer wird, fange ich an. Das mache ich erst, wenn ich schon begrüßt habe, gestimmt, wo ich wirklich bereit zu spielen bin, den ersten Akkord zu greifen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="_Toc189117545">Outro</a></h2>



<p><strong>Zum Abschluss habe ich mir noch zwei Fragen, die ich all meinen Gästen gerne stelle, die ich auch dir gerne stellen würde. Was lernst oder übst du gerade, was du noch nicht so gut kannst? Das darf auch gerne nicht musikalisch sein.</strong></p>



<p>Also, organisatorisch mit der Planung dranbleiben und einen ein bisschen besseren Überblick zu haben, über das, was kommt. Sei es administrativ oder generell mit der Arbeit. Und Geduld haben für Sachen zu haben, die noch nicht laufen beim Üben.</p>



<p><strong>Und wenn du an deine eigene Studienzeit zurückdenkst, hättest du aus deiner heutigen Sicht einen Tipp, um den du damals froh gewesen wärst?</strong></p>



<p>Also ich wäre damals nicht froh gewesen, das zu hören, aber das ist das Einzige, was ich mir ausdenken kann, was hilfreich wäre: Es wird alles okay. Weiter dranbleiben!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-viel-abwechslung-braucht-routine/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>12 Bücher für 2024</title>
		<link>https://what-is-practice.de/must-read/12-buecher-fuer-2024/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/must-read/12-buecher-fuer-2024/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Dec 2024 18:59:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Must Read]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Must-Read]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6806</guid>

					<description><![CDATA[Im letzten Jahr habe ich damit angefangen, Bücher mit in meinen Überaum mitzunehmen. Ich wollte weniger Zeit am Handy und mehr Zeit mit neuen Ideen verbringen. Zugegeben: Das klappt mal besser &#8211; mal schlechter. Alles was ich lese, empfehle ich jeden Monat im Newsletter High Five. Meine Highlights aus 2023 könnt ihr hier nochmal nachlesen.&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/must-read/12-buecher-fuer-2024/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">12 Bücher für 2024</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/1e7e3255f1c14d12b4e08429271ae7f4" width="1" height="1" alt="">



<p>Im letzten Jahr habe ich damit angefangen, Bücher mit in meinen Überaum mitzunehmen. Ich wollte weniger Zeit am Handy und mehr Zeit mit neuen Ideen verbringen. Zugegeben: Das klappt mal besser &#8211; mal schlechter. Alles was ich lese, empfehle ich jeden Monat im <strong><a href="#newsletter">Newsletter High Five</a></strong>. Meine Highlights aus 2023 könnt ihr <a href="https://what-is-practice.de/in-12-musik-bucher-durch-das-jahr-2023/"><strong>hier</strong></a> nochmal nachlesen. Meine 12 Buch-Highlights aus 2024 möchte ich euch hier vorstellen. </p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Buchtipps 2024 -1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="4716333180"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-54282dd4" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-54282dd4">Welche Musikbücher muss man 2024 gelesen haben?</h2>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-ae70b98a" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-ae70b98a">Januar</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-medium is-resized"><a href="https://amzn.to/3PeZUn9"><img loading="lazy" decoding="async" width="191" height="300" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Der-gesunde-Musiker_cropped-191x300.webp" alt="Der gesunde Musiker" class="wp-image-6307" style="width:250px" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Der-gesunde-Musiker_cropped-191x300.webp 191w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Der-gesunde-Musiker_cropped.webp 350w" sizes="auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-e2301f62" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-e2301f62">Der gesunde Musiker</h4>



<p>Mein erster Gast in diesem Jahr war Musikmedizinerin Prof. Dr. Claudia Spahn. Mit ihr habe ich über<strong> <a href="https://what-is-practice.de/gesundes-ueben-und-musizieren-claudia-spahn/">wissenschaftlich, gesundes Üben</a></strong> gesprochen. Pia Skarabis gibt in <strong>&#8222;Der gesunde Musiker&#8220;</strong> dazu die passenden Dehn- und Ausgleichsübungen. Ein Muss, um Fehlhaltungen vorzubeugen und unsere Muskulatur für die einseitigen Belastungen beim Üben zu stärken. Eine ausführliche Rezension findest du übrigens <strong><a href="https://what-is-practice.de/buchtipp-der-gesunde-musiker/">hier</a></strong>.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/41NtTdw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-7cc6ec43" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-7cc6ec43">Februar</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/49YqSJp"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/41kmb0Y7NoL.jpg" alt="Buch-Cover Üben - was ist das eigentlich?" style="width:248px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-0044b633" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-0044b633">Kompetenzen von Instrumental- und Gesangslehrenden im heutigen Berufsfeld</h4>



<p>Die Grazer Schriften zur Instrumental- und Gesangspädagogik werden von Silke Kruse-Weber und Elizabeth Bucura herausgegeben. <strong><a href="https://what-is-practice.de/fehlermanagement-aus-fehlern-lernen-silke-kruse-weber/">Silke Kruse-Weber war bereits Gast</a> </strong>im Podcast. Die Reihe wirft regelmäßig Schlaglichter auf ganz unterschiedliche Teilaspekte der Musikpädagogik. In diesem Band ganz besonders auf das Kompetenzfeld von Instrumental- und Gesangslehrenden.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/49YqSJp" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fa87b3a9" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-fa87b3a9">März</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/3DK6v6w"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/91wljcWKKEL._SL1500_.jpg" alt="Buch-Cover Grundwissen Instrumentalpädagogik" style="width:250px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-f1cd8c18" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-f1cd8c18">Glenn Gould oder das innere Klavier</h4>



<p>Der März stand ganz im Zeichen des <strong><a href="https://what-is-practice.de/mentales-uben-christian-pohl/">mentalen Übens</a></strong>. Ich durfte in Leipzig mit <strong>Prof. Christian A. Pohl</strong> über seine besondere Methode sprechen. Im Gespräch zitierte er den Pianisten <strong>Glenn Gould</strong>, der ebenfalls von mentalen Üben regelmäßig Gebrauch machte: &#8222;<strong>“Man spielt nicht mit den Fingern Klavier, sondern mit dem Kopf”</strong>&#8222;</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3DK6v6w" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:80px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Buchtipps 2024 - 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="6607999358"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:80px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-6f1c7e90" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-6f1c7e90">April</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/4fERkcn"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/615Xjt4JkVL._SL1000_.jpg" alt="Judith Holofernes Buch Cover" style="width:248px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-2f75402c" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-2f75402c">Mentales Training für Musiker</h4>



<p>Christian Pohl beschrieb im Interview seine ganz eigene Methode des <strong>Mentalen Übens</strong> (Trainings). Ich hatte das Glück auch <strong>Dr. Renate Klöppel</strong> (Musikerin und Medizinerin) zu diesem Thema sprechen zu können. Ihr Ansatz gibt die Theorie von Tatjana Orloff-Tchekorsky wieder. Diese <strong><a href="https://steadyhq.com/de/wie-uebt-eigentlich/posts/5f8693c0-139d-4fec-8662-ac9d2eff16d2">Sonderfolge kann man hier nachhören</a></strong>. Ihr Buch ist eine wunderbare Ergänzung dazu und führt alle Methoden zum mentalen Training nochmal dezidiert auf.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4fERkcn" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 id="newsletter" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading newsletter">Einmal im Monat versende ich einen kostenlosen Übe-Newsletter</h3>



<p><em>Werde Teil der 400+ Übe-Community und erfahre einmal im Monat fünf neue Übe-Tipps &amp; wer der nächste spannende Podcast-Gast sein wird.</em></p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-2" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1775099632" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-2" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-65cc7e92" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-65cc7e92">Mai</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/4gLr3tM"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/71z-013lmuL._SL1500_.jpg" alt="Lampenfieber Buch-Cover Claudia Spahn" style="width:248px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-17641730" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-17641730">Der tägliche Stoiker</h4>



<p>Der Mai steht jedes Jahr im Zeichen der <strong>Mentalen Gesundheit</strong>. Dazu durfte ich mich mit <strong><a href="https://what-is-practice.de/mentale-gesundheit-in-der-musik/">Prof. Daniel Scholz</a></strong> unterhalten, der in Lübeck den ersten Lehrstuhl für Musizierendengesundheit mit besonderem Schwerpunkt auf den mentalen Herausforderungen besetzt.  Es war die erste Folge, die ich ein zweites Mal aufzeichnen musste. Auf meine Frage im Podcast, wie ich nun trotzdem zufrieden aus dem zweiten Gespräch gehe könne, wies er mich auf die Acceptance und Commitment Therapy hin. Mir fiel dazu spontan dieses Buch ein. Gleich am Anfang heißt es dort <strong>“Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere nicht.”</strong> (Epiktet)</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4gLr3tM" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-2af6dd9c" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-2af6dd9c">Juni</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/4gS0YsR"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/61ADWYZzC7L._SL1500_.jpg" alt="Hardland Benedict Wells" style="width:250px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-28924391" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-28924391">Man vergisst nicht wie man schwimmt</h4>



<p>Ein Buchtitel wie gemacht für den Sommer: Krüger, der eigentlich Pascal heißt, erlebt den Sommer seines Lebens. Feinsinnig und poetisch beschreibt Christian Huber wie sein Protagonist mehr und mehr zu sich selbst findet. Mir gefallen solche Coming-Of-Age Romane sehr, weil sie wieder sensibel für die Kleinigkeiten und Feinheiten des Alltags machen. <em>&#8222;Durch die Löwen habe ich gelernt, dass man jeden Tag genießen muss</em>.&#8220;</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4gS0YsR" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Buchtipps -3 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="1247169885"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Musikbücher für die zweite Jahreshälfte</h2>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-48e64484" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-48e64484">Juli</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/3W0stbL"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/81yHhLFNvKL._SL1500_.jpg" alt="Music Step by Step Cover" style="width:247px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-974ede55" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-974ede55">Musik und Zeitmanagement im digitalen Zeitalter</h4>



<p>Zeitmanagement ist nicht nur für uns Musikerinnen und Musiker wichtig. Ihre Organisation ist eine wichtigste Kernkompetenzen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen &#8211; auch im Musikunterricht. Dieser Sammelband geht daher unserem Umgang mit Zeit auf die Spur und zeigt Strategien auf, wie die wichtige Ressource bewusst genutzt werden kann.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3W0stbL" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<p></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-2056d65e" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-2056d65e">August</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/3WmNLRl" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/71HTunZYx0L._SL1500_.jpg" alt="Modern Times for Brass" style="width:250px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-7c2bdc3e" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-7c2bdc3e">Zur Systemdynamik des Übens</h4>



<p>Die <strong><a href="https://what-is-practice.de/differenzielles-lernen-in-der-musik/">Theorie des Differenziellen Lernens</a></strong> beschäftigte mich im August. In Mainz sprach ich mit <strong>Prof. Wolfgang Schöllhorn</strong>, der bereits Jürgen Klopp oder die Fußballer des FC Barcelonas beraten hat, über seinen methodischen Ansatz. Martin Widmaier übersetze diesen Ansatz auf die Musik. Dieses Buch begleitet seinen Übertrag auf dem Klavier. Die Erkenntnisse lassen sich, finde ich, aber auch universell auf andere Instrumente anwenden.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3WmNLRl" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<p></p>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-4182bc43" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-4182bc43">September</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/4iU2Inq" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/51nR32WPm3L._SL1000_.jpg" alt="Exzellenz durch differnzierten Umgang mit Fehlern Buch-Cover" style="width:250px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-d3099be0" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-d3099be0">Listening</h4>



<p>Wenn meine Interview-Gäste Bücher geschrieben haben, bin ich natürlich immer sehr neugierig sie im Vorfeld zu lesen. So war es auch bei <strong><a href="https://what-is-practice.de/zuhoren-als-schlussel-beim-ueben-nik-baertsch/">Nik Bärtsch</a></strong>. Der Titel &#8222;Listening&#8220; ist bezeichnend &#8211; denn <strong>Zuhören</strong> spielt bei ihm eine ganz essentielle Rolle. In den Beiträgen und Anekdoten beschreibt er seine Verknüpfung von Bewegung, Geist und Musik und verrät die Grundprinzipien seiner Musicianship.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4iU2Inq" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Buchtipps -4 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="3103177034"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p></p>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-e1864fed" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-e1864fed">Oktober</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/40af6Z8" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/81zghtDAz-L._SL1500_.jpg" alt="Giovanni di Lorenzo Buchcover" style="width:250px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-d24c6449" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-d24c6449">Das Gehirn und die Musik</h4>



<p>Michel Rochon, ehemaliger Journalist aus Québec, erforscht in seinem Buch die Verbindung zwischen Musik und Wissenschaft. Musik beeinflusst das Gehirn positiv, aktiviert etwa 30 Regionen und kann Erinnerungen sogar bei Alzheimer-Patienten wecken. In seinen kleinen Essays stellt er spannende Fragen: Was kam zuerst – Sprache oder Gesang? Kann Musik auch schaden? Macht sie schlauer? </p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/40af6Z8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<p></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-b87ae7fe" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-b87ae7fe">November</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/4gxHgDf" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/71QFwpp4jFL._SL1500_.jpg" alt="Reflect! Buchcover" style="width:248px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-3c40cdb5" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-3c40cdb5">Klavierspielen, Alexander-Technik &amp; Zen</h4>



<p>Im Oktober führte mich der Podcast zum ersten Mal in die Schweiz. Genauer gesagt nach Zürich zu <strong><a href="https://what-is-practice.de/zuhoren-als-schlussel-beim-ueben-nik-baertsch/">Pianist Nik Bärtsch</a></strong>. Er ist bekannt dafür in sein Üben Techniken aus der gewaltlosen Kampfkunst Aikido einfließen zu lassen. Während der Recherchen zu meinem Gast bin ich auf das Buch von <strong>Helmut Rennschuh</strong> gestoßen, der von seinen Versuchen mit Alexander-Technik &amp; Zen berichtet. Da Rennschuh selbst kein Profimusiker ist, bringt das Buch nochmal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Dinge.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4gxHgDf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-393f1454" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-393f1454">Dezember</h3>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://amzn.to/4gz9KfA" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" src="https://m.media-amazon.com/images/I/81lYTV8BOML._SL1500_.jpg" alt="Buch-Cover Susan Cain Still" style="width:250px"/></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 id="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-323efd2b" class="wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading wp-block-themeisle-blocks-advanced-heading-323efd2b">Der Weg des Künstlers</h4>



<p>Aktuell lese ich Julia Camerons <strong>&#8222;Der Weg des Künstlers&#8220;</strong>. Sie beschreibt darin ihre Methoden, wie sie (und ihre Klient*innen) Zugang zu ihren eigenen kreativen Ressourcen (wieder)gefunden haben. Auch wenn der Untertitel einen <em>spirituellen</em> Pfad suggeriert, erhält man als Leser*in ganz konkrete Tipps und Anregungen (z.B. Morgenseiten schreiben), wie man zum Ursprung seiner eigenen Kreativität gelangen kann. </p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4gz9KfA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/must-read/12-buecher-fuer-2024/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zuhören als Schlüssel beim Üben, Nik Bärtsch?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/zuhoren-als-schlussel-beim-ueben-nik-baertsch/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/zuhoren-als-schlussel-beim-ueben-nik-baertsch/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 09:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[Klavier]]></category>
		<category><![CDATA[Musiker]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6672</guid>

					<description><![CDATA[Nik Bärtsch ist Jazz Pianist aus Zürich. Mit seiner Band Ronin spielt er seit 2001 zusammen und entwickelte die Ritual Groove Music. Seit 20 Jahren gibt er jeden Montag in seinem Musik Dojo einen offenen Workshop und mit spielt im Anschluss mit seiner Band im Exil. Den Lernspirit, den er dort beschrieben hat, hat mich&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/zuhoren-als-schlussel-beim-ueben-nik-baertsch/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Zuhören als Schlüssel beim Üben, Nik Bärtsch?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/ad6dbe6f744447b3beac8bc85341e88c" width="1" height="1" alt="">



<p>Nik Bärtsch ist Jazz Pianist aus Zürich. Mit seiner Band <em>Ronin</em> spielt er seit 2001 zusammen und entwickelte die <em>Ritual Groove Music</em>. Seit 20 Jahren gibt er jeden Montag in seinem Musik Dojo einen offenen Workshop und mit spielt im Anschluss mit seiner Band im Exil. Den Lernspirit, den er dort beschrieben hat, hat mich sehr begeistert. Die Dojo Idee hat er aus der (gewaltlosen) Kampfkunst Aikido übernommen, die ebenso in sein Üben fließt wie Elemente aus der Bewegungslehre Feldenkrais.</p>



<p>Nik’s Üben lässt sich gut mit den Prinzipien: <em>Zuhören, Reduktion und Bewegung</em> zusammenfassen. Oder wie er selbst sagt: <em>listen-breath-connect</em>. Was das konkret in seinem Übe-Alltag heißt, hat er im Podcast verraten.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch.webp" alt="Nik Bärtsch am Klavier" class="wp-image-6676" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch.webp 350w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-191x300.webp 191w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Nik Bärtsch in seinem Übe-Studio in Zürich</em></figcaption></figure>
</div>


<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Nik Bärtsch 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="2935430385"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<p>Die Folge mit Nik Bärtsch lässt sich auf allen bekannten Streaming Plattformen kostenlos anhören.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Spotify</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-e8d16240" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://open.spotify.com/episode/0ZCdQoLvyfeMAFmjcDQ8S8?si=c0839bd4deab4fb5" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-spotify"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/0ZCdQoLvyfeMAFmjcDQ8S8?si=c0839bd4deab4fb5">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Apple Podcast</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-d204b1c3" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000674665410" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fas fa-podcast"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000674665410">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">YouTube</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-41aeee70" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://youtu.be/L_4uzeX39p4" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-youtube"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://youtu.be/L_4uzeX39p4">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="nv-iframe-embed"><iframe loading="lazy" title="Ist Zuhören der Schlüssel beim Üben, Nik Bärtsch?" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/L_4uzeX39p4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr über Nik &amp; seine Musik</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-1a3d120a" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><i class="fas fa-link"></i></span></div>
</div>



<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p><a href="https://www.nikbaertsch.com/">www.nikbaertsch.com</a></p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://amzn.to/4ec4HA4"><img loading="lazy" decoding="async" width="707" height="1000" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/51nR32WPm3L._SL1000_.jpg" alt="Nik Bärtsch &quot;Listening&quot; Buch Cover" class="wp-image-6683" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/51nR32WPm3L._SL1000_.jpg 707w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/51nR32WPm3L._SL1000_-212x300.jpg 212w" sizes="auto, (max-width: 707px) 100vw, 707px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Listening</h3>



<p>&#8222;Music – Movement – Mind ist ein konzeptionelles und praktisches Buch über die kreative Beziehung zwischen Geist und Körper im Kontext von Musik und Kampfkunst. Es beschreibt das Potenzial dieser Beziehung für unsere Kreativität und Inspiration. Der Musiker und Komponist Nik Bärtsch, Begründer der sogenannten Ritual Groove Music, hat in den vergangenen 20 Jahren Techniken entwickelt, die nicht nur Musikerinnen und Kampfsportlern nützliche und überraschende Werkzeuge bieten, sondern auch Lernprozesse in anderen Tätigkeitsfeldern und im täglichen Leben unterstützen, fokussieren und somit vereinfachen.&#8220;</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/48qIuNb">jetzt anschauen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-mit-Ball2.webp" alt="Nik Bärtsch spielt Klavier mit 2 Bällen in der rechten Hand" class="wp-image-6679" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-mit-Ball2.webp 350w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-mit-Ball2-191x300.webp 191w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier.webp" alt="Nik Bärtsch am Klavier" class="wp-image-6680" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier.webp 350w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-191x300.webp 191w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-mit-Ball.webp" alt="Nik Bärtsch am Klavier von hinten" class="wp-image-6678" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-mit-Ball.webp 350w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/Nik-Baertsch-Klavier-mit-Ball-191x300.webp 191w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></figure>
</div>
</div>



<p><em>Nik Bärtsch während unseres Interviews in Zürich (Fotos: Patrick Hinsberger)</em></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-center has-nv-light-bg-background-color has-background"><strong>Die heutige Folge wird präsentiert von <a href="https://matchspace-music.ch/ch-en">Matchspace Music</a> &#8211; Dein Partner für privaten Musikunterricht in der Schweiz.</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://matchspace-music.ch/ch-en"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="92" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/matchspace-music_RGB_full-color_360dpi-300x92.png" alt="matchspace music logo" class="wp-image-6690" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/matchspace-music_RGB_full-color_360dpi-300x92.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/matchspace-music_RGB_full-color_360dpi-768x235.png 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/10/matchspace-music_RGB_full-color_360dpi.png 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview mit Nik Bärtsch</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Inhalt</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#vorbild">Vorbilder und wichtige Einflüsse</a></li>



<li><a href="#entweder">Entweder-Oder-Fragen</a></li>



<li><a href="#ritual">Üben als Ritual</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#alltag">Der Übe-Alltag</a></li>



<li><a href="http://bewegung">Bewegung und Reduktion</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#reduktion">Reduktion beim Üben: Angst etwas zu verpassen?</a></li>



<li><a href="#odd-meter">Odd-Meter-Training mit dem Shaker</a></li>



<li><a href="#musikdojo">Das Musik Dojo</a></li>



<li><a href="#outro">Outro</a></li>
</ul>



<p><strong>Vervollständige folgenden Satz: Üben, heißt für dich?</strong></p>



<p>Meditieren, Präsenz trainieren, lernen.</p>



<p><strong>Welche Musik, Album oder Künstler läuft denn bei dir in Dauerschleife?</strong></p>



<p>Ich höre sehr viel verschiedene Sachen.</p>



<p>Mir ist es wichtig, immer auch die eigene Musik zu hören. Dabei lerne ich viele Dinge und höre plötzlich Neues. In der Rolle des Bandleaders ist es wichtig, der eigenen Musik „voraus“ zu sein. Die Musik ist ja immer mehr, als man selber ist. Darum ist es wichtig, sich die eigenen Interpretationen anzuhören, um mehr zu lernen und sich weiter zu entwickeln.</p>



<p><strong>Ist das dann schon für dich Arbeit? Die Frage zielte eher darauf ab, welche Künstler:innen dir gerade gut gefallen.</strong></p>



<p>Das mag irgendwie absurd klingen, aber ich mache meine eigene Musik auch, weil mir so eine Musik fehlt. Ich höre sie sehr oft, um selber zu arbeiten oder mich zu konzentrieren. Das bedeutet ja nicht, dass ich mich höre. Sondern es bedeutet, ich höre die Musik, die ich zusammen mit anderen mache und, die mir wichtig ist. Und das ist schon eine der Hauptmusiken, die mich selber inspirieren.</p>



<p>Nichtsdestotrotz gibt es ganz wichtige Einflüsse und andere Artists. Ich höre immer noch sehr viel Prince. Vor allem aber schaue ich oft die Shows, weil es um die Performance geht, um die Dramaturgie, um die Interpretation. Weniger um die Hits an sich.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorbild">Vorbilder und wichtige Einflüsse</h2>



<p><strong>Spannend, das habe ich auch noch nie so gehört. Wenn du jetzt ein bisschen in die Rückschau gehst, gibt es dann aber für dein eigenes Spiel einen Musiker, eine Musikerin, die dich sehr geprägt hat?</strong></p>



<p>Es gibt eigentlich keine Vorbilder in dem Sinne, aber natürlich gibt es wichtige Einflüsse. In der Regel sind das sogar einzelne Stücke.</p>



<p>Zum Beispiel hat <strong>Lenny Tristano</strong> auf dem Klavier ein sehr wichtiges Stück geschrieben, was polymetrisch ist. Es heißt «Turkish Mambo» &#8211; 7 gegen 5 gegen 3 in Bezug auf eine 4er Subdivision. Das ist ein ganz wichtiges Stück. Ich mag ihn auch sonst als Innovator und interessante Jazzfigur. Aber dieses spezifische Stück, das höre ich mir auch heute noch an. Es ist auch das einzige Stück, das ich offiziell auf einer Platte interpretiert habe.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="nv-iframe-embed"><iframe loading="lazy" title="Turkish Mambo" width="1200" height="900" src="https://www.youtube.com/embed/LjXb5_lHK3s?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Eine weitere wichtige Figur ist <strong>Thelonius Monk</strong> &#8211; in der Art der kompositorischen Improvisation und der Komposition im sehr minimalistischen Sinne.</p>



<p>Und dann noch ein Komponist, dessen Musik mich sehr geprägt hat: <strong>Igor Stravinsky</strong>. In der ganzen Art, wie er Musik sieht, was Musik ist, von der Komposition über die Improvisation bis zur Interpretation &#8211; auch der Art, sie selber zu verkörpern, sowohl zu dirigieren wie zu spielen und zu komponieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="entweder">Entweder-Oder-Fragen</h2>



<p><strong>Also eine sehr große Bandbreite an verschiedenen Musikstilen. Um den Zuhörerinnen und Zuhörern, die dich persönlich noch nicht so gut kennen, dich ein näher zu bringen, habe ich mir ein paar Entweder-Oder-Fragen überlegt, mit den ich gerne starten würde. Du hast einen Joker. Das heißt, wenn du dich bei einer Frage nicht entscheiden kannst, nicht entscheiden möchtest, darfst du deinen Joker ziehen. Ansonsten musst du dich bekennen.</strong></p>



<p><strong>Album oder Playlist?</strong></p>



<p>Album.</p>



<p><strong>Tim und Struppi oder Donald Duck?</strong></p>



<p>Tim und Struppi.</p>



<p><strong>Ist es so, dass du aus anderen Kunstformen, wie zum Beispiel Comics, viel Inspiration für deine Stücke ziehen kannst?</strong></p>



<p>Doch, sehr gut. Comics sind ein super Beispiel. Ich habe als Kind eigentlich mehr gezeichnet und Fußball gespielt als Musik gemacht. Meine Eltern kommen auch aus dem grafischen Bereich.</p>



<p>Mein Vater war Grafiker, meine Mutter kam aus der Mode, bevor sie dann in die Psychologie gewechselt ist. Und Comics waren für mich (in der Art auf den Punkt zu kommen/ am Strich zu arbeiten, also Reduktion) von Anfang an ein ganz wichtiger Einfluss.</p>



<p>Und gerade Tim und Struppi, oder Tintin, wie sie im Original heißen, waren ein ganz wichtiger Einfluss. Besonders in der Art der Dramaturgie, wie etwas erzählt wird.</p>



<p>Zum Beispiel gibt es immer das Design der zwei Seiten, die wir aufschlagen. Also es muss in der Farbe und der Erzählstruktur eine Kohärenz haben. Und das letzte Bild muss uns verleiten, die Seite umzublättern.</p>



<p>Und in dem Erzählstil von Hergé und der ganzen Tradition der <em>Ligne Claire</em>, hat es ganz viele wichtige Strategien und Prinzipien, die ich eigentlich eins zu eins auf unsere Musik übertragen habe. Wir haben eine <em>Ligne Claire</em>, die den Groove-Minimalismus kreiert.</p>



<p><strong>Auf diese Ligne Claire würde ich gerne später eingehen. Das fand ich nämlich einen sehr spannenden Punkt in der Vorbereitung – vor allem wie sich das in deinem Üben widerspiegelt.</strong></p>



<p><strong>Beginner oder Beginners Mind?</strong></p>



<p>Beginners Mind, das bleibt ewig. Das ist ein wichtiger Begleiter in der Selbstüberlistung.</p>



<p><strong>Überlistung inwiefern?</strong></p>



<p>Je weiter man kommt, je mehr wir lernen, auch sogar Lehrende werden, desto mehr ist die Gefahr, dass wir wissen, wie es geht.</p>



<p>Und der Beginners Mind jetzt in Reflexion oder im Vergleich mit der Kampfkunst ist ein entscheidender Faktor, um präsent zu bleiben und sich überraschen zu lassen &#8211; &nbsp;im positiven Sinne.</p>



<p><strong>Ritual oder Abwechslung?</strong></p>



<p>Ritual, ganz klar. Wichtige Struktur, ohne die geht es überhaupt nicht.</p>



<p><strong>Ist Üben für dich ein Ritual?</strong></p>



<p>Absolut. Wie ich beginne, was ich mache, wann ich übe, hat sehr viele rituelle Aspekte. Auch in dem Sinne, dass ich nicht überlegen muss, warum, wie, wo, was.</p>



<p>Gleichzeitig aber auch als Setting, innerhalb dessen große Freiheiten bestehen und ich ein intelligentes Lernen kreieren kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ritual">Üben als Ritual</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="alltag">Der Übe-Alltag</h3>



<p><strong>Wenn du sagst, das Üben ein Ritual ist: Wie sieht denn ein typischer Überalltag bei dir aus?</strong></p>



<p>In der Regel beginne ich mit Bewegen. Erst lockern, alle Gelenke bewegen, schütteln und so weiter. Dann folgt Flow Training. Alles immer noch ohne Instrument auf dem Balkon, wir haben da zum Glück viel Platz. Manchmal auch mit dem Aikido Stick, oder mit dem Holzschwert kann. Mit beiden kann man sich sehr gut bewegen und große Kreisbewegungen initiieren, um den Körper aufzuwärmen.</p>



<p>Dann kommt leichtes Training, Muskeltraining, Bewegungskoordinations-Balancetraining, alles ohne Instrument, zu Boden gehen, aufstehen, sich bewegen und so weiter.</p>



<p>Dann gehe ich zum Klavier und spiele einfache Übungen mit einer Hand. In der anderen Hand drehe ich Kugeln zur besseren Koordination – so kann ich das Aufwärmen sehr Flow-artig kreieren. Dann kommen leichte Unabhängigkeitsübungen mit Fingerfesselungen, damit die Hand nicht nur muskulär trainiert wird, sondern auch das Loslassen der einzelnen Finger. Das ist ganz wichtig für den Kontakt der Nervensysteme mit den Muskeln.</p>



<p>Dann spiele ich in der Regel zweistimmige Inventionen, um Kontrapunkt zu trainieren, manchmal kombiniert mit Improvisationen. Dann gibt es in der Regel schon eine Pause. Anschließend übe ich spezifischere Sachen, z.B. Stücke, die anstehen oder Improvisations-Kompositions-Settings, um mich weiterzuentwickeln. Dann sind meist schon eineinhalb Stunden, zwei Stunden vorüber, was schon viel ist, wenn ich konzentriert übe. Meist kommt dann eine längere Pause und ich übe später am Tag nochmal verschiedene Aspekte.</p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Schließe dich 400 begeisterten Abonnent*innen an!</strong></h3>



<p>Mein <strong>High Five Newsletter</strong> bringt dich einmal im Monat hinter die Kulissen meines Podcasts. Du erfährst als Erstes, wer meine nächsten Gäste sind, bekommst exklusive Einblicke ins Thema <strong>Üben</strong> und erhältst handverlesene <strong>Bücher- und Musiktipps</strong>. Kurz, kompakt und <strong>kostenlos</strong> – direkt in dein Postfach!</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-3" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1775099632" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-3" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="bewegung">Bewegung und Reduktion</h3>



<p><strong>Wenn du das gerade so beschreibst, dann finde ich hört man da zwei sehr schöne rote Fäden heraus: nämlich Bewegung und Reduktion. Stellst du das auch so in deinem Üben fest?</strong></p>



<p>Dahinter steckt eigentlich das Lernen aus der Kampfkunst <strong>Aikido</strong>. Das ist eine gewaltlose Kampfkunst, die darauf beruht, mit der Energie des Gegenübers und natürlich auch mit der eigenen zu arbeiten.</p>



<p>Das zweite ist <strong>Feldenkais</strong>. Das ist eine Bewegungsmethode: Bewusstheit durch Bewegen erlernen. Mein Feldenkrais-Lehrer Ueli Tank hat immer „nicht würgen“ gesagt.</p>



<p>Gleichzeitig habe ich das Gleiche glücklicherweise auch bei Erna Ronca (einer Lehrerin, die in Zürich unterrichtet und aus der Schule von Dino Lipatti, Hubert Harry in Luzern kommt) gelernt. Also aus dem Zentrum spielen, das Gewicht des Ellenbogens einzusetzen, flexibles Handgelenk im Sinne von „gummig“ (also federnd nicht einfach relaxed oder ganz locker oder fix). Das Klaviertraining ist also Akido, Feldenkrais ergänzt mit ein bisschen Gyrokinesis Training, Balance und Koordination. Das hilft mir sehr von Ambition, von Würgen, von Wollen wegzukommen und vielmehr in den Flow und in Geduld sich zu üben.</p>



<p><strong>Würdest du dann auch so weit gehen, dass du sagst, dass dein Fokus beim Üben genau darauf liegt? Es gibt ja die Theorie von <em>externem und internem Fokus</em> aus der O.P.T.I.M.A.L Theorie von Gabriele Wulf. Sie davon spricht, dass wenn der Fokus extern ist, also nicht auf der Bewegung, sondern auf dem Ergebnis, dass das förderlicher ist.</strong></p>



<p><strong><em>(Anm.: Über genau diesen Teil der O.P.T.I.M.A.L. Theorie habe ich mit <a href="https://what-is-practice.de/differenzielles-lernen-in-der-musik/">Prof. Wolfgang Schöllhorn gesprochen</a> – er erzählte, dass in einer neuen Studie, diese Annahme inzwischen als widerlegt gilt).</em></strong></p>



<p><strong>Würdest du sagen, du bist eher darauf fokussiert beim Spielen und Üben?</strong></p>



<p>Es ist wahrscheinlich eine Mischung. Es geht auch darum, ein Gefühl dafür zu kriegen, was in der Bewegung organisch ist.</p>



<p>In der Kampfkunst heißt das Silent Movement, also stilles Bewegen. Man sieht die Schnelligkeit, das Tempo gar nicht, weil es so organisch aussieht. Das hat damit zu tun, die drei Ebenen Gravitation, Organisation des eigenen Systems und Spin, also Bewegungsinput, gut aufeinander abzustimmen. Das kann man natürlich sehr gut von anderen Techniken aus dem Sport oder aus der Kampfkunst lernen.</p>



<p>Darum bin ich über die Jahre, nicht zuletzt auch durch körperliche Grenzen, dazu gekommen, dass immer mehr zu trainieren, anstatt sozusagen an der Fingerbewegung zu arbeiten.</p>



<p><strong>Du hast auf die erste Frage geantwortet, dass Üben für dich vor allen Dingen Meditation ist. Jetzt haben wir gerade vom internen und externen Fokus gesprochen. Ist das dieser Geisteszustand, dieses Meditative, dieses in sich Ruhende, was du beim Üben auch versuchst bewusst zu erreichen?</strong></p>



<p>Ich glaube, es macht einfach keinen Sinn zu üben, so wie ich Üben verstehe, wenn wir nicht voll bei der Sache sind. Ich kann nicht stundenlang voll bei der Sache sein. Mir geht es wirklich darum, die Zeit in einer guten Weise zu nutzen und zu genießen.</p>



<p>Darum ist der Anspruch schon hoch, das immer meditativ zu machen. Es führt letztlich zu mehr realistischem Einschätzen, was dann auch unter Druck überhaupt möglich ist. Es braucht sehr viel Geduld und auch Auseinandersetzung mit dem mentalen Prozess, der beim Spielen und Performen passiert. Darum würde ich sagen, macht es keinen Sinn, wenn ich mich ans Klavier sitze, um ein bisschen die Finger zu bewegen oder aufzuwärmen.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Wenn die da draußen rumgehangen sind am See oder so, bin ich nach Hause, um zu übe. Ich habe gedacht, ich mache etwas aus meinem Leben und die hängen da nur rum.&#8220;</p><cite>Nik Bärtsch</cite></blockquote></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="ligne-claire">Üben als meditativer Zustand – Ligne Claire</h4>



<p><strong>Lass uns doch gerne mal ein bisschen tiefer reingehen in dieses meditative Üben. Wir hatten ja vorher schon die Linie Claire angesprochen. Ich fand diese Anekdote, die du in deinem Buch erzählst, als du deinem achten Geburtstag „Tim und Struppi – Der Schatz Rackham, des Roten“ gelesen hast und von dieser simplen Art und Weise, von dieser Linie Claire von Hergé so begeistert warst. Jetzt haben wir gerade schon ein bisschen gehört, wie du das in dein Üben einbaust. Hast du schon immer so geübt?</strong></p>



<p>Nein, ich habe natürlich am Klavier nicht immer so gearbeitet. Ich hatte große Ambitionen. Also bis 14 habe ich einfach geschaut und ein bisschen gespiel. Ich habe nicht viel geübt.</p>



<p>Ich hatte schon diesen Beginner’s Mind beim Zeichnen und vor allem beim Fussballspielen &#8211; einfach bei der Sache sein, weil man Freude hat und so. Bei der Musik war das schon auch aber nur, wenn es schnell ging. Ich hatte so ein Talent, Dinge schnell zu hören, vor allem auch wenn ich zugeschaut habe in der Stunde oder so. Aber bewusstes Üben, das kam dann erst später.</p>



<p>Ich habe dann mit 15 Jahren klassischen Klavier Unterricht erhalten. Ich hatte die Chance, zu einem sehr guten Lehrer zu kommen. Und der hat mich dann quasi in vier Jahren auf Vordermann gebracht. Das war Boris Merson, ein sehr bekannter Komponist, Pädagoge, Pianist in der Schweiz. Dort habe ich dann plötzlich meine Ambitionen entdeckt und dann habe ich mit sehr viel Willen geübt.</p>



<p>Wenn die da draußen rumgehangen sind am See oder so, bin ich nach Hause, um zu übe. Ich habe gedacht, ich mache etwas aus meinem Leben und die hängen da nur rum. Die ganze Ambition als Teenager, die ich da hatte, ging ins Üben. Und das hat sich natürlich auch im Körper bemerkbar gemacht. Ich habe dann irgendwann eine Sehnenscheidenentzündung bekommen. Und das war dann der Punkt mit so 18-19 Jahren, wo ich mir zu überlegen begann, wie man am besten übt und warum.</p>



<p>Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr spielen kann. Und dann begann zuerst einmal eine Odyssee durch verschiedenste Techniken und auch bei verschiedenen Lehrern, bis ich dann dahin kam, die Dinge zu entdecken, die ich vorher erwähnt habe. Ein Schlüsselerlebnis war natürlich die Begegnung mit der Lehrerin Erna Ronka und dieser Tradition des Körperspiels. Aber die anderen Sachen habe ich selber entdeckt, eben über Aikido und Feldenkrais. Das war eigentlich das erste, was ich begonnen habe.</p>



<p><strong>Jetzt gehst du ja noch einen Schritt weiter und brichst diese drei Prinzipien auf ganz viele Sachen herunter. Wir hatten es eben schon im Vorgespräch scherzhaft von den drei Prinzipien für eine gute Partnerschaft. In deinem Buch sprichst du von den drei Prinzipien für Musicianship, nämlich &#8222;Listen, only play the essentials and make the others sound good&#8220;. Das Ganze lässt sich ja noch nicht eins zu eins aufs Üben übertragen. Wenn du dir jetzt spontan drei Prinzipien überlegen müsstest, für dein Üben, was wäre das dann?</strong></p>



<p>Etwas steht noch nicht im Buch. Seit der Veröffentlichung vor drei Jahren hat es sich schon weiterentwickelt. Die neuen drei Prinzipien kann man eigentlich auf alles übertragen, wenn es um Performen, Üben usw. geht. Das sind: <em>&#8222;Listen, breathe, connect&#8220;.</em></p>



<p>Also höre zu, komm in den Zustand des <em>Hörens</em>. Im Buch ist das beschrieben in dem Artikel zur Kampfkunst, dass Hören eine Art von Aufmerksamkeit ist. <em>Atmen</em>, also bleib beim Atmen. Ein Prinzip, das Bewegung begleitet, initiiert und ermöglicht. Schließlich <em>Connect</em> – das heißt, geh immer wieder auf das, was ist. Beim Üben zum Beispiel den Kontakt mit dem Instrument, mit der eigenen Organisation des Gewichts usw. Also geh in Kontakt mit den relevanten Faktoren.</p>



<p>Beim Performen kann das vor allem heißen, den Kontakt mit den anderen Musikern und Musikerinnen auf der Bühne, mit dem Raum sowie dem Publikum zu suchen. Aber es ermöglicht sich immer wieder auf den Moment zu fokussieren, statt im Kopf nach Fehlern abzuschweifen oder die Angst im Nacken zu spüren. Das sind ganz wichtige Prinzipien, die ich auch beim Üben jetzt so einfach immer wieder anwenden kann.</p>



<p>Dass es nur drei sind und, dass sie so einfach sind, hilft weil wir ja am „Machen“ sind. Und wenn man am Machen ist, ist Denken in dem Sinne nicht angebracht. Das sehen wir in der Kampfkunst: man ist einfach zu langsam.</p>



<p>Das heisst natürlich nicht, dass Denken, Konzepte entwickeln an sich nicht angebracht sind. Aber das sollte man dann machen, wenn man sich eben darauf konzentriert.</p>



<p><strong>Wo du gerade connect ansprichst. Hier gibt es ja auch zwei Seiten: Einmal, wie du es gerade beschreibst, die Verbindung mit dem Publikum und dem Raum. Aber dann auch die Verbindung zu sich selbst. Also: wo möchte ich hin? Was muss ich dafür tun?</strong></p>



<p>Und was auch ganz wichtig ist, das habe ich auch von den Lehrenden gelernt, die mich unterrichtet haben: Das Gelernte anzuwenden bezogen auf meine spezifische Situation. Jeder Körper ist anders. Es ist gefährlich, einfach Dinge zu kopieren. Es ist wichtig, diese Übersetzung zu machen. Das ist gar nicht so einfach, wie es klingt, sondern dafür braucht es sehr viel Erfahrung.&nbsp; Es reicht nicht, das nur auf dem Instrument anzuwenden und zu versuchen, sondern es ist ganz wichtig, dass man seine Art des Bewegens, des Wahrnehmens, des Kreierens zu verstehen beginnt und immer daran feilt.</p>



<p>Es geht einerseits darum, die Wahrnehmung (Eigenwahrnehmung und die Außenwahrnehmung) zu schärfen, aber andererseits auch überhaupt zu verstehen, wie meine eigene Physiognomie funktioniert. Eines der größten Missverständnisse ist, dass man zu einem bekannten Lehrer oder einer bekannten Lehrerin möchte, wegen der Technik an sich. Aber das Entscheidende ist dann eigentlich, was hat das mit uns beiden zu tun und wie kann ich das adaptieren?</p>



<p>Gute Lehrende sind sich genau dieses Punkts bewusst und wissen, dass es nicht bei jedem gleich funktioniert.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Eines der größten Missverständnisse ist, dass man zu einem bekannten Lehrer oder einer bekannten Lehrerin möchte, wegen der Technik an sich. Aber das Entscheidende ist dann eigentlich, was hat das mit uns beiden zu tun und wie kann ich das adaptieren?&#8220;</p><cite>Nik Bärtsch</cite></blockquote></figure>



<p><strong>Das setzt aber auch voraus, dass man als Schüler/Schülerin so offen ist und nicht, wie du es gerade beschrieben hast, mit diesem Mindset zum Lehrer geht, das adaptieren zu wollen.</strong></p>



<p>Das war ganz interessant. Ich hatte sehr viele gute Lehrer und Lehrerinnen, aber es gab auch sehr viele Missverständnisse aber es kam auch sehr darauf an, in welcher Phase ich war. Zu Beginn, als ich ins Konservatorium Zürich kam, da war ich noch ein bisschen rebellischer. Ich kam eigentlich aus dieser Jazzwelt. Ich hatte einerseits den größten Respekt vor der klassischen Musik, aber andererseits kamen mir bestimmte Dinge auch ein bisschen kurios vor, weil ich so ein bisschen ein Outlaw war.</p>



<p>Ich habe mich für klassische Musik entschieden, um besser Klavierspielen zu lernen. Das gab dann einige Missverständnisse mit meinem ersten Lehrer und ich habe mir da auch ein bisschen die Hörner abgestoßen, bis ich dann gemerkt habe (bei Erna Ronca meiner wichtigsten Lehrerin) dass es wichtig ist, dass ich wie ein Schwamm funktioniere, wenn ich in die Stunde gehe. Also einfach offen, auch bis zum gewissen Grad fast unkritisch in die Stunde gehe, alles aufzusaugen, mir Notizen mache, das übe eine gewisse Zeit verdaue und auch eher Fragen stelle und der Lehrerin vertraue über mehrere Monate oder im besten Falle auch Jahre, dass wir das zusammen hinkriegen.</p>



<p><strong><em>Listen</em></strong><strong> – also <em>Zuhören</em> – ist &nbsp;nicht nur gerade in diesem beschriebenen Prinzip ganz wichtig, sondern <em>Listen</em> zieht sich ja eigentlich durch das ganze Buch. Du hast es sogar so benannt. Wie nutzt du dieses Prinzip beim Üben? Nimmst du dich auf beispielsweise, um das zu analysieren?</strong></p>



<p>Es gibt da verschiedene Aspekte. Das eine ist natürlich das unmittelbare, also versuchen durch den Atem, durch den Fokus, durch die Art, wie ich bewege am Instrument wirklich Kapazität zum Zuhören zu haben. Das ist etwas, was man gemein unterschätzt.</p>



<p>Wir denken, wir setzen uns da ans Klavier in einer Situation, einer Stunde oder auch in einer Performance-Situation und logischerweise hören wir es, weil wir haben ja zwei Ohren. Das ist aber nur begrenzt richtig. Unsere Art, uns zu bewegen, unsere Körperchemie, unser Atem beeinflussen das Hören und unsere Kapazität und damit auch unseren mentalen Zustand.</p>



<p>Und da über verschiedene Techniken zu lernen, wie man im Jetzt ist, ich nenne das, wie wir vergrößern unser Jetzt, also <em>expand your Now</em>, so einen Jetzt-Ball zu kreieren in der Zeit, in dem man ist, das kommt nicht von selber. Bei mir ging das nicht. Es geht darum, Meditation und Kampfkunst zu trainieren. Und natürlich Übtechniken und die eigene Ambition, die eigenen Ängste, Wünsche in den Griff zu kriegen.</p>



<p>Also das ist die Fähigkeit, überhaupt zuzuhören. Hören ist ja das eine, aber zuhören und dann auch sich selber zuhören, wenn ich am Machen bin, das ist das andere, gar nicht so einfach.</p>



<p>Und das Zweite ist, dass wir das Hören generell kultivieren, also als Strategie, dass wir zum Beispiel sagen, wir haben nicht immer schon einen Kommentar oder reden oder denken schon, sondern wir hören im Sinne zu, dass wir versuchen, vertieft zuzuhören, was jemand sagt, was seine Bedeutung ist, was verschiedene Aspekte einer Sache sind. Das bedeutet für mich zum Beispiel auch Komponieren.</p>



<p>Wenn ich arbeite mit Motiven, bedeutet das, dass die Hände manchmal Dinge finden, die der Kopf nicht findet. Oder die Ohren finden Dinge. Aber dann kommt das Zuhören, das Materialstudieren in einem physischen Sinne, dem Material zuhören: was macht das Motiv, wie bewegt es sich und so weiter. Da geht es ganz viel um die Technik des Zuhörens im multisensuellen Sinne, so wie in dem Kampfkunstgedicht, das ich ein Teil daraus zitiert habe: <em>I have no ears, the five senses are my ears</em>. Ich habe keine Ohren, sondern die fünf Sinne sind meine Ohren.</p>



<p>Diese Hörhaltung finde ich sehr wertvoll, weil sie letztlich auch eine Respekthaltung ist, eine Zuneigungshaltung, dass wir nicht sofort das Gefühl haben, wir sind die Erfinder, wir haben das Ding entdeckt, wir wissen, wie es läuft, ich, der Komponist, sage dem Material, was es tun muss, sondern es ist eine Haltung der Bescheidenheit im guten Sinne, dass ich habe die Chance, diesem Ding zuzuhören und damit was zu machen.</p>



<p><strong>Das heißt, du hast diesen Jetzt-Ball, wie du es gerade so schön genannt hast, den du versuchst zu kultivieren während des Übens &#8211; also das bewusste, wirklich aktive Zuhören. Aber dann gibt es auch die analytische Phase danach, also dass du sagst, okay „das ist noch nicht so ganz, wo ich es gerne hinhaben möchte, das und das möchte ich verbessern.“</strong></p>



<p>Ja, absolut, das ist wichtig und nicht zu verwechseln. Ich bin nicht gegen Analyse. Das ist natürlich ein extrem wichtiger Punkt. Ich finde auch, analytisch denken zu lernen, zu schreiben zu lernen und so weiter, das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Ich habe dann drei Jahre Philosophie studiert bis zur Zwischenprüfung, bis ich dann gemerkt habe, es wird zu viel mit allem.</p>



<p>Ich wollte mich dann doch auf die Musik konzentrieren, aber ich hatte eigentlich keine Lust aufzuhören, weil die Schärfung des Geistes im Sinne eines ehrlichen Analyseinstrument, sagen wir mal kreativ-ehrlichen Analyseinstrument, ist natürlich absolut essentiell.</p>



<p>Und darum ist es eben wichtig, die Phasen einzuschalten, wo wir über die Bücher gehen, wo wir sagen, okay, das ist der Track, so haben wir ihn aufgenommen, jetzt höre ich mir den zehnmal an und frage mich „was passiert da genau?“.Ich möchte das Mikroskop sozusagen noch mehr schärfen, um im Mikrobereich noch mehr zu hören, noch mehr zu sehen. Darum ist Aufnehmen eine wichtige Taktik, sowohl filmisch, wie ich mich bewege, wie musikalisch natürlich.</p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Nik Bärtsch 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7471601459"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="reduktion">Reduktion beim Üben: Angst etwas zu verpassen?</h2>



<p><strong>Jetzt heißt Reduktion immer auch Verzicht auf eine Art und Weise. Und ich finde, das ist bei dir eigentlich ein ganz schöner roter Faden, wie du es schaffst mit dieser analytischen Haltung, Sachen sehr stark zu reduzieren. Hast du bei diesen ganzen Reduktionen nicht manchmal auch Angst gehabt, da was zu verpassen?</strong></p>



<p>Vielleicht nicht Angst, aber es gibt eine große Überforderung, weil natürlich ein kreativer Geist, wie ich jetzt die Chance habe, den irgendwie mitgekriegt zu haben, der ist sehr schnell fasziniert von den verschiedensten Dingen und kann auch ganz schnell abtauchen im Sinne von Ablenkung und das ist schon für mich ein Riesenthema.</p>



<p>Reduktion kommt nicht aus Widerwillen oder weil ich finde, es gibt nicht genug interessante Dinge, sondern mehr aus Überforderung. Und irgendwann habe ich gemerkt, ein paar Dinge richtig gut zu können oder zu entwickeln das ist nicht so einfach, da reicht schon ein Leben fast nicht für. Und das ist dann eine Frage der Entscheidung.</p>



<p>Das ist auch für mich keine Frage der Wahrheit oder was ist richtig oder falsch, sondern mehr, was gibt mir letztlich mehr Kontakt mit mir selber und der Welt. Und für mich war wichtig, dass Reduktion nicht Simplifizierung bedeutet. Es bedeutet die Entscheidung, sich auf ein paar wesentliche Dinge zu konzentrieren, um die wirklich zu erforschen. Also insofern gibt es das Problem immer noch. Ich habe immer noch sehr viele Interessen und es ist immer wieder wichtig zu sagen, es geht leider nicht alles. Da darf man sich auch nicht selber überschätzen.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Und für mich war wichtig, dass Reduktion nicht Simplifizierung bedeutet. Es bedeutet die Entscheidung, sich auf ein paar wesentliche Dinge zu konzentrieren, um die wirklich zu erforschen.&#8220;</p><cite>Nik Bärtsch</cite></blockquote></figure>



<p><strong>Da passt das Zitat aus deinem Buch: <em>&#8222;Evolution happens naturally&#8220;,</em> also dieses Vertrauen darauf, dass wenn ich mich auf bestimmte Sachen konzentriere, dass es dann schon gut wird.</strong></p>



<p>Ja, also meine Frau ist ja Biologin und insofern hat sie mir immer wieder erklärt, wie Evolution eigentlich funktioniert. Das ist ja gar nicht so einfach, was ist das überhaupt genau?</p>



<p>Einerseits kennen wir das eben aus der Biologie sozusagen und andererseits kennen wir es von dieser Idee, die vielleicht in der japanischen Kunst am stärksten ausgeprägt ist, einer Art spirituellen Hingabe an die Kunst, dass wir nicht versuchen, das Resultat zu erzwingen, sozusagen avantgardistisch zu erzwingen, brechen wir mit den Vorfahren oder verteufeln wir die Eltern, sondern, also Revolution in dem Sinne, sondern viel mehr Step-by-Step-Hingabe, Fokussierung, starke Energie darauf richten und dann passieren Dinge, die in der Natur der Sache liegen, in der Natur des Lernens, in der Natur, wie schnell das Lernen passiert.</p>



<p>Das ist eine Taktik, die mir auch hilft, dass ich nicht überfordert bin mit all den Dingen, die es zu regeln, zu organisieren, zu üben gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="odd-meter">Odd-Meter-Training mit dem Shaker</h2>



<p><strong>Zum Thema Odd-Meter fällt mir ein: du hast in deinem Buch auch so eine schöne Stelle, wo du Shaker-Übungen beschreibst. Machst du die auch hier in deinem eigenen Üben?</strong></p>



<p>Genau, Shaker-Training ist sehr etwas Wichtiges, was auch zu meinem Aufwärmen gehört. Das hat verschiedene Aspekte, einerseits hört man bei diesem einfachen Instrument die Subdivision sehr klar, wie spüre ich die überhaupt, wie kann ich die passieren lassen, anstatt dass ich sie forciere oder führe, wie kann ich den Körper, die Subdivision, den Flow und das Time, wie wir sagen, oder in der Groove-Musik passieren lassen, dass das natürlich passiert.</p>



<p>Das sind ganz gute Übungen, ganz einfach mit einem Shaker oder dann eben in polymetrische Abläufe zu gehen, so zu sagen, dass die verschiedenen Rhythmen, die ich mache, singe, gehe mit den Füssen und so weiter, dass die integriert werden im Zentrum, dass die also nicht von der Peripherie aus, von der Hand, von den Füssen und so weiter, mich ablenken und ich durch Kraft die zusammenbringen muss, sondern dass ich sie durch Integration im Zentrum passieren lassen kann.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Es kommt nicht darauf an, ob ich die rhythmische Organisation eines Mozart Streichquartetts anschaue oder einen Groove von James Brown. Es geht immer um die Integration von Tempo, Time und Timing.&#8220;</p><cite>Nik Bärtsch</cite></blockquote></figure>



<p>Das braucht viel Geduld, aber es ist eine wunderbare Übung und ich habe das jetzt schon in unseren Montagsworkshops seit 20 Jahren mit den diversesten Leuten, Profis, Amateure, Nichtmusikerinnen ausprobiert und ich kann wirklich sagen: es funktioniert. Das ist effizient, um ein Feedback zu kriegen, was macht mein Körper, wenn er in Flow kommt, wenn er Relationen zu Subdivision, zu Puls, zu komplexeren Rhythmen organisieren muss, zu Kontrapunkten und so, und zwar unabhängig vom Stil.</p>



<p>Also es kommt nicht darauf an, ob ich die rhythmische Organisation eines Mozart Streichquartetts anschaue oder einen Groove von James Brown. Es geht immer um die Integration von Tempo, Time und Timing.</p>



<p>Das ist auch so eine Reduktion im Buch. Tempo, wir nennen das die kalte Wahrheit, also ein effektives Tempo, was wir messen können mit dem Metronom. Viele Stücke haben ein Tempo, was Sinn macht, vom Komponisten aus oder von der Band aus gesehen, aber dann ist die Frage nach dem Time, was machen wir innerhalb dieses Tempos, wie geben wir Zeit, wie holen wir Zeit auf, wie bewegen wir uns im Tempo und das Timing bedeutet, wann kommt etwas in dieser Bewegung, in dieser Richtung.</p>



<p>Und mit Shaker Training und den verschiedenen Advanced Levels, was wir damit machen können, ist das eine ungeheuer inspirierende und auch sehr ehrliche Art von Training und Feedback zu bekommen, wie ich mich selber darin verhalte, sozusagen im multidimensionalen Time-Raum.</p>



<p><strong>Also mit Advanced meinst du ja, dass man dazu spricht, klatsch mit den Füßen stampft…</strong></p>



<p>Genau, wir reden gerne von Unabhängigkeit. Ich habe jetzt, sag mal was Einfaches, du hast vier in den Füssen, der Shaker spielt die Subdivision, die eine Hand macht drei und du singst sieben oder so. Das bedeutet, ich kann das alles unabhängig machen, einerseits einzeln, aber auch zusammengesetzt. Wir möchten aber eigentlich einen Schritt weitergeben. Wir möchten, dass das ein Resulting Pattern gibt, dass alles zusammen integriert, die gleiche Feinheit, die gleiche Verfeinerung hat, wie wenn ich etwas alleine mache oder zusammensetze.</p>



<p>Am Schluss ist das sozusagen ein Ganzes, obwohl es drei, vier, fünf, sechs, sieben verschiedene Teile sind und dieses Training ist wirklich neurologisch, nerventechnisch, muskeltechnisch. Vom Space, den wir kriegen, wie wir uns in Musik bewegen, in der Zeit, im Rhythmus, ist absolut zuverlässig, dass wir uns da verbessern, die Wahrnehmung schärfen und uns weiterentwickeln können, unabhängig vom Instrument, das wir spielen.</p>



<p><strong>Ich finde den Aspekt des Feedbacks auch super, weil du sofort Rückmeldung bekommst. Man spürt es, man sieht es und man fühlt es. Und was auch da wieder schön durchkommt, um auf den Bogen zum Anfang zu schlagen, diese beiden Prinzipien Bewegung, Körper und Reduktion, die schlagen in dieser Shaker-Übung voll durch. Es ist quasi eine wirklich eine sehr einfache Möglichkeit, genau diese beiden Prinzipien in eine musikalische Übung zu gießen am Ende.</strong></p>



<p>Absolut, und ich meine, bei vielen Stücken sind die Elemente nicht kompliziert, erst so die Zusammensetzung ist kompliziert. Also wenn wir so ein Alberti-Bass nehmen in einem Mozart-Stück oder so, das scheint jedem ein einfaches Teil zu sein, aber dort hört man zum Beispiel, wie kann ich Rubato in Subdivision integrieren. Es gibt ganz viele solche Mini-Elemente, die in allen Musikstilen auftreten, wo du ganz genau hörst, was für ein Feel, für ein Bewusstsein, für das Feel hat der Mensch und wie kann er das in die Bewegung übersetzen.</p>



<p>Und darum ist der Shaker sozusagen die einfachste Variante, das alles sichtbar, hörbar und spürbar zu machen. Und letztlich findest du das auf jedem Instrument in der Bewegung in verschiedensten Bereichen, verschiedensten Stilen wieder.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="musikdojo">Das Musik Dojo</h2>



<p><strong>Mit dem Blick auf die Uhr würde ich gerne, würde ich gerne zum Abschluss noch das Thema Musik und Kampfkunst ansprechen. Du sprichst in deinem Buch ganz oft von diesem Musik Dojo. Was kann man sich darunter vorstellen?</strong></p>



<p>Die Idee kam natürlich wegen dem Kampfkunst-Dojo. Seit ungefähr 25 Jahren gehe ich ins Aikido und gehe regelmäßig ins Dojo, was eigentlich der Übplatz heißt. Mir ist einfach mit der Zeit in meinen Montags-Workshops aufgefallen, die ja offen sind für jeden Menschen, dass dort etwas anderes passiert als zum Beispiel an Akademien, wo vor allem Leute zusammenarbeiten, die auf dem gleichen Level sind, die am gleichen Stil interessiert sind und so weiter. Was auch absolut wichtig ist. Ich war ja selber an so einer Schule. Aber beim Dojo ist die Idee ein bisschen eine andere. Da geht es darum, dass alle miteinander trainieren.</p>



<p>Mein Job ist es im Dojo, ein Setting zu schaffen, wo alle voneinander lernen können. Natürlich geht es um ein paar Grundprinzipien, die ich dann auch vorlebe und unterrichten kann. Aber gleichzeitig geht es auch um die Haltung der Leute, die ins Dojo kommen. Du gehst dahin, damit alle trainieren können. Anders als wir das sonst oft haben. Es folgt weniger einem Optimierungsgedanken: Ich gehe nur ins Tennis, wenn sich mein Tennis verbessert oder wenn ich Spaß habe. Um das geht es im Dojo nicht.</p>



<p>Man geht ins Dojo, damit man zusammen lernen kann. Wenn du nicht kommst und Alexandra nicht kommt, dann bin ich alleine. Es braucht alle, damit wir im Dojo zusammen arbeiten können. Du musst das Bewusstsein haben, wenn du dabei bist, ist der andere wegen dir da und umgekehrt. So können wir lernen.</p>



<p>Das hat eigentlich den Vorteil, dass es offen ist für alle, die ein Lernspirit haben. Andererseits lernen wir auch Dinge von Anfängerinnen. Das ist etwas ganz Wichtiges. Das kenne ich auch sehr gut aus der Kampfkunst. Dass du immer mit dem Beginners-Mind reingehen kannst.</p>



<p>Ich habe diese Erfahrung auch im Studio gemacht. Eine der wichtigsten war mit Manfred Eicher, dem Produzent von ECM. Der immer wieder den Beginners-Mind an den Tag legt, obwohl er so viel Erfahrung und Erfolg hat. Er hat mit so vielen berühmten Leuten gearbeitet. Ich habe ihn nie erlebt, dass er wusste, wie das jetzt geht.Jede Produktion ist etwas Neues. Das hat mich sehr beeindruckt. Das ist auch dieser Dojo-Spirit für mich.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Am Schluss geht es um die Performance, um den Kontakt, um die Kommunikation. Es geht auch darum, dass das eigene Ich gar nicht so wichtig ist. Im Dojo zählt die Gruppe, das Erlebnis der Beginners-Mind, viel stärker als das, was ich mit rausnehme.&#8220;</p><cite>Nik Bärtsch</cite></blockquote></figure>



<p>Man kann auch sagen, das ist der Dschungel, die freie Wildbahn. Musik kannst du nicht an der Akademie lernen. Am Schluss geht es um die Performance, um den Kontakt, um die Kommunikation. Es geht auch darum, dass das eigene Ich gar nicht so wichtig ist. Im Dojo zählt die Gruppe, das Erlebnis der Beginners-Mind, viel stärker als das, was ich mit rausnehme. Das ist dann meins, das kann ich hinterher machen.</p>



<p>Im Dojo geht es um die Gruppe im besten Sinne. Die Idee ist, dass das Lernsetting passiert, weil wir zusammen lernen. Das hat mir immer gefallen. Das ist ein Kontrapunkt zu den Entwicklungen, die wir bei der Akademisierung hatten. Mit dem möchte ich nicht sagen, dass das schlecht ist. Das hat andere Vorteile. Aber das Dojo gefällt mir als ein Ort des Lernens, des bedingungslosen Lernens. Im Sinne von, ich gehe mit Hingabe dahin, damit alle lernen können. Denn: Wenn sonst niemand kommt, bin ich alleine.</p>



<p><strong>Das finde ich ein sehr einladendes Bild zum Abschluss. Das macht Lust, mit diesem Spirit in die nächste eigene Übungssession zu gehen. Selbst wenn es nur allein ist.</strong></p>



<p>Ich glaube auch, du bist nie alleine. Auch wenn du für dich übst und manchmal auch die Schönheit dieses einsamen Übens genießt, hat er auch etwas Wunderbares dazwischen, mit der Musik so einfach zu sein. Oder mit dem Instrument. Trotzdem bist du nicht alleine, weil Musik ist die Form des Dazwischen, des Kommunizierens. Du bist in einer Community, in der das einen Effekt und einen Impact hat. Darum finde ich es ganz wichtig, dass dieser Meditationsspirit oder diese spirituelle Community-Haltung nicht verschwindet, wenn du zum Beispiel auf die Bühne gehst. Oder dass du die nur anwendest, wenn du alleine bist. Es geht darum, dass man versteht, wir sind Teil einer Gemeinschaft. Und vor allem sind wir, ich sage es mal ein bisschen pathetisch, Bürger und Bürgerinnen auf dem Planeten Musik. Und wie wir uns dort verhalten, ist ganz zentral für den Rest des realen Planeten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="outro">Outro</h2>



<p><strong>Ich habe zum Abschluss immer noch zwei Fragen, die ich all meinen Gästen stelle, die ich auch noch dir gerne stellen würde. Das ist eigentlich eine schöne Klammer zum Anfang, zum Beginner oder Beginners Mind. Was lernst oder übst du gerade, was du noch nicht so gut kannst?</strong></p>



<p>Ich habe jetzt ein Chopin Nocturne in H-Dur wieder aus dem Schrank gezogen. Das hatte ich vor ganz langer Zeit gespielt. Chopin ist für mich ein Komponist, der auch sehr guter Improvisator war. Wir hören immer wieder in seinen Stücken, dass diese Kunst des Improvisieren in Kompositionen destilliert ist .</p>



<p>Darum übe ich das Stück nicht nur, weil mir die Musik gefällt, oder um am Klavier auch andere Formen von Satztechnik zu studieren, sondern auch formal musikalisch wieder zu verstehen, was da passiert ist und wie ein Musiker genährt ist aus der gleichen Quelle, aus der dann Improvisation, Komposition und Interpretation herauskommt.</p>



<p>Das Stück ist für mich aber doch ein Challenge, obwohl es technisch nicht so krass schwierig ist, weil es wieder eine ganz andere Form von Bewegung braucht, von Art zu spielen. Ich habe es 20 Jahre nicht mehr gespielt. Es ist auch interessant zu sehen, was geblieben ist und wo sich meine Technik verändert hat. Für Flow-Spiel ist diese Musik natürlich ideal.</p>



<p><strong>Welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Erstsemester Musik-Ich aus heutiger Sicht mitgeben?</strong></p>



<p>Geduld ist das Wichtigste. Ich habe ja ein bisschen darüber geredet, dass ich da zum Teil auch überambitioniert war. Ambition ist schon wichtig. Lernen wollen, Lust haben, Musik teilen wollen. Es ist nur noch wichtiger, Geduld zu haben.</p>



<p>Geduld ist das Wichtigste, um Vertiefung und Verfeinerung auf dem Instrument zu erreichen und für das Teilen der Musik auf eine ganz natürliche Art und Weise. Dass man sozusagen ein Medium fürs Spielen wird, statt die eigenen Ambitionen in den Vordergrund zu rücken.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/zuhoren-als-schlussel-beim-ueben-nik-baertsch/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Audiation</title>
		<link>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/audiation/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/audiation/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Sep 2024 21:04:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Audiation]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6636</guid>

					<description><![CDATA[Hören, Denken &#38; Verstehen in Musik Almuth Süberkrüb ist Professorin für Musikpädagogik und Leiterin des Studiengangs Elementare Musikpädagogik in Hamburg. Dazu ist sie Gründungsmitglied und Vorsitzende der Edwin Gordon Gesellschaft in Deutschland. Edwin Gordon gilt als Begründer der Audiation &#8211; ich bin auf seine Music Learning Theory damals im Rahmen meiner Bachelor-Arbeit gestoßen.&#160;Seine Form des&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/audiation/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Die Audiation</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Hören, Denken &amp; Verstehen in Musik</h2>



<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/a1e275b00bdd4c2a81240401a07a5b63" width="1" height="1" alt="">



<p><strong>Almuth Süberkrüb</strong> ist Professorin für Musikpädagogik und Leiterin des Studiengangs Elementare Musikpädagogik in Hamburg. Dazu ist sie Gründungsmitglied und Vorsitzende der <strong><a href="https://www.gordon-gesellschaft.de/">Edwin Gordon Gesellschaft in Deutschland</a></strong>. </p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/09/Almuth-Sueberkrueb.webp" alt="" class="wp-image-6638" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/09/Almuth-Sueberkrueb.webp 350w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/09/Almuth-Sueberkrueb-191x300.webp 191w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Almuth Süberkrüb vor der HfMT in Hamburg</em></figcaption></figure>
</div>


<p>Edwin Gordon gilt als Begründer der Audiation &#8211; ich bin auf seine <strong>Music Learning Theory</strong> damals im Rahmen meiner <a href="https://what-is-practice.de/audiation-wie-haengen-musik-und-sprachlernen-zusammen/">Bachelor-Arbeit</a> gestoßen.&nbsp;Seine Form des Unterrichtens rückt das <em>Hören</em> und <em>Verstehen</em> von Musik stark ins Zentrum und vergleicht das Musiklernen mit dem Erwerb der Muttersprache. Wie und, ob das funktioniert und was auditationsbasierten Unterricht ausmacht, das habe ich mit Almuth Süberkrüb besprochen.&nbsp;</p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Süberkrüb1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="6942180506"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<p>Die Folge mit&nbsp;<strong>Almuth Süberkrüb&nbsp;</strong>lässt sich auf allen bekannten Streaming Plattformen kostenlos anhören.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Spotify</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-95d3bc3b" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://open.spotify.com/episode/1s5VJItDumGlVMo1tvt9RF?si=819ce118ab47440c" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-spotify"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/1s5VJItDumGlVMo1tvt9RF?si=819ce118ab47440c">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Apple Podcast</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-1cc1e073" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000671243913" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fas fa-podcast"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000671243913">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">YouTube</h3>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Süberkrüb2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7952009843"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview mit Almuth Süberkrüb</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Inhaltsverzeichnis</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#entweder">Entweder-Oder-Fragen</a></li>



<li><a href="#aptitude">Aptitude – Das musikalische Potential</a></li>



<li><a href="#audiation">Was ist Audiation?</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#unterschied">Unterscheidungs- versus Inferenzlernen</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#anwendung">Anwendung der Audiation im Musikunterricht</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#grundton">Tonalitätsgrundton finden und singen</a></li>



<li><a href="#raum">Raumfüllende Bewegungen</a></li>



<li><a href="#koordination">Koordinationsfähigkeit Arme &#8211; Beine</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#outro">Outro</a></li>
</ul>



<p><strong>Die erste Frage, mit der es immer losgeht, lautet, vervollständigen Sie folgenden Satz. Üben heißt für Sie?</strong></p>



<p>In Musik zu denken und das, auf das Instrument oder die Stimme, zu übertragen.</p>



<p><strong>Welches Album, Musik oder Künstler, läuft bei Ihnen gerade in Dauerschleife?</strong></p>



<p>Beim Hören ist es für mich wichtig, dass es ganz viele unterschiedliche Dinge sind: verschiedene Stile und auch Epochen. Insofern würde ich mich da jetzt gar nicht festlegen, sondern ich finde es wichtig, dass es eine große Vielfalt gibt.</p>



<p><strong>Sie haben selbst Klavier und Gesang studiert. Gibt es denn für Sie jemanden, der auf ihr eigenes Spiel bezogen, ein Vorbild war?</strong></p>



<p>Das ist total interessant. Für mich hat tatsächlich ein Umbruch stattgefunden, als ich Edwin Gordon kennengelernt habe &#8211; obwohl der mit meinen beiden Instrumenten gar nichts zu tun hatte.</p>



<p>Das hing auch damit zusammen, dass ich damals Schulmusik studierte und an einem Punkt war, dass ich dachte: Hat das, was in der Schule Musikunterricht heißt, tatsächlich etwas mit aktivem Musizieren zu tun? Es ging sogar so weit, dass ich überlegt hatte, das Studium zu beenden. Ich wollte nicht nur mit Kindern über Musik sprechen, sondern mit ihnen aktiv Musik machen. Dann habe ich Edwin Gordon kennengelernt. Er hat sehr viel in meinem Denken und Handeln, im musikalischen sowie im pädagogischen, verändert. Es ging plötzlich nicht mehr nur um ein Instrument oder die Stimme, sondern um die Musik überhaupt und darum, dass man durch eine Hörvielfalt ein großes Hörrepertoire entwickeln kann. Also wenn zum Beispiel jemand Tuba bei einem Trompetenlehrer lernt, dann entwickelt er ein bestimmtes Hörrepertoire. Das kann total spannend sein, weil natürlich die Tuba einen anderen Klang hat und auch eine andere Flexibilität benötigt. Und wenn man da eine Vielfalt an verschiedenen Instrumenten hörend wahrnimmt und kennenlernt, kann man auch auf seinem eigenen Instrument mehr von dieser Vielfalt umsetzen.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Es ist spannend, wie sehr sich das in unsere Denkweise gearbeitet hat. Man hat das Gefühl, dass man immer wieder an den Punkt kommt, Noten zu benötigen. Gerade Menschen, die schon Erfahrung mit Noten haben, empfinden dies auch als einen Sicherheitsaspekt. <br>Das bedeutet aber gleichzeitig oft, dass das Hören nicht mehr so stark im Vordergrund steht, sondern eher das &#8218;mechanische Handeln&#8216;.&#8220;</p><cite>Almuth Süberkrüb</cite></blockquote></figure>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="entweder"><a>Entweder-Oder-Fragen</a></h2>



<p><strong>Um Sie als Person ein bisschen besser kennenzulernen, habe ich mir ein paar Entweder-Oder-Fragen überlegt. Sie haben einen Joker. Wenn Sie bei einer Sache sich nicht für eins entscheiden können, dürfen Sie den Joker ziehen. Schülerin oder Lehrerin?</strong></p>



<p>Schülerin.</p>



<p><strong>Lernen mit oder ohne Noten?</strong></p>



<p>Ohne Noten.</p>



<p><strong>Das ist spannend. Bei Edwin Gordon, ich reiße die Theorie nur ganz kurz an, gibt es die These von“ <em>sound before sight</em>“, die sagt, dass man erst den Klang haben muss, bevor man in das Dekodieren von Noten gehen kann. Das kann aber in der Praxis unter Umständen relativ schwierig sein, wenn man Schülerinnen und Schüler hat, bei denen die Eltern das Notenlernen wünschen. All das hat darüber hinaus auch Einfluss darauf, wie ich Unterricht gestalte: Ich kann nicht mehr eine Instrumentalschule nehmen und Seite 1 aufschlagen. Ich muss mein Unterrichtskonzept komplett neu denken, oder?</strong></p>



<p>Ja, und ich muss auch mein eigenes Lernen mit umdenken. Das kommt ebenfalls noch hinzu. Die meisten haben zuerst mit Noten gelernt. Ein Freund hat diese Vorgehensweise vor längerer Zeit mal in der Schule ausprobiert. Wir haben dann immer telefoniert und er berichtete, wie er gerade seinen Unterricht gestaltete. In jedem Telefonat kam am Ende die Frage auf, ob denn in der nächsten Stunde die Noten eingeführt werden würden. Er wusste nicht mehr, was er noch ohne Noten machen konnte. Wir haben dann immer gemeinsam überlegt, was eigentlich gerade Stand ist und wo die Schüler:innen stehen bzw. was sie brauchen. Und am Ende des Telefonats fanden wir dann immer noch weitere Übungen, die keine Noten benötigten. Es ist spannend, wie sehr sich das in unsere Denkweise gearbeitet hat. Man hat das Gefühl, dass man immer wieder an den Punkt kommt, Noten zu benötigen. Gerade Menschen, die schon Erfahrung mit Noten haben, empfinden dies auch als einen Sicherheitsaspekt. Da weiß man, was man hat. Ich weiß, wenn ich den schwarzen Punkt auf der Linie sehe, dann drücke ich die Taste oder dann muss ich die Seite an der und der Stelle drücken oder Ähnliches.</p>



<p>Das bedeutet aber gleichzeitig oft, dass das Hören nicht mehr so stark im Vordergrund steht, sondern eher das „mechanische Handeln“. Zudem stellt sich die Frage, wann was wichtig ist. Wann ist das Hören hilfreich? Wann ist vielleicht das Nachsingen oder das Nachspielen hilfreich? Und wann ist es auch mal hilfreich und notwendig, ganz bestimmte technische Aspekte entweder in Stücken isoliert zu üben?</p>



<p><strong>Wahrscheinlich auch immer abhängig davon, wo die Schülerin bzw. der Schüler gerade steht und, ob das Bedürfnis da ist mit anderen zusammen zu spielen. Dann wäre es Voraussetzung zumindest Noten verstehen zu können, um mit anderen zusammen musizieren zu können.</strong></p>



<p>Ja, richtig. Das ist die Frage nämlich: wann brauchen wir denn überhaupt Noten? Wie lang kann es gehen ohne? Und es gibt ja große Musiker, die gar keine Noten lesen können. Und trotzdem sind es genau solche Punkte natürlich. Wenn ich in einem Ensemble mitspielen möchte und ich kann mit den Noten, die das Ensemble nutzt, nichts anfangen, dann habe ich ein Problem. Dann kann ich nicht mitspielen. Wobei man auch mit Schülern in einer großen Gruppe ohne Noten üben und spielen kann – selbst in Konzerten. Wenn Schüler:innen über den Körper mal den Unterschied zwischen einem Zweier-Metrum und einem Dreier-Metrum erfahren haben, dann können sie es auch spielen.</p>



<p><strong>Da sind wir schon mitten in der Theorie von Gordon: Das Verstehen der Musik wird mit einbezogen und nicht nur das bloße Nachspielen. Aber gleich dazu mehr. Wir sind ja heute in Hamburg, deshalb kam mir ja im Zug die Frage in den Kopf: Nordsee oder Alpen?</strong></p>



<p>Oh, beides. Das ist mein Joker.</p>



<p><strong>Das ist der Joker? Okay, dann bin ich gespannt auf die letzten beiden Fragen, die noch kommen. Wenig und oft oder selten und viel?</strong></p>



<p>Wenig und oft.</p>



<p><strong>Talent oder Fleiß?</strong></p>



<p>Ich bräuchte noch einen Joker.</p>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Süberkrüb3 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="1840428458"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="aptitude"><a>Aptitude – Das musikalische Potential</a></h2>



<p><strong>Die Frage ist auch ein bisschen gemein. Sie kam mir, als ich den Begriff der Aptitude gelesen habe. Wenn ich es richtig erkläre, dann sagt Gordon, dass im Alter von neun Jahren Kinder ihr musikalisches Potential erschöpft haben – ganz vereinfacht gesagt. Ist das noch Stand der Forschung? Kann man das überhaupt so sagen, oder ist das zu stark vereinfacht?</strong></p>



<p>Das ist so etwas missverständlich. Wenn wir geboren werden, haben wir ein bestimmtes Aptitude – also wir haben eine bestimmte Voraussetzung. Diese entwickelt sich im Laufe der Jahre weiter oder zurück, je nachdem wie wir es nutzen und, wie der Einfluss. Das heißt: Wenn ein Kind in einem Kontext aufwächst, in dem es nie Musik hört, es aber eigentlich alle Voraussetzungen hätte, um ein hohes Potential zu entwickeln, dann ist es wahrscheinlich, wenn es fünf bis neun Jahre ist, dass es kein besonders hohes Aptitude haben wird. Das heißt, in dieser Phase des frühkindlichen Lernens (bis neun Jahre ungefähr) geht es darum, dass man ein möglichst großes Angebot macht, um die Chance zu geben, dass das, was wir als Potenzial haben, musikalisch genutzt oder ausgebaut wird.</p>



<p>Es geht gar nicht darum zu sagen, dass ein Kind mit z.B. sechs Jahren bestimmt ein hohes Aptitude hat, das es nun nutzen sollte. Sondern es geht eher darum zu sagen, dass eine breite Unterstützung und ein breites Angebot wichtig sind, damit das musikalische Begabungspotenzial (was Aptitude ja heißt) sich überhaupt entwickeln und aufrechterhalten werden kann. Und dann kommt tatsächlich irgendwann ein Punkt, an dem es sich verfestigt.</p>



<p>Nehmen wir mal an, dieser Punkt ist erreicht und es gibt eine Person, die ein tonale Aptitude im 90. Perzentil und rhythmisch im 95 Perzentil (fiktive Werte) hat. Und eine andere Person hat tonal eine Aptitude im 50. Perzentil und rhythmisch im 70. Perzentil. Dann heißt es nicht, dass die erstgenannte Person besser Musik lernt. Es heißt nur, dass diese Person ein höheres Potenzial hat, aus dem sie schöpfen kann.</p>



<p>Ich habe das selbst mal in einem Kurs mit einem Blechbläser erlebt. Man würde hier ein hohes Potential vermuten, da sie den Ton vorher selbst hören müssen, wofür ein hohes Potential sehr wichtig ist. Die Tests haben dann allerdings bei dieser Person ein sehr niedriges Potential ergeben. Und das Interessante war, dass es keiner gehört hat. Die Person hat einfach so intensiv geübt und so kontinuierlich seine Möglichkeiten weiterentwickelt, dass es nicht automatisch heißt, dass sie nicht in der Lage sein wird, bestimmte Dinge am Instrument zu tun. Und das ist, finde ich, etwas sehr Wichtiges: Einerseits bereit sein zu sagen, wir geben ganz viel Energie (an pädagogischen Impulsen) in dieses junge Alter. Und gleichzeitig wissen wir aber, dass es in der Realität bei den Kindern doch nicht so ankommt, wie es so schön auf dem Papier steht.</p>



<p><strong>Das heißt, diese Aptitude ist am Ende eigentlich nur ein Hilfswerkzeug für Lehrer:innen, um erstmal Potential festzustellen?</strong></p>



<p>Ja, das sehe ich auch so. Aber es gibt da viele Unterschiede. Ich habe da mal einen Versuch gemacht, das war ganz spannend. Ich sollte in Österreich mal für eine sehr, sehr große Gruppe an Lehrern unterrichten. Ich kannte die Kinder vorher nicht und umgekehrt. Zudem kannten die Kinder die Vorgehensweise nicht. Also es waren schon ziemlich viele Unbekannte. Ich hatte vorher überlegt, wie ich es hinkriege, dass ich trotzdem in dieser dreiviertel Stunde diesen erwartungsvoll dasitzenden Lehrern ein bisschen, von dem was möglich ist, zeigen kann. Und dann habe ich die Lehrer dieser Schüler:innen gebeten, diesen Aptitude-Test für diese Altersgruppe mit ihnen zu machen, mir zu schicken, und ich habe ihn dann ausgewertet. Aus pragmatischen Gründen habe ich die Schüler:innen so gesetzt, dass auf der einen Seite welche saßen, die rhythmisch sehr stark waren, auf der anderen Seite tonal. Ich wusste, ich kann dann gezielt dort entsprechenden Input reingeben und mit ein bisschen Chance kommt auch etwas zurück. Das hat im Prinzip auch gut funktioniert. Im Nachgespräch kam dann auch eine Frage zu Aptitude. Ich sollte sagen, welches der Kinder ein hohes Potential hätte. Ich habe das abgelehnt, aber vorgeschlagen, dass ein Lehrer doch dies beantworten könne. Die Stimme aus dem Publikum war überzeugt, dass man dies auch ohne Test feststellen könne. Also hat dieser Lehrer einen Schülernamen genannt, und ich habe dann nachgeguckt. Das Interessante war: B ei einem dieser Schüler*innen stimmte es, bei zwei stimmte es nicht. Und bei einem, bei dem ich dann gesagt habe, der hat sicher ein sehr hohes Potenzial, da meinte der Lehrer, dass dies nicht sein könne, weil er nur Quatsch macht.</p>



<p>Das heißt: Wenn ich das weiß, kann ich diesen Test wirklich als Werkzeug nutzen. Ich weiß dann, dass der, der Quatsch macht, mehr gefordert werden möchte. Umso größer die Gruppe, umso schwerer fällt es zu unterscheiden, ob jemand Quatsch macht weil er unter- oder überfordert ist.</p>



<p>Und wenn ich weiß, eine Schüler:in hat ein hohes Potenzial im tonalen Bereich, dann weiß ich, wie weit ich diese Schüler:in fordern und fördern kann. Ich kann dann differenziert unterrichten und alle auf ihrem Level fördern. Und dadurch lernen ja nicht nur die, die zum Beispiel dann improvisieren. Sondern diejenigen, die Harmoniegrundtöne singen, lernen durch die Improvisation der Anderen genauso viel. Sie setzen unbewusst das, was die anderen machen, ständig in einen Bezug zu dem, was sie singen.</p>



<p><strong>Jetzt sind wir ja schon mitten in der Methode und eigentlich auch schon an einem sehr tiefen Punkt, nämlich bei ganz konkreten Übungen. Ich würde gerne nochmal einen Schritt zurück gehen und eine allgemeine Definition von Audiation versuchen aufzustellen. Wie würden Sie Audiation in einem oder zwei Sätzen versuchen zusammenzufassen?</strong></p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Das heißt, Audiation bedeutet, ich höre es im Kopf vor, ich weiß im Grunde, was da passieren soll oder wird oder passiert ist. [&#8230;] Wenn wir hier von Verstehen sprechen, meinen wir, wenn ich zum Beispiel ein Musikstück höre, dass ich weiß, in welchem Metrum, Tonalität, oder welche formalen Besonderheiten (Stilrichtung etc.) erklingen. Also all die Dinge, die wichtig sind, um umfassend musizieren zu können.&#8220;</p><cite>Almuth Süberkrüb</cite></blockquote></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="audiation"><a>Was ist Audiation?</a></h2>



<p>Audiation ist Hören und Verstehen von Musik, die nicht oder nicht mehr erklingen muss, aber kann.</p>



<p><strong>Also die entweder aktuell in unserem Kopf stattfindet oder draußen wirklich hörbar ist?</strong></p>



<p>Ja, oder hörbar war oder hörbar sein wird, wenn ich sie spiele. Also wenn ich zum Beispiel mein Instrument im Kopf habe, dann spielt oder singt es im Grunde das vor, was nachher durch das mein Instrument verklanglicht wird. Wenn ich das im Kopf nicht habe, dann ist es schwer möglich, Musik zu spielen, die über die Ebene des rein technischen (im Sinne von griffbezogen) hinausgeht.</p>



<p>Das heißt, Audiation bedeutet, ich höre es im Kopf vor, ich weiß im Grunde, was da passieren soll oder wird oder passiert ist, kann Entscheidungen treffen und kann dann entsprechend musikalisch agieren. Wenn wir hier von Verstehen sprechen, meinen wir, wenn ich zum Beispiel ein Musikstück höre, dass ich weiß, in welchem Metrum, Tonalität, oder welche formalen Besonderheiten (Stilrichtung etc.) erklingen. Also all die Dinge, die wichtig sind, um umfassend musizieren zu können. Und all das bedeutet bei der Audiation Verstehen. Das heißt, es geht nicht nur um syntaktische oder theoretische Phänomene, sondern es geht um das allgemeine Verstehen.</p>



<p>Vielleicht ist ein ganz guter Vergleich, wenn wir uns jetzt unterhalten, dann sage ich bestimmte Sachen zur Audiation und Sie überlegen weiter und denken: &#8222;Hab ich das schon mal gehört? Wo kann ich denn da anknüpfen? Ach ja, der und der hat das auch gesagt, aber es ist ein bisschen anders.&#8220; Sie wägen ab und schauen, wie es sich von anderen Dingen unterscheidet. Dann werden sie wahrscheinlich ihre Netzwerke nach Sachen durchforsten, wo sie sagen, &#8222;Da reibt sich etwas, das sehe ich aber jetzt anders &#8211; da muss ich doch nochmal nachfragen.&#8220; Und wahrscheinlich werden Sie auch weiterdenken und überlegen, worauf läuft das denn jetzt alles hinaus? Was ist denn das Ziel des Ganzen? Und wenn Sie all das jetzt tun, dann sprechen wir davon, dass sie denken. Und wenn Sie all diese Komponenten im musikalischen Mitdenken, dann spricht man von Audiation. Also es ist im Grunde ein Denken in Musik.</p>



<p><strong>Da gibt es doch auch von Edwin Gordon den schönen Satz, &#8222;Audiation is to music what thought is to speech.&#8220;</strong></p>



<p>Genau, der würde da gut passen.</p>



<p><strong>Das ist eigentlich ganz schön, dass Sie gerade versucht haben, mir Audiation mit dieser Konversationsebene zu erklären. Ich bin in der Vorbereitung oft auf diesen Vergleich gestoßen, dass Musiklernen (im Sinne der Audiation) vergleichbar wäre mit dem Erwerb der Muttersprache. Beides ist am Anfang sehr informell und unstrukturiert. Man bekommt das einfach im Umfeld mit. Die Frage, die ich mir dann gestellt habe: Ist überhaupt das so möglich? Am Ende ist das fast schon eine strukturelle Frage. Weil, wenn man es nur in einer Blase machen würde, dann käme diese ja immer dann wieder an Grenzen, wenn ihr Umfeld nicht auf diese Art und Weise lernt. Wir hatten vorhin bereits das Beispiel mit dem Ensemblespiel. Also die erste Frage wäre: Kann man Musik wie eine Sprache erlernen? Und die zweite Frage: Das ist ja alles noch informell. Wie bekommt man dann Struktur in so etwas rein?</strong></p>



<p>Ich fange mal an bei der Frage, ob das möglich ist? Ich würde sagen: Ja, auf jeden Fall. mit Im Prinzip geht es bei dem Gedanken darum, dass zunächst ein Kontext geschaffen wird. Dass in diesen Kontext Details eingebettet werden und, dass über diese Schritte zum nächsten Schritt gegangen wird, den Kontext neu zu lernen.</p>



<p>Um es konkret zu machen: Wenn ein Kind geboren wird, dann befindet es sich immer in einem Raum mit Menschen. Diese Menschen sprechen, streiten, freuen, lachen, diskutieren. Sie sprechen über hochkomplexe Dinge. Eltern fangen nicht an, in dem Moment, wo ein Baby geboren wird, nur noch in Drei-Wortsätzen zu sprechen. Niemand erwartet, dass dieses daliegende Baby alles hört und versteht, sondern es wird eigentlich nur gebadet in diesen verschiedenen Sprachlichkeiten. Und dadurch können Kinder ein großes Hörrepertoire anlegen, ohne dass irgendwas erwartet wird. Kein Vater, keine Mutter würde bei einem zwei Monate alten Kind hingehen und sagen, wir müssen jetzt wirklich mal üben, dass du <em>Kindergarten</em> sagen kannst. Das fänden alle absurd. Aber in der Musik, da ist es nicht so absurd. Wenn man diese Haltung auf das Musiklernen übertragen kann und den Kindern die Chance gibt, dass sie hören dürfen und den Eltern die Chance gibt, zu lernen, wie sie auf ihre Kinder eingehen können und das weiter unterstützen, dann ist das ein riesengroßer Schritt für alle.</p>



<p>Im sprachlichen Bereich wissen wir, wie wir darauf eingehen. Das Kind sagt vielleicht &#8222;Au. Ein Auto fährt vorbei und wir sagen einfach mal <em>Auto</em>. Entweder es stimmt oder es stimmt nicht. Das Kind reagiert vielleicht, indem es sich abwendet. Dann hat es doch etwas anderes gemeint. Oder das Kind schaut mich nochmal an und möchte mehr haben. Auf diese spielerische Weise lernen Kinder ihre Sprache. Und das geht in der Musik auch.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Eltern fangen nicht an, in dem Moment, wo ein Baby geboren wird, nur noch in Drei-Wortsätzen zu sprechen. Niemand erwartet, dass dieses daliegende Baby alles hört und versteht, sondern es wird eigentlich nur gebadet in diesen verschiedenen Sprachlichkeiten.  Kein Vater, keine Mutter würde bei einem zwei Monate alten Kind hingehen und sagen, wir müssen jetzt wirklich mal üben, dass du <em>Kindergarten</em> sagen kannst. Das fänden alle absurd. Aber in der Musik, da ist es nicht so absurd.&#8220;</p><cite>Almuth Süberkrüb</cite></blockquote></figure>



<p><strong>Das ist auch eine Frage, die ich mir in der Vorbereitung überlegt habe. Ist die Audiation hauptsächlich eine Herangehensweise für Kinder? Weil dieses Baden in Musik, wie Sie es gerade so schön beschrieben haben, das stelle ich mir bei einem Erwachsenen Schüler relativ schwierig vor. Der hat im Zweifel schon 40 Jahre an Hörgewohnheiten hinter sich, ohne die eingestuft bekommen zu haben. Beziehungsweise erwartet man von ihm auch etwas anderes.</strong></p>



<p>Ich bleibe mal in dem Bild: Erwachsene haben sich schon an ihren eigenen Badeduft und ihre eigene Badetemperatur gewöhnt. Und wir Menschen sind ja Gewohnheitstiere. Das ist übrigens interessant, auch Musiklehrer haben ja so ihre eigene Badetemperatur und ihren eigenen Badeduft. Das heißt aber nicht, dass wir dabei bleiben müssen. Und musikalisch, ich finde das ganz wichtig, dass Sie das ansprechen, sollten wir nicht vom biologischen Alter sprechen, sondern vom musikalischen Alter und das unterscheidet sich.</p>



<p>Es gibt Erwachsene, die kommen mit ihren Kindern in eine Eltern-Kind-Gruppe und sind musikalisch ähnlich wie ihr Kind im Brabbelalter. Und es gibt andere, bei denen ist das anders. Das heißt, je nachdem, wie viel wir im Leben an Musik gemacht haben, wie viel wir erleben durften, gelernt haben, befinden wir uns in einem unterschiedlichen Grad an musikalischem Alter. Und das ist unabhängig von meinem biologischen Alter.</p>



<p>Ich habe dazu auch ein Beispiel: Ich hatte mal eine Improvisationsgruppe, in der es eine Klarinettistin gab. Alle Personen in der Gruppe waren auf sehr unterschiedlichem Niveau. Es gab welche, die sich bereits mit Jazz-Improvisationen beschäftigt haben und es gab andere, die eher aus der Klassik kamen. Also es war eine sehr bunte Gruppe mit sechs Schüler:innen. Und da gab es eine Klarinettistin, die sehr wenig Erfahrung hatte. Ich war am Anfang skeptisch, wie wir die Gruppe zusammen bekommen sollten. Ich fing mit einer einfachen Übung an: Jeder sollte einen Ton spielen und ihn anschließend nachsingen. Die Klarinettistin meinte daraufhin, dass sie das nicht könne. Das sind natürlich wenig Voraussetzungen, um zu improvisieren. Gleichzeitig dachte ich, dass sie ja aus irgendeinem Grund hier ist. Ich habe dann mit ihr gesprochen und ihr vorgeschlagen, dass wir uns einfach mal alleine treffen könnten. Sie stimmte zu.</p>



<p>Als wir uns dann getroffen haben, habe ich gesagt: „Ich weiß, was ich mit dir machen kann. Das fühlt sich aber für dich vielleicht ein bisschen komisch an. Ich würde dir einfach erstmal was vorsingen und du hörst einfach mal zu.“ Und dann haben wir uns jede Woche getroffen und ich habe eine halbe Stunde Lieder in allen Tonalitäten und Metren für sie gesungen. Und dann habe ich irgendwann das Ende herausgezögert und habe den Tonalitätsgrundton erstmal weggelassen und dann gesungen. Und irgendwann hat sie gesagt, dass sie ihn gern singen möchte. In dem Moment wusste ich, dass sie unbewusst alles, was sie vorher gehört hat, auf diesen Ton beziehen kann, denn sonst könnte sie ihn nicht singen. Dieser Ton ist das Fundament dieser Tonalität. Und das ist ein ganz wichtiger Schritt. Von da ausgehend sind wir schrittweise weitergegangen. Und das ging sehr gut, weil sie sich darauf eingelassen hat. Und weil sie über ihren Schatten gesprungen ist und etwas erreichen wollte.</p>



<p>Nach einem Jahr gab es dann ein Schülerkonzert, bei dem wir zwei Impro-Stücke spielten. Beim zweiten Stück fing der Gitarrist an zu spielen und merkte, dass er den Capo vergessen hatte abzumachen. Die Klarinettistin spielte ihren ersten Ton und ich erschrak. Das Interessante war allerdings, dass sich beide angeschaut haben und die Klarinettistin ihre Grundidee weiterspielte, während der Gitarrist den Capo abmachte. Und ich dachte so, wow. Nach dem Konzert sagte sie mir, dass sie von der Situation gar nicht so geschockt war. Sie wusste, dass ihr etwas einfallen würde, was sie spielen kann. Und das fand ich total toll.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Und musikalisch, ich finde das ganz wichtig, dass Sie das ansprechen, sollten wir nicht vom biologischen Alter sprechen, sondern vom musikalischen Alter und das unterscheidet sich.&#8220;</p><cite>Almuth Süberkrüb</cite></blockquote></figure>



<p><strong>Das knüpft eigentlich ganz schön an meine nächste Frage an. Denn was ich so gut bzw. so logisch an der Gordon-Methode finde, ist dieser stufenweise Aufbau. Man springt, wenn man das Wort benutzen möchte, von Level zu Level, von Stufe zu Stufe. Und ich habe mich gerade auch in der Vorbereitung gefragt, was mache ich, wenn jemand, zum Beispiel etwas nicht nachsingen kann. Das heißt, die Konsequenz ist dann immer eine Stufe zurückzuspringen und zu schauen, ob die Person bspw. den Grundton hören kann. Und erst dann gehen wir wieder zur Nachsingen-Stufe.</strong></p>



<p>Wenn man es ganz allgemein fassen würde: Überlegen Sie sich, welche Voraussetzungen die Schüler:innen brauchen, um das lernen zu können, was sie vermitteln wollen. Das klingt einfach, ist es aber nicht immer.</p>



<p><strong>Ja, das kennt jede*r Musiklehrer*innen aus dem eigenen Unterricht. Man verzweifelt manchmal fast schon, wenn man etwas vorsingt, und die Schüler*in kann es nicht nachsingen. Wenn dann das Wissen fehlt, dass der Schülerin oder dem Schüler gerade die Voraussetzungen dafür fehlen, das überhaupt nachzumachen, sucht man den Fehler ja vergeblich an Stellen, wo er gar nicht sein kann.</strong></p>



<p>Ja, genau. Und es gibt ja genug Möglichkeiten, woran es liegen kann.</p>



<p>Und das ist auch nochmal wichtig zu sagen: Natürlich sind alle Aspekte wichtig, auch die Stilrichtungen. Aber der systematische Aufbau bezieht sich nur auf tonale und metrisch-rhythmische Aspekte. Gordon ging davon aus, dass man in dem Moment, wo man bestimmte tonale und rhythmische Patterns kann, diese auch in verschiedenen Stilrichtungen anwenden kann. Schließlich gibt es auf der Welt nicht unendlich viele Patterns, die genutzt werden. Und gerade im Schülerbereich gibt es ja nochmal weniger als im Profibereich. Und wenn man diese Patterns gut verinnerlicht hat, dann ist der Schritt, sie in unterschiedlichen Stilrichtungen zu verwenden, relativ klein. Wenn man sie aber gar nicht kann, fehlt einem etwas.</p>



<p>Lernmuster und -Systeme haben auch immer etwas Vereinfachendes, was sie problematisch macht. Das heißt, es geht bei dieser Stufung im Grunde darum, dass man Schritt für Schritt geht, aber dass man auch mal Sprünge wagt. So wie im echten Leben. Und wenn man dann auf die Nase fällt beim Sprung, wenn man vielleicht doch einen zu großen Sprung gewagt hat, dann weiß man, es liegt nicht daran, weil ich gar nichts kann. Sondern ich weiß, dass ich doch noch mal auf die Stufe zurück gehen sollte, von der ich abgesprungen bin. Dann ist die Chance durchaus größer, den großen Sprung danach auch zu schaffen. Und diese Sprünge, die sind total wichtig. Und ich finde, dieses System gibt die Chance, Schritt für Schritt zu gehen und damit eine Sicherheit zu haben und gleichzeitig auch mal risikobereit zu sein. Also zu sagen: „Okay, meine Schüler:innen können jetzt zwei Patterns und ich improvisiere mit denen jetzt mal.“</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="unterschied"><a>Unterscheidungs- vs. Inferenzlernen</a></h3>



<p>Bei den Sprüngen ist noch eine Sache sehr wichtig. Es gibt beim auditionsbasierten Musiklernen <em>überbrückende Lernbewegungen</em>. Das heißt, wir haben diese Systematik und es ist eingeplant, dass es Sprünge vom <em>Unterscheidungslernen</em> zum <em>Inferenzlernen</em> gibt.</p>



<p>Ganz kurz zur Erklärung: Beim Unterscheidungslernen wird den Kindern immer die Antwort mitgegeben. Das heißt, ich singe als Lehrer ein Pattern vor und wenn das Kind oder der erwachsene Schüler das nachsingt, singe ich mit. Das heißt, ich stelle nicht irgendwelche Fragen und erwarte irgendwelche Antworten, sondern ich frage, um zu vermitteln. Und wenn ich dann spüre, dass es gut klappt, dann fordere ich das nächste Mal zum solistischen Singen auf. Und dann ist das Pattern für diese Person ein vertrautes Pattern. Das ist ganz grob und sehr vereinfacht gesagt, das Unterscheidungslernen.</p>



<p>Inferenzlernen ist ein anderer Block, bei dem es darum geht, aus den Inhalten, die ich im Unterscheidungslernen gelernt habe, schrittweise auch selbstständig neue Inhalte abzuleiten. Es ist das, was man in der Schule früher als den <em>Transfer</em> bezeichnet hat. Dieses Transferdenken kommt oft viel zu spät. Denn wenn ich das übe, dann fange ich an, ganz anders zu denken. Und dann ist auch das Risiko des woanders Hinspringens, nicht mehr so groß. Das Springen ins Transferdenken/Inferenzlernen kann bereits ganz früh anfangen. Leider findet es im Lernen oft viel zu spät statt, was sehr schade ist.</p>



<p><strong>Das klingt auf jeden Fall auch sehr spielerisch (à la exploratives Lernen). In der letzten Podcast-Folge war <a href="https://what-is-practice.de/differenzielles-lernen-in-der-musik/">Wolfgang Schöllhorn</a> zu Gast, Trainingswissenschaftler aus Mainz. Er hat über das Differenzielle Lernen gesprochen. Und das <em>Unterscheidungslernen</em> hat mich sehr daran erinnert, als ich es in der Vorbereitung gelesen habe. Wir hatten das Beispiel mit dem Zweier- und Dreierpuls bereits. Zu wissen, wie sich eins der beiden anfühlt, hilft mir zu differenzieren was, was ist. Von daher finde ich es ganz schön, dass sich hier nochmal ein kleiner Kreis schließt. Das Unterscheidungslernen ist sozusagen das Fundament. Und darüber gibt es mit dem Inferenzlernen nochmal eine nächste Stufe.</strong></p>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/differenzielles-lernen-in-der-musik/">Differenzielles Lernen in der Musik (Podcast-Folge mit Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn)</a></div>
</div>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Ich überlege gerade. Das ist ganz spannend. Die Frage war aber etwas lang.</p>



<p><strong>Die Frage ist auch eigentlich keine richtige Frage, wenn man so möchte. Ich muss vielleicht ein bisschen ausholen: Ich habe über die Audiation meine Bachelorarbeit damals geschrieben. Ich mir Jazz-Improvisationen in der Audiation und im Flow angeguckt und war sehr begeistert. Ich habe zuerst in Saarbrücken studiert und kam dann ins zweite Jahr an die Hochschule in Bern. Dort war es im ersten Jahr Aufgabe, Kinderlieder in anderen Modi zu singen. Meine ersten vier Wochen im Unterricht bestanden also darin, mir zwölf Kinderlieder zu notieren und diese in allen Modi zu üben. Das hat damals mein Leben ein bisschen verändert, wenn man so das so hoch sprechen möchte. Was ich dann während der Bachelorarbeit so spannend fand, ist, dass ohne, dass wir es im Unterricht Audiation genannt haben, die Prinzipien ganz ähnlich waren.</strong></p>



<p><strong>Das gleiche Erlebnis hatte ich nun mit dem Unterscheidungslernen und dem Differenziellen Lernen von Wolfgang Schöllhorn. Da verband sich für mich schon wieder ein Punkt. Am Ende sind es von der gleichen Sache lediglich verschiedene Betrachtungsweisen, die auf verschiedenen Wegen zum gleichen Ziel zu führen. Ich finde es immer spannend, das im Podcast herauszuarbeiten.</strong></p>



<p>Das sind ja so grundsätzliche Lernprinzipien, die ganz viel verwendet werden. Also was ich so hilfreich finde an dieser Stufung, die Gordon entwickelt hat, ist, dass er Wissen aus verschiedenen Bereichen so gebündelt und strukturiert hat, dass ein musikalischer Lernprozess entstehen darf, der so stattfindet, wie es dem menschlichen Lernen entspricht. Das heißt, da wurde nicht alles neu erfunden. Also zum Beispiel die Verwendung von Solmisationssilben. Oder was Sie gerade erzählt haben, finde ich ganz spannend. Gordon kam ja auch aus dem Jazz und das merkt man auch an bestimmten Sachen immer wieder. Und es gibt ja auch von den Dozent:innen, die zum Beispiel in den USA unterrichten, einige, die im Jazz beheimatet sin. Aber im Grunde kommt diese Herangehensweise eher aus dem Jazz als aus der Klassik. Obwohl sie überall anwendbar ist.</p>



<p>Was sicher auch an unserer Tradition des Musikvermittelns liegt. Wenn man zurückguckt zu Beethoven, war es nicht üblich, dass Kadenzen aufgeschrieben wurden. Sie wurden damals improvisiert. Oder auch im Barock. Das heißt, dieses fixiert sein auf die Noten und davon ausgehen müssen im Lernprozess, das ist etwas, was sich später entwickelt hat. Wenn man keine Noten verwendet ist man mehr ins Hören gezwungen. Weil das Medium, was uns sehr vertraut ist (weil wir es ständig inn unserem Alltag benutzen) uns weggenommen wird: nämlich das Lesen.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Werde Teil von 100+ Abonnent*innen</h3>



<p>In meinem&nbsp;<strong>High Five Newsletter&nbsp;</strong>empfehle ich&nbsp;<em>einmal im Monat&nbsp;</em>spannende Artikel rund um das Thema Üben. Ihr erhaltet spannende Hintergrund-Infos rund um den Podcast und wisst bereits vorab, wer meine nächsten Gäste sind. Dazu gibts Bücher- und Musiktipps. Alles natürlich&nbsp;<em>kostenlos</em>.</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-4" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1775099632" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-4" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:70px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="anwendung"><a>Anwendung der Audiation im Musikunterricht</a></h2>



<p><strong>Vielleicht können wir, um das Ganze ein bisschen abzurunden und den Leuten auch etwas Konkretes mitzugeben, mal gucken, was denn typische Anwendungsbeispiele im Unterricht wären? Wir hatten ja vorhin schon dieses Baden im Hören als erste Stufe. Was, wenn man jetzt nicht Audiationslehrer/ -lehrerin ist, erstmal auch ein Schritt ist, das wirklich organisch in den Unterricht einzubinden. Was wären typische Übungen oder wie sähe eine idealtypische Audiation (Music Learning Theory) Unterrichtsstunde aus?</strong></p>



<p>Ich möchte ganz kurz noch etwas zu den Liedern sagen: Wenn möglich sollten die Lieder und Sprechgesänge ohne Text gesungen werden. Das ist noch etwas, was für viele sehr ungewohnt ist. Natürlich variiert es ein bisschen abhängig von der Altersstufe. Also bei ganz kleinen Kindern ist es völlig problemlos. Wenn die dann ein bisschen älter werden fordern sie auch ein bisschen mehr Text. Das macht es ein bisschen leichter. Das Prinzip ist zu gucken, wie kann ich mit möglichst wenig Text und viel Musik arbeiten.</p>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Süberkrüb4 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7492844843"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="grundton"><a>Tonalitätsgrundton finden und singen</a></h3>



<p>Jetzt aber noch mal zur anderen Frage. Nehmen wir mal an, das hat stattgefunden: Man hat die Möglichkeit ganz viel in verschiedene Metren und Tonalitäten zu hören und möchte jetzt mit Patterns arbeiten. Dann ist eine wichtige Voraussetzung erstmal, dass ich in der Lage bin den Tonalitätsgrundton zu finden. Wenn ich ihn finde, dann habe ich im Prinzip den tonalen Rahmen des Liedes unbewusst verstanden. Das ist ein ganz wichtiges Fundament, um weiterzukommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="raum"><a>Raumfüllende Bewegungen</a></h3>



<p>Eine zweite Sache ist, wenn ich im rhythmischen Bereich arbeite, dass ich in der Lage bin, fließende, raumfüllende Bewegungen auszuführen. Das heißt, dass ich den Raum, den ich habe, überhaupt erstmal wahrnehme und erfahre. Das unterstützt mich dabei, auch in der Musik diese Räume zuzulassen und wahrzunehmen.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/09/IV-Almuth-Sueberkrueb_Tonbeispielwav.mp3"></audio></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="koordination"><a>Koordinationsfähigkeit Arme &#8211; Beine</a></h3>



<p>Dann ist es sehr wichtig, dass eine Koordinationsfähigkeit von Beinen und Armen vorhanden. Das heißt, dass ich Hauptpuls mit den Beinen empfinden kann und gleichzeitig mit den Armen Unterteilungen ausführen kann. Wenn ich diese Koordination habe, dann habe ich auch ein Fundament für bestimmtes rhythmisches Lernen. Diese Hauptpulse (Makrobeats) bilden das rhythmische Fundament unserer Musik. Und die Mikropulse oder Unterpulse, die geben die zwischenstrukturelle Ebene.</p>



<p><em>Hinweis: Auch im Anfängerunterricht, gibt es diesen Stufenweisen Aufbau. Offbeatts, so wie sie im Podcast als Beispiel gezeigt sind, folgen erst später.</em></p>



<p>Also ich lerne Schritt für Schritt und erst lerne ich übers Hören und Wiedergeben. Also ich höre etwas und singe das Gleiche nach, dann verbinde ich das mit Solmisations- oder Rhythmussilben, um dem, was ich vorher allein hörend verstanden habe, eine zweite strukturelle Ebene zu geben. Dann bette ich es in einen größeren Kontext ein, das ist die dritte Stufe. Dann beginne ich, das, was ich vorher gehört habe, was ich mit Rhythmus oder tonalen Silben verbunden habe, in Noten zu lesen. Das heißt, die Patterns werden nicht beliebig aneinandergereiht, sondern es gibt eine bestimmte Abstufung. Ich fange nicht mit Offbeats an, sondern mit Makros und Makro-Mikro-Verbindungen. Diese baue ich dann immer weiter aus. Sobald man sich die Frage stellt, warum man diese strenge Stufung so benötigt, ist das oft ein Punkt, an dem man sie wahrscheinlich bald weglassen kann.</p>



<p><strong>Inwiefern fügen sich hier instrumental spezifische Techniken in die Methode von Gordon ein? Also als Blechbläser zum Beispiel Stoßübungen oder am Klavier Handhaltungssachen?</strong></p>



<p>Ja, ganz kurz dazu vorher noch: Gordon hat immer gesagt, seine Vorgehensweise ist keine Methode. Das wollte ich nur nochmal kurz sagen. Allerdings sagen das ganz viele, deshalb war es mir nochmal wichtig es zu betonen.</p>



<p>In den Stufen, die Gordon entwickelt hat, geht es um tonale, rhythmische und harmonische Entwicklungen. Das heißt rein technische Fragen sind hier nicht ausgearbeitet. Es gibt Hefte für die verschiedenen Instrumente, die aber eher darauf angelegt sind, Audiation in der Gruppe zu üben. Das heißt aber nicht, dass das nicht möglich ist, sondern es geht einfach darum, wenn ich ein Instrument habe und ich spiele und die Schüler lernen über das Hören so zu arbeiten, dann hören sie bestimmte Dinge auch anders und dann kann ich über das Hören die Technik verändern. Zum Beispiel über Anweisungen: „Das klang jetzt weichfließend. Ich hätte es jetzt aber gerne mal in Portato-Noten. Lass uns das doch jetzt gerade mal probieren, wie das da funktioniert.“</p>



<p>Was ich da total hilfreich finde, das ist aber nochmal ein ganz anderes Fass, was aufgeht, ist von Laban (Anm. d. Red: Rudolf von Laban – Bewegungslehre) verschiedene Bewegungsmöglichkeiten. Da öffnen sich, finde ich, wenn man aus der ganzkörperlichen Bewegung bestimmte Sachen aufs Instrument überträgt, nochmal ganz neue Türen. Also das kann ich nur wärmstens empfehlen.</p>



<p>Das ist jetzt nicht die Antwort auf die Detailtechnik, aber es gibt da verschiedene kleine Türen, die man aber als Lehrer auch selbst durchschreiten muss. Der Ansatz von Gordon ist nicht darauf angelegt ist alles zu erfüllen. Das hat er auch immer ganz klar gesagt.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="outro"><a>Outro</a></h2>



<p><strong>Also ich glaube, wir könnten wahrscheinlich noch mal zwei Stunden hier so reden. Und wir haben ja gerade eine neue Tür aufgestoßen. Ich habe auch hier noch ein paar Fragen, zu denen wir gar nicht kamen, aber mit Blick auf die Uhr, würde ich das Schiff – wir sind ja heute hier in Hamburg &#8211; in den Hafen fahren lassen. Und ich habe immer, ähnlich wie am Anfang, zwei Fragen, die ich all meinen Gästen zum Abschluss gerne stelle. Was lernen oder üben Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?</strong></p>



<p>Verschiedenes. (lacht)</p>



<p>Geduld. Manchmal denke ich auch, ich kann noch besser und offener und freier in die Zukunft schauen und die Dinge auf mich zukommen lassen kann. Es ist eigentlich alles, was wir tun, jeder Tag, den wir leben, jeder Schritt, den wir gehen, ist ein Neuer. Deshalb war es für mich vorhin auch klar, als Sie nach <em>Lehrer oder Schüler</em> gefragt haben, das mit Schüler zu beantworten.</p>



<p>Und es passieren immer neue Dinge. Und klar, manches hat sich etabliert und ist auch ganz gut so, dass wir nicht auf allen Ebenen alles immer neu erfinden müssen. Aber so dieses Offenbleiben und gucken, was es noch gibt, finde ich super wichtig. Dafür ist es, glaube ich, total wichtig, auf verschiedenen Ebenen bereit zu sein, weiter zu lernen.</p>



<p><strong>Und wenn Sie an Ihre eigene Studienzeit zurückdenken und Ihrem jüngeren Erstsemester Musikstudierenden-Ich, einen Tipp aus heutiger Sicht mitgeben würden, was wäre das für ein Tipp?</strong></p>



<p>Glaube daran, dass das, was du als wichtig empfindest, es auch wirklich ist, auch wenn die anderen das vielleicht anders sehen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/audiation/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		<enclosure url="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/09/IV-Almuth-Sueberkrueb_Tonbeispielwav.mp3" length="647862" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Differenzielles Lernen in der Musik</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Aug 2024 14:07:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechniken]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Differenzielles Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6576</guid>

					<description><![CDATA[Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn ist Bewegungs- und Trainingswissenschaftler an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Er gilt als Begründer des Differenziellen Lernens. Eine Methode, die auch inzwischen Einzug in die Musik gehalten hat. Was so abstrakt klingt ist in Wahrheit recht einleuchtend und simpel. Wir lernen aus Unterschieden.  Damit ist nicht gemeint, dass wir anfangen sollten,&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Differenzielles Lernen in der Musik</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/eb24b07881974da6b36957f664bf2e23" width="1" height="1" alt="">



<p><strong>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</strong> ist Bewegungs- und Trainingswissenschaftler an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Er gilt als Begründer des Differenziellen Lernens. Eine Methode, die auch inzwischen Einzug in die Musik gehalten hat. Was so abstrakt klingt ist in Wahrheit recht einleuchtend und simpel. Wir lernen aus Unterschieden. </p>



<p>Damit ist nicht gemeint, dass wir anfangen sollten, ein zweites Instrument zu lernen. Differenzielles Lernen zielt eher auf die kleinen Unterschiede ab, die beim Ausführen einer Bewegung am Instrument entstehen. Sie beschränken sich jedoch nicht nur auf Bewegungen, sondern variiert werden kann jeder musikalische Parameter von Ausdruck bis Genre. Die Frage, die sich natürlich nun stellt: Wie können wir uns das in der Musik zu nutze machen. Darüber soll es in dieser Podcast Folge gehen. </p>



<p></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="546" height="819" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/08/Wolfgang-Schoellhorn-Steady.jpg" alt="Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn in der Sporthalle der JGU Mainz" class="wp-image-6579" style="width:546px;height:auto" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/08/Wolfgang-Schoellhorn-Steady.jpg 546w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/08/Wolfgang-Schoellhorn-Steady-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 546px) 100vw, 546px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wolfgang Schöllhorn nach dem Interview an der JGU Mainz</em></figcaption></figure>
</div>


<p>In der Folge habe ich mit Wolfgang Schöllhorn den Blick aber abseits von Sport und Musik gerichtet und mein Gast gibt Einblicke zu aktuellen Forschungsfragen rund um das optimale Lernen gibt.&nbsp;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Differenzielles Lernen 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="3041337243"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<p>Die Folge mit&nbsp;<strong>Wolfgang Schöllhorn&nbsp;</strong>lässt sich auf allen bekannten Streaming Plattformen kostenlos anhören.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Apple Podcast</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-ad3f4fd3" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000666595812" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fas fa-podcast"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000666595812">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Spotify</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-2e6c3a63" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://open.spotify.com/episode/6JjnG5I9tc4yEDZqZ9hQqv?si=b44c8775aaa64b98" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-spotify"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/6JjnG5I9tc4yEDZqZ9hQqv?si=b44c8775aaa64b98">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">YouTube</h3>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Inhalt</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#entweder">Entweder-Oder-Fragen</a></li>



<li><a href="#wasist">Was ist Differenzielles Lernen?</a></li>



<li><a href="#warum">(Warum) Ist Differenzielles Lernen universell übertragbar?</a></li>



<li><a href="#anwendung">Anwendungsbeispiele in der Musik</a></li>



<li><a href="#vergleich">Differenzielles Lernen im Vergleich zur O.P.T.I.M.A.L Theorie</a></li>



<li><a href="#variation">Wie viel Variation ist zu viel?</a></li>



<li><a href="#lehrer">Die Rolle des Lehrers im Differenziellen Lernen</a></li>
</ul>



<p><strong>In Anlehnung an die Musikerinnen und Musikerinterviews, die ich immer führe, würde ich Ihnen gern zum Einstieg zwei Fragen stellen: Vervollständigen Sie folgenden Satz, trainieren heißt für Sie?</strong></p>



<p>Meist eine veraltete Methode, die dringend einer Überarbeitung bedarf.</p>



<p><strong>Das heißt Sie trainieren nicht?</strong></p>



<p>Nein. Das Wort <em>trainieren</em> (train &#8211; to train) kommt ursprünglich aus dem französischen und bedeutete „das Pferd aus dem Stall ziehen“.</p>



<p>Und ich will niemanden hinter mir herziehen, sondern für mich ist es eigentlich eine Stimulation und eine Interaktion, wo mehr Kreativität von Seiten des Lernenden mit hineinkommen kann.</p>



<p><strong>Das heißt Sie sagen nicht „ich trainiere“, sondern was ist Ihr Wort für das, was man so landläufig als <em>trainieren</em> bezeichnet?</strong></p>



<p>Also wir sind auf der Suche nach einem adäquaten Wort, aber: ich bewege mich, ich lerne.</p>



<p><strong>Das finde ich schön. Bewegung oder Lernen sollte ja nicht nur monotones Wiederholen sein, sondern im besten Fall abwechslungsreich und kreativ.</strong></p>



<p><strong>Was ist denn die neueste oder letzte Idee, die Sie selber in Ihrem eigenen Bewegen, Lernen ausprobiert haben beziehungsweise an Studierende weitergegeben haben?</strong></p>



<p>Das Neueste, was ich jetzt an unsere Studierenden gegeben habe, ist das Resultat unserer neuen Forschung, dass auch Differenziales Lernen mit der Zeit abstumpft.</p>



<p>Und das war das, was ich eigentlich auch von Anfang an vor 20 Jahren schon gesagt hatte: es geht um Variation der Variation. Variation muss individuell und situativ angepasst werden.</p>



<p>Es gibt Leute, die werden bei zu viel Variation verrückt. Dann gibt es andere, die werden bei zu viel Wiederholung verrückt &#8211; und dann kann das aber auch von Zeit zu Zeit wechseln. Es hat schon eine starke psychologische Komponente, wann Wiederholung Vorteile bringt. Da können wir aber später nochmal drüber reden.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Variation muss individuell und situativ angepasst werden&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="entweder">Entweder-Oder-Fragen</h2>



<p><strong>Sehr gerne, dazu habe ich auf jeden Fall auch ein paar Fragen vorbereitet. Für alle Zuhörerinnen und Zuhörer, die sie vielleicht noch nicht so gut kennen, habe ich mir ein paar Entweder-Oder-Fragen überlegt, um Sie vorzustellen.</strong></p>



<p><strong>Handball, Leichtathletik, Turnen oder Bobfahren?</strong></p>



<p>Das ist jetzt quasi mein Lebenslauf in der Praxis.</p>



<p>Für mich gibt es da kein Entweder-Oder, sondern es war einfach nur die Neugierde.</p>



<p>Der Wechsel von Handball auf Leichtathletik war mehr oder weniger aus Gesundheitsgründen, weil ich im Handball (damals war es üblich auf Betonboden mit Linoleum zu spielen) die Knie nach zehn Jahren kaputt hatte. Während der Regeneration hatte ich die Leichtathleten kennengelernt.</p>



<p>Und die haben mich dann gefragt, ob ich als Handballer nicht auch mal Speer werfen könne. Wenn du Speer wirfst, dann kannst du auch Diskus und Kugelstoßen und damit war der Zehenkampf schon fast komplett zusammen.</p>



<p>Ich habe das dann eine Weile lang gemacht und habe dort aus Neugierde jemanden kennengelernt, der Bobfahren konnte. Ich bin dann dort relativ schnell erfolgreich gewesen und habe aber ganz am Ende, als ich schon Athleten trainiert hatte nebenher, mit meiner neuen Theorie ein Selbstexperiment gewagt.</p>



<p>Ich hatte dann mit Freunden von mir, Georgios und seinem Bruder Eftimios Karamitsos, der ist Nationaltrainer im Karate, einen Deal gemacht: Ich habe gesagt, ich bringe dir Sprinten bei und du bringst mir Karate bei. Aber ich will dich nur einmal die Woche sehen, weil ich den Rest dann selber mache. Und das haben wir dann gemacht. In sehr kurzer Zeit hatte ich den braunen Gurt und ich wusste, das Differenzielle Lernen funktioniert und habe es dann erst bei meinen Athleten angewandt.</p>



<p>Also alles, worüber ich rede, das stammt aus praktischer Erfahrung. Nicht nur als Athlet, sondern weil ich mein Studium selbst finanzieren musste, auch als Trainer.</p>



<p><strong>Haben Sie eine Lieblingssportart, obwohl Sie so breit aufgestellt sind?</strong></p>



<p>Nein, also womit ich mich schon ein bisschen schwertue, ist Wasser. Ich schwimme auch ab und zu, aber dann möchte ich wirklich schnell wieder raus. Alles, was so in den Ausdauer Bereich geht, ist jetzt nicht so mein Favorit.</p>



<p><strong>Man hört Sie sind Schwabe, also: Mainz oder Ulm?</strong></p>



<p>Also zum Studieren und Arbeiten gerne hier in Mainz.</p>



<p>Ich bin gern in Ulm, aber für die damalige Zeit war es wichtig, davon wegzukommen, weil Ulm für die Zeit nach der Schule doch eher etwas konservativ war. Da war die Gegend hier im Rhein-Main Gebiet ideal.</p>



<p><strong>Erklären oder vormachen?</strong></p>



<p>Weder noch. Fragen stellen.</p>



<p><strong>Heute oder morgen?</strong></p>



<p>Jetzt.</p>



<p><strong>Wir hatten es davon eben schon im Vorgespräch. Ich kam auf die Frage, als ich ein Video von Ihnen gesehen habe, in dem Sie vor den deutschen Fußballlehrern sprechen. Da zitierten Sie am Anfang ein chinesisches Sprichwort, was wohl besagt: „Wenn du unglücklich sein möchtest, dann vergleiche dich mit anderen.“</strong></p>



<p>Das ist vollkommen richtig. Das „andere“ kann man sogar weglassen. Wenn du unglücklich sein willst, dann vergleiche. Das reicht schon.</p>



<p>Das ist für mich im Sport, aber auch in der Musik ganz wichtig: Wenn ich ein Musikstück höre und will es genauso reproduzieren, dann fange ich schon an zu vergleichen. Oder wenn mir mal ein Stück gut gelingt, dann fange ich an zu vergleichen. Und der Vergleich, das wissen wir inzwischen, aktiviert den Frontallappen und damit wird die meist die Leistung reduziert. Das hindert uns auch daran im Moment maximal Leistung zu bringen.</p>



<p><strong>Waren Sie immer schon frei davon oder war es bei Ihnen auch ein Prozess?</strong></p>



<p>Nein, das war klar ein Prozess. Ich bin die klassische Schule durchgegangen.</p>



<p>Ich habe auch für 10 Jahre Oboe gelernt. Bei den Wiederholungen der Tonleiter in der anfangs viertel Stunde wusste ich damals schon nicht wozu.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Werde Teil von 100+ Abonnent*innen<br></h3>



<p>In meinem&nbsp;<strong>High Five Newsletter&nbsp;</strong>empfehle ich&nbsp;<em>einmal im Monat&nbsp;</em>spannende Artikel rund um das Thema Üben. Ihr erhaltet spannende Hintergrund-Infos rund um den Podcast und wisst bereits vorab, wer meine nächsten Gäste sind. Dazu gibts Bücher- und Musiktipps. Alles natürlich&nbsp;<em>kostenlos</em>.<br></p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-5" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1775099632" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-5" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasist">Was ist Differenzielles Lernen?</h2>



<p><strong>Können Sie beschreiben, was das Differenzielle Lernen auszeichnet, beziehungsweise wie es sich vor allen Dingen vom klassischen Lernen unterscheidet?</strong></p>



<p>Wie das Wort es eigentlich schon sagt, liegt darin die Erkenntnis, dass wir prinzipiell nur, aus Differenzen lernen können.</p>



<p>Die zugrundeliegende Definition von Lernen: Lernen ist eine zeitlich überdauernde Verhaltensänderung oder Wissensänderung. Das heißt also das, was im Abitur stattfindet, ist kein Lernen. Das ist Kurzzeit-Reproduktion. Lernen ist eigentlich das, was wir auch ein Jahr danach noch wissen.</p>



<p>Zeitlich überdauernde Verhaltensänderung geht nur über Differenzen. Das hat auch einen informationstheoretischen Hintergrund: Wenn wir zweimal die gleiche Information erhalten, was sollen wir daraus lernen? Unser Körper ist auch darauf abgestimmt. Unsere Neuronen können sich sehr schnell an Wiederholungen anpassen.</p>



<p>Das merken wir immer, wenn wir morgens die Kleidung anziehen. Das ist für die Haut noch neu, aber sobald sich der Reiz beim Tragen wiederholt, sind wir uns der Kleider nicht mehr bewusst. Wiederholung stumpft ab.</p>



<p>Das Wort „differenziell“ rührt auch noch aus meiner Physikausbildung her und leitet sich von der Differential- und Integralrechnung ab. Es deutet darauf hin, dass es im Ursprung des Differenziellen Lernen eigentlich um die kleinen Differenzen ging.</p>



<p>Das bedeutet, wenn ich schon in einer Bewegung bin (wir haben damals mit Kugelstoßen gearbeitet), dann geht es nicht darum, dass ein Kugelstoßer noch zusätzlich Rad fahren und schwimmen soll, sondern dass er innerhalb des Kugelstoßens noch sehr viele Variationen drin hat.</p>



<p>Also, dass er nach rechts oben oder nach links unten stoßen kann. Er kann es in den Vorwärtsbewegen machen, er kann es in den Rückwärtsbewegen machen, mit dem Kopf nach links, Kopf nach rechts, Ellenbogen unten, Ellenbogen oben, etc.</p>



<p>Das heißt, wir haben damals gesagt, dass keine zwei aufeinanderfolgenden Wiederholungs- oder Bewegungsausführungen identisch sein sollten. Wir erzeugen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bewegungen Differenzen, wodurch unser System eine Chance hat, einen Vergleich anzustellen um zusätzliche Informationen zu erhalten.</p>



<p>Interessanterweise nutzt unser Gehirn genau diesen Mechanismus ständig: Nämlich beim Sehen. Wenn wir also unser linkes und rechtes Auge abwechselnd auf und zu machen und eine Linie angucken, dann sehen wir, dass die Linie hin und her springt. Das heißt, unser Gehirn nutzt die Differenz der beiden Abbilder, um die Entfernung zu bestimmen. Das Gleiche macht es auch beim Gehör. Wenn ein Schall zuerst auf das linke Ohr und dann aufs rechte Ohr kommt, gibt uns die zeitliche Differenz die Orientierung, woher der Schall kommt.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Das bedeutet, wenn ich schon in einer Bewegung bin (wir haben damals mit Kugelstoßen gearbeitet), dann geht es nicht darum, dass ein Kugelstoßer noch zusätzlich Rad fahren und schwimmen soll, sondern dass er innerhalb des Kugelstoßens noch sehr viele Variationen drin hat.&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Landläufig gibt es diese Vorstellung, dass wenn man etwas lernt und wiederholt, dass sich Myelin um die Synapsen bildet und eine Art Datenautobahn entsteht. Ist dann diese Vorstellung falsch?</strong></p>



<p>Jein.</p>



<p>Also ich glaube, da liegt ein großes Missverständnis vor. Dieses auch als <em>Binding- Problem</em> bekannte Phänomen hatte ich damals schon bei Prof. Wolf Singer in Frankfurt am Max-Planck-Institut für Gehirnforschung gesehen: Wenn im Gehirn von vorne links die Frequenz kommt und dann hinten rechts ist – dann, so die Theorie fängt es an sich zu verbinden. Das stimmt für kurze Entfernungen, nur interessanterweise war das aber auch das einzige Lern-Design, was sie untersuchen konnten. Man hat kein anderes Lernen untersucht. Man hat quasi das Experiment so gestaltet, dass das rauskommt, was eigentlich rauskommen muss.</p>



<p>Und jetzt gibt es ja verschiednste Formen des Lernens, auch das sog. AHA-Lernen was wir zum Beispiel Fahrradfahren erleben. Das können wir damit nicht erklären. Balancieren können Sie damit nicht erklären. Es ist nur eine, und zwar eine der wenigsten Formen des Lernens, die man untersucht hat.</p>



<p>Hinzukommt, dass wir wissen dass sich unser System von selbst ändert. Also schon wenn ich nachts schlafe, schon wenn ich irgendeinen Gedanken habe, habe ich im Gehirn schon nicht mehr die gleichen Synapsen. In der Pubertät kommt zusätzlich Wachstum und die Veränderung des Hormonhaushalts dazu. Das heißt eigentlich, dass ich niemals wieder dieselbe Situation habe. Wozu soll ich dann wiederholen? Also, wiederholen macht Sinn – allerdings aus anderen Gründen, die meist mit einem Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle in Verbindung stehen.</p>



<p>Was wir inzwischen leider wissen ist, wenn zu viele Wiederholungen stattfinden und das ist ganz bekannt in der Musik, besteht die Gefahr der Fokalen Dystonie. Diese Krankheit tritt häufig bei enormem Ehrgeiz gepaart mit vielen Wiederholungen auf. Wir sehen dies nie bei viel Variation. Im Sport ist es übrigens ähnlich, zum Beispiel beim Golf das Yips. Es ist immer die Paarung viel Ehrgeiz mit viel Wiederholung.</p>



<p>Das heißt nicht prinzipiell, dass man keine Wiederholung zu lange machen sollte. Es muss allerdings differenziert werden. Im absoluten Top-Bereich ist Wiederholung und Ehrgeiz zudem etwas ganz anderes als beim Anfänger. Wenn ein Anfänger wiederholt, dann habe ich da immer noch genügend Variation drin. Deswegen lernen sie auch noch bei Wiederholung.</p>



<p>Allerdings je länger sie in unserem klassischen Schulsystem, im Ausbildungssystem etc. drin sind, desto weniger Varianz sieht man bei den Wiederholungen. Dies ist unter anderem auch der Grund warum es älteren Menschen schwerer fällt, Neues zu lernen. Sie glauben immer noch, die gleichen Methoden wie in der Schule anwenden zu müssen, weil es dort ja auch funktioniert hat. Der Unterschied war nur, dass in dieser Zeit viel Variation im Leben war und stets Neues erfahren wurde. Im Alter sind die Bedingungen anders und deshalb funktionieren auch Methoden aus früheren Jahren nicht mehr. Es geht einfach darum, genügend Variation weiter im Gesamtsystem zu halten.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Differenzielles Lernen 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7847042995"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum">(Warum) ist Differenzielles Lernen universell übertragbar?</h2>



<p><strong>Wir haben vorhin schon in Ihrer Biografie die Sportarten aufgezählt, die Sie selbst aktiv gemacht haben, aber auch die Sportarten, die inzwischen differenzielles Lernen anwenden. Jetzt kann man ja weder von <em>der</em> Musik noch im Sport von <em>dem</em> Sport reden. Wieso lässt sich das differenzielle Lernen trotzdem auf so viele Disziplinen anwenden?</strong></p>



<p>Wir haben 2014 mit Stefan Albrecht (Querflöte) eine <a href="http://doi.org/10.1016/j.humov.2014.03.010">Studie</a> gemacht. Wir luden die besten Flötisten aus dem Rhein-Main-Gebiet hier ein und ließen sie im Labor Mozarts zweites Konzert für Querflöte spielen. Alle Finger- und Körperbewegungen wurden mit Kameras und einer Kraftmessplatte aufgenommen.</p>



<p>Und obwohl die alle genau das gleiche Stück spielten (sie mussten es fünfmal an einem Tag spielen und kamen an drei Tagen hintereinander) konnten wir anhand jeder Fingerbewegung erkennen wer spielt. Wir konnten anhand der Körperbewegung erkennen wer spielt und das, ohne dass wir irgendeinen Ton aufgenommen hätten. Ich hätte es auch vom Ton her sagen können wer spielt. Allerdings konnten wir nicht die Tage voneinander unterscheiden. Das heißt, da war dann eine Überlappung.</p>



<p>Inzwischen haben wir Verfahren über unsere Deep Learning Netzen, mit denen wir auch die Tage unterscheiden können. Das heißt, wir sehen eigentlich, dass unser System selbst sich ständig verändert. Und das ist genau das, warum Wiederholungen nur wenig bringen. Sie helfen uns allerdings in Bezug auf psychische Sicherheit. Sie geben mir das Gefühl von Kontrolle. Und deswegen gibt es Personen, die das brauchen. Und diese Phänomene treten nicht nur im Sport oder der Musik auf, sondern scheinen grundlegend.</p>



<p>Warum das Differenzielle Lernen auf alle Bereiche zu übertragen ist, liegt wohl daran, dass hier physikalische Theorien gepaart &nbsp;mit neurophysiologischen Grundlagen zugrunde liegen, und keine weitere Meisterlehre. Also sprich, jedes System, was noch am Leben ist, zeigt diese Phänomene, wie z.B. Schwankungen, Stabilitäten, Instabilitäten, Phasenübergänge etc. Und solange das System Schwankungen hat, am Leben ist, sind diese Theorien anwendbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="anwendung">Anwendungsbeispiele des Differenziellen Lernens in der Musik</h2>



<p>Wenn ich jetzt ein Trompeter bin, dann weiß ich, dass die Finger niemals identisch auf die Ventile kommen. Die Lippenbewegung, Atmung, Stütze ist nicht immer gleich. Und vor allen Dingen sind sie in Kombination nicht immer identisch: Welchen Gedanken habe ich da gerade mit drin? Wie ist meine Stimmung? Wie ist mein Ernährungszustand?</p>



<p>Das heißt, die ständigen Variationen, die dort hinzukommen, die ignorieren wir bislang einfach. Wir denken, wir spielen Trompete, weil da vorne Noten sind. Nein, der Teufel steckt im Detail. Allerdings kann ich das im Prinzip nutzen, um die Variation aufrechtzuerhalten.</p>



<p>Das heißt, ich kann mal mit gebeugten Fingern, ich kann mit gestreckten Fingern spielen, ich kann mit hohem Ellbogen spielen, ich kann mit Ellbogen unter der Trompete spielen, ich kann mit Rücklage spielen, ich kann mit Vorlage spielen, ich kann das Spiel in Seitlage machen, ich kann den Nacken stärker beugen, ich kann in Überstreckung gehen Es gibt verdammt viele Möglichkeiten, wo man variieren kann.</p>



<p><strong>Das heißt aber, Sie beschränken ganz bewusst die Differenzen, also die Variationen, auf dem Bewegungsapparat?</strong></p>



<p>Nein, nicht nur auf die Bewegung. Das hat Professor Martin Widmaier mal wunderschön am Flügel des Peter-Cornelius-Konservatoriums in Mainz vorgeführt.</p>



<p>Er hatte zwei Flügel nebeneinander aufgestellt und Musikschulkinder Stücke im Vorbeigehen, nicht am Sitzen, spielen lassen. Die Spielaufforderungen variierten: Spiel doch mal wie Hagelkörner. Jetzt spiel doch mal wie Schneeflocken. Oder wie in einem Liebeslied. Und jetzt mal arrogant-aggressiv. Also Emotionen ausdrücken in der Musik ist ein ganz großer Bereich von Variation. Für die Bläser kommt noch hinzu, dass ich in kürzeren Rhythmen atmen kann, abwechselnd zwischen Bauch und Brustatmung, durch die Nase oder den Mund einatmen, und beliebige Kombinationen davon, oder ich könnte laut und langsam oder schnell und leise spielen, die hohen Töne leise, die tiefen Töne Laut und umgekehrt. Wenn man das noch mit den Bewegungen kombiniert, dann sieht man schnell die große Anzahl an Möglichkeiten. Wenn man dann noch an die Stücke rangeht und nur jeden zweiten Takt spielt, das Stück rückwärts spielt, in verschiedenen Rhythmen, dann öffnet sich noch ein ganz anderes Feld. Was häufig erst spät gemacht wird, könnte man schon am Anfang machen, die Stücke z.B. in verschiedenen Stilen spielen, Bach’s Tocatta im Blues-stil, oder Satchmo’s What a wonderful day klassisch interpretieren. Vieles davon wird vereinzelt schon angewandt, aber leider noch nicht systematisch und nicht bei allen in die Grundschule eingebaut. Herr Albrecht zum Beispiel lässt seine Flötenschüler von Beginn an auch Flageolett (Spielen mit Obertönen) mit Erfolg spielen, das klassisch erst spät wenn überhaupt eingeführt wird.</p>



<p><strong>Ist ein variantenreiches Üben und Differenzielles Lernen im weitesten Sinne das Gleiche?</strong></p>



<p>Ja. Wir hatten das Wort <em>differenziell</em> eigentlich nur aus dem Grund gewählt, weil es im Sport eine sogenannte <em>Variability of Practice Theorie</em> gab. Diese ging davon aus, dass wir sogenannte invariante Elemente haben. Die Invarianten, die kann man kombinieren mit variablen Parametern, damit die Invariante stabiler wird. Das wäre dann zum Beispiel Gehen mit langem Schritt, mit kurzem Schritt, schnell oder langsam &#8211; aber ich darf nicht meinen Stil verändern. Ich darf nicht federn oder schleichen gehen. Der Rhythmus muss jedoch drin bleiben. Wie sich mittlerweile allerdings rausstellte, ist die Theorie nur für kleinmotorische Bewegungen gedacht.</p>



<p>Und weil dort das Variable schon quasi benutzt war, haben wir nach einem Alternativbegriff geguckt. Und eigentlich ist es auch der Kern von allen anderen Lernansätzen: auch dort gilt: Wir lernen nur aus den Differenzen.</p>



<p>Umgangssprachlich würde ich variabel sagen. Allerdings nicht variabel im Sinne von „geblockt“ (10x Variante A, dann 10x Variante B) &#8211; sondern es geht auch darum, dass wir jede Bewegung oder jeden Ton anders machen. Ich kann dann im Übrigen auch, was viele Musikerinnen und Musiker machen, ein Musikstück erstmal nur mit punktierten Achtel durchspielen oder das Stück mal schnell, mal in Lento oder mal in Adagio.</p>



<p>Ich würde sagen, wenn am Anfang die Technik das Problem ist, dann fange ich an dort zu variieren. Wenn es dann um Ausdruck des Musikstücks geht, dann geht es mehr um Emotionen zu variieren.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Wenn wir das Gehirn in diesen Alpha-Theta-Zustand kriegen, dann lernen wir optimal. Genau dafür ist Bewegung ideal und es muss nicht unbedingt Ausdauersport sein, sondern jede Form von Bewegung, allerdings Ganzkörperbewegungen. Fingerbewegungen alleine scheinen nicht zu genügen&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Differenzielles Lernen 3 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="6035166246"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="vergleich">Differenzielles Lernen im Vergleich zur O.P.T.I.M.A.L Theorie</h2>



<p><strong>Ich habe die ganze Zeit die Differenzielle Theorie oder das Differenzielle Lernen sogar ein bisschen weiter aufgefasst. Sie hatten es vorher schon angesprochen, dass Sie das Lernen ja auch in dieser zeitlichen Komponente sehen. Also nicht nur in der zeitlichen Komponente im Laufe des Lebens, sondern auch in der zeitlichen Komponente innerhalb des Tages (wir sind morgens anders aufnahmefähig als abends). Vielleicht kennen Sie aus der Musik Susan Williams?</strong></p>



<p>Nein.</p>



<p><strong><a href="https://what-is-practice.de/optimal-ueben-mit-susan-williams/">Susan Williams</a> ist eine Barocktrompeterin, aus Holland, die in Bremen lehrt. Sie hat die O.P.T.I.M.A.L Theorie von Gabriele Wulf versucht auf die Musik zu adaptieren. Sie geht auch über das variantenreiche Üben hinaus und sagt, dass Lernen dann gut funktioniert, wenn man intrinsisch motiviert ist. Die beiden Theorien sind aber nicht so verknüpft, wie man auf den ersten Blick wahrscheinlich denken würde?</strong></p>



<p>Wir sind gerade daran eine indirekte Verknüpfung herzustellen. Diese ist, dass man in beiden Fällen versucht, einen optimalen, jetzt ohne Akronym, einen optimalen Gehirnzustand zu erzeugen, der Lernen optimiert.</p>



<p>Ich bin allerdings ein bisschen skeptisch, weil gerade vor einem Jahr kam eine <strong><a href="https://sportrxiv.org/index.php/server/preprint/view/304">Meta-Analyse</a> <a href="https://sportrxiv.org/index.php/server/preprint/view/304">zum External Focus</a></strong> raus, die Bestandteil von der OPTIMAL-Theorie ist und die zeigt eigentlich, dass es keine systematischen Effekte gibt.</p>



<p>Und das ist auch das, was wir in Verbindung mit einem anderen System, Action-Type-System von Bertrand Theraulaz und Ralph Hipolite, feststellen.</p>



<p>Für manche Menschen, und deswegen bin ich immer mehr auf individuelle Geschichten aus, ist es förderlich, wenn sie extern fokussieren. Für andere ist es besser, wenn sie intern fokussieren.</p>



<p><strong>Was heißt extern und intern in diesem Zusammenhang?</strong></p>



<p>External Focus bedeutet sich auf einen Punkt, der außerhalb meines Körpers liegt, zu fokussieren. Intern entsprechend ein Punkt in meinem Körper. Da wird häufig, in meinen Augen, in der Wissenschaft viel kaputt gemacht, indem man Mittelwerte nimmt und dann ist es gerade Zufall, welche Art von Stichproben man hat.</p>



<p>Und was das O.P.T.I.M.A.L. Theorie betrifft, da sind noch zwei andere Sachen integriert worden, bei denen es um Motivation geht. Aber das sind sehr stark psychologische Elemente. Ich würde es gerne mal zusammen untersuchen.</p>



<p>Zum optimalen Lernen sehen wir, dass ein bestimmter Gehirnzustand notwendig ist. Und um diesen herstellen zu können, muss ich sehr individuell rangehen. Deswegen habe ich Schwierigkeiten mit an Mittelwerten orientierte Theorien generell (auch der O.P.T.I.M.A.L Theorie), die sagen, dass sie für alle gleich sind.</p>



<p>Für mich ist das ein ganz wichtiger Bestandteil der Differenziellen Theorie. Sie sagt nicht, dass das für alle gleich ist, sondern differenziell. Da ist noch ein ganz wichtiger Aspekt im differenziellen Lernen mit drin, nämlich die stochastische Resonanz. Wo ich die Differenzen anlege, muss ich meinem Lernenden gegenüber anpassen. Also wenn ich weiß, dass jemand abends müde ist, dann muss ich das anders machen, als wenn jemand gerade wach mit drei Tassen Kaffee ist.</p>



<p>Allerdings das ist ein großes Forschungsgebiet. Gemeinsam mit meinem Mitarbeiter Dr. Horst entwickeln wir daher gerade ein quantitatives Analyseverfahren zur Mustererkennung.</p>



<p>Mit Differenziellem Lernen setze ich die Grenzen weiter, damit ich eine höhere Chance habe zu interpolieren. Weil, wenn ich zu eng übe und dann kommt etwas außerhalb, dann muss ich extrapolieren und darin ist unser System nicht gut.</p>



<p><strong>Jetzt könnte man ganz polemisch fragen, wenn das Differenzielle Lernen so überlegen ist, warum machen das nicht eigentlich alle so?</strong></p>



<p>Die Frage höre ich öfters, vor allem am Anfang. Das ist immer so, wenn neue Sachen kommen. Zuerst wird es am Anfang bekämpft, dann wird es belächelt und am Schluss wussten es alle schon. Es ist und war schon immer schwierig, bestehende Lebensphilosophien und Überzeugungen zu ändern.</p>



<p>Und ja, unter dem Deckmantel des Lernens ist es leider so, dass in erster Linie Gehorsam beigebracht wurde.</p>



<p>Im Sport kommt hinzu, dass es schon viele anwenden, es aber aufgrund des Wettkampfcharakters und der Konkurrenzsituation nicht kundtun. Selbst ich erfahre es dann oft erst 10-15 Jahre danach, dass der Erfolg auf Differenzielles Lernen zurück ging.</p>



<p><strong>An diesem Punkt waren wir schon ein paar Mal im Podcast: am Ende läuft es eigentlich immer darauf hinaus, dass man bestmöglich lernt oder weiterkommt, wenn man sich selbst sehr gut kennt und ein sehr genaues Bild von sich selber hat.</strong></p>



<p><strong>Allerdings wird wahrscheinlich gerade diese Fähigkeit zu wenig in Schul- und Musikausbildung kultiviert. Von daher wäre es ja eigentlich wünschenswert, wenn das eine Qualität wäre, die man den Leuten vermittelt oder?</strong></p>



<p>Also jetzt wird es richtig philosophisch. Das ist eigentlich genau das, auch was schon über dem Orakel von Delphi stand und von vielen Philosophen wiederholt wurde: <em>erkenne dich selbst</em>.</p>



<p>Jetzt bin ich schon ein bisschen älter und ein bisschen mehr in der Welt rumgekommen, aber meine Beobachtung ist wirklich, alles, was wir machen, dient eigentlich nur dazu, uns selbst kennenzulernen und dann eventuell mal über den Sinn unseres Daseins nachzudenken.</p>



<p>Und jetzt komme ich ja von der Oboe und aus verschiedenen Sportarten mit Physik und Philosophiehintergrund und man wird eigentlich in allen Gebieten immer nur mit Problemen konfrontiert. Entweder stellt man sich ihnen und löst sie oder man läuft immer weiter in die kleinen Probleme rein und endet dann in Krankheiten. Das war auch einer meiner beeindruckendsten Sätze, die ich in einer Vorlesung in Physik von Carl Friedrich von Weizsäcker gehört hatte: „Warum muss der Mensch immer erst physisch erkranken, damit er psychisch gesunden kann.“</p>



<p>Ein anderer Spruch war für mich immer: das Schicksal hat so gewisse Winks und wenn man den Wink nicht versteht, dann kommt er das nächste Mal halt als Zaunpfahl daher. Ein anderer Spruch in eine ähnliche Richtung, der aus dem Indischen kommt: wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann mache einen Plan.</p>



<p>Das haben wir in Indien in unserer Ausbildung ständig gehört. Und es ist inzwischen auch klar, dass Pläne im überwiegend Frontallappen produziert werden. Deswegen steht es auch schon in der Bibel drin, dass wir zu Kindern werden müssen, um in das Reich Gottes zu gelangen. Und damit ist nicht gemeint kindisch zu sein. Sondern es geht darum, nicht zu planen, im Moment zu sein und nicht zu urteilen. Aus diesem Grund lernen auch Kinder so schnell.</p>



<p>Kinder bis zum fünften Lebensjahr zeigen im Gehirn nur die niedrigen Frequenzen, die theta und alpha). Die hohen Frequenzen, Beta und gamma kennt das kindliche Gehirn nicht. Die niedrigen Frequenzen sind aber genau diejenigen, die wir brauchen, um zu lernen. Und dies versuchen wir seit längerem für andere Bereiche zu nutzen, indem wir die niedrigen Frequenzen provozieren: Erwachsene wieder in den Gehirnzustand zu bringen, damit optimales Lernen stattfindet. Wenn wir das Gehirn in diesen Alpha-Theta-Zustand kriegen, dann lernen wir optimal. Genau dafür ist Bewegung ideal und es muss nicht unbedingt Ausdauersport sein, sondern jede Form von Bewegung, allerdings Ganzkörperbewegungen. Fingerbewegungen alleine scheinen nicht zu genügen. .</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Das Ziel ist nur, die Hindernisse und die Blockaden, die euch antrainiert wurden wegzukriegen.&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="variation">Wie viel Variation ist zu viel?</h2>



<p><strong>Ich würde gerne zum Abschluss noch einmal rauszoomen, um den Leuten ein paar Handwerkszeuge mitgeben, wie sie beim Selbstbeobachten schauen können, in welche Richtung das Differenzielle Lernen bei Ihnen geht. Sie hatten das <em>Wie</em> in der Musik bereits etwas skizziert. Ich versuche mal zwei weitere Ebenen anzuschließen:</strong></p>



<p><strong>Die erste, die zeitliche, die hatten wir vorher schon ganz kurz umrissen. Ich habe hier nochmal einen anderen Blickwinkel drauf, den ich Ihnen gerne vorstellen würde, nämlich das Credo des &#8222;Viel hilft viel&#8220;.</strong></p>



<p><strong>Wahrscheinlich ist es nicht schlau, den ganzen Tag differenziell zu üben, denn so ein gewisses Maß an Wiederholung ist ja auch schon sinnvoll. Sie hatten das eben mit diesem psychologischen Aspekt umrissen. Ich weiß, Herr Widmaier hat das in so einem schönen Rechteck beschrieben, wo es um Konstanz und Varianz geht.</strong></p>



<p><strong>Können Sie beschreiben, inwiefern das differenzielle Lernen in so einem Alltag ausmachen kann, um nicht in einen Überforderungszustand zu geraten?</strong></p>



<p>Das waren gleich mehrere Fragen. Der erste ist, Sie wollen jetzt, dass ich mich selbst ins Knie schieße. (lacht)</p>



<p><strong>Hoffentlich nicht.</strong></p>



<p>Das klingt so ein bisschen nach der Frage nach einem Rezept. Und das widerspricht ja eigentlich der Theorie des Differenziellen Lernens. Es war auch ein Ansatz gleich von Anfang an, dass ich gar nicht so viel publizieren wollte, weil ich erstmal die Leserschaft dazu anregen wollte, wieder mehr zu experimentieren. Und nicht nur irgendwas blind zu übernehmen, was in irgendwelchen Büchern steht.</p>



<p>Und da war auch ein schöner Spruch von mir, den ich übernommen habe von Schopenhauer: &#8222;Wer viel liest, lernt nur mit anderen Köpfen zu denken.&#8220; Also denk bitte erst selbst nach, bevor du liest. Und nur, wenn es gar nicht mehr geht, dann schaue nach etwas anderem. Einige haben dies dann missbraucht und das Differenzielle Lernen irgendwie völlig schief interpretiert. Das war der Grund, warum wir dann anfingen, wieder etwas zu veröffentlichen.</p>



<p>Also prinzipiell: ich weiß es nicht, wie viel Variation notwendig ist. Allerdings besagt ein Teil der Theorie, dass man die beobachtenden Schwankungen langsam anfangen soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weniger ist mehr</h3>



<p>Und eigentlich war schon ein Ansatz des differenziellen Lernens, dass man nicht die gleiche Menge variabel trainiert, sondern dass man den Umfang des Übens massiv reduzieren kann. Und das sehen wir inzwischen auch bei Studien im Sport: Probanden wurden über zwei Monaten zu zwei Stunden mehr Schlaf gezwungen. Die Vergleichsgruppe trainierte in diesen zwei Stunden. Sie können sich vorstellen, was rauskam? Diejenigen mit mehr Schlaf haben die Leistungsfortschritte gemacht und nicht die, die trainiert haben in der Zeit.</p>



<p>Und das wissen wir auch aus anderen Studien. Kinder, die in der Grundschule täglich eine Stunde Sport hatten, zulasten von Deutsch, Mathe etc., sind in Mathe und Deutsch besser geworden als die anderen, die keinen täglichen Sport hatten.</p>



<p>Jetzt kam ich halt auch aus dem Mehrkampf, wo es ganz wichtig war zu ökonomisieren. Ich kann nicht jeden Tag einen Zehnkampf machen. Wenn ich eine Variation zum richtigen Zeitpunkt bringe, dann muss ich gar nicht mehr so viel üben.</p>



<p>Und das ist genau, was kleine Kinder schon spüren. Wenn es zu viel wird, schlafen sie wieder. Deswegen schlafen Kinder so viel &#8211; bis zu 16 Stunden. Das ist die Basis des Lernens. Es ist nicht das Aktive. Nein, sehr häufig ist das blinder Aktionismus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Auswirkung von Mittagsschlaf auf den Lerneffekt</h3>



<p>Und das zeigen auch andere Studien. Mittagsschlaf, wenig populär in Deutschland, hat große, positive Auswirkungen für anschließende Dinge.</p>



<p>Und was man sogar inzwischen beobachtet hat: Wir untersuchen das gerade parallel in einer großen <strong><a href="https://presse.uni-mainz.de/neues-eu-projekt-erforscht-mittelmeerdiaet-als-weg-zu-einem-gesunden-lebensstil/">mediterranen Ernährungsstudie von meinem Kollegen Dr. Ammar</a>.</strong> Eine der Ursprünge der mediterranen Ernährung kam aus Kreta. Viel Olivenöl etc. Jetzt hat man das Ganze wiederholt und hat aber drauf geachtet, wer denn einen Mittagsschlaf macht. Und wenn man den rausnimmt, dann gibt es keine Vorteile mehr. Das heißt, die ganzen Effekte gingen auf den Mittagsschlaf zurück.</p>



<p>Also, noch mal ganz zurück zum Differenziellen Lernen. Ich würde sagen, wer es ausprobiert, soll wirklich mal eine gewisse Zeit lang probieren, soll experimentieren. Mal gucken, wie der Körper darauf reagiert.</p>



<p>Es ist ein großes Problem, dass wir so lange Zeit eingetrichtert bekommen haben, dass man unter 10.000 Wiederholung nicht auf die Landesmeisterschaften kommt; unter 2 Millionen Wiederholungen nicht zu Olympia. Das kenne ich aus der Musik auch: du musst 10 Stunden üben am Tag. Ich bezweifle das. Also ich glaube, wenn man es entsprechend variabel gestaltet, dass mindestens kleine Effekte rauskommen.</p>



<p>Oder, was wir eingangs schon besprochen haben, einfach mal andere Möbel drumherum probieren oder nur auf unebenem Grund mal zu trainieren. Da sehen wir schon Rieseneffekte in Bezug auf unsere Konzentration. Also für mich gilt es eigentlich, die Kleinigkeiten zu finden, die dann Riesenauswirkungen haben.</p>



<p><strong>Diese Schlafstudie gibt es auch in der Musik von Eckart Altenmüller, wenn mich nicht alles täuscht.</strong></p>



<p>Ja, würde ich ihm zutrauen. Er war auch bei unserem ersten Treffen vor zirka 15 Jahren dem Differentiellen Lernen gegenüber sehr aufgeschlossen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- DL 4 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="1357656264"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="lehrer">Die Rolle des Lehrers im Differenziellen Lernen</h2>



<p><strong>Wie verändert sich denn die Rolle des Lehrers im Differenziellen Lernen? Denn der Fehler im klassischen Sinn, die gibt es ja nicht mehr. Das sind alles Schwankungen, bzw. Sie sagen Rauschen dazu. Aber wie geht man damit um als Pädagoge?</strong></p>



<p>Das ist schwer, wenn man aus der alten Schule kommt.</p>



<p>Als Trainer bin ich nicht nur für die Ausführung des Sports zuständig, sondern für die Persönlichkeitsentwicklung. Bei mir in der Gruppe mit 20 Athleten war immer auch Austausch darüber, wie es in der Schule und privat läuft. Und die Persönlichkeitsentwicklung schließt für mich ein, auch im Sport zu lernen Verantwortung zu übernehmen.</p>



<p>Am Anfang gab ich viele Instruktionen, um ihnen auch klarzumachen, dass etwas anderes möglich ist. Sie kamen ja alle aus der klassischen Schule. Ich habe ihnen dann oft eine Variante gezeigt und sie aufgefordert selbst drei weitere Varianten zu entwickeln. So wurde es interaktiv. Das ist ein bekannter Lehrstil in der Pädagogik.</p>



<p>Ich endete oft in meinen Vorträgen mit der Frage, was die Take-Home-Message sei. Die Antwort darauf: Nichts, weil ihr wusstet alles schon.</p>



<p>Das Ziel ist nur, die Hindernisse und die Blockaden, die euch antrainiert wurden wegzukriegen. Das Verhalten, was ihr zeigt, war gut gewesen um als Kinder zu „überleben“. Aber jetzt erkennt es und fangt an daran zu arbeiten, um davon wegzukommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Outro</h2>



<p><strong>Ich hätte, ähnlich wie am Anfang, zwei Fragen für den Abschluss: Was lernen oder üben Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?</strong></p>



<p>Ich bin am Lernen von Spanisch. Ich bin am überlegen, ob ich Kajakfahren noch lerne.</p>



<p>Ich probiere ständig neue Koordinationsübungen aus und bin jetzt aber gerade dran, den Einfluss von Erd-Magnetfeldern auf unser Gehirn mir anzugucken. Es zeigt sich, dass das einen wesentlich größeren Einfluss hat, als wir glauben, weil wir keine Sensoren dafür haben, die Efffekte sind aber vorhanden. Zudem stellt es unmittelbar die Verbindung zur Astrologie her. Da steckt verdammt viel Wissen drin, was einfach aus Ignoranz und Arroganz quasi unter den Tisch fällt. Also man kann da viel davon lernen.</p>



<p><strong>Ja, das ist ein sehr spannender Punkt, den ich auch schon in der Vorbereitung gehört habe. Also wenn es da was Neues gibt, dann bin ich sehr neugierig.</strong></p>



<p><strong>Und wenn Sie jetzt in Ihre eigene Studierendenzeit zurückblicken, hätten Sie einen Tipp für jüngeres Ich aus heutiger Perspektive, um den Sie damals froh gewesen wären?</strong></p>



<p>Nein, das ist vorbei. Es widerspricht auch dem „Im Moment sein“. Ich habe immer mein Bestes probiert, mehr ging nicht. Also was soll ich da ändern? Studien zeigen auch, dass man fast nur Dinge bereut, die man nicht gemacht hat. Ich habe viel ausprobiert.</p>



<p>Und dann jemandem Empfehlung zu geben? Nein, das mache ich nicht. Ich kann erzählen, was ich mache und gemacht habe, und dann kann jeder für sich entscheiden, ob er es nimmt oder nicht.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Übeplan für dein Instrument</title>
		<link>https://what-is-practice.de/news/uebeplan-fuer-dein-instrument/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/news/uebeplan-fuer-dein-instrument/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Apr 2024 15:25:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechniken]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6484</guid>

					<description><![CDATA[Die größte Herausforderung beim Üben auf dem Instrument ist es, sich auf bestimmte Aspekte zu fokussieren. Diese sinnvoll auszuwählen ist nicht immer leicht. Schließlich gibt es so viel zu üben. Ein Tool an der zu haben, dass dir beim Visualisieren deiner Stärken und Schwächen hilft und dich beim Erreichen deiner Ziele unterstützt, ist für jede&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/news/uebeplan-fuer-dein-instrument/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Übeplan für dein Instrument</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die größte Herausforderung beim Üben auf dem Instrument ist es, sich auf <em>bestimmte</em> Aspekte zu fokussieren. Diese sinnvoll auszuwählen ist nicht immer leicht. Schließlich gibt es so viel zu üben. Ein Tool an der zu haben, dass dir beim Visualisieren deiner Stärken und Schwächen hilft und dich beim Erreichen deiner Ziele unterstützt, ist für jede Musikerin und für jeden Musiker Gold wert. Die &#8222;<strong>Wie übt eigentlich..?&#8220; </strong><a href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Übeplan-Vorlage</strong> </a>soll dir genau dabei helfen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="848" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header.jpg" alt="Übeplan Vorlage what is practice" class="wp-image-6323" style="width:300px" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header.jpg 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header-212x300.jpg 212w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Gestalte persönliche Übeplan-Vorlage für dein Instrument</em></figcaption></figure>
</div>


<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/">Übeplan-Vorlage ansehen</a></div>
</div>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Effektives Üben von Anfang an</h2>



<p>Schon bevor du wirklich mit deinem Instrument loslegst, ist es wichtig sich darüber im Klaren zu sein, was genau in der folgenden Session geübt werden soll. Nimm dir <strong>eine</strong> bestimmte Sache vor, an der du konzentriert für eine bestimmte Zeit (<a href="https://what-is-practice.de/wie-geht-smart-ueben/"><strong>S.M.A.R.T Ziel)</strong></a> üben möchtest. Im besten Fall verfolgst du natürlich ein langfristiges Ziel und deine nächste Übe-Session zahlt genau darauf ein. </p>



<p>Dein Ziel wählst du natürlich ganz individuell: sei es das anstehende Jahreskonzert, ein wichtiges Probespiel oder generell die Verbesserung deiner Leistung auf deinem Instrument. Mache dir vor dem Üben Gedanken, was du in der nächsten Zeit erreichen möchtest.</p>



<p>Die <a href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Übeplan-Vorlage</strong> </a>unterstützt dich bei der Fokussierung auf deine Ziele. Coachingtools wie das Fokusrad verschaffen dir einen Überblick über deinen aktuellen Leistungsstand und machen Stärken und Schwächen sofort sichtbar.</p>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Übeplan-Instrument 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="3599405363"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<h3 class="wp-block-heading">Zeitmanagement für Musikerinnen und Musiker</h3>



<p>Selbst als Profimusiker:in ist deine Übe-Zeit begrenzt. Du unterrichtest vielleicht noch oder bist durch Proben oder Orchesterdienste in deiner persönlichen Übe-Zeit eingeschränkt. Umso wichtiger ist es in deinen Übe-Sessions sofort zu wissen <em>was</em> zu tun ist und keine Zeit zu verlieren. Ein <strong>Journal</strong> kann dir dabei sehr helfen. Du kannst darin sowohl festhalten, was du alles getan hast (<em>retrospektive</em>) und aufschreiben, an welchen Details du in deiner nächsten Übe-Session arbeiten möchtest (<em>prospektiv</em>).</p>



<h2 class="wp-block-heading">3 Tipps, wie du den Übeplan am besten nutzt</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li>Erstellen deine Übeplan-Vorlage nicht kurz bevor du in deine Übe-Session startest. <strong>Nimm dir bewusst Zeit</strong> dafür und mache dir Gedanken darüber, welche Ziele in nächster Zeit auf deinem Instrument für dich realistisch und wichtig sind. Als Musikerinnen und Musiker sind wir eher Marathon-Läufer und keine Sprinter &#8211; also lass den Input der Übeplan-Vorlage arbeiten in deinem Kopf.</li>



<li><strong>Halte deinen Fortschritt und deine (Zwischen-)Ziele fest</strong> &#8211; am besten sogar mit einer Tonaufnahme. Musik entsteht im Moment und ist ebenso schnell wieder verklungen, wie sie geschaffen worden. Es sei denn, du nimmst sie auf. Nutze dein Smartphone oder einen <a href="https://amzn.to/3wd0r31">Zoom-Recorder</a>, deinen Fortschritt und deine (Zwischen-)Ziele zu dokumentieren. Das wird dich langfristig weiter motivieren!</li>



<li><strong>Plane Pausen ein.</strong> Natürlich bist du gerade super motiviert &#8211; umso wichtiger ist es, dass du schon jetzt daran denkst genügend Pausen in deinen Plan zu integrieren. Schließlich entsteht Fortschritt und Weiterentwicklung genau dann. Unterscheide zwischen <em>Mikro</em>-(kleine Pausen innerhalb deine Übe-Session bzw. deines Übe-Tages) und <em>Makro-Pausen</em> (innerhalb deines 4-Wochen-Plans).</li>
</ol>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Los geht&#8217;s &#8211; Erstelle deinen Übeplan für dein Instrument</h2>



<p>Also, worauf wartest du noch? Die <strong><a href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/">Übeplan-Vorlage</a></strong> hilft garantiert auch dir deine Stärken und Schwächen zu visualisieren und deine Ziele zu erreichen. Wenn du noch unsicher sein solltest, lies dir zuerst noch die Bewertungen im Shop durch. Wenn du Fragen hast, freue ich mich natürlich auch über eine <strong><a href="mailto:patrick@what-is-practice.de">Email</a></strong> von dir. </p>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/">Übeplan-Vorlage ansehen</a></div>
</div>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Übeplan-Instrument 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="3216261983"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/news/uebeplan-fuer-dein-instrument/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie geht mentales Üben, Christian A. Pohl?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/mentales-uben-christian-pohl/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/mentales-uben-christian-pohl/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 11:18:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Klassik]]></category>
		<category><![CDATA[Klavier]]></category>
		<category><![CDATA[Mentales Training]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6394</guid>

					<description><![CDATA[Christian Pohl ist Professor für Klavier und Klaviermethodik an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Dort habe ich ihn kürzlich auch besuchen dürfen, um mit ihm über ein weiteres seiner Forschungsfelder &#8211; das mentale Üben &#8211; zu sprechen. Gemeinsam haben wir versucht Licht in das Feld dieser Übe-Technik zu bringen, die zwar oft&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/mentales-uben-christian-pohl/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Wie geht mentales Üben, Christian A. Pohl?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/e44c1954e27f4726b91932492135faa4" width="1" height="1" alt="">



<p><strong>Christian Pohl</strong> ist Professor für Klavier und Klaviermethodik an der <strong>Hochschule für Musik und Theater in Leipzig</strong>. Dort habe ich ihn kürzlich auch besuchen dürfen, um mit ihm über ein weiteres seiner Forschungsfelder &#8211; das mentale Üben &#8211; zu sprechen. Gemeinsam haben wir versucht Licht in das Feld dieser Übe-Technik zu bringen, die zwar oft genannt wird &#8211; deren konkrete Ausführung aber oftmals vage bleibt.&nbsp;</p>



<p>Wir sind tief in das Thema eingestiegen und haben uns angeschaut, welche Möglichkeiten und konkreten Methoden es gibt, mentales Training  in unserem täglichen Üben einzusetzen. Christian Pohl hat sich dazu sogar während der Folge ans Klavier gesetzt. Natürlich haben wir das Thema versucht auch in den größeren Kontext des Übens ingesamt zu setzten und Christian Pohl hat immer wieder auch ganz konkrete Übe-Tipps gegeben. Übrigens, ein Blick in seine <strong><a href="https://amzn.to/43w4gfY">Klaviermethodik</a></strong> lohnt sich defintiv nicht nur für Pianistinnen und Pianisten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Link zur digitalen Version der Klaviermethodik</h4>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-c90811b0" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><i class="fas fa-mouse-pointer"></i></span></div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p><a href="https://www.klaviermethodik.digital/">https://www.klaviermethodik.digital/</a></p>
</div>
</div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Titelbild-Steady.jpg" alt="Christian Pohl am Klavier" class="wp-image-6396" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Titelbild-Steady.jpg 683w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Titelbild-Steady-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Christian Pohl nach unserem Interview über das mentale Üben (© Foto: Patrick Hinsberger)</em></figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-am-Klavier.jpg" alt="Christian Pohl am Klavier" class="wp-image-6398" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-am-Klavier.jpg 683w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-am-Klavier-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Christian Pohl am Klavier in der HMT Leipzig </em><br><em>(© Foto: Patrick Hinsberger)</em></figcaption></figure>
</div></div>
</div>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- mentales üben 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="9470234630"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Literatur-Tipps</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://amzn.to/4anVhjh"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="954" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/1013086-00.webp" alt="Klaviermethodik Christian Pohl" class="wp-image-6426" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/1013086-00.webp 960w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/1013086-00-300x298.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/1013086-00-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/1013086-00-768x763.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/1013086-00-70x70.webp 70w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Klaviermethodik</h3>



<p>Christian Pohls eigene Klaviermethodik. Sie beinhaltet die Quintessenz aus seiner langen und intensiven Beschäftigung mit dem Thema Üben. Ein paar der Inhalte stellt Christian Pohl auch kurz im Podcast vor. </p>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/4anVhjh" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<p>Die Folge mit&nbsp;<strong>Christian Pohl</strong>&nbsp;lässt sich auf allen bekannten Streaming Plattformen kostenlos anhören.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Spotify</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-c3f76289" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://open.spotify.com/episode/2VUph75GeIMNeD8AbSYLun?si=27746c19aa844023" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-spotify"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link has-text-align-center wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/2VUph75GeIMNeD8AbSYLun?si=27746c19aa844023">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Apple Podcast</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-5581e979" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000650321862" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fas fa-podcast"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000650321862">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">YouTube</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-5e6f8f3e" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><i class="fab fa-youtube"></i></span></div>
</div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview</h2>



<h3 class="wp-block-heading" style="text-transform:uppercase">Inhalt</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#entweder" rel="nofollow">Entweder-Oder-Fragen</a></li>



<li><a href="#wasistmentalesueben" rel="nofollow">Was ist mentales Üben?</a></li>



<li><a href="#chopin" rel="nofollow">Beispiel: Chopins Nocturne in C#-Moll</a></li>



<li><a href="#aufgabe">Aufgabenorientiertes Üben</a></li>



<li><a href="#was">Vom <em>Was</em> zum <em>Wie</em></a></li>



<li><a href="#anderemethoden">Andere Methoden</a></li>
</ul>



<p><strong>Die erste Frage, mit der es immer losgeht, lautet: Vervollständigen Sie folgenden Satz. Üben heißt für Sie?</strong></p>



<p>Sich selbst durch Musik zu entdecken.</p>



<p><strong>Das heißt, es ist eine sehr mit sich selbst beschäftigende Art. Ein sich kennenlernen und in sich hineinhorchen. Also, etwas sehr selbstreferentielles?</strong></p>



<p>Ja. Ich glaube, grundsätzlich können wir ja nicht wissen, was in einem anderen Menschen vorgeht, wenn er Musik hört oder Musik macht. Wir können immer nur auf das eigene Erleben referenzieren und die Beschäftigung mit Musik, sei es am Klavier, sei es rein mental, sei es im pädagogischen Kontext, ist immer auch eine Beschäftigung mit sich selbst.</p>



<p>Denn was wir in der Musik erleben, ist etwas, das wir selbst in uns tragen und das durch Musik lebendig werden kann. Und deswegen ist die Beschäftigung mit Musik, ob Üben oder eben Unterrichten, immer auch eine Beschäftigung mit vielleicht teils verborgenen Seiten des Selbst.</p>



<p><strong>Das finde ich einen spannenden Punkt. Darauf werden wir sicher im Anschluss ein bisschen genauer eingehen. Gibt es ein aktuell bei Ihnen einen Künstler, eine Künstlerin, den Sie in Dauerschleife hören.</strong></p>



<p>Das Fauré Requiem in der Aufnahme mit Celibidache. Das höre ich in letzter Zeit sehr, sehr gerne und sehr oft. Es gibt einen Probenmitschnitt auf YouTube. Und wie erprobt und wie sich die Musik in der lebendigen Probe verändert, das beeindruckt mich so tief, dass das etwas ist, was eine ständige Faszination auf mich ausübt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="nv-iframe-embed"><iframe loading="lazy" title="[Complete] G. Faure - Requiem   Sergiu Celibidache in Rehearsal  London Symphony Orchestra BBC 1983" width="1200" height="900" src="https://www.youtube.com/embed/xf_1kaf2Otc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Spannend, Das kenne ich nicht. Das werde ich mir auf jeden Fall im Nachgang anschauen. Wenn Sie es auf Ihr eigenes Spiel zurückschauen. Gibt es da einen Künstler, eine Künstlerin, der Sie sehr stark geprägt hat?</strong></p>



<p>Da gibt es zwei. In meiner Jugend war ich, wie so viele andere auch, fasziniert und geradezu hypnotisiert von Horowitz. Bis heute ist dieser Pianist ein Phänomen für mich, das ich kaum zu ergründen vermag. Es ist auf der einen Seite von einer solchen Natürlichkeit und Unmittelbarkeit geprägt und auf der anderen Seite aber so weit entfernt von allem Fassbaren, dass das eine stete Faszination auf mich ausübt. Und dann natürlich auch Emil Gilels, der Lehrer meines Lehrers, dessen Kunst für mich bis heute ebenfalls etwas ganz Unergründliches hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="entweder">Entweder &#8211; Oder</h2>



<p><strong>Ich habe mir, bevor wir gleich wirklich in unser heutiges Thema, das mentale Üben, einsteigen etwas überlegt, um Sie ein wenig besser kennenzulernen. Ich habe mir ein paar Entweder-oder-Fragen überlegt. Sie haben einen Joker, da dürfen Sie sich der Antwort entziehen.</strong></p>



<p><strong>Wir haben gerade schon vorhin vor der Aufnahme darüber gesprochen. Ich glaube, jetzt kenne ich Ihre Antwort darauf: Leipzig oder Freiburg?</strong></p>



<p>Leipzig.</p>



<p><strong>Lernen oder Lehren?</strong></p>



<p>Das sind für mich Synonyme.</p>



<p><strong>Das ist schon der Joker?</strong></p>



<p>Das war der Joker.</p>



<p><strong>Dann bin ich gespannt, wie es weiter geht. Unterrichten oder Konzerte spielen?</strong></p>



<p>Unterrichten.</p>



<p><strong>Viele kleine Übe-Einheiten oder Üben am Stück.</strong></p>



<p>Kleine Übe-Einheiten.</p>



<p><strong>Morgens oder abends üben?</strong></p>



<p>Morgens.</p>



<p><strong>Sie sind seit 2009 Professor hier. Können Sie einen typischen Übe-Alltag nachzeichnen?</strong></p>



<p>Also wenn Sie sehr stark in der Lehre verhaftet sind, dann ist das, was den Übe-Alltag angeht, schwierig. Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass ich abends nach dem Unterrichten einfach zu müde bin. Das heißt, wenn ich übe, dann vor dem Unterricht. Und wenn der Unterricht beispielsweise um elf beginnt, dann übe ich davor. Manchmal gehe ich dann um acht in die Hochschule. Wenn es Konzertverpflichtungen gibt, auch schon früher. Und dann versuche ich, das Pensum vor dem Unterrichten zu absolvieren.</p>



<p><strong>Struktur oder Chaos?</strong></p>



<p>Struktur.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Wenn ich ein Übertagebuch führe, dann habe ich zumindest den schriftlichen Beweis, was ich getan habe.&#8220;</p><cite>Christian Pohl</cite></blockquote></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Das dachte ich mir auch schon. Sind Sie ein Typ, der Übertagebuch führt?</strong></p>



<p>Jein. Ich habe keinen Joker mehr&#8230;</p>



<p><strong>Das gehört nicht zu den Entweder-Oder-Fragen. Darauf dürfen Sie ein bisschen länger antworten.</strong></p>



<p>Ich habe die Erfahrung gemacht, je weniger Zeit zur Verfügung steht, desto besser ist das Üben. Zumindest bei mir. Also ganz freie Tage, die über zwölf Stunden hinweg eine Carte blanche bieten, sind jene Tage, die am gefährlichsten sind. Denn dann, denkt man immer, man hätte den ganzen Tag Zeit, etwas zu tun. Wenn allerdings nur ein enges Zeitfenster zur Verfügung steht, 2, 3 oder 4 Stunden, dann möchten die besonders gut genutzt werden.</p>



<p>Ich habe für mich selbst die Erfahrung gemacht, dass ich mich sehr schwer damit tue, ins Blaue hinein zu üben. Das passt nicht zu mir. Deshalb mache ich, bevor ich zu Üben beginne, einen Plan. Ich nehme mir allerdings auch die Freiheit, von dem Plan abzuweichen. Was ich üben möchte. Wie ich das üben möchte. Schlicht und ergreifend auch, um nach dem Üben nachvollziehen zu können, was ich eigentlich gemacht habe.</p>



<p>Während meiner Studienzeit war es manchmal sehr schwer für mich zu akzeptieren, dass man teilweise sehr hart (8-9 Stunden) arbeitet und sich dennoch abends zu Hause fragt, was man den ganzen Tag getan hat. Das war sehr frustrierend. Wenn ich ein Übertagebuch führe, dann habe ich zumindest den schriftlichen Beweis, was ich getan habe. Das ist ein positiver Aspekt.</p>



<p>Und der andere positive Aspekt, gerade in den ersten Jahren, als ich das Üben für mich entdeckte und auch die <strong><a href="https://amzn.to/43w4gfY">Klaviermethodik</a></strong> entwickelte ist, dass mir das Übertagebuch geholfen hat, besser verstehen zu können, welches Üben besonders gut funktioniert und welches nicht. Denn wenn Sie nach einigen Tagen an eine bestimmte Stelle zurückgehen und dann spüren, dass funktioniert oder eben nicht, dann ist es ohne Übertagebuch schwer im Rückblick zu sagen, wie ich das erarbeitet habe. Das hilft mir dann, das weitere Üben zu planen.</p>



<p><strong>Das heißt, Ihr Tagebuch geht über den Schritt des „Was“ hinaus und beinhaltet immer auch die ganz konkrete Methode?</strong></p>



<p>Genau. Also in der von mir entwickelten Klaviermethodik sind 27 verschiedene Methoden dargestellt. Die sind in vier Lerngebiete eingeteilt und decken somit einen großen Teil des Übens ab. Das Üben, das man methodisch gut fassen kann. Irgendwann, wenn man all die grundlegenden Aufgaben gelöst hat, wird es so speziell (wenn es um künstlerische Suche oder auch um ein Hineinleuchten in emotionale Prozesse geht), dass sich das mit solchen Standardmethoden nicht mehr lösen lässt. Aber bis dahin, um erst mal ein wirklich gutes Niveau zu erreichen, helfen diese Methoden sehr. Allerdings helfen sie nicht in isolierter Form, sondern sie möchten von Anforderungen zu Anforderungen in Kombinationen angewendet werden.</p>



<p>Kombination bedeutet, dass Sie beispielsweise zwei Methoden kombinieren: zum Beispiel ein Metronom Aufbau kombinieren Sie mit der Idee schwarz-weißen Übens. So eine Kombination von Konzepten und Methoden nennen wir in der Methodik ein Übe-Modell. Im Übertagebuch schreibe ich dann meistens in stenografischer Form eben diese Modelle auf.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="848" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header.jpg" alt="Übeplan Vorlage what is practice" class="wp-image-6323" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header.jpg 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header-212x300.jpg 212w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 class="wp-block-heading">Lade dir die Übeplan-Vorlage herunter</h4>



<p>Die größte Herausforderung beim Üben ist es, sich auf bestimmte Aspekte zu fokussieren. Diese sinnvoll auszuwählen ist nicht immer leicht. Genau dabei hilft dir die&nbsp;<strong>what is practice Übeplan-Vorlage</strong>.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Definiere deine Ziele</li>



<li>Coaching-Tool zum Visualisieren deiner Stärken und Schwächen</li>



<li>Auswertungs-Vorlage, die dich beim Erreichen deiner Ziele unterstützt</li>



<li>Übe-Tipps</li>
</ul>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">jetzt im Shop ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Jetzt haben Sie gerade schon Ihre Methode angesprochen: Gedrucktes Buch oder Online-Methode?</strong></p>



<p>Ich möchte einen zweiten Joker kaufen (lacht).</p>



<p>Als ich das Buch schrieb, war mir von Beginn an klar, dass sich das geschriebene Wort nur sehr bedingt eignet, um über Musik etwas zum Ausdruck zu bringen. Das ist einfach ungeheuer schwer. Wenn es beispielsweise darum geht, zu verschriftlichen, was ein weicher Klang ist. Was ein geerdeter Anschlag ist. Deswegen war mir von Anfang an klar, dass es zu dem Buch auch ein digitales Produkt braucht. Während ich das Buch schrieb, skizzierte ich bereits gedanklich die digitale Klaviermethodik. Die Inhalte des Buches werden aufgegriffen und in vertiefter Form, mithilfe von Lehrvideos, im Internet zugänglich gemacht.</p>



<p>Nun hat das Buch Vorzüge, die ein digitales Projekt nicht hat. Das Buch nämlich ermöglicht Ihnen, die gesamte Klaviermethodik wortwörtlich in den Händen zu halten. Das heißt Aspekte wie einen Überblick zu gewinnen oder Referenzen zu suchen geht mit so einem Digitalprojekt nur schwer. Auch das Medium Video in der zeitlichen Bindung ermöglicht es Ihnen nur bedingt, mal schnell etwas nachzuschlagen. Insofern ist das aus meiner Sicht die perfekte Ergänzung.</p>



<p><strong>Das Buch kam vor ziemlich genau drei Jahren raus. Wie kam es zur Idee? Hatten Sie vorrangig an Ihre Studierenden gedacht, die so eine Komplettübersicht in den Händen halten sollten?</strong></p>



<p>Die Grundidee entstand noch während meiner Studienzeit. Mich beschäftigte von Beginn an immer die Frage, wie denn eigentlich das musikalische Lernen, das instrumentale Lernen genau funktioniert. Wie arbeitet das Gehirn? Wie sind diese Prozesse zu beschreiben, die am Ende im Konzert zu diesem unglaublichen Zustand des selbstvergessenen Aufgehens in der Musik führen? Wie funktioniert das? Ich habe dann alles gelesen, was ich finden konnte, und habe festgestellt, dass der Anfängerbereich sehr, sehr gut elaboriert ist. Es gibt Hunderte von Klavierschulen, die Anleitung geben, wie man so in den Anfängen sich dem Klavierspiel widmen kann. Und dann gibt es faszinierende Bücher auf der anderen Seite &#8211; teils von Profis, in denen es eher um Musik allgemein geht und mir keine Antworten zur konkreten Erarbeitung eines neuen Stücks gegeben werden konnten.</p>



<p>Ich sprach daraufhin mit unzähligen Pianisten, die weit besser spielten als ich. Ich sprach mit unzähligen Professoren und ich las alles, was ich in die Hände bekommen konnte. Und daraus hat sich dann ein Kanon von Methoden geformt. Ich habe das dann angefangen auszuprobieren, auch an den eigenen Studierenden. Und so hat sich im Laufe von 25 Jahren dann ein einmaliges Portfolio an Methoden geformt.</p>



<p><strong>Jetzt sind wir auch schon mitten im Thema drin. Ich habe noch eine abschließende Entweder-oder-Frage: Mental oder physisch üben?</strong></p>



<p>Das sind gute Fragen, die Sie stellen. Ich muss den dritten Joker reklamieren. (lacht)</p>



<p>Glenn Gould sagte in seinem berühmten Zitat: <em>„Man spielt mit dem Kopf Klavier, nicht mit den Händen.“</em></p>



<p>Was wir am Klavier üben, kann man in zwei Ausprägungen erfahren: Entweder es ist eine Art intuitive Suche, bei der wir uns durch den lebendigen Kontakt mit dem Instrument inspirieren lassen. Das heißt, das, was unsere Hände manchmal ungeplant tun, befruchtet unsere Intuition. Wir entdecken plötzlich am Instrument Dinge, die uns sonst verborgen geblieben wären.</p>



<p>Das andere Üben am Instrument aber folgt der Realisierung einer hochpräzisen Vorstellung, einer Imagination. Etwas, was wir innerlich an Musik repräsentiert vorfinden. Sozusagen das geistige Bild der Musik. Und das Üben ist dann die Klangwerdung dieses geistigen Bildes. Und für mich ist dieser zweite Aspekt der, der vielleicht 95&nbsp;% der Arbeit darstellt, weil ich glaube, dass das Nachdenken über Musik den Hauptteil der Beschäftigung mit Musik ausmacht.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Mentales Üben bedeutet auch, die eigenen Gedanken zu verschriftlichen.&#8220;</p><cite>Christian Pohl</cite></blockquote></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasistmentalesueben">Was ist mentales Üben?</h2>



<p><strong>Das ist spannend, dass Sie das doch so stark zu einer Seite gewichten. Um an dieser Stelle einzuzäunen, worüber wir ganz konkret sprechen, wenn wir das mentale Üben oder das mentale Training hier erwähnen. Wo geht für Sie mentales Üben los? Sie haben gerade das Nachdenken über Musik angesprochen &#8211; ist das schon eine Form des mentalen Übens für Sie?</strong></p>



<p>Ich glaube, wenn Sie morgens unter der Dusche stehen und eine Melodie singen oder pfeifen oder in Ihrem Kopf hören, dann ist das bereits mentales Üben. Es ist vielleicht nicht bewusst gesteuert, aber Sie arbeiten in diesem Moment schon an der Musik. Wenn Sie sich dann vornehmen, dies oder jenes gedanklich zu durchgehen, dann trifft das, was wir mit mentalem Üben meinen. Aber jegliche Form geistiger Beschäftigung mit Musik möchte ich unter dem Begriff des mentales zusammenfassen.</p>



<p><strong>Würden Sie sagen, dass es eine Voraussetzung für das mentale Üben gibt?</strong></p>



<p>Das ist eine gute Frage. Ich weiß nicht, ab welchem Alter die rein geistige Beschäftigung mit Musik in einem professionellen Kontext beginnen kann.</p>



<p><strong>Sie haben in Ihrem Aufsatz in „Handbuch Üben“ von Ulrich Mahlers drei Säulen beschrieben: Konzentration, Imagination und Suggestion. Ich habe diese als eine Art Grundfähigkeiten verstanden, damit das mentale Üben möglichst erfolgreich ist. Könnte man diese als Schlüsselqualifikationen nehmen, damit mentales Üben gelingt?</strong></p>



<p>Also ich glaube die Konzentration, dass man sich, in einen Zustand versetzt, in dem man etwas, das man zuvor am Instrument erlebt hat, gedanklich reproduzieren kann, ist die erste Voraussetzung in frühen Stadien.</p>



<p>Im zweiten Stadium kann man auch das, was man noch nicht am Instrument getan hat, gedanklich &#8211; über eine Fokussierung der Gedanken – vorbereiten. Dass Sie beispielsweise, wenn Sie ein Stück erarbeiten, eine Technik des mentalen Übens verwenden, die anspruchsvoll ist, die aber meiner Erfahrung nach wirklich tolle Wirkung zeigt: Wenn Sie beispielsweise zwei Takte eines Stückes memoriert haben, Sie sie dann einmal gedanklich transponieren. Das ist zumindest für mich sehr anspruchsvoll. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, wenn mir das gelingt, dann erscheint mir der Notentext in einer Transparenz, die für mich einfach überwältigend ist.</p>



<p>Wie kann ich denn zwei Takte gedanklich so transponieren? Wie geht das eigentlich? Und ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass mithilfe einer strukturellen Reduktion nach Schenker dies gut funktioniert. Das heißt, dass man zuerst die Struktur transponiert und später die Prolongation gedanklich nachvollzieht. Also ganz einfach gesagt:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="305" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Struktur-Transposition-1024x305.webp" alt="Notenbeispiel aus Podcast - Struktur und Prolongation" class="wp-image-6413" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Struktur-Transposition-1024x305.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Struktur-Transposition-300x89.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Struktur-Transposition-768x229.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Struktur-Transposition-1536x458.webp 1536w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Struktur-Transposition.webp 1886w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Transposition nach E-Dur mithilfe einer strukturellen Reduktion</em></figcaption></figure>
</div>


<p>Wir haben diese Akkordbrechung. Jeder einzelne Ton ist mit dieser chromatischen Nebennote ornamentiert. Die gedankliche Transposition würde jetzt folgendes machen: Wir vergegenwärtigen uns zunächst die Struktur – also den Dur-Akkord. Zunächst transponieren wir anschließend gedanklich diesen Dreiklang, beispielsweise nach E-Dur. Wenn mir das gelingt, dann kann ich im nächsten Schritt die Prolongation, also die Ornamentation der einzelnen Akkordtöne, gedanklich vollziehen.</p>



<p><strong>Das ist sehr spannend, dass Sie das an dieser Stelle schon ansprechen. Diese Frage habe ich mir in der Vorbereitung sehr intensiv gestellt. Das setzt bei allen Studierenden oder bei allen Menschen, die diese Technik anwenden voraus, dass sie ein sehr starkes inneres Gehör haben. Für jemand, der vielleicht hier Schwierigkeiten hat, bzw. sich damit noch ein bisschen schwer tut; der würde dann immer an dieser Stelle Schwierigkeiten bekommen. Und das Tückische dabei ist, dass er den Fehler wahrscheinlich gar nicht selbst merkt. Wissen Sie, was ich meine?</strong></p>



<p>Ich glaube, man muss hier unterscheiden. Wenn wir von innerem Hören oder wenn wir von Denken sprechen. Das innere Hören bewegt sich in einer anderen Dimension als das, was ich gerade versucht habe zu demonstrieren. Ich glaube, hier geht es vielmehr um Denken. Das heißt, wie genau sieht die Imagination aus? Sie können verschiedene Imaginationstechniken verwenden, zum Beispiel:</p>



<p>Was heißt es, sich einen Dreiklang vorzustellen? Sie sagten: Ich kann ihn mir über das innere Gehör vorstellen. Ich kann mir die Intervalle vorstellen. Ja, das ist eine Art und dann haben Sie vollkommen recht, wenn ich das dann transponieren muss und eben innerlich nicht so gut hören ist das schwierig. Aber Sie können im Hinblick auf die Imagination sich auch der <em>visuellen</em> Imagination bedienen. Das heißt, Sie stellen sich innerlich die Klaviatur vor und sehen die entsprechenden Tasten aufleuchten. Transposition bedeutet dann, dass Sie sich die entsprechenden Tasten des E-Dur Akkords vorstellen. Das heißt, das ist eine Visualisierungstechnik.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Haende-am-Klavier.webp" alt="Christian Pohl am Klavier" class="wp-image-6397" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Haende-am-Klavier.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Haende-am-Klavier-300x200.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Haende-am-Klavier-768x512.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Christian-Pohl-Haende-am-Klavier-930x620.webp 930w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Christian Pohl am Klavier</em> (© Foto: Patrick Hinsberger)</figcaption></figure>
</div>


<p>Eine andere Visualisierungstechnik bezieht sich auf das <em>Notenbild</em>. Das heißt, Sie stellen sich den C-Dur Dreiklang auf den Notenlinien vor. Um sich dann später den E-Dur Dreiklang auch auf den Notenlinien vorzustellen. Und dadurch, dass wir von Kindesbeinen an am Klavier saßen und auch Noten gelesen haben, sind das Dinge, für die man wenig Vorbildung braucht.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- mentales üben 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="4563175276"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Kurz dazwischengefragt: Würden Sie eine Art Gewichtung vornehmen, also, dass die eine Methode mehr oder weniger erfolgsversprechender ist als eine andere?</strong></p>



<p>Wenn wir von innerem Hören sprechen, dann habe ich den Eindruck, dass das sehr stark den Bereich des intuitiven Musizierens berührt. Sie können die gleiche Person bitten, den Dreiklang nicht innerlich zu hören, sondern einfach zu singen &#8211; in C-Dur und dann in E-Dur. Ich glaube, das hätte einen ähnlichen Effekt. Für das strukturelle Verständnis von Musik, für das Verständnis der Komposition an sich ist, glaube ich, die Vorstellung auf der Klaviatur oder in den Noten (die kognitive Beschreibung) vielleicht sogar noch wichtiger als die Referenz an die Intuition und Musikalität. Beides ist unerlässlich.</p>



<p><strong>Wahrscheinlich unterscheiden sich die Herangehensweisen auch stark zwischen den verschiedenen Instrumentengruppen. Ich als Bläser bin wahrscheinlich stärker auf eine auditive Vorstellung angewiesen als ein Klavierspieler.</strong></p>



<p>Genau. Ich glaube, da unterscheiden sich die Herangehensweisen im Hinblick auf die unterschiedlichen Instrumentengruppen ganz wesentlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="chopin">Beispiel: Chopins Nocturne in C#-Moll (opus post.)</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Strukturen erfassen und Gestaltungsschichten</h3>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="273" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Chopin-Nocturne-Cmoll-1024x273.webp" alt="Nocturne - Chopin Notentext" class="wp-image-6423" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Chopin-Nocturne-Cmoll-1024x273.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Chopin-Nocturne-Cmoll-300x80.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Chopin-Nocturne-Cmoll-768x204.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Chopin-Nocturne-Cmoll-1536x409.webp 1536w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/Chopin-Nocturne-Cmoll.webp 2036w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Um es für die Zuhörer:innen etwas anschaulicher zu machen, lassen Sie uns das Beispiel aus Ihrem Artikel nehmen: Chopins Nocturne in C#-Moll. Wir haben das „Strukturen erfassen“ (Decodieren) bereits angesprochen. Wäre das ein erster Schritt, um sich ein Stück mental zugänglich zu machen?</strong></p>



<p>Sie haben die Möglichkeit die unterschiedlichsten Schichten eines Werkes mental zu durchdringen. Und die Schicht, auf die wir jetzt gerade zu sprechen kamen, ist eben diese strukturelle Schicht. Und meiner Erfahrung nach ist es empfehlenswert, dass man versteht, womit man sich beschäftigt (in kompositorischer Hinsicht) und dann weiter geht. Manche machen es auch umgekehrt. Wir treffen dann, wenn wir das Stück strukturell in uns aufgenommen haben, natürlich auch auf andere <em>Gestaltungsschichten</em>. Beispielsweise ist eine Gestaltungsschicht die <em>Artikulation</em>. Dass wir gedanklich reflektieren, wie denn eigentlich der eine in den anderen Ton übergehen möchte. Und mentales Üben, was diese Gestaltungsschicht angeht, bedeutet, sich einfach nur Fragen zu stellen, das heißt den entsprechenden Teil innerlich zu spielen.</p>



<p>Eine andere Gestaltungsschicht, die es zu hinterfragen gilt, ist eine meiner Liebsten. Das Thema <em>Brems- und Strebekräfte</em>. Das heißt, Musik im zeitlichen Kontinuum kann ganz unterschiedliche Kräfte freisetzen. <em>Strebende</em> Kräfte, das heißt, die Musik fließt voran. Sie ist wie ein leichter Gebirgsbach, der sich seinen Weg sucht, sozusagen vorantreibend.</p>



<p>Musik kann widerständig sein, als ob sie im tiefsten Winter durch hohen Schnee laufen würde. Das ist wahnsinnig mühevoll. In den Kunstwerken treffen wir auf unterschiedlichste Ausprägungen dieser sogenannten Brems- und Strebekräfte. Und mentales Üben bedeutet, was diese Gestaltungsschicht angeht, sich zu fragen, wie entfaltet sich denn die Musik in dieser und jener Episode? Mentales Üben bedeutet auch, die eigenen Gedanken zu verschriftlichen. Das hilft mir oft sehr. Ich habe im Buch verschiedene Visualisierungstechniken beschrieben. Beispielsweise, wenn die Musik sehr stark im Vorwärtsdrang begriffen ist, dass Sie einen Pfeil, der sich ein bisschen nach rechts neigt, über die Musik zeichnen.</p>



<p><strong>Um es ein wenig einzuordnen und zu strukturieren: Wir haben jetzt Techniken kennengelernt, wie wir uns das Werk einteilen können. Im Buch beschreiben Sie anschließend Techniken des „Sprechens und Verbalisierens“. Nach dem Einteilen in logische Lernabschnitte und Übe-Abschnitte kommen wir jetzt an dem Punkt, wo wir mitsprechen und verbalisieren (Aufschreiben von diesen Informationen). Verstehe ich das richtig?</strong></p>



<p>Ja, ich glaube, dieser ganze Prozess, über den wir im Moment sprechen, ist ein sehr individueller und sehr fluide. Obwohl ich mich als sehr systematischen Menschen sehe ist es für mich wichtig, eine Vielzahl an Angeboten zu kennen und dann eben jeden Tag sehr intuitiv das eine oder das andere beleuchten zu können. Zum Beispiel weiß ich nicht, ob ich so systematisch im Hinblick auf das mentale Üben vorgehen würde. Ich glaube, diese verschiedenen Schichten wird man im Laufe der Werkerarbeitung je nach Lust und Laune beleuchten. Ich würde das jetzt nicht so systematisch aufbauen: Erst mache ich das, dann mache ich das…</p>



<p>Ich glaube, wichtig ist, dass man es kennt, um dann, wenn man Freude dran hat, drauf zugreifen zu können. Und ich würde gerne noch etwas zum Analytischen sagen: Ich glaube, je mehr wir denken, desto weniger müssen wir denken. Ich erlebe dann Unsicherheiten (ein Gefühl des unbefriedigt seins auf der Bühne), wenn ich mir noch nicht ganz sicher bin. Wenn ich noch nicht alle Fragen für mich wirklich geklärt habe. Das heißt, je mehr ich im Vorfeld darüber nachdenke ,desto weniger muss ich später denken.</p>



<p><strong>Ist es nicht eigentlich genau umgekehrt? Umso mehr man sich mit etwas beschäftigt, umso mehr Fragen entstehen, umso unsicherer wird man irgendwann? Das kennt man auch aus ganz vielen verschiedenen anderen Bereichen im Leben,</strong></p>



<p>Ich kann immer nur, wie wir alle, aus dem eigenen Erfahrungshorizont heraus berichten. Ich glaube, dass die Zahl der Fragen im Hinblick auf die Komposition begrenzt sind. Die hat man irgendwann absorbiert und dann gibt es keine Fragen mehr.</p>



<p>Sie haben vollkommen recht, dass bspw. die Bedeutungsebene, wahrscheinlich nie zu einem Abschluss kommt. Es ist so wie eine Pyramide. Es wird immer feiner und feiner und es zeigt sich mehr und mehr durch viele kleine Aspekte.</p>



<p>So zeigt sich das, was der Adorno als das <em>Auratische</em> bezeichnete, nämlich der dahinter liegende Geist und den entdeckt man in der Beschäftigung mit all diesen Fragen. Je klarer sich dann dieser Geist zeigt, desto flexibler ist man auch wieder in der Formung dieses oder jenes Details. Das heißt, um auf Ihre Frage zu antworten ich erlebe es genau umgekehrt.</p>



<p>Je mehr ich mir die Fragen stelle und je mehr ich mich mit einem Werk beschäftige, desto mehr wird das Werk meins und desto mehr wird es zum auch Ausdruck meiner musikalischen Intuition. Eine letzte Bemerkung. Was bedeutet denn Nachdenken? Was bedeutet denn Analyse? Es bedeutet nichts anderes als Bewusstmachung von Intuition. Das heißt, wenn ich über etwas nachdenke, leuchte ich ins Dunkel des Unbewussten hinein. Mache es greifbar und lasse es zurück ins Unbewusste sinken. Aber dadurch habe ich es sozusagen destilliert. Und dann, wenn ich einmal entdeckt habe, dass das ein bspw. Dreiklang ist, dann stellt sich die Frage nicht mehr. Wenn ich einmal entdeckt habe, wie das gebaut ist, stellt sich die Frage nicht mehr. Sehen Sie, und deswegen möchte ich doch nach wie vor ein Plädoyer für das Nachdenken proklamieren. Ich glaube nicht, dass man zu viel nachdenken kann. Ich glaube aber, dass man, wenn man falsch rangeht, man in eine Art von Verstopfung hineinkommen kann.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- mentales üben 3 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="1653106758"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="aufgabe">Aufgabenorientiertes Üben</h3>



<p><strong>Sie haben in Ihrem Aufsatz von zwei Schritten gesprochen &#8211; und das fand ich zumindest im Geschriebenen sehr gut gegliedert (auch, wenn ich verstehe, dass sich diese Trennung nicht so scharf im eigentlichen Üben vollziehen lässt). Den Decodier-Schritt haben wir bereits hinreichend besprochen.</strong></p>



<p><strong>Das heißt, wenn wir diese Stellen alle so für uns herausgefiltert haben und wollen aus dem Spielmodus wieder in einen Arbeitsmodus kommen, wie findet dieser Übergang statt? Also wie gehen wir handwerklich im nächsten Schritt vor?</strong></p>



<p>Das ist eine wunderbare Frage. Wir nehmen mal an, wir haben jetzt eine Nocturne von Chopin und wir haben all diese grundlegenden Aufgaben erledigt. Also wir kennen das Stück. Wir haben auch schon eine ungefähre Vorstellung entwickelt. Wir wissen, wie wir mit den Brems- und Strebekräfte arbeiten, wie wir artikulieren usw. Jetzt treten wir in ein neues Stadium des Übens ein, wo wir mit solchen Standard-Patterns nicht mehr weiterkommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn wir in diesem Stadium arbeiten, wir den Spielmodus brauchen.</p>



<p>Ich beginne meinen Übetag, indem ich mich uneingespielt ans Klavier setze, das Aufnahmegerät anschalte und den Satz oder das Werk spiele. Egal was passiert. Egal wie gut oder schlecht ich mich fühle. Ich spiele, als ob Publikum vor mir sitzt. Das gibt mir dann am Morgen sozusagen den „Worst Case“. Anschließend nehme ich die Aufnahme und setze mich in den Sessel und höre mir die gesamte Aufnahme an. Takt für Takt.</p>



<p>Ich höre, was ich spiele. Und dann vollzieht sich, wenn ich dann beispielsweise nach wenigen Sekunden stoppe, eine Synchronisation. Ich versuche zu synchronisieren, was ich mit meiner Vorstellung höre und gespielt habe. Und ich frage mich, wo sind die beiden Bilder inkongruent? Wo klingt es nicht so, wie ich will? Das schreibe ich mir auf. So erstelle ich mir eine Arbeitsliste, die kann manchmal circa 30 bis 40 Punkte umfassen kann.</p>



<p>Im zweiten Schritt stelle ich mir dann die Frage, wie erarbeite ich mir nun die einzelnen Punkte? Üben bedeutet wiederholen. Was Wiederholungen angeht gibt es zwei strategische Ausrichtungen: Entweder ich arbeite mit Wiederholungsbegrenzung (z.B. 20 Mal spielen) oder ich arbeite mit zeitlicher Begrenzung (z.B. drei Minuten spielen). Und so arbeite ich mich durch die ganze Arbeitsliste durch, lasse die Aufnahme nebenher laufen und höre dann immer ganz kurz die letzten Sekunden ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was">Vom <em>Was</em> zum <em>Wie</em></h2>



<p><strong>Ich hatte die die Gelegenheit gehabt, ihre digitale Klaviermethodik ein wenig vorab zu testen. Vielen Dank noch mal an der Stelle. Und weil ich kein Pianist bin, haben mich natürlich besonders die Übe-Konzepte interessiert. Weil wir es gerade von Wiederholungsbegrenzungen hatte: Wann ist der entscheidende Zeitpunkt weiterzugehen? Also wann ist die Gefahr der Monotonie zu groß? Denn es gibt ja auch den von Prof. Eckart Altenmüller beschriebenen Penelope Effekt, dass man auch zu viel üben kann und sich dann schlechte Bewegungsmuster einprägen.</strong></p>



<p>Das ist ein wichtiger Punkt, der den großen Bereich metakognitive Lernstrategie betrifft. Das heißt: wie ich einzelne Tools, einzelne Werkzeuge benutze, ist das eine &#8211; sie aber dann innerhalb des Tages zur richtigen Zeit, in der richtigen Intensität, anzuwenden, ist das andere.</p>



<p>Als sehr wirkungsvoll hat sich herausgestellt, dass Sie eine Aufmerksamkeitsspanne von 25 bis 30 Minuten in Ihr Üben einbeziehen sollten. Das heißt: Teilen Sie Ihren Übe-Tag ein in sogenannte Slots von 25 bis 30 Minuten ein. Wenn Sie fünf Stunden Zeit haben, haben Sie zehn Slots. Natürlich nicht alle hintereinander, sondern mit kleinen Pausen.</p>



<p>Wie fülle ich einen Übe-Slot? Sie haben gefragt, ob es Richtwerte im Hinblick auf die Wiederholungszahl gibt. Wenn Sie bezugnehmend auf das Thema Übe-Tagebuch am Anfang unseres Gespräches Buch führen, wie viel Wiederholungen Sie bei einem Punkt gemacht haben (z.B. im Rahmen des aufgabenorientierten Übens) dann wissen Sie, diese Wiederholungszahl war gut. Wenn Sie merken, der gleiche Fehler passiert wieder, dann wissen sie, da muss ich mit höherer Intensität oder mit mehr Variabilität ran.</p>



<p>Ich erinnere mich noch gut an meinen Pädagogikprofessor Professor <strong>Dr. Anselm Ernst <a href="https://www.stretta-music.de/ernst-lehren-und-lernen-im-instrumentalunterricht-nr-151014.html?ref=47183">„Lehren und Lernen“</a></strong>.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://www.stretta-music.de/ernst-lehren-und-lernen-im-instrumentalunterricht-nr-151014.html?ref=47183"><img loading="lazy" decoding="async" width="459" height="648" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/151014-00.webp" alt="" class="wp-image-6419" style="width:206px;height:auto" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/151014-00.webp 459w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/03/151014-00-213x300.webp 213w" sizes="auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Lehren und Lernen im Instrumentalunterricht</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Anselm Ernst</h4>



<p>Das Handbuch begründet erstmalig eine allgemeine Didaktik des Instrumentalunterrichts. Es beschreibt fächerübergreifend Ziele, Lerninhalte und Lehrmethoden und bietet eine Fülle von detaillierten Vorschlägen für die Praxis. Der Leser erfährt Wesentliches über die Gestaltung der Lehrer-Schüler-Beziehung, das körpersprachliche Verhalten im Unterricht und die Förderung von Lernprozessen. Der instrumentale Gruppenunterricht wird in einem ausführlichen Kapitel behandelt. Das Buch stellt somit umfassend die zentralen Aspekte pädagogischer Professionalität dar.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://www.stretta-music.de/ernst-lehren-und-lernen-im-instrumentalunterricht-nr-151014.html?ref=47183" target="_blank" rel="noreferrer noopener">jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<p>Er hat ja doch schon etwas Legendenhaftes mittlerweile. Und ich erinnere mich noch gut daran, wie wir einmal über das Thema Over Learning sprachen. Das heißt weiter zu üben, obwohl Sie etwas schon können. In meiner Klaviermethodik findet sich dieser Punkt am ehesten in der sogenannten Stabilisierungsmethode.</p>



<p>Die Methode arbeitet mit Wiederholung (begrenztem Üben). Das heißt, Sie arbeiten makroskopisch. Sie nehmen, wenn Sie etwas schon ziemlich gut können, zum Beispiel eine 3/4 Seite. Die Aufgabe besteht darin, keinen Parameter, der gedankliche Frische bringen könnte, zu verändern. Sie versuchen sich zehn Mal in die Empfindung dieser Episode hineinzuversetzen. Da habe ich unglaubliche Erfahrungen gemacht. Was passiert? Sie fangen an und die erste Wiederholung klappt super. Sie arbeiten auch in einem bequemen Tempo. Auch die zweite Wiederholung klappt super. Die dritte Wiederholung: Jetzt beginnt es Ihnen schon langweilig zu werden. Aber es klappt aber immer noch. Vierte Wiederholung: Nun passieren die ersten Fehler, weil sie nicht mehr aufmerksam sind.</p>



<p>Sie brauchen allerdings zehn fehlerfrei Wiederholungen. Klingt auf den ersten Blick stupid – ich weiß. Warten Sie. Jetzt kommen Sie in eine Situation, die emotional der Konzertsituation entspricht. Sie können im Konzert nämlich auch nicht beliebig oft wiederholen. Die einzige Möglichkeit, damit Sie bis zur zehnten Wiederholung kommen, besteht darin, dass Sie sich wieder und wieder in diese Episode verlieben. Das heißt, Sie beginnen dann wieder zu spielen und sie richten die Aufmerksamkeit plötzlich auf eine Zwischenstimme. Das machen sie ganz intuitiv. Allein das Durchführen dieser zehn fehlerfreien Wiederholungen führt dazu, dass Sie in die Lage versetzt werden, Musik tiefer zu entdecken.</p>



<p>Wissen Sie, wenn Sie mit einem mit einem Ihnen nahestehenden Menschen zu tun haben, verbringen Sie ja auch Zeit mit ihm, obwohl Sie ihn schon gut kennen. Sie entdecken plötzlich Dinge an diesem Menschen, die Sie nur dann entdecken können, wenn sie weiter mit ihm Zeit verbringen. So ist es auch mit der Musik.</p>



<p><strong>Wenn man es auf den Menschen überträgt, wird das Bild recht stimmig. Es braucht eine Offenheit gegenüber dem Werk, um es wieder auf die Musik zu übertragen. Dass man nicht mit der Haltung an das Werk geht „Ich kann es schon, da gibt es nichts mehr zu entdecken für mich.“. Sondern, dass man sich jedes Mal neu inspirieren, berauschen und emotionalisieren lässt. Das finde ich ganz schön. Es ist faszinierend Ihnen dabei zuzusehen, wie Sie darüber sprechen.</strong></p>



<p>Und genauso wichtig wie diese Beschäftigung, dieses sich immer wieder Einlassen auf eine Episode oder ein Werk ist, ist das Weglegen und das Vergessen. Wir wissen aus den Briefen von Brahms, dass er Kompositionen monatelang ruhen ließ, bevor er wieder zurückkehrte. Ich glaube, dass das eine sehr gute Art ist zu arbeiten ist. Wenn es die Lebensumstände zulassen.</p>



<p><strong>Wir reden ja gerade davon, das Werk wirklich durchzuspielen. Also wir reden von physischem Üben. Beim mentalen Üben geht es ja – wenn wir an den Auftritt, das Probespiel oder den Wettbewerb denken – immer auch darum, dass wir in die Lage versetzt werden sicherer aufzutreten und mit einer größeren Souveränität vorzuspielen. Gibt es nach diesen physischen Übe-Methoden bei Ihnen auch nochmal den Punkt zurück zum mentalen Üben? Also, dass Sie sich vorstellen, wie sich die ganz konkrete Situation vor Publikum, vor der Jury anfühlen wird?</strong></p>



<p>Ich glaube, wenn wir von mentalem Üben und mentaler Vorbereitung einer Konzertsituation sprechen, dann müssen wir unterscheiden: Bereiten wir innerlich das konkrete Konzertereignis vor, in dem wir beispielsweise uns den Konzertraum vorstellen, in dem wir antizipieren, wie wir uns fühlen usw.</p>



<p>Auf der anderen Seite steht die mentale Arbeit am Werk selbst. Und was die konkrete mentale Arbeit angeht, so ist diese gar nicht zu trennen vom Üben am Instrument. Das heißt, das geschieht mit ebensolcher Regelmäßigkeit wie auch das Üben am Instrument. Das mentale Üben und das instrumentale Üben sind wie Einatmen und Ausatmen. Das eine geht nicht ohne das andere. Insofern ist das nicht etwas, was man zu einem bestimmten Zeitpunkt im Arbeitsprozess tut. Sondern es durchzieht den gesamten Arbeitsprozess. Es ist sogar eher so, dass wenn Sie etwas schon sehr gut auch manuell beherrschen, das dann vielleicht sogar weniger Zeit am Instrument und mehr Zeit rein mental mit dem Werk verbracht wird. Das ist eine sehr individuelle Sache.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="anderemethoden">Andere Methoden</h2>



<p><strong>Ich würde gern abschließend den Blick weiten und auf andere Methoden schauen. Ich habe zum Beispiel die Methode von Tanja Orloff Tschekorsky in der Vorbereitung gefunden. Ich weiß nicht, ob sie Ihnen vertraut ist. Gibt es Besonderheiten an Ihrer Methode, die Sie von anderen unterscheidet, oder würden Sie sagen, das ist im Üben so individuell, dass es sich das gar nicht abgrenzen lässt?</strong></p>



<p>Mir persönlich ist es wichtig, dass man als Musiker vieles kennt. Ich glaube, nur wenn man vieles kennt, kann man entscheiden, was man selbst braucht. Oder zu brauchen glaubt. Im Hinblick auf die Klaviermethodik, auf die 27 Methoden, 13 Konzepte und auf die Formulierung von über 50 Lernzielen, die ich entwickelt habe, ist es wichtig (und neu), dass ich versucht habe, es jeweils auf den kleinsten denkbaren Bausteinen herunterzubrechen. Denn das ermöglicht es den Übenden und den Lehrenden diese verschiedenen Vorgehensweisen wirklich unmittelbar nutzen zu können und direkt auszuprobieren.</p>



<p>Sie haben bestimmt gesehen, dass die ganze Klaviermethodik an sogenannten kleinen Lernkarten festgemacht ist. Und auf diesen Lernkarten steht in teilweise ikonographisch aufgehübschter Form der, für den jeweiligen Punkt wichtigen, Aspekt. So kann man sich sehr einfach durch die Vorgehensweisen hindurcharbeiten und entdeckt dann was für einen selbst funktioniert.</p>



<p><strong>Ja, absolut. Das fand ich auch in Ihrer Online-Methode sehr gut. Alle Lektionen weisen unten auf das jeweilige Lernziel hin, auf welches sie einzahlen. Das ist eine Sache, die sich die Musik noch mehr vom Sport abschauen könnte – man denke nur an die Abbildungen an den Geräten im Fitnessstudio, die genau zeigen, welche Muskelgruppen gerade trainiert werden. Am Ende ist das ein sehr hilfreiches Wissen für jeden Musiker, aber auch für jede Person, die unterrichtet.</strong></p>



<p>Also besser könnte ich es nicht zum Ausdruck bringen.</p>



<p><strong>Wir könnten sicher noch weitere Stunden über das Thema sprechen. Das macht sehr großen Spaß Ihnen zuzuhören und die Leidenschaft zu sehen, mit der Sie über das Thema sprechen. Ich würde noch zwei Fragen zum zum Abschluss stellen. Was üben oder lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?</strong></p>



<p>Also im Musikalischen beschäftige ich mich gerade mit der sechsten Partita von Bach. Das lerne ich gerade und das fällt mir schwer, weil es so wenig Zeit außerhalb der Aktivitäten gibt, sich damit zu beschäftigen.</p>



<p><strong>Und wenn Sie jetzt auf Ihre eigene Musikstudierenden-Zeit zurückschauen und sich aus heutiger Sicht einen Tipp mitgeben würden, um welchen Tipp Sie früher als Erstsemester froh gewesen wären. Was wäre das?</strong></p>



<p>Ich würde vielleicht meinem jungen Ich mit auf dem Weg geben wollen, dass für die Raupe die Zerstörung des Kokons eine Zerstörung der umliegenden Welt bedeutet. Und erst später versteht sie, dass sie zu dem wunderbaren Schmetterling werden musste &#8211; werden konnte &#8211; nur indem der Kokon gerissen ist und zerstört wurde.</p>



<p>Künstlerische Entwicklungsprozesse sind schmerzhaft. Wenn man über sich hinauswächst, gibt es Wachstumsschmerzen. Und deshalb ist es so wichtig, dass man als Lehrer ganz behutsam begleitet, auch psychologisch einen angstfreien Raum schafft, in dem diese Prozesse stattfinden können. Dass man als Lernender versteht, dass ein Scheitern immer eine Chance ist, etwas zu lernen. Wenn ich nur Erfolg habe, wie kann ich da etwas lernen? Durch das Scheitern lerne ich und kann wachsen.</p>



<p>Der Ursprung der gesamten Klaviermethodik ist an ein solch schmerzliches Erlebnis gebunden. Ich hatte einen internationalen Wettbewerb zu spielen. Mein Lehrer schickte mich während meines Grundstudiums dorthin. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie bin ich ins Finale gekommen und war krank vor Nervosität. Nicht nur im übertragenen Sinn. Ich weiß, ich war der Situation überhaupt nicht gewachsen und bin mit wehenden Fahnen untergegangen. Ich spielte die zweite Sonate von Rachmaninow. Das ist ein irrwitzig schwieriges Stück und ich weiß nicht mehr, wie ich da das Ende erreichte. Das war der Beginn der Klaviermethodik.</p>



<p>Nachdem ich mich da von diesem Schock erholt hatte, stellte ich mir die Frage, wieso ich im Finale nicht auf mein gesamtes Leistungspotential zugreifen konnte. Ich hatte nicht weniger geübt als die anderen.</p>



<p>Dann habe ich angefangen, die Klaviermethodik zu entwickeln. Und wegen der Klaviermethodik konnte ich Professor werden. Wegen dieser Klaviermethodik konnte ich seit 2009 unzählige Seminare geben. Und auch wegen dieser Klaviermethodik haben jetzt meine Studenten die Möglichkeit, ihr Talent noch besser zu entfalten. Das heißt, der Ursprung war in etwas Negativem, aber die Frucht ist ganz positiv.</p>



<p><strong>Das heißt, wenn wir beim Bild bleiben wollen, ist aus der Raupe inzwischen der Schmetterling entwachsen und fliegt seit mehreren Jahren und Jahrzehnten.</strong></p>



<p>Ja und mal schauen, wie sich dieser Schmetterling dann zu etwas anderem wieder transformiert. Es geht ja immer weiter. Man hört nie auf zu lernen. Das ist das Schöne in unserem Beruf. Und dann gibt es natürlich auch außerhalb des Musischen unendlich viel, was es neu zu entdecken, neu zu lernen gibt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/mentales-uben-christian-pohl/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: Reflect!</title>
		<link>https://what-is-practice.de/must-read/buchtipp-reflect/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/must-read/buchtipp-reflect/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Nov 2023 18:38:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Must Read]]></category>
		<category><![CDATA[Musikschule]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6235</guid>

					<description><![CDATA[Ein Beobachtungs- und Reflexionstool für Instrumental- und Gesangslehrende Reflect! von Silke Kruse-Weber (unter Mitarbeit von Margareth Tumler und Elizabeth Bucura) ist der vierte Band der Grazer Schriften zur Instrumental- und Gesangspädagogik. Spielerisch verbindet es auf besondere Art und Weise didaktisches, theoretisches Wissen mit Musikpraxis. Das Kartenset soll die systematische Reflexion über den eigenen Unterricht anregen.&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/must-read/buchtipp-reflect/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Buchtipp: Reflect!</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ein Beobachtungs- und Reflexionstool für Instrumental- und Gesangslehrende</h2>



<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/6ff3d42df57f46e38c613fe180ed7df1" width="1" height="1" alt="">



<p><strong>Reflect! </strong>von <strong>Silke Kruse-Weber </strong> (unter Mitarbeit von Margareth Tumler und Elizabeth Bucura) ist der vierte Band der Grazer Schriften zur Instrumental- und Gesangspädagogik. Spielerisch verbindet es auf besondere Art und Weise didaktisches, theoretisches Wissen mit Musikpraxis. Das Kartenset soll die systematische Reflexion über den eigenen Unterricht anregen. <strong><a href="https://what-is-practice.de/fehlermanagement-aus-fehlern-lernen-silke-kruse-weber/">Silke Kruse-Weber,</a></strong> die bereits Gast im Podcast &#8222;Wie übt eigentlich..?&#8220; war, denkt allerdings noch weiter. <strong>Reflect!</strong> soll nicht nur Optimierungswerkzug sein, sondern kann auch bei Kommunikation und Kollaboration an Musikschulen, Hochschulen oder in Bewerbungsverfahren unterstützen. Auch im Austausch mit Kolleg*innen oder in Lehrer*innen-Elterngesprächen kann <strong>Reflect! </strong>zum Einsatz kommen.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="724" height="1000" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/reflect.jpg" alt="Cover des Buchs Reflect! Ein Beobachtungs- und Reflexionstool für Instrumental- und Gesangslehrende von Silke Kruse-Weber, unter Mitarbeit von Margareth Tumler und Elizabeth Bucura. Oben ein schwarz-weißes Foto einer spiralförmigen Treppe von oben fotografiert. Darunter ein roter, wellenförmiger Bereich mit dem Titel und Untertitel in weißer Schrift. Oben links das Logo der Reihe „Grazer Schriften zur Instrumental- und Gesangspädagogik“, unten rechts das Verlagslogo „Waxmann“." class="wp-image-7116" style="width:255px"/><figcaption class="wp-element-caption">Reflect! von Silke Kruse-Weber</figcaption></figure>
</div>


<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3NohKDZ">Jetzt ansehen*</a></div>
</div>



<p style="font-size:8px">*Affiliate Link: Wenn du das Buch über diesen Link kaufst erhalte ich 5% Provision. Für dich bleibt der Preis gleich – allerdings unterstützt du damit ganz automatisch meine Arbeit. Vielen Dank also!&nbsp;<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Kompetenzen spielerisch stärken</h2>



<p>Mithilfe von offenen Fragen werden Lehrkräfte in </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>sozial-kommunikativen-</li>



<li>didaktisch-methodischen- </li>



<li>künstlerischen- </li>



<li>Selbstlernkompetenzen </li>
</ul>



<p>zur Selbstreflexion angeregt. Diese bilden für Silke Kruse-Weber die Grundlage eines guten Unterrichts. Denn obwohl wir oftmals viel über den idealen Unterricht wissen, hemmen uns eigene Schülererlebnisse.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>„Teachers teach as they were taught, not as they were taught to teach“</p><cite>H.B Altmann</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Reflect! 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="3778575869"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Arbeitsblätter runden das Buch ab</h2>



<p>Neben dem Kartenset helfen auch <strong>Arbeitsblätter</strong> über das eigene Unterrichten und Arbeiten als Musiker*in ins Nachdenken zu kommen. Das Balance Wheel (in Anlehnung an das Coaching-Tool <em>&#8222;Wheel of Life&#8220;</em>, das es in ähnlicher Form auch bei <a href="https://what-is-practice.de/optimal-ueben-mit-susan-williams/">Susan Williams </a>&#8222;Optimal Üben&#8220; gibt) ist dabei ein hervorragendes Werkzeug sich übersichtlich über eigenen Stärken und Schwächen klar zu werden. Dabei überzeugt, dass es nicht beim ersten Übersichtsschritt (Balance Wheel) bleibt, sondern auch Anregungen zur Veränderung (in Form von weiteren Nachfragen) gegeben werden. Die Arbeitsblätter existieren für alle vier Kompetenzbereiche.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Für die Autorinnen um Silke Kruse-Weber steht bei Reflect! nicht weniger als ein erfüllendes Berufsleben im Vordergrund. Mehrmals wird im Buch darauf verwiesen dass, &#8222;<strong>wenn Denken, Fühlen und Handeln von uns Lehrenden in einem begründeten und sinnstiftenden Zusammenhang stehen, [&#8230;] daraus Berufszufriedenheit folgen</strong>&#8220; kann. Damit erweitert sich der Einflussbereich von Musiklehrenden auf mehr als nur eine technische und musikalische Ausbildung. <strong>Reflect! </strong>bringt sie in größere Zusammenhänge wie &#8222;<strong>Makers in Society&#8220;</strong> oder Hartmut Rosas &#8222;<strong>Resonanztheorie</strong>&#8220; (ein googeln dieser Theorie lohnt sich &#8211; ich empfehle des weiteren auch den Podcast <a href="https://open.spotify.com/episode/64vlfJKBAYNWuurnOHiBll?si=e92cdefc9f3b472c"><em>&#8222;Hotel Matze&#8220;</em>,</a> in dem Hartmut Rosa bereits zu Gast war). </p>



<p>Mir persönlich gefällt diese weite Auffassung sehr gut. Das Kartenset, damit es seine vollumfängliche Wirkung entfalten kann, funktioniert allerdings nur bei kompletter Ehrlichkeit des Lesers/ der Leserin. Andernfalls verfehlt es sein Ziel. Richtig angewandt ist es jedoch ein sehr gutes Tool, dass uns nicht nur als Lehrkraft sondern uns auch als Musiker*in insgesamt weiterbringen kann.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Auf einen Blick</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://amzn.to/3NohKDZ"><img loading="lazy" decoding="async" width="459" height="648" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Reflect-Kruse-Weber.jpeg" alt="Cover des Buchs Reflect! Ein Beobachtungs- und Reflexionstool für Instrumental- und Gesangslehrende von Silke Kruse-Weber, unter Mitarbeit von Margareth Tumler und Elizabeth Bucura. Oben ein schwarz-weißes Foto einer spiralförmigen Treppe von oben fotografiert. Darunter ein roter, wellenförmiger Bereich mit dem Titel und Untertitel in weißer Schrift. Oben links das Logo der Reihe „Grazer Schriften zur Instrumental- und Gesangspädagogik“, unten rechts das Verlagslogo „Waxmann“." class="wp-image-6212" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Reflect-Kruse-Weber.jpeg 459w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Reflect-Kruse-Weber-213x300.jpeg 213w" sizes="auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p><strong>Sprache:</strong>&nbsp;Deutsch<br><strong>Verlag:</strong>&nbsp;Waxmann Verlag<br><strong>Umfang:</strong>&nbsp;113 Seiten<br><strong>Für wen:</strong>&nbsp;Musiklehrer*innen, Musiker<br><strong>Sonstiges:</strong></p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button is-style-secondary"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3NohKDZ">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Reflect!2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="4352456784"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/must-read/buchtipp-reflect/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was lernen wir aus unseren Fehlern, Silke Kruse-Weber?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/fehlermanagement-aus-fehlern-lernen-silke-kruse-weber/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/fehlermanagement-aus-fehlern-lernen-silke-kruse-weber/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Nov 2023 11:04:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6200</guid>

					<description><![CDATA[Fehlermanagement in der Musik Wir alle machen Fehler. Doch was verraten sie uns über unser Üben und wie können wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen? Ihr merkt schon: In der heutigen Folge dreht sich alles um das „aus Fehlern lernen“ &#8211; oder anders formuliert: Das Fehlermanagement in der Musik. Mit Prof. Silke Kruse-Weber habe ich&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/fehlermanagement-aus-fehlern-lernen-silke-kruse-weber/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Was lernen wir aus unseren Fehlern, Silke Kruse-Weber?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Fehlermanagement in der Musik</h2>



<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/7baa8a9abf6d411abc95ef7e7070b219" width="1" height="1" alt="">



<p>Wir alle machen Fehler. Doch was verraten sie uns über unser Üben und wie können wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen? Ihr merkt schon: In der heutigen Folge dreht sich alles um das „aus Fehlern lernen“ &#8211; oder anders formuliert: Das Fehlermanagement in der Musik.</p>



<p>Mit <strong>Prof. Silke Kruse-Weber</strong> habe ich mir ich das Thema von drei Seiten angeschaut: Zu Hause beim Üben, bei Konzerten auf der Bühne und natürlich aus der Sicht einer Lehrperson. Welche Tipps Prof. Silke Kruse-Weber aus ihrer langjährigen Forschung zum Umgang mit Fehler hatte, erfahrt ihr in dieser Folge.</p>



<p><strong>Silke Kruse-Weber</strong>&nbsp;war&nbsp;bis Ende September 2022 Professorin für Instrumental- und Gesangspädagogik an der Kunstuniversität Graz. Seit Oktober 2023 ist sie Vertretungsprofessorin für Musikpädagogik/Instrumental- und Gesangspädagogik am <em>Leopold Mozart College für Musik der Universität Augsburg</em>. Vor ihrer akademischen Laufbahn studierte sie Klavier und Evangelische Kirchenmusik und arbeitete als Pianistin sowie Instrumentallehrerin für Klavier. Im Podcast erzählt sie von ihrem persönlichen Weg in die Wissenschaft.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Silke-Kruse-Weber.webp" alt="" class="wp-image-6203" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Silke-Kruse-Weber.webp 350w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Silke-Kruse-Weber-191x300.webp 191w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /><figcaption class="wp-element-caption">Silke Kruse-Weber (Foto: Aleksey Vylegzhanin)</figcaption></figure>
</div>


<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Kruse-Weber 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="1712134973"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Literaturempfehlungen</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://amzn.to/3T6LkBB"><img loading="lazy" decoding="async" width="459" height="648" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Reflect-Kruse-Weber.jpeg" alt="Reflect! Buchcover" class="wp-image-6212" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Reflect-Kruse-Weber.jpeg 459w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Reflect-Kruse-Weber-213x300.jpeg 213w" sizes="auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Reflect! </h3>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Beobachtungs- und Reflexionstool für Instrumental- und Gesangsunterricht</h4>



<p>Mithilfe eines Kartensets entwickelte <em>Silke Kruse-Weber</em> ein Beobachtungs- und Reflexionstool für den Musikunterricht. Erschienen in den Grazer Schriften zur Instrumental- und Gesangspädagogik (Waxmann Verlag). </p>



<p>Das Buch erschien im Juli 2023.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3T6LkBB">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://amzn.to/46hRH81"><img loading="lazy" decoding="async" width="685" height="1000" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Exzellenz-durch-differnzierten-Umgang-mit-Fehlern.jpg" alt="" class="wp-image-6213" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Exzellenz-durch-differnzierten-Umgang-mit-Fehlern.jpg 685w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Exzellenz-durch-differnzierten-Umgang-mit-Fehlern-206x300.jpg 206w" sizes="auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Exzellenz durch differenzierten Umgang mit Fehlern</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Kreative Potenziale beim Musizieren und Unterrichten</h4>



<p>In diesem Sammelband finden sich verschiedene Aufsätze, rund um den Umgang mit Fehlern. Es entstand im Rahmen des Symposiums „Exzellenz durch Umgang mit Fehlern“.</p>



<p>Der Sammelband erschien im Jahr 2012.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/46hRH81">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://amzn.to/3QFljUU"><img loading="lazy" decoding="async" width="244" height="346" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/09/Die-Kunst-der-Lehre-Buch-Cover.webp" alt="Die Kunst der Lehre - Waloschek, Gruhle" class="wp-image-5131" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/09/Die-Kunst-der-Lehre-Buch-Cover.webp 244w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/09/Die-Kunst-der-Lehre-Buch-Cover-212x300.webp 212w" sizes="auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Die Kunst der Lehre</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Praxishandbuch für Lehrende an Musikhochschulen</h4>



<p>In diesem Sammelband von Maria Anna Waloschek und Constanze Gruhle findet sich ein Aufsatze von <em>Prof. Dr. Silke Kruse-Weber</em> und <em>Victoria Vorraber </em>. Thema: Umgang mit Fehlern im Spannungsfeld zwischen Fehlerfreundlichkeit und Perfektionsstreben</p>



<p><strong>Die Kunst der Lehre</strong>&nbsp;erschien 2022 und fasst damit einen sehr aktuellen Stand der Forschung zusammen.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://amzn.to/3QFljUU">Jetzt ansehen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<p>Die Folge mit Prof. Silke Kruse-Weber lässt sich auf allen bekannten Streaming Plattformen kostenlos anhören.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Spotify</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-8ddd4dca" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://open.spotify.com/episode/5gjThk9xaoJJqVhihDIqsv?si=022ac5172ee14c31" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-spotify"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/5gjThk9xaoJJqVhihDIqsv?si=022ac5172ee14c31">Jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Apple Podcast</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-4995d725" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000635385278" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fas fa-podcast"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000635385278">Jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">YouTube</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-13bc56d4" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><i class="fab fa-youtube"></i></span></div>
</div>
</div>



<p></p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview mit Silke Kruse-Weber</h2>



<h3 class="wp-block-heading">INHALT</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li style="text-transform:uppercase"><a href="#musikerin">Von der Musikerin zur Musikpädagogin</a></li>



<li style="text-transform:uppercase"><a href="#fehlerzuhause">Fehler im eigenen Üben (zu Hause)</a></li>



<li style="text-transform:uppercase"><a href="#fehlermanagement">Fehlermanagement</a></li>



<li style="text-transform:uppercase"><a href="#fehleralslehrkraft">Fehler als Lehrkraft</a></li>



<li style="text-transform:uppercase"><a href="#rollen">Unterschiedliche Rollen der Lehrkraft</a></li>



<li style="text-transform:uppercase"><a href="#fehleraufderbuehne">Fehler auf der Bühne</a></li>



<li style="text-transform:uppercase"><a href="#outro">Outro</a></li>
</ul>



<p><strong>Vervollständige folgenden Satz: Üben heißt für Sie….</strong></p>



<p>Die Musik und mich umfassend erforschen.</p>



<p><strong>Welche Musik (Album / Künstler) läuft bei Ihnen gerade in Dauerschleife?</strong></p>



<p>In Dauerschleife gibt es aktuell keine Musik. Aber Martha Argerich mit den Bach Sonaten für Violoncello und Klavier, bzw. im Original für Gambe, höre ich sehr sehr oft. Sie begleiten mich seit Jahrzehnten durch mein Leben.</p>



<p><strong>Welche CD / Welcher Künstler*in hat Sie musikalisch (auf Ihr Spiel bezogen) am meisten geprägt ?</strong></p>



<p>Um ehrlich zu sein gibt es hier eine Schallplatte, die ich als Konfirmandin geschenkt bekommen habe: Die Balladen von Frédéric Chopin mit Artur Rubinstein. Die g-Moll Ballade hatte es mir damals so angetan, dass ich Klavier studieren wollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="musikerin">Von der Musikerin zur Musikpädagogin</h2>



<p><strong>Sie haben zunächst Evangelische Kirchenmusik und später Klavier studiert. Und haben dann– wenn man so möchte – Ihre akademische Laufbahn mit einem Musikwissenschaftsstudium und einer Promotion in Musikpädagogik fortgesetzt. Daneben waren Sie lange Zeit auch weiter künstlerisch aktiv. Beides ist sehr zeitintensiv. Wie sah Ihr persönliches Üben über diese Zeit aus?</strong></p>



<p>Als ich bereits mehrere Jobs innehatte, fand mein Üben zumeist in Blöcken statt. Für bestimmte Konzerte habe ich mich in den Monaten zuvor gezielt und intensiv vorbereitet. Aber es war nicht mehr das tägliche Üben direkt nach dem Aufstehen am Morgen, so wie es zuvor war. Das konnte es nicht mehr sein, da meine Zeit auch mit anderen Dingen ausgefüllt war.</p>



<p><strong>Wie hat Ihr Üben von Ihrer Forschung profitiert?</strong></p>



<p>Meine Forschungstätigkeiten sind erst seit ca 2000 im Rahmen meiner Dissertation dazugekommen. Allerdings, wenn ich jetzt erneut mit dem Musizieren anfangen sollte, dann würde dies ganz sicher Auswirkungen auf mein Üben haben.</p>



<p><strong>Wie anders würden Sie heute üben?</strong></p>



<p>Ich würde bewusster, noch spielerischer und weniger eng fokussierend auf nur ein bestimmtes Ziel üben. Viel mehr erforschen, was alles möglich ist. Kurz um: umfassender üben.</p>



<p><strong>Wie haben Sie sich entschieden, die aktive musikalische Karriere für die wissenschaftliche einzutauschen? Gab es hierfür einen speziellen Anlass?</strong></p>



<p>Das war in der Tat ein langer Prozess. Als ich damals noch Pianistin und Klavierlehrerin war, erhielt ich ein Stipendium für eine Promotion. Zunächst war dies ein externaler Grund diese sehr reizvolle Arbeit aufzunehmen. Gleichzeitig war ich zu dieser Zeit auch bereits Mutter und suchte nach Wegen, mein Leben weniger stressig zu gestalten. Ich hatte Probleme mit Aufführungsangst und wollte dies nicht so stark auf die Familie projizieren. Also suchte ich nach neuen Perspektiven.</p>



<p>Im Laufe der Zeit fand ich ein Dissertationsthema: es waren Schriften über das Lernen und Lehren im Klavierunterricht im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Zunächst verstand ich diese kaum, da ich nicht wusste auf was es zu achten galt. Wer ist wer? Was ist überhaupt wichtig? Mit der Zeit fand ich dann aber einen Zugang.</p>



<p>Gleichzeitig unterrichtete ich bereits und stellte fest, dass mir das Unterrichten (und auch das eigene Üben) viel mehr Spaß bereiten. Ich hatte zunehmend mehr „theoretische Brillen“, mit denen ich das Unterrichten begründen und beobachten konnte. Das hat mir nicht nur sehr viel Freude gegeben, sondern wirkte sich auch positiv auf die Schülerinnen und Schüler aus. Weiter und weiter habe ich mich dann zu einer Musikpädagogin transformiert und dies dann schließlich auch bis in die wissenschaftliche Arbeit ausgedehnt.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Ich hatte zunehmend mehr „theoretische Brillen“, mit denen ich das Unterrichten begründen und beobachten konnte. Das hat mir nicht nur sehr viel Freude gegeben, sondern wirkte sich auch positiv auf die Schülerinnen und Schüler aus.&#8220;</p><cite>Silke Kruse-Weber</cite></blockquote></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Kruse-Weber 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="5775503062"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehlerzuhause">Fehler im eigenen Üben (zu Hause)</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Von Fehlerfreundlichkeit und Risikomanagement</h3>



<p><strong>Also man kann sagen, ein sehr persönlicher Beweggrund letztlich. Irgendwann hat sich Ihr Forschungsschwerpunkt auf das Themengebiet „Fehler“ ausgeweitet. Die naheliegendste Frage ist da natürlich: Was war Ihr letzter Fehler und wie sind Sie damit umgegangen?</strong></p>



<p>Ich habe gerade vor fünf Minuten einen Fehler entdeckt (lacht).</p>



<p>Anlässlich dieses Podcasts habe ich in einem meiner Artikel geschaut und gesehen, dass dort ein Wort nicht stimmt. Nun gut, ich kann darüber inzwischen schmunzeln. Es regt mich nicht besonders auf, aber ich habe es festgestellt. Es lässt sich jetzt nicht mehr korrigieren. Ich denke aber, man versteht die Message dennoch.</p>



<p><strong>Man könnte sagen, dass Sie also eine gute Gelassenheit mit der Zeit entwickelt haben. Wenn wir die Frage nun auf die Musik übertragen, stellen wir fest, dass an Hochschulen und im Musikunterricht oftmals das Prinzip &#8222;Fehlervermeidung&#8220; praktiziert wird. Das überträgt sich dann logischerweise auf das eigene Üben zu Hause. Warum ist dieses Prinzip nicht förderlich?</strong></p>



<p>Vor allem für das eigene Musizieren nicht förderlich. Es ist ein erster Schritt hin zur Entwicklung einer möglichen Auftrittsangst.</p>



<p>Wenn ich, wie ich es eingangs bereits geschildert habe, daraufhin übe keine Fehler mehr zu machen, wird der Spielraum, in dem ich musizieren kann, immer enger. Das löst Angst aus. Andererseits möchte man natürlich ein großartiges Ergebnis abliefern und freut sich, über ein gelungenes Konzert. Allerdings sind die Wege dorthin nicht linear.</p>



<p><strong>Was sind Ihrer Meinung nach bessere Strategien, um im eigenen Üben mit Fehlern umzugehen?</strong></p>



<p>Da gibt es viele Ansätze. Bekannt ist die sogenannte <em>Fehlerfreundlichkeit</em> bei der man sich mit Fehlern auseinandersetzt und Gelegenheiten bietet, sie zu verbessern.</p>



<p>Zur Vorbereitung einer Aufführung ist das sogenannte Risikomanagement wichtig<em><s>. </s></em>Das heißt, dass ich eine Aufführung nicht so plane, als dass sie ideal verläuft und ich mich nicht darauf vorbereite, welche Störfaktoren eintreffen könnten. Sondern im Gegenteil: Je mehr mögliche Störfaktoren ich mir kreativ im Vorfeld überlege und den Umgang mit ihnen beim Üben trainiere, desto emotional entspannter meine Haltung während der Aufführung.</p>



<p>Meine Klavierschüler*innen haben diese Art des Risikomanagement im Unterricht besonders geliebt. Eine kleine Anekdote dazu: Kurz vor einer Aufführung haben wir im Unterricht eine Aufführungssituation simuliert, bei der ich mit Papier geraschelt oder als Höhepunkt vom Klavier-Hocker gefallen bin. Die Schüler*innen sollten möglichst weiterspielen und sich nicht ablenken lassen.</p>



<p><strong>Lassen Sie uns gerne hier einmal einsteigen. Den Effekt, auf den Sie hier gerade anspielen ist der sogenannte <a href="https://steadyhq.com/de/wie-uebt-eigentlich/posts/b5253c16-2e1d-4c57-9376-24aeafe7bebc"><em>„Rumpelstilzchen-Effekt</em>“</a>. In Ihren Büchern geben Sie noch weitere Störbeispiele, wie z.B. direkt nach dem Sport spielen (mit hohem Puls) oder mit verschiedenen Raumtemperaturen experimentieren.</strong></p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="420" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2025/04/10-uebe-gebote_web.jpg" alt="Ein Poster mit dem Titel „MEINE 10 ÜBE-GEBOTE“. Darunter folgen zehn Tipps für effektives Üben eines Musikinstruments, nummeriert von 1 bis 10. Die Tipps beinhalten Empfehlungen wie geduldig mit sich selbst zu sein, ausreichend Pausen zu machen, auf Klangdetails zu achten, Wiederholungen zu reduzieren, Klang und Technik zu verbinden, Übezeiten zu planen, Aufnahmen zur Kontrolle zu nutzen, langsam zu üben, auf eine entspannte Körperhaltung zu achten und Erfolge bewusst wahrzunehmen. Am unteren Rand befinden sich das Logo von &quot;whipr.&quot; und ein QR-Code." class="wp-image-6976"/></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Melde dich für meinen High Five Newsletter an und erhalte 10 Übe-Tipps gratis!</strong></h4>



<p>Einmal im Monat nehme ich dich mit hinter die Kulissen meines Podcasts:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du erfährst exklusiv, wer meine nächsten Gäste sind.</li>



<li>Du bekommst praxiserprobte Einblicke in das Thema Üben.</li>



<li>Du erhältst handverlesene Bücher- und Musiktipps direkt auf dein Handy oder deinen Rechner.</li>
</ul>



<p>Kurz, kompakt und kostenlos – genau die Inspiration, die du fürs tägliche Üben brauchst.</p>



<p><strong>Nur aktuell:</strong>&nbsp;Als Dankeschön erhältst du meine&nbsp;<strong>10 besten Übe-Tipps</strong>&nbsp;als kostenloses PDF direkt nach deiner Anmeldung!</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-6" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1775099633" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-6" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehlermanagement">Fehlermanagement</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Nicht den Fehler vermeiden, sondern die daraus resultierenden negativen Konsequenzen</h3>



<p><strong>Fehler sollten einfach, schnell und ohne Stress behoben werden. Nehmen wir das Beispiel einer Etüde, die wir gerade neu lernen. Im Erarbeitungsprozess verspielen wir uns in Takt 17. Wie würden wir nun im besten Fall vorgehen?</strong></p>



<p><em>Fehlermanagement</em> brauche ich dann, wenn ich mich auf der Bühne verspiele. Das bedeutet keine Grimassen machen, nicht aufhören, sondern einfach weiterspielen. Ein gutes Vorbild hierzu sind Expert*innen, die ebenfalls Fehler machen. Allerdings hört man sie nicht mehr so stark.</p>



<p>Im Erarbeitungsprozess eines neuen Stücks verhält es sich anders. Es gibt das <em>deliberate practice.</em> Darin teilt man das Stück in verschiedene Bereiche auf und schaut, welche Schwierigkeiten wo liegen. </p>



<p>Zum einen kann man sich harmonisch und satztechnisch mit der Fehlerstelle beschäftigen. Man kann sie in verschiedenen Varianten spielen. Man kann versuchen zu erforschen, wie man die Stelle bewegungstechnisch anders / besser musizieren kann. Auch die Frage, welche Aussage mit dieser Stelle getroffen werden soll, ist ein wichtiger Punkt. Also den Fokus auch auf die musikalische Intention legen und nicht nur auf die Bewegung.</p>



<p><strong>Ich finde, man kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig dieses variantenreiche Üben ist. Können Sie erklären, warum dies so erfolgsversprechend ist?</strong></p>



<p>Es gibt nicht nur ein Ziel, sondern es kommt darauf an, verschiedenes, also auch verschiedene Ziele und Foki zu explorieren. Es geht darum, weniger bewertend zu sein und nicht mehr EIN Richtig oder Falsch aufkommen zu lassen. Stattdessen werden die Spielräume geöffnet und im Hinblick auf eine Erweiterung exploriert. Wie könnte ich es spielen? Was will ich sagen? Wie könnte ich es anders spielen? was könnte ich noch ausprobieren?&nbsp;<em>Das</em>&nbsp;heisst es, umfassend zu üben und zu forschen. Die Folge ist, dass wir im Musizieren dann flexibler und emotional entspannter gegenüber sogenannten „Fehlern“ sind und kreativer mit Ihnen umgehen können, weil wir uns freier fühlen.</p>



<p><strong>An dieser Stelle vielleicht kurz der Verweis auf das Interview mit <a href="https://what-is-practice.de/optimal-ueben-mit-susan-williams/">Susan Williams</a>, die in ihrem Buch „Optimal Üben“ mit den Spielkarten eine ähnliche Übe-Strategie vorschlägt.</strong> <strong>Ein</strong> <strong>typisches Gegenargument, dass sofort kommen könnte wäre, dass sobald man einmal einen Fehler eingeübt hat, es umso länger braucht, bis man ihn wieder überschrieben hat. Würde das nicht für eine sofortige Korrektur sprechen?</strong></p>



<p>Man muss unterscheiden: wir sprechen nicht von einer gewissen Nachlässigkeit. Es gibt von Gerhard Mantel den schönen Ausdruck „Das Prinzip Hoffnung“ – also nur zu hoffen, dass es besser wird, muss unterschieden werden von einem bewussten und umfassenden Üben. Bei einem nachlässigen Üben können sich in der Tat Fehler einschleichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehleralslehrkraft">Fehler als Lehrkraft – Wie ermögliche ich Erfolg bei meinen Schüler*innen?</h2>



<p><strong>Wir haben den Fall ein Schüler, eine Schülerin oder im Hochschulkontext ein Student oder eine Studentin verspielt sich. Was wäre die beste Art zu reagieren als Lehrkraft? Sofort korrigieren, ignorieren und darauf setzen, dass der Schüler den Fehler sowieso selbst bemerkt hat?</strong></p>



<p>Wenn Lernende aus Fehlern lernen sollen, dann müssen wir sie dazu aktivieren, selbst über ihre Fehler nachzudenken. Bei falschen Tönen habe ich meinen Klavierschülern mit dem sogenannten C-Turm eine gewisse Hilfestellung aufgebaut. Durch Fragen habe ich dann, vor allem die Anfänger-Kinder, hingeleitet, wie sie die richtige Tonhöhe finden können. Es ist wichtig, nicht sofort das Ergebnis zu verraten. Sonst ist ein Lernen aus Fehlern nicht möglich. Leider passiert dies immer noch viel zu häufig – besonders aus Zeitersparnisgründen.</p>



<p><strong>Setzt das jeweils voraus, dass sich die Schüler*innen über ihren Fehler bewusst sein müssen?</strong></p>



<p>Die Nachfragen funktionieren auch dann, wenn die Schüler*innen ihren Fehler vielleicht gar nicht selbst bemerkt haben. Natürlich: Je neuer man in einer Sache ist, desto weniger weiß man möglicherweise, welche Fehler man macht. Selbstverständlich muss ich ihnen dabei Orientierungshilfen an die Hand geben. Einen Weg zum Ziel, den sie spüren und nachvollziehen können.</p>



<p><strong>Im Vorgespräch hatten wir kurz über die <a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich-prof-dr-eckart-altenmueller/">Podcast-Folge mit Prof. Eckart Altenmüller</a> gesprochen. Auch bei ihm ist „spüren“ ein sehr wichtiger Punkt. Die Aufgabe von uns Musikpädagogen ist es daher, dieses „spüren“ bei unseren Schüler*innen im Unterricht erlebbar zu machen.</strong></p>



<p><strong>Zum Abschluss dieses Themenkomplexes hätte ich noch eine Nachfrage zum Bereich „Angst“. In ihrem Buch „Exzellenz durch differenzierten Umgang mit Fehlern“ beschreiben, Sie dass das richtige Maß an Angst auch durchaus etwas positives sein kann. Wie ist das gemeint?</strong></p>



<p>Man sagt, dass ein mittleres Maß an Angst das Ideal ist. Bei einem zu geringen Grad an Anspannung ist man gelangweilt (zu wenig Erregung) und bei einem zu viel an Anspannung tritt Überforderung ein, die bis zur Aufführungsangst gehen kann.. . &nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="281" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Yerkes_dodson_gesetz.webp" alt="Grafik zu Yerkes Dodson Gesetz" class="wp-image-6205" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Yerkes_dodson_gesetz.webp 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2023/11/Yerkes_dodson_gesetz-300x169.webp 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>
</div>


<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em><strong>Mehr Informationen dazu: </strong></em></p>



<p><em>Robert M. Yerkes and John D. Dodson (1908): the relation of strength of stimulus to rapidity of habitformation. Journal of Comparative Neurology and Psychology, 18, 459-482.</em></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="rollen">Unterschiedliche Rollen der Lehrkraft</h2>



<p><strong>In Ihrer Literatur beschreiben Sie sehr ansprechend die verschiedenen Rollen einer Lehrkraft. Besonders gut hat mir der Vergleich Meister und Gärtner gefallen: Also der Lehrer wie ein Gärtner, der Rahmenbedingungen für seiner Schüler*innen schafft versus der Lehrer als Meister. Was steckt hinter diesen beiden Vergleichen?</strong></p>



<p>Das sind zwei Rollen, die man als Lehrperson einnehmen kann. Und beide haben ihre Berechtigung. Es wird häufig polarisiert und gesagt, dass die Meister-Schüler-Lehrer vorbei sei und es nur noch die Ermöglichungsdidaktik geben sollte. Allerdings sind es bestimmte Momente, Stadien und Situationen, und vor allem die Bedürfnisse der Lernenden, die darüber entscheiden, welche Rolle ich einnehme.</p>



<p>Ich denke, dass wir schon weiterhin die Meisterin oder der Meister in unserer jeweiligen Domäne bleiben müssen. Zum Problem wird es, wenn man einseitig unterrichtet und nicht in der Lage ist diese Rollen zu wechseln.</p>



<p><strong>Im Sinne der Ressourcenorientierung, wo man von Fehlern ausgeht, liegt es doch auch nahe auch den Lehrkräften diese Fehler zuzugestehen bzw. wäre es nicht sogar „förderlich“ – im Sinne von „ich verspiele mich selbst und zeige dir, dass Fehler völlig ok sind“?</strong></p>



<p>Für mich klingt das komisch (lacht). Aber man muss sich gar nicht anstrengen, um sich zu verspielen. Das passiert von ganz allein. Es ist dann nur wichtig, mit diesen Situationen authentisch und offen umzugehen. Die Fehler also anzusprechen. Schülerinnen und Schüler mögen das.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Es geht nicht um ein Automatisieren, sondern es geht darum sich intensiv mit der Musik auseinanderzusetzen und das Vertrauen darin zu haben, sie bestmöglich (nach seinen Möglichkeiten) vorbereitet zu haben. Es geht darum, eine Haltung zu entwickeln, die es mir ermöglicht auch während der Aufführung eine Gelassenheit und Flexibilität zu haben. Nicht nur meinen Fehlern gegenüber, sondern auch im Duktus des Werkes und der Musik.&#8220;</p><cite>Silke Kruse-Weber</cite></blockquote></figure>



<h2 class="wp-block-heading" id="fehleraufderbuehne">Fehler auf der Bühne</h2>



<p><strong>Passiert ein Fehler auf der Bühne, gibt es oft zwei unterschiedliche Umgangsformen, die man beobachten kann.</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Ich verspiele mich und lasse mir anmerken, dass ich mich verspielt habe (denke weiter über den Fehler nach und verspiele mich in der Folger weiter)</strong></li>



<li><strong>Ich verspiele mich und sehe den Fehler als Motivation mich noch mehr anzustrengen</strong></li>
</ul>



<p><strong>In Ihrer Literatur beschreiben Sie das erste Szenario als den sogenannten „Tausendfüßler-Effekt“…</strong></p>



<p>Ja, der Tausendfüßler-Effekt kann passieren, wenn plötzlich eine Störung in einem vermeintlich automatisierten Ablauf auftritt. Wenn ich mich bspw. zu wenig umfassend (besonders auch kognitiv) mit einem Stück auseinandergesetzt habe, sind Blackouts nahezu vorprogrammiert, da ich das Stück nur motorisch gelernt habe.</p>



<p>Wenn Sie einen Tausendfüßler fragen, welchen Fuß er zuerst nimmt, kann er das plötzlich nicht mehr sagen. Beim Musizieren ist dies allerdings anders und daher ist auch die Vorbereitung so entscheidend. Besonders das <em>wie</em> wir üben.</p>



<p>Es geht nicht um ein Automatisieren, sondern es geht darum sich intensiv mit der Musik auseinanderzusetzen und das Vertrauen darin zu haben, sie bestmöglich (nach seinen Möglichkeiten) vorbereitet zu haben. Es geht darum, eine Haltung zu entwickeln, die es mir ermöglicht auch während der Aufführung eine Gelassenheit und Flexibilität zu haben. Nicht nur meinen Fehlern gegenüber, sondern auch im Duktus des Werkes und der Musik.</p>



<p><strong>Das Entscheidende ist also nicht nur das (motorische) Zusammenschütteln, wie wir eben besprochen haben, sondern das Werk zugleich auf vielfältige Weise kognitiv zu erfassen (harmonisch, historisch, satztechnisch…).</strong></p>



<p>Genau. Dadurch lässt sich der Tausendfüßler-Effekt minimieren. Und vieles mehr. Man gewinnt Selbstwirksamkeit, insofern das Musizieren auf einem Durchdringungsprozess aller wesentlichen Parameter basiert.</p>



<p>Typisch ist beispielsweise, dass man sich nur die schweren Stellen anschaut und die vermeintlich leichten Stellen werden übersprungen. Das ist schade, denn genau dort kann der Tausendfüßler-Effekt auftreten.</p>



<p><strong>Auf die folgende Frage widersprechen mir in den meisten Fällen meine Gäste. Ich würde allerdings wetten, dass Sie hingegen mir zustimmen würden: Das klingt nach einem sehr analytischen Vorgehen in der Vorbereitung auf ein Stück, oder?</strong></p>



<p>Ich denke ja. Das Analytische ist wichtig.</p>



<p><strong>Also eine Art „Fahrplan“ im Vorfeld zum Üben zu entwickeln ist durchaus sinnvoll?</strong></p>



<p>Sie meinen, dass man sich dies vorher alles aufschreibt?</p>



<p><strong>Nein, nicht zwangsläufig verschriftlichen – aber zumindest gedanklich einen Überblick im Vorfeld haben, bevor man an sein Instrument geht.</strong></p>



<p>Sich im Vorfeld Ziele zu setzten und mögliche Wege dahin, das ist sehr wichtig. Noch wichtiger ist es allerdings sich im Nachhinein zu reflektieren, inwiefern die eigenen musikalischen Ziele erreicht wurden und wie ich mich dabei gefühlt habe. Dadurch verhindere ich zum Beispiel, dass sich ungünstige Bewegungen einschleifen.</p>



<p>Das Verschriftlichen dieses Prozesses ist nochmals eine größere Herausforderung. Ich habe dies einmal mit Studierenden versucht, die das sehr ungern gemacht haben. Jedoch haben einige im Nachhinein festgellt, wie hilfreich diese Arbeit war. In der Theorie ist dies von sehr großem Vorteil, allerdings wird es in der Praxis noch wenig umgesetzt. Möglicherweise steht hier noch ein Paradigmenwechsel vor uns…</p>



<p><strong>Abschließend zum Thema: Gäbe es auch Ihrer Sicht einen Wunsch, wie sich die Fehlerkultur im Musikunterricht ändern sollte oder sehen Sie hier, dass sich bereits ein Wandel zum besseren vollzieht?</strong></p>



<p>Ich denke ein Paradigmenwechsel hat bereits stattgefunden, jedoch ist er noch nicht überall angekommen. Es wird zunehmend mehr geforscht und es entstehen weiter Professuren für Instrumental- und Gesangspädagogik. In kleinen Schritten geht es vorwärts…</p>



<p>Wenn es einen Wunsch gibt, dann, dass die Polarisierung zwischen Theorie und Praxis weiter miniert wird und sie als etwas Zusammengehöriges begriffen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="outro">Outro</h2>



<p><strong>Was lernen (üben) Sie gerade, was Sie noch nicht können? Gerne auch nicht musikalisch.</strong></p>



<p>Kochen.</p>



<p><strong>Welchen Tipp würden Sie Ihrem jüngerem, Erstsemester-Musikstudenten-Ich gerne mitgeben, um den Sie damals froh gewesen wären?</strong></p>



<p>Es geht nicht um das <em>wie viel</em> des Übens, sondern um ein umfassendes und tiefgehendes Forschen.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Es geht nicht um das <em>wie viel</em> des Übens, sondern um ein umfassendes und tiefgehendes Forschen.&#8220;</p><cite>Silke Kruse-Weber</cite></blockquote></figure>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/fehlermanagement-aus-fehlern-lernen-silke-kruse-weber/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
