<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Aus der Wissenschaft &#8211; what is practice</title>
	<atom:link href="https://what-is-practice.de/category/aus-der-wissenschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://what-is-practice.de</link>
	<description>BLOG</description>
	<lastBuildDate>Sat, 28 Mar 2026 22:57:26 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/06/cropped-logo-wip-bunt-32x32.png</url>
	<title>Aus der Wissenschaft &#8211; what is practice</title>
	<link>https://what-is-practice.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Richtig üben statt mehr üben: Was die Wissenschaft wirklich über Übungsqualität sagt</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/richtig-ueben-musik/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/richtig-ueben-musik/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 22:53:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=7494</guid>

					<description><![CDATA[Wie viele Stunden übst du täglich? (Und warum das die falsche Frage ist) Es gibt eine Frage, die unter Musikerinnen und Musikern eine merkwürdige Wirkung hat. Stell sie in einer Proben-Runde, nach einem Konzert, beim Kaffee mit Kolleg*innen — und warte auf ihre Reaktion: „Wie viele Stunden übst du eigentlich pro Tag?&#8220; Die Antworten kommen&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/richtig-ueben-musik/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Richtig üben statt mehr üben: Was die Wissenschaft wirklich über Übungsqualität sagt</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Wie viele Stunden übst du täglich? (Und warum das die falsche Frage ist)</h2>



<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/2c8e0b68a64645c6b112d215f9db01a7" width="1" height="1" alt="">



<p>Es gibt eine Frage, die unter Musikerinnen und Musikern eine merkwürdige Wirkung hat. Stell sie in einer Proben-Runde, nach einem Konzert, beim Kaffee mit Kolleg*innen — und warte auf ihre Reaktion:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em><a href="https://what-is-practice.de/lerntechniken/wie-geht-effektives-ueben/">„Wie viele Stunden übst du eigentlich pro Tag?&#8220;</a></em></p>
</blockquote>



<p>Die Antworten kommen zögerlich. Zwei Stunden. „Im Moment leider nur 30 Minuten.&#8220; Und fast immer folgt, fast reflexartig, der Satz: <em>„Ich sollte eigentlich mehr üben.&#8220;</em></p>



<p>Ich kenne dieses Gefühl gut. Und ich habe lange geglaubt, dass mehr Stunden automatisch mehr Fortschritt bedeuten. Die Botschaft war überall: Malcolm Gladwells <em>Outliers</em> hat die „10.000-Stunden-Regel&#8220; in die Popkultur eingebrannt. <strong>K. Anders Ericssons</strong> Forschung zu <em>Deliberate Practice</em> schien zu belegen, dass Expertise vor allem eine Frage der akkumulierten Übungszeit ist. Das Versprechen war demokratisch und motivierend: Nicht Talent entscheidet — sondern Disziplin.</p>



<p>Aber was, wenn diese Gleichung zu einfach ist? Eine kritische Review aus dem Jahr 2020 stellt das gesamte <strong>Deliberate-Practice-Framework</strong> auf den Prüfstand. Wir schauen uns nicht nur die Ergebnisse dieser Review an, sondern ich möchte auch zeigen, warum ein Umformulieren der Frage ebenfalls hilfreich sein kann. </p>



<div style="height:28px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="zehntausend-stunden">Die 10.000-Stunden-Regel: Faszinierend, aber unvollständig</h2>



<p>Bevor wir in die Daten einsteigen, lohnt ein kurzer Blick auf den Ursprung des Mythos.</p>



<p>K. Anders Ericsson und Kollegen haben 1993 in einer wegweisenden Studie Geigenstudentinnen und -studenten untersucht und festgestellt: Die besten hatten bis zum Alter von 20 Jahren durchschnittlich rund 10.000 Stunden alleine geübt — deutlich mehr als ihre weniger erfolgreichen Kommilitonen. Daraus entwickelte Ericsson das Konzept des <em>Deliberate Practice</em>: strukturiertes, zielgerichtetes Üben unter Anleitung eines Lehrers, mit dem expliziten Ziel der Leistungsverbesserung.</p>



<p>Die Botschaft war klar: Wer richtig und viel übt, wird zum Experten.</p>



<p>Was folgte, war eine Flut von Ratgebern, Coaching-Ansätzen und Bildungskonzepten, die alle auf dieser Prämisse aufbauten. Die 10.000-Stunden-Regel wurde zur meistzitierten Idee in der Expertise-Forschung. </p>



<p>Denn Ericsson selbst hatte nie behauptet, dass <em>Zeit allein</em> reicht. Er hatte <em>Deliberate Practice</em> definiert — eine sehr spezifische Form des Übens. Aber in der Übersetzung in die Praxis blieb oft nur die Zahl übrig: 10.000 Stunden.</p>



<p><strong>Inhalt</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#zehntausend-stunden">Die 10.000-Stunden-Regel: Faszinierend, aber unvollständig</a></li>



<li><a href="#viel-ueben">Was passiert, wenn du einfach nur „viel&#8220; übst</a></li>



<li><a href="#deliberate-practice">Deliberate Practice unter der Lupe: Was die große Metaanalyse zeigt</a></li>



<li><a href="#was-bleibt">Was bleibt, wenn der Mythos fällt?</a></li>



<li><a href="#fuenf-strategien">Fünf evidenzbasierte Strategien für dein Üben</a></li>
</ol>



<div style="height:37px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- deliberate 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="9654760282"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:37px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="viel-ueben">Was passiert, wenn du einfach nur „viel&#8220; übst</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Die Studie, die mein Bild vom Üben verändert hat</h3>



<p>2015 haben Arielle Bonneville-Roussy und Thérèse Bouffard etwas getan, das in der Musikpsychologie erstaunlich selten ist: Sie haben nicht gefragt, wie viele Stunden Musikstudierende üben — sondern <em>wie</em> sie es tun, und was das für ihren Erfolg bedeutet.</p>



<p>Ihre Stichprobe: 173 Musikstudierende, im Schnitt knapp 18 Jahre alt, mit rund sieben Jahren Erfahrung auf dem Instrument. Was die Forscherinnen gemessen haben, nennt sich <strong>formales Üben</strong> (<em>formal practice</em>) — ein übergeordnetes Konzept, das vier Komponenten vereint:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Zielorientierung:</strong> Üben mit dem <a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/wie-geht-smart-ueben/" data-type="post" data-id="2887">konkreten Ziel</a>, eine bestimmte Schwäche zu lösen — nicht einfach „Stück durchspielen&#8220;</li>



<li><strong>Fokussierte Aufmerksamkeit:</strong> Echte Konzentration während des Übens, kein Autopilot</li>



<li><strong>Selbstregulationsstrategien:</strong> Zeitplanung, Ablenkungsvermeidung, aktive Fehleranalyse</li>



<li><strong>Deliberate-Practice-Techniken:</strong> Üben in Teilabschnitten, Tempovariationen, gezielte Ausdrucksarbeit</li>
</ul>



<p>Diese vier Faktoren wurden in einem Strukturgleichungsmodell zu einem latenten Faktor zusammengefasst und gegen den Musikerfolg (gemessen als objektive Abschlussnote) getestet.</p>



<p>Das Ergebnis war deutlich: Formales Üben war ein starker Prädiktor für Musikerfolg. Das Gesamtmodell erklärte <strong>18 % der Leistungsvarianz</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Befund, der alles auf den Kopf stellt</h3>



<p>Aber der eigentlich brisante Befund ist ein anderer.</p>



<p>Als die Forscherinnen die Qualitätsfaktoren statistisch kontrollierten und dann schauten, was die bloße Stundenanzahl alleine bewirkt, kam folgendes heraus: Der direkte Effekt von reiner Übungszeit auf den Musikerfolg war <em>negativ</em> (Bonneville-Roussy &amp; Bouffard, 2015, S. 696).</p>



<p>Wer viel übt, aber ohne Fokus, ohne Ziel, ohne Strategie, schneidet schlechter ab — nicht trotz der vielen Stunden, sondern wegen ihnen.</p>



<p>Die Forscherinnen nennen das Phänomen <strong><a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/penelope-effekt/" data-type="post" data-id="2289">leere Übungszeit</a></strong>. Und ihr Fazit ist unmissverständlich:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>„Practising less may lead to better outcomes if practice is always focused, goal-directed and accompanied by effective self-regulation and deliberate practice strategies.&#8220;</em> (Bonneville-Roussy &amp; Bouffard, 2015, S. 701)</p>
</blockquote>



<p>Also hier stimmt, dass weniger mehr sein kann — wenn die Qualität stimmt. </p>



<h2 class="wp-block-heading" id="deliberate-practice">Deliberate Practice unter der Lupe: Was die große Metaanalyse zeigt</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Wie viel erklärt Üben wirklich?</h3>



<p>Bis hierher klingt alles noch relativ klar: Qualität schlägt Quantität. Aber 2020 haben David Hambrick, Brooke Macnamara und Frederick Oswald eine kritische Review veröffentlicht, die das gesamte Deliberate-Practice-Framework — und damit auch die Grundlage von Bonneville-Roussy &amp; Bouffard — unter die Lupe nimmt.</p>



<p>Ihr Ausgangspunkt ist eine Metaanalyse von Macnamara, Hambrick &amp; Oswald aus dem Jahr 2014, die 88 Studien aus Musik, Sport, Spielen, Bildung und Berufen ausgewertet hat. Das zentrale Ergebnis:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Deliberate Practice erklärt über alle Domänen hinweg durchschnittlich <strong>14 % der Leistungsunterschiede</strong></li>



<li>Im Bereich <strong>Musik: 23 %</strong></li>



<li>Im Bereich <strong>Sport bei Eliteathleten: nur 1 %</strong> (Hambrick, Macnamara &amp; Oswald, 2020, S. 5)</li>
</ul>



<p>23 Prozent im Bereich Musik — das ist statistisch bedeutsam und praktisch relevant. Aber es bedeutet auch: <strong>77 Prozent der Unterschiede</strong> zwischen Musikerinnen und Musikern werden durch andere Faktoren erklärt. Faktoren, über die im typischen Übe-Ratgeber kaum gesprochen wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was steckt in den fehlenden 77 Prozent?</h3>



<p>Hambrick et al. präsentieren in ihrer Review ein erweitertes Bild der Expertise-Forschung — das sogenannte <strong>multifaktorielle Gen-Umwelt-Interaktionsmodell</strong> (MGIM). Es berücksichtigt neben der Übungsmenge auch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Kognitive Fähigkeiten</strong></li>



<li><strong>Genetische Faktoren</strong></li>



<li><strong>Entwicklungsfaktoren</strong></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Das Definitionsproblem: Warum „Deliberate Practice&#8220; schwer zu fassen ist</h3>



<p>Hambrick et al. zeigen zudem, dass Ericsson das Konzept <em>Deliberate Practice</em> zwischen 1993 und 2020 wiederholt und widersprüchlich definiert hat — mal als zwingend lehrerdesignierte Aktivität, mal als selbstgesteuerte Übung, mal als Einzel-, mal als Gruppenformat (Hambrick, Macnamara &amp; Oswald, 2020, S. 3–4, Abbildung 2).</p>



<p>Diese Inkonsistenz ist nicht nur akademisch problematisch. Sie hat direkte Folgen für die Praxis: Wenn nicht klar ist, was <em>Deliberate Practice</em> genau bedeutet, ist auch unklar, was Musikerinnen und Musiker konkret tun sollen, um davon zu profitieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-bleibt">Was bleibt, wenn der Mythos fällt?</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Selbstregulation: Der &#8222;Hidden Champion&#8220; der Übungsforschung</h3>



<p>Hier ist das Bemerkenswerte: Während das Deliberate-Practice-Framework statistisch ins Wanken gerät, gibt es einen Faktor, der beide Studien unbeschadet übersteht.</p>



<p><strong>Selbstregulation.</strong> Sie bedeutet im Kontext des Musikübens konkret:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Vor dem Üben:</strong> ein klares Mikroziel formulieren. Nicht „Sonate üben&#8220;, sondern „die Übergangspassage in Takt 34–38 ohne Tempoeinbruch durcharbeiten&#8220;</li>



<li><strong>Während des Übens:</strong> Fehler aktiv wahrnehmen und isolieren — nicht überspielen</li>



<li><strong>Nach dem Üben:</strong> kurz reflektieren. Was hat funktioniert? Was hat nicht funktioniert? Welches Teilziel bleibt für die nächste Session?</li>
</ul>



<p>Diese Prozesse sind trainierbar. Ein <strong><a href="https://what-is-practice.de/lerntechniken/der-ultimative-guide-so-erstellst-du-deinen-realistischen-uebeplan-fuer-musikerinnen/" data-type="post" data-id="7026">Übeplan</a></strong> oder ein Übe-Tagebuch können dich dabei unterstützen dir über deine Ziele bewusst zu werden. </p>



<div style="height:22px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="(max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="420" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2025/04/10-uebe-gebote_web.jpg" alt="Ein Poster mit dem Titel „MEINE 10 ÜBE-GEBOTE“. Darunter folgen zehn Tipps für effektives Üben eines Musikinstruments, nummeriert von 1 bis 10. Die Tipps beinhalten Empfehlungen wie geduldig mit sich selbst zu sein, ausreichend Pausen zu machen, auf Klangdetails zu achten, Wiederholungen zu reduzieren, Klang und Technik zu verbinden, Übezeiten zu planen, Aufnahmen zur Kontrolle zu nutzen, langsam zu üben, auf eine entspannte Körperhaltung zu achten und Erfolge bewusst wahrzunehmen. Am unteren Rand befinden sich das Logo von &quot;whipr.&quot; und ein QR-Code." class="wp-image-6976"/></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Melde dich für meinen High Five Newsletter an und erhalte 10 Übe-Tipps gratis!</strong></h4>



<p>Einmal im Monat nehme ich dich mit hinter die Kulissen meines Podcasts:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du erfährst exklusiv, wer meine nächsten Gäste sind.</li>



<li>Du bekommst praxiserprobte Einblicke in das Thema Üben.</li>



<li>Du erhältst handverlesene Bücher- und Musiktipps direkt auf dein Handy oder deinen Rechner.</li>
</ul>



<p>Kurz, kompakt und kostenlos – genau die Inspiration, die du fürs tägliche Üben brauchst.</p>



<p><strong>Nur aktuell:</strong>&nbsp;Als Dankeschön erhältst du meine&nbsp;<strong>10 besten Übe-Tipps</strong>&nbsp;als kostenloses PDF direkt nach deiner Anmeldung!</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-1" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1774861599" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-1" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Was das für richtig üben konkret bedeutet</h3>



<p>Hambrick et al. betonen ausdrücklich: Ihre Befunde bedeuten <em>nicht</em>, dass Üben sinnlos ist. Im Gegenteil — Training ist für alle Menschen notwendig und sinnvoll, unabhängig von individuellen Ausgangsbedingungen (Hambrick, Macnamara &amp; Oswald, 2020, S. 14).</p>



<p>Aber sie verschieben den Fokus. Wenn Umweltfaktoren einen erheblichen Teil der Leistungsunterschiede erklären, dann ist die entscheidende Stellschraube für die meisten Musikerinnen und Musiker nicht die Stundenanzahl — sondern die <strong>Qualität der Aufmerksamkeit</strong> innerhalb dieser Stunden.</p>



<p>Und genau hier schließt sich der Kreis zu Studie Bonneville-Roussy &amp; Bouffard.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="fuenf-strategien">Fünf evidenzbasierte Strategien für dein Üben</h2>



<p>Was bedeutet das alles konkret für den Übe-Alltag? Basierend auf beiden Studien lassen sich fünf praktische Schlussfolgerungen ziehen:</p>



<p><strong>1. Formuliere Mikroziele vor jeder Session.</strong> Bevor du anfängst: Was genau willst du in den nächsten 30 Minuten lösen? Ein konkretes, erreichbares Ziel ist der wichtigste Einzelfaktor für fokussiertes Üben — und der erste Schritt weg von leerer Übungszeit.</p>



<p><strong>2. Übe in Teilabschnitten, nicht in Durchläufen.</strong> Das vollständige Durchspielen eines Stücks ist kein Üben — es ist eine Aufführung ohne Publikum. <strong><a href="https://what-is-practice.de/lerntechniken/wie-geht-effektives-ueben/" data-type="post" data-id="6168">Effektives Üben </a></strong>isoliert die schwierigen Passagen, arbeitet sie separat durch und integriert sie schrittweise.</p>



<p><strong>3. Etabliere eine kurze Reflexionsroutine.</strong> Fünf Minuten nach dem Üben: Was hat heute funktioniert? Welcher Moment war der schwierigste? Was nimmst du in die nächste Session mit? Diese einfache Nachbereitung ist eine klassische Selbstregulationsroutine mit nachgewiesener Wirkung.</p>



<p><strong>4. Schütze deine Übungszeit vor Ablenkungen.</strong> Selbstregulation bedeutet auch: die Umgebung so gestalten, dass Konzentration möglich ist. Telefon weg, Tür zu — kein Hexenwerk, aber konsequent unterschätzt.</p>



<p><strong>5. Akzeptiere, dass weniger manchmal mehr ist.</strong> Wenn du merkst, dass die Konzentration nachlässt und du nur noch mechanisch wiederholst: Hör auf. Leere Übungszeit ist nicht neutral — sie kann laut Bonneville-Roussy &amp; Bouffard (2015) aktiv schaden. Eine kurze, fokussierte Session ist einer langen, erschöpften immer überlegen.</p>



<div style="height:34px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- deliberate 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="9690517365"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:53px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Richtig üben ist eine Fähigkeit — und sie ist erlernbar</h2>



<p>Die Wissenschaft sagt nicht, dass Talent keine Rolle spielt. Sie sagt, dass es neben dem Training eine Rolle spielt. Und sie sagt, dass du trotzdem einen echten Hebel in der Hand hast — nicht die Stunden, die du loggst, sondern die Art, wie du sie gestaltest.</p>



<p>Die entscheidende Frage ist nicht „Wie viele Stunden übst du?&#8220;, sondern „Wie viele Stunden mit echter Aufmerksamkeit, klaren Zielen und aktiver Selbstreflexion verbringst du mit deinem Instrument?&#8220;</p>



<p>Wenn du dich für diese Frage interessierst — für das <em>Wie</em> hinter dem Üben — dann ist das genau das Thema, dem ich mich im Podcast <strong><a href="https://what-is-practice.de/category/wie-uebt-eigentlich/" data-type="category" data-id="37">„Wie übt eigentlich..?&#8220;</a></strong> widme. Dort spreche ich mit Musikerinnen und Musikern über ihre <a href="https://what-is-practice.de/lerntechniken/wie-du-deine-taegliche-uebe-routine-aufbaust-5-praxiserprobte-strategien/" data-type="post" data-id="7011"><strong>konkreten</strong> <strong>Übungsroutinen</strong></a>, ihre Strategien und ihre Erkenntnisse aus der Praxis.</p>



<p>Und falls du tiefer in die Forschung einsteigen möchtest: Die vollständige Analyse beider Studien findest du hier auf dem Blog — mit allen statistischen Details und Quellenbelegen.</p>



<div style="height:43px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<iframe data-testid="embed-iframe" style="border-radius:12px" src="https://open.spotify.com/embed/episode/3yCC5rXlJIKiorTusuAPqR?utm_source=generator&#038;theme=0" width="100%" height="152" frameBorder="0" allowfullscreen="" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy"></iframe>



<div style="height:38px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Weiterführende Quellen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bonneville-Roussy, A. &amp; Bouffard, T. (2015). When quantity is not enough: Disentangling the roles of practice time, self-regulation and deliberate practice in musical achievement. <em>Psychology of Music</em>, 43(5), 686–704.</li>



<li>Hambrick, D. Z., Macnamara, B. N. &amp; Oswald, F. L. (2020). Is the deliberate practice view defensible? A review of evidence and discussion of issues. <em>Frontiers in Psychology</em>, 11, 1134.</li>



<li>Macnamara, B. N., Hambrick, D. Z. &amp; Oswald, F. L. (2014). Deliberate practice and performance in music, games, sports, professions, and education: A meta-analysis. <em>Psychological Science</em>, 25, 1608–1618.</li>



<li>Mosing, M. A. et al. (2014). Practice does not make perfect: No causal effect of music practice on music ability. <em>Psychological Science</em>, 25, 1795–1803.</li>



<li>Burgoyne, A. P. et al. (2019). Predicting skill acquisition in music: The role of general intelligence, music aptitude, and mindset. <em>Intelligence</em>, 76, 101383.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/richtig-ueben-musik/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Effiziente Übestrategie &#038; Übetechnik: Die 5 Geheimnisse der Profis</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/effiziente-uebestrategie-uebetechnik-die-5-geheimnisse-der-profis/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/effiziente-uebestrategie-uebetechnik-die-5-geheimnisse-der-profis/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 12:41:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=7406</guid>

					<description><![CDATA[In der Musikwelt hält sich hartnäckig der Mythos, dass bloße Wiederholung zum Erfolg führt. Doch wer seine Übetechnik auf das nächste Level heben will, muss verstehen, dass Qualität über Quantität steht. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 von Micah F. Killion und Robert A. Duke mit dem Titel “The Central Strategy of Music Practice”&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/effiziente-uebestrategie-uebetechnik-die-5-geheimnisse-der-profis/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Effiziente Übestrategie &#38; Übetechnik: Die 5 Geheimnisse der Profis</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg07.met.vgwort.de/na/f8522b99353f4b2f88007257fff11cf0" width="1" height="1" alt="">



<p>In der Musikwelt hält sich hartnäckig der Mythos, dass bloße Wiederholung zum Erfolg führt. Doch wer seine <strong>Übetechnik</strong> auf das nächste Level heben will, muss verstehen, dass Qualität über Quantität steht. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 von Micah F. Killion und Robert A. Duke mit dem Titel <em>“The Central Strategy of Music Practice”</em>   liefert hierzu neue Erkenntnisse. Obwohl nur sechs Profi-Trompeter (u.a. <a href="https://trumpetchris.com/">Chris Colletti </a>von Canadian Brass) beobachtet wurden, lassen sich daraus <strong>Übestrategien</strong> ableiten,  die sich in der Praxis auf viele Instrumente &#8211; von Klavier bis Violine &#8211;  übertragen lassen.</p>



<p>In diesem Guide erfährst du, wie du deine <strong>Effizienz</strong> steigerst, Fehler sofort korrigierst und durch gezielte <strong>Übetechniken</strong> schneller Fortschritte machst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist eine Übestrategie?</h2>



<p>Eine <strong>Übestrategie</strong> ist ein systematischer Plan, um musikalische Herausforderungen zu bewältigen. Im Gegensatz zum bloßen &#8222;Spielen&#8220; beinhaltet eine effektive Strategie die Analyse von Fehlern, die Reduktion von Komplexität und die bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit. Die Forschung zeigt, dass Profis nicht mehr üben, sondern <em>anders</em> – mit einem klaren Fokus auf <strong>Präzision</strong> und <strong>mentaler Vorhaltung</strong>.</p>



<div style="height:36px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://what-is-practice.de/category/wie-uebt-eigentlich/"><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="550" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2025/09/Tabea-Zimmmermann-Title.jpg" alt="Bratschistin Tabea Zimmermann in Grüner Weste mit Instrument in der Hand. Sie strahlt fröhlich." class="wp-image-7264"/></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Bratschistin Tabea Zimmermann war bereits Gast im Podcast &#8222;Wie übt eigentlich..?&#8220;</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h2 class="wp-block-heading">So üben die Profis</h2>



<p>Im Podcast <strong><a href="https://what-is-practice.de/category/wie-uebt-eigentlich/" data-type="category" data-id="37">&#8222;Wie übt eigentlich..?&#8220; </a></strong>spreche ich alle zwei Wochen mit Profi-Musiker*innen und Wissenschaftler*innen rund um das sensible Thema Üben. Sie</p>



<p><a href="https://what-is-practice.de/category/wie-uebt-eigentlich/" data-type="category" data-id="37"><strong>Wie übt eigentlich..?</strong> </a>ist damit der erste deutschsprachige Interview-Podcast, der sich ausschließlich mit dem Üben beschäftigt. Die Gäste sprechen über Routinen und wissenschaftlich fundierte Strategien, um Üben nicht nur besser zu verstehen – sondern auch gezielt besser zu werden.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/category/wie-uebt-eigentlich/">&#8222;Wie übt eigentlich..?&#8220; Podcast entdecken</a></div>
</div>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Die 5 Säulen der Profi-Übetechnik</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Die klangliche Vorstellung (Intention vor Aktion)</h3>



<p>Bevor der erste Ton erklingt, muss das Ziel im Kopf existieren. Die Studie belegt, dass Profis nur etwa <strong>57 % ihrer Zeit</strong> (Killion &amp; Duke 2025) mit dem tatsächlichen Spielen verbringen. Der Rest ist Analyse, Singen oder z.B. Dirigieren.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die Übetechnik:</strong> Nutze das „Voraushören“. Singe die Passage laut oder innerlich. Wenn du nicht weißt, wie es klingen soll, kannst du Abweichungen nicht korrigieren.</li>



<li><strong>Sofort-Stopp-Prinzip:</strong> Tritt ein Fehler auf, stoppe sofort. Profis reflektieren nicht erst minutenlang; sie spüren die Abweichung in Echtzeit, weil ihr inneres Modell so detailliert ist.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">2. Gezielte Wiederholung und Variation</h3>



<p>Einfaches Wiederholen festigt Fehler. Eine kluge <strong>Übetechnik</strong> nutzt die Variation, um das Gehirn wach zu halten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Chunking (Häppchenbildung):</strong> Identifiziere die kleinste problematische Einheit (z. B. eine einzelne Tonverbindung).</li>



<li><strong>Rhythmische Variation:</strong> Spiele eine schwierige Passage in verschiedenen Rhythmen (Punktierungen, Triolen), um die motorische Sicherheit zu erhöhen. Diese <strong>Übestrategie</strong> sorgt für eine tiefere neuronale Verankerung.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">3. „Doable-Ize“: Die Kunst der Reduktion</h3>



<p>Das Wort „Doable-Ize“ (etwas machbar machen) ist das Herzstück der Studie. Wenn eine Stelle nicht klappt, reduziere die Anforderungen, bis Erfolg garantiert ist.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Parameter-Reduktion:</strong> Nimm das Tempo radikal raus, lass die Artikulation weg oder vereinfache den Rhythmus.</li>



<li><strong>Habituationsstärke:</strong> Dein Körper lernt durch Erfolg. Zehn falsche Versuche trainieren das „Falschspielen“. Eine erfolgreiche, reduzierte Wiederholung baut hingegen echtes Selbstvertrauen und Stabilität auf.</li>
</ul>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="420" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2025/04/10-uebe-gebote_web.jpg" alt="Ein Poster mit dem Titel „MEINE 10 ÜBE-GEBOTE“. Darunter folgen zehn Tipps für effektives Üben eines Musikinstruments, nummeriert von 1 bis 10. Die Tipps beinhalten Empfehlungen wie geduldig mit sich selbst zu sein, ausreichend Pausen zu machen, auf Klangdetails zu achten, Wiederholungen zu reduzieren, Klang und Technik zu verbinden, Übezeiten zu planen, Aufnahmen zur Kontrolle zu nutzen, langsam zu üben, auf eine entspannte Körperhaltung zu achten und Erfolge bewusst wahrzunehmen. Am unteren Rand befinden sich das Logo von &quot;whipr.&quot; und ein QR-Code." class="wp-image-6976"/></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Melde dich für meinen High Five Newsletter an und erhalte 10 Übe-Tipps gratis!</strong></h4>



<p>Einmal im Monat nehme ich dich mit hinter die Kulissen meines Podcasts:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du erfährst exklusiv, wer meine nächsten Gäste sind.</li>



<li>Du bekommst praxiserprobte Einblicke in das Thema Üben.</li>



<li>Du erhältst handverlesene Bücher- und Musiktipps direkt auf dein Handy oder deinen Rechner.</li>
</ul>



<p>Kurz, kompakt und kostenlos – genau die Inspiration, die du fürs tägliche Üben brauchst.</p>



<p><strong>Nur aktuell:</strong>&nbsp;Als Dankeschön erhältst du meine&nbsp;<strong>10 besten Übe-Tipps</strong>&nbsp;als kostenloses PDF direkt nach deiner Anmeldung!</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-2" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1774861599" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-2" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">4. Den musikalischen Ausdruck beibehalten</h3>



<p>Eine häufige Falle beim Üben technischer Passagen ist das „mechanische Herunterspielen“. Profis wie Fagottist <strong><a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/theo-plath/" data-type="post" data-id="7382">Theo Plath</a></strong> betonen, dass die künstlerische Vision niemals verloren gehen darf.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Tipp:</strong> Auch wenn du eine Passage extrem <strong><a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-hilft-langsames-ueben-wirklich-clemens-woellner/" data-type="post" data-id="7215">langsam übst</a></strong>, behalte die Dynamik und die Phrasierung bei. Eine <strong>Übetechnik</strong>, die Musik von Technik trennt, ist langfristig ineffektiv.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">5. Re-Kontextualisierung (Das große Ganze)</h3>



<p>Nachdem du in eine Stelle „hineingezoomt“ hast, musst du den Kontext wiederherstellen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die 3-Schritte-Integration:</strong>
<ol start="1" class="wp-block-list">
<li>Übe den Takt vor der Problemstelle.</li>



<li>Übe die Stelle selbst.</li>



<li>Übe den Übergang in den nächsten Takt. Systematisch wird so die &#8222;Insel&#8220; wieder mit dem Festland des Musikstücks verbunden.</li>
</ol>
</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere fortgeschrittene Übetechniken für deinen Alltag</h2>



<p>Um deine <strong>Motivation</strong> hochzuhalten und die <strong>Effizienz</strong> zu maximieren, solltest du dein Repertoire an Techniken erweitern:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Mentales Üben</h3>



<p>Studien zeigen, dass <strong><a href="https://what-is-practice.de/category/mentales-ueben/" data-type="category" data-id="185">mentales Üben</a></strong> fast in Kombination mit physischen Üben die nachhaltigste Übe-Methode ist (Steenstrup 2021). Visualisiere die Griffweisen und höre den Klang, ohne das Instrument zu berühren. Dies ist die ultimative <strong>Übestrategie</strong> für unterwegs oder bei körperlicher Ermüdung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Einsatz von Timern (Pomodoro für Musiker)</h3>



<p>Nutze 25-Minuten-Blöcke mit 5 Minuten Pause. Fokus ist eine begrenzte Ressource. Eine klare zeitliche Struktur verhindert zielloses &#8222;Daddeln&#8220; und steigert die <strong>Präzision</strong>. Hier zeige ich dir, wie du dich <strong><a href="https://what-is-practice.de/lerntechniken/pomodoro-technik/" data-type="post" data-id="2460">Pomodoro-Technik als Musiker</a></strong> nutzt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Video-Analyse (Self-Monitoring)</h3>



<p>Die Teilnehmer der Killion-Duke-Studie wurden per Video begleitet. Tue dasselbe! Nimm dich auf und analysiere dein Spiel mit einer neutralen Distanz. Oft hören wir beim Spielen nicht die volle Wahrheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Üben ist Anpassung, nicht Wiederholung</h2>



<p>Die wichtigste Erkenntnis aus der aktuellen Forschung: <strong>Nicht die Wiederholung an sich führt zu Fortschritt, sondern die wiederholte Anpassung.</strong> Ziel deiner <strong>Übestrategie</strong> sollte die Häufung erfolgreicher Wiederholungen sein.</p>



<p>Wenn du das nächste Mal frustriert bist, weil eine Stelle nicht klappt: <strong>Doable-Ize it!</strong> Reduziere so lange, bis es klappt. Erfolg ist eine Gewohnheit, die man trainieren kann.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen/Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.journalofexpertise.org/articles/volume8_issue2-3/JoE_8_2-3_Killion_Duke.html">Micah F. Killion; Robert A. Duke: The Central Strategy of Music Practice: A Blow- by-Blow Account, 2025 (abgerufen am 08.01.2026)</a></li>



<li><a href="https://psycnet.apa.org/doi/10.3389/fpsyg.2021.757052">Kristian Steenstrup: Imagine, Sing, Play- Combined Mental, Vocal and Physical Practice Improves Musical Performance, 2021 (abgerufen am 08.01.2026)</a></li>



<li><a href="file:///Users/patrickhinsberger/Downloads/Keach_MUPG771%20(1).pdf">Christopher Keach: Combined Practice and Its Benefit For Enhanced Learning and Retention, 2025</a></li>
</ul>



<div style="height:28px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<!-- FAQ Accordion + schema.org (FAQPage) -->
<section class="faq" aria-labelledby="faq-title">
  <h2 id="faq-title">FAQ zur Übestrategie</h2>

  <div class="faq-accordion">
    <details class="faq-item">
      <summary class="faq-question">Was ist die effizienteste Übestrategie?</summary>
      <div class="faq-answer">
        <p>
          Die effizienteste Strategie ist die Kombination aus klarer klanglicher Vorstellung,
          sofortiger Fehlerkorrektur und der Reduktion von Schwierigkeitsgraden („Doable-Ize“),
          bis eine fehlerfreie Ausführung möglich ist.
        </p>
      </div>
    </details>

    <details class="faq-item">
      <summary class="faq-question">Wie verbessere ich meine Übetechnik?</summary>
      <div class="faq-answer">
        <p>
          Verbessere deine Technik durch gezieltes „Chunking“ (Aufteilen in kleine Einheiten),
          Variationen (Rhythmus, Tempo) und regelmäßige Video-Analysen zur objektiven Selbstkontrolle.
        </p>
      </div>
    </details>

    <details class="faq-item">
      <summary class="faq-question">Warum ist langsames Üben so wichtig?</summary>
      <div class="faq-answer">
        <p>
          Langsames Üben ermöglicht es dem Gehirn, Bewegungsabläufe präzise zu speichern und Fehler
          in Echtzeit zu erkennen, bevor sie sich automatisieren. Mehr dazu findest du in meinem Gespräch
          mit
          <a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-hilft-langsames-ueben-wirklich-clemens-woellner/" target="_blank" rel="noopener">
      Prof. Dr. Clemens Wöllner
          </a>
        </p>
      </div>
    </details>
  </div>

  <!-- JSON-LD structured data for Google -->
  <script type="application/ld+json">
  {
    "@context": "https://schema.org",
    "@type": "FAQPage",
    "mainEntity": [
      {
        "@type": "Question",
        "name": "Was ist die effizienteste Übestrategie?",
        "acceptedAnswer": {
          "@type": "Answer",
          "text": "Die effizienteste Strategie ist die Kombination aus klarer klanglicher Vorstellung, sofortiger Fehlerkorrektur und der Reduktion von Schwierigkeitsgraden („Doable-Ize“), bis eine fehlerfreie Ausführung möglich ist."
        }
      },
      {
        "@type": "Question",
        "name": "Wie verbessere ich meine Übetechnik?",
        "acceptedAnswer": {
          "@type": "Answer",
          "text": "Verbessere deine Technik durch gezieltes „Chunking“ (Aufteilen in kleine Einheiten), Variationen (Rhythmus, Tempo) und regelmäßige Video-Analysen zur objektiven Selbstkontrolle."
        }
      },
      {
        "@type": "Question",
        "name": "Warum ist langsames Üben so wichtig?",
        "acceptedAnswer": {
          "@type": "Answer",
          "text": "Langsames Üben ermöglicht es dem Gehirn, Bewegungsabläufe präzise zu speichern und Fehler in Echtzeit zu erkennen, bevor sie sich automatisieren. Mehr dazu im Gespräch mit Prof. Dr. Clemens Wöllner: https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich/wie-hilft-langsames-ueben-wirklich-clemens-woellner/"
        }
      }
    ]
  }
  </script>
</section>

<style>
  /* Optional: simple, clean accordion styling */
  .faq-accordion { display: grid; gap: 0.75rem; }
  .faq-item { border: 1px solid rgba(0,0,0,0.12); border-radius: 12px; padding: 0.25rem 0.75rem; }
  .faq-question { cursor: pointer; font-weight: 600; padding: 0.75rem 0; }
  .faq-answer { padding: 0 0 0.75rem 0; }
  .faq-item[open] .faq-question { border-bottom: 1px solid rgba(0,0,0,0.08); margin-bottom: 0.5rem; }
</style>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/effiziente-uebestrategie-uebetechnik-die-5-geheimnisse-der-profis/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sind deine Ziele wirklich deine eigenen, Tobias Dolle?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sind-deine-ziele-wirklich-deine-eigenen-tobias-dolle/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sind-deine-ziele-wirklich-deine-eigenen-tobias-dolle/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Feb 2025 20:17:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[In der Sprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zielsetzungstheorie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6835</guid>

					<description><![CDATA[Ziele setzen – aber wie? Egal, ob Neujahrsvorsätze oder langfristige Lebensziele, viele Menschen starten voller Enthusiasmus, nur um nach wenigen Wochen die Motivation zu verlieren. Woran liegt das? Und wie können wir verhindern, in die klassischen Fallen von Selbstoptimierung und strenger Disziplin zu tappen? In einem inspirierenden Gespräch teilt Psychologe und Musiker Tobias Dolle wertvolle&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sind-deine-ziele-wirklich-deine-eigenen-tobias-dolle/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Sind deine Ziele wirklich deine eigenen, Tobias Dolle?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg01.met.vgwort.de/na/c27e67cce07f43da9f2c9499ae93e9e8" width="1" height="1" alt="">



<p><strong>Ziele setzen – aber wie?</strong> Egal, ob Neujahrsvorsätze oder langfristige Lebensziele, viele Menschen starten voller Enthusiasmus, nur um nach wenigen Wochen die Motivation zu verlieren. Woran liegt das? Und wie können wir verhindern, in die klassischen Fallen von Selbstoptimierung und strenger Disziplin zu tappen?</p>



<p>In einem inspirierenden Gespräch teilt Psychologe und Musiker <strong>Tobias Dolle </strong>wertvolle Einsichten, die auf wissenschaftlichen Prinzipien und persönlicher Erfahrung beruhen. Mit Fokus auf <strong>intrinsische Motivation</strong>, <strong>bewusste Reflexion </strong>und die <strong>Bedeutung von Pausen</strong> zeigt er, wie jeder von uns Ziele setzen kann, die wirklich zu uns passen – und warum Rückschläge ein Teil des Erfolgs sind.</p>



<p>Lies weiter, um zu erfahren, warum <strong>„Idle Time“ (bewusste Ruhephasen)</strong> oft wichtiger ist als strikte Pläne, warum persönliche Ziele nicht die Ziele anderer sein müssen, und wie du dich Schritt für Schritt deinen Träumen näherst – ohne dich selbst zu verlieren.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Tobi Dolle -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="4706314615"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören, statt lesen</h2>



<iframe style="border-radius:12px" src="https://open.spotify.com/embed/episode/10sTEYXgxVtArilVhcCiH6?utm_source=generator" width="100%" height="152" frameBorder="0" allowfullscreen="" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy"></iframe>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><strong>„Für mich ist ein gutes Ziel ein Ziel, das möglichst viel Wissen, das ich über mich selbst habe, integriert.“</strong></p><cite>Tobias Dolle</cite></blockquote></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ziele, die zu uns passen</strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading">Das Interview mit Tobias Dolle</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ziele">Was macht ein gutes Ziel aus?</a></li>



<li><a href="#scheitern">Scheitern als Teil des Erfolgs sehen</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#smart">S.M.A.R.T. Ziele aufschreiben</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#pausen">Pausen &amp; Erholung</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#willenskraft">Ego Depletion &#8211; Unsere Willenskraft als Akku?</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#verhaltensweise">„Ungute Verhaltensweise“ ablegen</a></li>
</ul>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Wir wollen heute darüber sprechen, wie es uns gelingt, unsere Neujahrsvorsätze oder generell Ziele einzuhalten. Hast du dir irgendwas für 2025 vorgenommen?</strong></p>



<p>Gute Frage. Ich habe das viel in den letzten Jahren gemacht. Allerdings dieses Jahr gar nicht so richtig.</p>



<p>Vielleicht erstmal, warum ich es nicht gemacht habe: Ich hatte das Gefühl, dass mein Jahr sowieso sehr vorstrukturiert ist, dadurch, dass viel zu tun sein wird und viel zu tun ist. Und ich habe mir stattdessen die Frage gestellt: Worauf habe ich denn sonst Lust – quasi zum Ausgleich. Und so habe ich das jetzt dieses Jahr quasi gehandhabt.</p>



<p><strong>Okay, und die Frage hat dir dann die übrigen freien Zeit-Slots gefüllt in deinem Jahr?</strong></p>



<p>Ja genau. Es war eher die Frage, was kann ich als Ausgleich machen zu dem, was sowieso schon vorstrukturiert ist. Ich bin aktuell in der Ausbildung zum Psychotherapeuten und das ist schon relativ durchgetaktet. Und weil da so viel Struktur ist, brauchte ich etwas, was nicht eine Struktur enthält.</p>



<p>Das ist anders als oftmals bei Musiker*innen. Da hat man oft einen weniger vorstrukturierten Alltag. Entsprechend würde ich das dort auch anders handhaben. Ich kam dann für mich darauf, dass ich ein bisschen mehr Rad fahren möchte. Das wäre gut, das macht mir Spaß.</p>



<p><strong>Ich glaube, das ist wahrscheinlich schon ein wichtiger Punkt: Für sich herausfinden, was man eigentlich genau braucht. Im Gegensatz zu: ich übernehme einfach Sachen, weil man sie vielleicht immer schon so gemacht hat bzw. weil sie halt so in der Branche üblich sind.</strong></p>



<p>Genau, das denke ich auch. Wir sind ja irgendwie auch ein bisschen im Thema Motivationspsychologie oder Motivationstraining. Ich finde, man hat von diesem ganzen Bereich einen eher „unseriöser Eindruck“, wenn ich so darüber nachdenke. Ich finde, es krankt ein bisschen daran, dass da einfach sehr viele pauschale Aussagen getroffen werden.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Du musst das machen.“</li>



<li>„Du musst dir smarte Ziele setzen.“</li>



<li>„Du musst musst um fünf Uhr morgens aufstehen.“</li>
</ul>



<p>Aber das Problem darin ist, dass jeder natürlich ganz anders drauf ist und eine ganz andere Psychodynamik hat. Hinter der Oberfläche geht bei jedem halt was komplett anderes ab. Wir sind komplex und pauschale Aussagen sind schwierig.</p>



<p>Das allerbeste wäre natürlich, ich sage mal jetzt aus einer Perspektive von einem Trainer, Coach, Psychologin, wenn man sich individuell miteinander auseinandersetzt, damit man rauskriegen kann, was genau das Problem ist. Das wäre der maßgeschneiderte Approach und zwischen dem und diesem ganz pauschalen Aussagen, da ist ganz viel Raum noch.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Tobias Dolle 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7551969808"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="ziele">Was macht ein gutes Ziel aus?</h2>



<p><strong>Was macht denn für dich ein gutes Ziel aus?</strong></p>



<p>Also für mich ist ein gutes Ziel ein Ziel, das möglichst viel Wissen, das ich über mich selbst habe, integriert.</p>



<p>Ich stelle mir einen 31. Dezember vor und ich nehme mir für das nächste Jahr vor dreimal in der Woche Sport zu machen. Hinter diesem Vorhaben kann ja ganz vieles Verschiedenes stecken. Wenn ich ein sportlicher Mensch bin und nehme mir vor, dreimal die Woche Sport zu machen, dann wird man das bestimmt relativ easy durchziehen können. Aber wenn ich jetzt jemand bin, der sich das gerade vornimmt, weil er genau das nicht hingekriegt hat bisher (was ja auch in Ordnung ist) &#8211; aber auf einmal nehme ich mir das so streng vor, dann ist da auf einmal so eine strenge innere Instanz aktiviert. Und dann wird es schwieriger es umzusetzen, weil niemand ist gern bevormundet.</p>



<p><strong>Das heißt, wenn man etwas ganz Grundlegendes verändern möchte, wäre das erste meinen aktuellen Stand zu kennen und Zwischenziele, Baby Steps, zu definieren.</strong></p>



<p>Ja, genau. Aber ich würde mich schon auch fragen, was dieses distale Ziel, also das Fernziel, das du hast, genau ist. Du hattest es eben auch schon mal gesagt: man orientiert sich manchmal auch an anderen. Und wenn das vielleicht ein Teil von dieser Motivation ist, da hinzukommen, dann ist das was anderes, als würdest du sagen: „ich möchte gern sportlicher sein, weil ich habe richtig Bock darauf, Tennis zu spielen.“ Weißt du, was ich meine?</p>



<p>Also diese innere Motivation, ist das so was Unkonkretes? Ich weiß gar nicht so richtig, wo mich das eigentlich hinzieht. Im Gegenteil &#8211; es drückt mich eher irgendwas hin (z.B. sozialer Vergleich). Aber wenn du was hast, wo du von dir selber weißt, da habe ich Lust drauf, das mache ich gerne und dann so „<em>en passant</em>“ wirst du dadurch auch sportlicher. Das wäre halt wahrscheinlicher leicht umzusetzen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading"><strong>Schließe dich 400 begeisterten Abonnent*innen an!</strong></h3>



<p>Mein <strong>High Five Newsletter</strong> bringt dich einmal im Monat hinter die Kulissen meines Podcasts. Du erfährst als Erstes, wer meine nächsten Gäste sind, bekommst exklusive Einblicke ins Thema <strong>Üben</strong> und erhältst handverlesene <strong>Bücher- und Musiktipps</strong>. Kurz, kompakt und <strong>kostenlos</strong> – direkt in dein Postfach!</p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-3" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1774861599" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-3" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading" id="scheitern">Scheitern als Teil des Erfolgs sehen</h2>



<p><strong>Das ist das Typische, was man als intrinsische Motivation schon mal gehört hat. Das heißt, wenn ein Ziel erst mal von mir heraus kommt, kann man sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man am 31. Januar da steht und sich ärgert, dass man das Ziel schon aus den Augen verloren hat, geringer ist?</strong></p>



<p>Auf jeden Fall. Kann aber natürlich trotzdem sein, dass man es nicht schafft. Das zum einen, aber auch diese Dynamik, die dahinter steckt, die finde ich wichtig.</p>



<p>Wenn man jetzt einen Schritt zurück macht und sich anguckt, warum habe ich mir dieses Ziel denn überhaupt gesetzt? Und wie schlimm finde ich das denn, wenn ich diesen Vorsatz jetzt gar nicht einhalten kann? Das ist ja auch wichtig, sich anzugucken. Weil so viele nehmen sich etwas vor, zum Beispiel zum Jahreswechsel, und viele behalten es nicht bei. Und diese Konsequenz davon, etwas „nicht geschafft zu habe“, wie man das dann innerlich verarbeitet, ist ein großer Unterschied. Ich bin eigentlich der Meinung, dass es ist nicht so tragisch ist, wenn man einen Vorsatz nicht so genau umgesetzt bekommt, wie man es gerne hätte. Das hat ja auch eine Strenge.</p>



<p>Wenn ich mir vornehme dreimal die Woche Sport zu machen und schaffe es in der vorherigen Woche nur zweimal &#8211; bin ich dann schon gescheitert? Das ist was anderes als zu sagen, ja, ich habe mir zwar dreimal vorgenommen, aber ich habe es jetzt nur zweimal geschafft, aber naja, so ist es halt. Es geht alles in Wellen. Die Psyche funktioniert nicht <em>straight ahead</em>, linear, sondern geht in Wellen und man nähert sich dem Ziel mal an, man entfernt sich mal wieder.</p>



<p>Du merkst, ich versuche immer wieder auf diesen inneren Kritiker zurückzukommen und mir anzugucken, wie stark ist der eigentlich. Weil in Neujahrsvorsätzen/ Selbstoptimierungen und Motivationscoachings, finde ich, ist viel Forderndes und Strenges &#8211; etwas Disziplinierendes – drin. Und oft sind das auch Leute, bei denen das auf eine Resonanz stößt innerlich.Die vielleicht innerlich auch so eine Art von Strenge haben oder eben genau mit dieser Strenge im Bewusstsein nicht umgehen wollen. Und wenn ich dann etwas nicht geschafft habe, dann mache ich mich wieder fertig und dann gucke ich mir das nächste Motivationscoaching an…</p>



<p>Während man aber auch sagen kann: ja gut, in den drei Wochen, in denen ich jetzt es dreimal zum Sport geschafft habe, jetzt einmal nur zweimal, da war ich auch sportlicher. In der Zeit habe ich mich in die richtige Richtung entwickelt. Und es ist jetzt auch nicht schlimmer, meinem Ideal nicht zu entsprechen.</p>



<p>Ich finde es wichtig, dass du das auch gerade so hervorhebst und vor allem am Anfang direkt so betonst. Weil ich glaube, das vergisst man sehr schnell in dieser Euphorie vom 31. Dezember, wenn man sich die Neujahrsvorsätze aufschreibt, dass man auch scheitern könnte theoretisch. Und, dass das nicht ein Scheitern als Mensch oder als Person insgesamt ist, sondern einfach, dass das zum Leben genauso dazu gehört. Das ist, glaube ich, sehr wichtig, das hervorzuheben. Trotz allem würde ich gerne, das im Hinterkopf behaltend, das einmal positiv umdrehen wollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="smart">S.M.A.R.T. Ziele aufschreiben</h3>



<p><strong>Du hast vorher auch schon so schön gesagt, dass wir uns im besten Fall diesem Fernziel (wir bleiben jetzt der Einfachheit wegen bei dreimal Sport in der Woche und sind aktuell nicht so sportlich) in Baby-Steps annähern sollten &#8211; wenn wir das als ein intrinsisch motiviertes Ziel für uns herausgefunden haben.</strong> <strong>Würdest du sagen, dass es dann trotzdem Tipps, Hilfestellungen, vielleicht auch Strategien gibt, die uns beim Einhalten von diesen Zielen helfen könnten?</strong></p>



<p>Ja, das gibt es auf jeden Fall. Aber da würde ich jetzt ungern in so eine Haltung verfallen, in der ich dann Pauschalaussagen mache, weil man da einfach schnell am Ziel vorbeischießt.</p>



<p>Also ein Klassiker wäre zum Beispiel <strong>S.M.A.R.T. Ziele aufzuschreiben</strong>. Also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar. Das sind alles Sachen, die funktionieren super und werden auch in Verhaltenstherapien viel angewandt, gerade bei Depressionen, wo man ganz stark oft auch eine Motivationsproblematik hat. Aber es ist die Frage, ob das funktioniert oder nicht. Ich glaube es ist hilfreicher in der Gewissenhaftigkeit nachzudenken.</p>



<p><strong>Würdest du sagen, wenn ich nicht so sehr gewissenhaft bin, dass dann das Ziel noch so intrinsisch motiviert sein kann, wie es möchte, dass mir die Umsetzung auf jeden Fall schwerfallen wird?</strong></p>



<p>Ja, das ist so ein bisschen ein Zirkelschluss.</p>



<p>Wenn man ein <em>Big-Five-Inventory</em> macht, also ein Fragebogen, guckt man, in welcher Facette man jetzt eher eine Ausprägung hat. Das schließt man aus dem Verhalten zurück, das man von sich kennt. Also die Gewissenhaftigkeit, also das, was ich so phänomenologisch quasi zeige im Leben, dass da hinter der Kulisse quasi eine Psychodynamik passiert. Zum Beispiel, dass man dieses strenge Über-Ich, diesen strengen Richter, inneren Kritiker hat. Und das finde ich eher hilfreich mir anzugucken.</p>



<p><strong>Am Ende ist es erstmal nicht schlimm, ein Ziel für sich zu formulieren und das einhalten zu wollen, wenn das quasi für einen persönlich ein gutes, valides Ziel ist?</strong></p>



<p>Ja, auf jeden Fall. Also, dass man sich Ziele setzt, das halte ich auch für wichtig. Es ist nur die Frage, wie viele Ziele ich mir so ohnehin setze. Also wenn ich gar keine habe, dann ist es auf jeden Fall eine gute Idee, die auch ordentlich zu machen und realistisch und umsetzbar. Und wenn ich sowieso ganz viele habe, dann würde ich reflektieren, was dahintersteckt. Ist das vielleicht so etwas wie eine Angstabwehr? Vielleicht fühle ich mich irgendwie klein oder schlecht als Musiker*in. Das gibt&#8217;s ja.</p>



<p><strong>Das meinte ich am Anfang auch mit einem integrierten Ziel. Angenommen, ich bin jetzt eine Person, die macht sich ganz viele Ziele und kann nicht alle umsetzen. Dann könnte es ja sein, dass wenn ich darüber reflektiere, dass ich dann herausrausfinde, irgendwie fühle ich mich klein. Und mir so viele Ziele vorzunehmen und umzusetzen und so fleißig zu sein, das hilft mir das abzuwehren oder zu bewältigen. Das ist dann vielleicht so was, das ist jetzt freudianisch fast so ausgedrückt wie eine <em>Teilgratifikation</em>. Ich nehme mir ein Ziel vor, male mir das so aus, denke dann über S-M-A-R-T nach und in der Fantasie rufe ich das richtig wach. Dann ist es ja fast so, als wäre es schon erfüllt. </strong><strong></strong></p>



<p><strong>Natürlich kann ich trotzdem fleißig sein, aber dann versteht man vielleicht mehr, was will ich wirklich können – wofür habe so eine Liebe. Und so <em>by the way</em>, nähert man sich dann auch mehr noch einer eigenen künstlerischen Handschrift an. Das kommt aus einer Liebe heraus und irgendwie, so freudianisch ausgedrückt, ist es eine <em>libidinöse</em> <em>Besetzung</em> quasi. Da habe ich Bock drauf, da will ich hin. </strong><strong></strong></p>



<p><strong>Jetzt beschreibst du im Grunde den Idealzustand, wie nicht nur in der Musikhochschule das Instrumentalstudium vermittelt werden sollte, sondern auch als Hobbymusikerin, Hobbymusiker, es im Unterricht passieren sollte.</strong></p>



<p><strong>Jetzt wissen wir alle aus unserer eigenen Studienzeit und auch aus dem Unterrichten, dass genau dieser Prozess ja eigentlich der Schwerste von allen ist: für sich herauszufinden, was man eigentlich möchte. Wie würdest du denn jemandem dafür Tipps geben, wenn eine Person sich auf genau diese Reise aufmachen möchte?</strong></p>



<p>Das ist die gute Frage und da gibt es keine konkrete Antwort drauf. Also da kann ich nicht mehr zu sagen als: das ist auch eine Reise und ein Prozess. Das ist ja im Prinzip die Frage nach menschlichem Wachstum und das passiert halt durchs Leben. Also so unkonkret, wie das auch klingt.</p>



<p>Da gibt es auch nie eine Antwort, die auf ewig beständig ist. Man muss die Kompetenz entwickeln, sich die Frage zu stellen. Und wenn ich dann eine ganz klare Antwort habe, dann ist die ja auch zeitbegrenzt und dann muss man sich die Frage wieder stellen irgendwann. Das ist ja im Prinzip eine Reflexionsfähigkeit, die man entwickeln muss. Darum geht es ja eigentlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="pausen"><strong>Pausen &amp; Erholung</strong></h2>



<p><strong>Wie wichtig sind denn Pausen oder Erholung ganz grundsätzlich? Viele sprechen vom berühmten Cheat-Day, den es haben darf, wenn man sich etwas Neues angewöhnen möchte.</strong> <strong>Wie wichtig sind so Sachen in der verhaltenstherapeutischen Sicht?</strong></p>



<p>Aus meiner Sicht, ich bin allerdings kein Verhaltenstherapeut, ist das glaube ich von den Sachen, die bisher genannt wurden, das Wichtigste. Diesem prototypischen, perfektionistische Musiker mit einem starken inneren Kritiker, dem fällt es wirklich mal nix zu machen.</p>



<p><strong>Das klingt nach einer Einladung zur „Langeweile“. Ich meine, wir kennen das alle. Wir nehmen sofort beim Warten im Bus oder Zug das Handy in die Hand, weil diese Zeit mit sich selber, mehr und mehr verloren geht. Wahrscheinlich spielt das alles genau in dieses Modell rein.</strong></p>



<p>Ja, also das finde ich auch etwas Schönes Konkretes, was du da ansprichst. Das Handy in irgendeiner Form kontrollieren ist, glaube ich, wirklich hilfreich, weil dadurch wirklich Raum und Zeit entsteht, in dem man sich kennenlernen kann. Und von den Studien, die es da so bisher gibt, ist das ist ziemlich eindeutig, dass eine Reduktion von Handyzeit und digitaler Zeit schon ausreicht, um sich wirklich nachweislich besser zu fühlen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="nv-iframe-embed"><iframe loading="lazy" title="Instagram | Süchtig nach Dopamin | ARTE" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/R3xI8jc3_L8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading" id="willenskraft"><strong>Unsere Willenskraft als Akku?</strong></h3>



<p><strong>Wo wir gerade von Studien gesprochen haben, ich bin in der Vorbereitung auf das Ego-Depletion-Modell gestoßen. Das sagt, dass unsere Willenskraft ein bisschen wie ein Akku funktioniert.</strong></p>



<p>Vom Ego-Depletion würde ich als Konstrukt Abstand nehmen tatsächlich. Das ist von Roy Baumeister und ein ganz klassisches Beispiel für <em>Publication Bias</em> geworden. Was in der Psychologie ein Problem darstellt, auch gegenüber der Glaubwürdigkeit vor allem von Sozialpsychologie (Baumeister ist Sozialpsychologe). Es wurden nur die Studien veröffentlicht, wo etwas rausgekommen ist und die, wo nichts rausgekommen ist, sind in der Schublade verschwunden. Und dann summieren sich die positiven Effekte quasi auf und es kommt ein richtig hoher Effekt raus, obwohl es ihn in der Wirklichkeit nicht gab.</p>



<p><strong>Wenn wir jetzt aber dann nochmal auf die pragmatischen Ratschläge eingehen. Wir hatten Belohnungen, Pausen, die smartphonefreie Zeit. Hast du noch einen vierten Tipp?</strong></p>



<p>Vielleicht erstmal noch so zu den drei Sachen, die du gerade aufgezählt hast. Für die Selbstoptimierer unter uns gibt es für das Nichtstun auch einen richtig schönen Selbstoptimiererbegriff. Und zwar &#8222;<strong>Idle Time&#8220;</strong>. Ich glaube Andrew Huberman in einem Gespräch mit Rick Rubin haben das bekannt gemacht. Und ich finde das eigentlich richtig witzig, weil was &#8222;Idle Time“ (dt.: Leerlauf) beschreibt ist einfach wirklich nichts machen. Und das kann man sich als Selbstoptimierer einfach perfekt vornehmen.</p>



<p><strong>Ich mag die Pomodoro-Technik. Das ist ja der absolute Klassiker. Das passt auch gut zu den Smart-Zielen. Wenn ich etwas übe, auf das ich keinen Bock habe, ist es wunderbar, sich kleine machbare Zeiträume vorzunehmen.</strong><strong></strong></p>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/pomodoro-technik/">Mehr zur Pomodoro-Technik</a></div>
</div>



<p><strong>Ich durfte im letzten Jahr François Bastion interviewen, der ist Hornist, bei den Münchnern Sinfonikern. Er hat was Witziges gesagt, das würde ich dich gerne fragen. Er hat sein Mundstück vom Horn neben der Zahnbürste stehen und morgens das erste was er nach dem Zähneputzen macht, ist Buzzing. Er hat sich also so einen kleinen Trigger gebastelt. Ist das so etwas, was hilft oder ist das eher <em>nice to have</em>, aber eigentlich nicht wirklich belastbar?</strong></p>



<p>Das ist eine schöne Frage, die du stellst und die kann sich vielleicht jeder selbst beantworten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="verhaltensweise">„Ungute Verhaltensweise“ ablegen</h2>



<p><strong>Wenn wir die Fragen umdrehen würden und wollen ein Verhalten ablegen, würdest du sagen, dass die gleichen Sachen gelten, die wir gerade besprochen haben? Oder ist hier eine andere Art von Innenschau nötig?</strong></p>



<p>Also ich glaube, Innenschau ist immer gut. Weil die Frage ist ja: was ist denn das, was man loswerden will? Also da bin ich jetzt auch wieder so im Konflikt, weil das ist sicherlich etwas, wo man eine individuelle Klärung dann braucht.</p>



<p><strong>Ja, das ist eigentlich ein ganz schöner Bogen, der sich dann auch zum Anfang wieder spinnt. Das ist eigentlich das größte Take-away, um auch in dieser Optimierungssprache zu bleiben, wenn man da eins mitnehmen möchte, Idle Time, um im besten Fall einen stärkeren Zugang zu sich selber zu finden. Und das herauszufinden, was man eigentlich möchte, was man auch vielleicht nicht möchte, was man loswerden möchte, aber auf jeden Fall mehr Bezug zu sich selber zu schaffen.</strong></p>



<p>Ja, genau. Das finde ich richtig schön zusammengefasst.</p>



<p><strong>Ich hatte, ganz anderer Kontext, am Ende des letzten Jahres eine ganz schöne Erkenntnis für mich selber: nämlich dass meine Ziele nicht die Ziele von anderen Leuten sind. Und ich finde, das kann man wunderbar an der Stelle auch umdrehen. Die Ziele von anderen Leuten sind nicht automatisch meine Ziele. Und das fasst eigentlich, finde ich, unser ganzes Gespräch auf einen Satz ganz gut zusammen.</strong></p>



<p>Ja, absolut. So, was will ich eigentlich? </p>



<p><strong>Und dann klappt es im besten Fall irgendwie auch mit dem Einhalten von den Zielen.</strong></p>



<p>Genau. So <em>en passant</em>. Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm.</p>



<p>Wir haben viel Zeit und wir können uns einem Ziel annähern. Das ist ja so bei einem Ideal.</p>



<p><strong>Und wenn wir uns Neujahrsvorsätze gemacht haben und sie fünf Wochen durchgezogen haben, dann ist das ein Erfolg</strong><strong>. Dann haben wir fünf Wochen uns diesem Ideal angenähert.</strong><strong> </strong>In der Zeit haben wir uns in irgendeiner Form entwickelt. Wir haben was gelernt. Und vielleicht ist in den fünf Wochen irgendwas anders geworden. Und wir haben jetzt vielleicht in diesem Moment eine andere Motivationsstruktur.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sind-deine-ziele-wirklich-deine-eigenen-tobias-dolle/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Differenzielles Lernen in der Musik</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Aug 2024 14:07:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechniken]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich..?]]></category>
		<category><![CDATA[Differenzielles Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Wie übt eigentlich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=6576</guid>

					<description><![CDATA[Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn ist Bewegungs- und Trainingswissenschaftler an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Er gilt als Begründer des Differenziellen Lernens. Eine Methode, die auch inzwischen Einzug in die Musik gehalten hat. Was so abstrakt klingt ist in Wahrheit recht einleuchtend und simpel. Wir lernen aus Unterschieden.  Damit ist nicht gemeint, dass wir anfangen sollten,&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Differenzielles Lernen in der Musik</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/eb24b07881974da6b36957f664bf2e23" width="1" height="1" alt="">



<p><strong>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</strong> ist Bewegungs- und Trainingswissenschaftler an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Er gilt als Begründer des Differenziellen Lernens. Eine Methode, die auch inzwischen Einzug in die Musik gehalten hat. Was so abstrakt klingt ist in Wahrheit recht einleuchtend und simpel. Wir lernen aus Unterschieden. </p>



<p>Damit ist nicht gemeint, dass wir anfangen sollten, ein zweites Instrument zu lernen. Differenzielles Lernen zielt eher auf die kleinen Unterschiede ab, die beim Ausführen einer Bewegung am Instrument entstehen. Sie beschränken sich jedoch nicht nur auf Bewegungen, sondern variiert werden kann jeder musikalische Parameter von Ausdruck bis Genre. Die Frage, die sich natürlich nun stellt: Wie können wir uns das in der Musik zu nutze machen. Darüber soll es in dieser Podcast Folge gehen. </p>



<p></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="546" height="819" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/08/Wolfgang-Schoellhorn-Steady.jpg" alt="Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn in der Sporthalle der JGU Mainz" class="wp-image-6579" style="width:546px;height:auto" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/08/Wolfgang-Schoellhorn-Steady.jpg 546w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/08/Wolfgang-Schoellhorn-Steady-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 546px) 100vw, 546px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wolfgang Schöllhorn nach dem Interview an der JGU Mainz</em></figcaption></figure>
</div>


<p>In der Folge habe ich mit Wolfgang Schöllhorn den Blick aber abseits von Sport und Musik gerichtet und mein Gast gibt Einblicke zu aktuellen Forschungsfragen rund um das optimale Lernen gibt.&nbsp;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Differenzielles Lernen 1 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="3041337243"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Lieber hören statt lesen?</h2>



<p>Die Folge mit&nbsp;<strong>Wolfgang Schöllhorn&nbsp;</strong>lässt sich auf allen bekannten Streaming Plattformen kostenlos anhören.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Apple Podcast</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-ad3f4fd3" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000666595812" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fas fa-podcast"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wie-%C3%BCbt-eigentlich-musiker-innen-sprechen-%C3%BCbers-%C3%BCben/id1563292378?i=1000666595812">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Spotify</h3>



<div id="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-2e6c3a63" class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons"><span class="wp-block-themeisle-blocks-font-awesome-icons-container"><a href="https://open.spotify.com/episode/6JjnG5I9tc4yEDZqZ9hQqv?si=b44c8775aaa64b98" target="_self" rel="noopener noreferrer"><i class="fab fa-spotify"></i></a></span></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/6JjnG5I9tc4yEDZqZ9hQqv?si=b44c8775aaa64b98">jetzt anhören</a></div>
</div>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">YouTube</h3>
</div>
</div>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Das Interview</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Inhalt</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#entweder">Entweder-Oder-Fragen</a></li>



<li><a href="#wasist">Was ist Differenzielles Lernen?</a></li>



<li><a href="#warum">(Warum) Ist Differenzielles Lernen universell übertragbar?</a></li>



<li><a href="#anwendung">Anwendungsbeispiele in der Musik</a></li>



<li><a href="#vergleich">Differenzielles Lernen im Vergleich zur O.P.T.I.M.A.L Theorie</a></li>



<li><a href="#variation">Wie viel Variation ist zu viel?</a></li>



<li><a href="#lehrer">Die Rolle des Lehrers im Differenziellen Lernen</a></li>
</ul>



<p><strong>In Anlehnung an die Musikerinnen und Musikerinterviews, die ich immer führe, würde ich Ihnen gern zum Einstieg zwei Fragen stellen: Vervollständigen Sie folgenden Satz, trainieren heißt für Sie?</strong></p>



<p>Meist eine veraltete Methode, die dringend einer Überarbeitung bedarf.</p>



<p><strong>Das heißt Sie trainieren nicht?</strong></p>



<p>Nein. Das Wort <em>trainieren</em> (train &#8211; to train) kommt ursprünglich aus dem französischen und bedeutete „das Pferd aus dem Stall ziehen“.</p>



<p>Und ich will niemanden hinter mir herziehen, sondern für mich ist es eigentlich eine Stimulation und eine Interaktion, wo mehr Kreativität von Seiten des Lernenden mit hineinkommen kann.</p>



<p><strong>Das heißt Sie sagen nicht „ich trainiere“, sondern was ist Ihr Wort für das, was man so landläufig als <em>trainieren</em> bezeichnet?</strong></p>



<p>Also wir sind auf der Suche nach einem adäquaten Wort, aber: ich bewege mich, ich lerne.</p>



<p><strong>Das finde ich schön. Bewegung oder Lernen sollte ja nicht nur monotones Wiederholen sein, sondern im besten Fall abwechslungsreich und kreativ.</strong></p>



<p><strong>Was ist denn die neueste oder letzte Idee, die Sie selber in Ihrem eigenen Bewegen, Lernen ausprobiert haben beziehungsweise an Studierende weitergegeben haben?</strong></p>



<p>Das Neueste, was ich jetzt an unsere Studierenden gegeben habe, ist das Resultat unserer neuen Forschung, dass auch Differenziales Lernen mit der Zeit abstumpft.</p>



<p>Und das war das, was ich eigentlich auch von Anfang an vor 20 Jahren schon gesagt hatte: es geht um Variation der Variation. Variation muss individuell und situativ angepasst werden.</p>



<p>Es gibt Leute, die werden bei zu viel Variation verrückt. Dann gibt es andere, die werden bei zu viel Wiederholung verrückt &#8211; und dann kann das aber auch von Zeit zu Zeit wechseln. Es hat schon eine starke psychologische Komponente, wann Wiederholung Vorteile bringt. Da können wir aber später nochmal drüber reden.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Variation muss individuell und situativ angepasst werden&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="entweder">Entweder-Oder-Fragen</h2>



<p><strong>Sehr gerne, dazu habe ich auf jeden Fall auch ein paar Fragen vorbereitet. Für alle Zuhörerinnen und Zuhörer, die sie vielleicht noch nicht so gut kennen, habe ich mir ein paar Entweder-Oder-Fragen überlegt, um Sie vorzustellen.</strong></p>



<p><strong>Handball, Leichtathletik, Turnen oder Bobfahren?</strong></p>



<p>Das ist jetzt quasi mein Lebenslauf in der Praxis.</p>



<p>Für mich gibt es da kein Entweder-Oder, sondern es war einfach nur die Neugierde.</p>



<p>Der Wechsel von Handball auf Leichtathletik war mehr oder weniger aus Gesundheitsgründen, weil ich im Handball (damals war es üblich auf Betonboden mit Linoleum zu spielen) die Knie nach zehn Jahren kaputt hatte. Während der Regeneration hatte ich die Leichtathleten kennengelernt.</p>



<p>Und die haben mich dann gefragt, ob ich als Handballer nicht auch mal Speer werfen könne. Wenn du Speer wirfst, dann kannst du auch Diskus und Kugelstoßen und damit war der Zehenkampf schon fast komplett zusammen.</p>



<p>Ich habe das dann eine Weile lang gemacht und habe dort aus Neugierde jemanden kennengelernt, der Bobfahren konnte. Ich bin dann dort relativ schnell erfolgreich gewesen und habe aber ganz am Ende, als ich schon Athleten trainiert hatte nebenher, mit meiner neuen Theorie ein Selbstexperiment gewagt.</p>



<p>Ich hatte dann mit Freunden von mir, Georgios und seinem Bruder Eftimios Karamitsos, der ist Nationaltrainer im Karate, einen Deal gemacht: Ich habe gesagt, ich bringe dir Sprinten bei und du bringst mir Karate bei. Aber ich will dich nur einmal die Woche sehen, weil ich den Rest dann selber mache. Und das haben wir dann gemacht. In sehr kurzer Zeit hatte ich den braunen Gurt und ich wusste, das Differenzielle Lernen funktioniert und habe es dann erst bei meinen Athleten angewandt.</p>



<p>Also alles, worüber ich rede, das stammt aus praktischer Erfahrung. Nicht nur als Athlet, sondern weil ich mein Studium selbst finanzieren musste, auch als Trainer.</p>



<p><strong>Haben Sie eine Lieblingssportart, obwohl Sie so breit aufgestellt sind?</strong></p>



<p>Nein, also womit ich mich schon ein bisschen schwertue, ist Wasser. Ich schwimme auch ab und zu, aber dann möchte ich wirklich schnell wieder raus. Alles, was so in den Ausdauer Bereich geht, ist jetzt nicht so mein Favorit.</p>



<p><strong>Man hört Sie sind Schwabe, also: Mainz oder Ulm?</strong></p>



<p>Also zum Studieren und Arbeiten gerne hier in Mainz.</p>



<p>Ich bin gern in Ulm, aber für die damalige Zeit war es wichtig, davon wegzukommen, weil Ulm für die Zeit nach der Schule doch eher etwas konservativ war. Da war die Gegend hier im Rhein-Main Gebiet ideal.</p>



<p><strong>Erklären oder vormachen?</strong></p>



<p>Weder noch. Fragen stellen.</p>



<p><strong>Heute oder morgen?</strong></p>



<p>Jetzt.</p>



<p><strong>Wir hatten es davon eben schon im Vorgespräch. Ich kam auf die Frage, als ich ein Video von Ihnen gesehen habe, in dem Sie vor den deutschen Fußballlehrern sprechen. Da zitierten Sie am Anfang ein chinesisches Sprichwort, was wohl besagt: „Wenn du unglücklich sein möchtest, dann vergleiche dich mit anderen.“</strong></p>



<p>Das ist vollkommen richtig. Das „andere“ kann man sogar weglassen. Wenn du unglücklich sein willst, dann vergleiche. Das reicht schon.</p>



<p>Das ist für mich im Sport, aber auch in der Musik ganz wichtig: Wenn ich ein Musikstück höre und will es genauso reproduzieren, dann fange ich schon an zu vergleichen. Oder wenn mir mal ein Stück gut gelingt, dann fange ich an zu vergleichen. Und der Vergleich, das wissen wir inzwischen, aktiviert den Frontallappen und damit wird die meist die Leistung reduziert. Das hindert uns auch daran im Moment maximal Leistung zu bringen.</p>



<p><strong>Waren Sie immer schon frei davon oder war es bei Ihnen auch ein Prozess?</strong></p>



<p>Nein, das war klar ein Prozess. Ich bin die klassische Schule durchgegangen.</p>



<p>Ich habe auch für 10 Jahre Oboe gelernt. Bei den Wiederholungen der Tonleiter in der anfangs viertel Stunde wusste ich damals schon nicht wozu.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h3 class="wp-block-heading">Werde Teil von 100+ Abonnent*innen<br></h3>



<p>In meinem&nbsp;<strong>High Five Newsletter&nbsp;</strong>empfehle ich&nbsp;<em>einmal im Monat&nbsp;</em>spannende Artikel rund um das Thema Üben. Ihr erhaltet spannende Hintergrund-Infos rund um den Podcast und wisst bereits vorab, wer meine nächsten Gäste sind. Dazu gibts Bücher- und Musiktipps. Alles natürlich&nbsp;<em>kostenlos</em>.<br></p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-4" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1774861600" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-4" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="wasist">Was ist Differenzielles Lernen?</h2>



<p><strong>Können Sie beschreiben, was das Differenzielle Lernen auszeichnet, beziehungsweise wie es sich vor allen Dingen vom klassischen Lernen unterscheidet?</strong></p>



<p>Wie das Wort es eigentlich schon sagt, liegt darin die Erkenntnis, dass wir prinzipiell nur, aus Differenzen lernen können.</p>



<p>Die zugrundeliegende Definition von Lernen: Lernen ist eine zeitlich überdauernde Verhaltensänderung oder Wissensänderung. Das heißt also das, was im Abitur stattfindet, ist kein Lernen. Das ist Kurzzeit-Reproduktion. Lernen ist eigentlich das, was wir auch ein Jahr danach noch wissen.</p>



<p>Zeitlich überdauernde Verhaltensänderung geht nur über Differenzen. Das hat auch einen informationstheoretischen Hintergrund: Wenn wir zweimal die gleiche Information erhalten, was sollen wir daraus lernen? Unser Körper ist auch darauf abgestimmt. Unsere Neuronen können sich sehr schnell an Wiederholungen anpassen.</p>



<p>Das merken wir immer, wenn wir morgens die Kleidung anziehen. Das ist für die Haut noch neu, aber sobald sich der Reiz beim Tragen wiederholt, sind wir uns der Kleider nicht mehr bewusst. Wiederholung stumpft ab.</p>



<p>Das Wort „differenziell“ rührt auch noch aus meiner Physikausbildung her und leitet sich von der Differential- und Integralrechnung ab. Es deutet darauf hin, dass es im Ursprung des Differenziellen Lernen eigentlich um die kleinen Differenzen ging.</p>



<p>Das bedeutet, wenn ich schon in einer Bewegung bin (wir haben damals mit Kugelstoßen gearbeitet), dann geht es nicht darum, dass ein Kugelstoßer noch zusätzlich Rad fahren und schwimmen soll, sondern dass er innerhalb des Kugelstoßens noch sehr viele Variationen drin hat.</p>



<p>Also, dass er nach rechts oben oder nach links unten stoßen kann. Er kann es in den Vorwärtsbewegen machen, er kann es in den Rückwärtsbewegen machen, mit dem Kopf nach links, Kopf nach rechts, Ellenbogen unten, Ellenbogen oben, etc.</p>



<p>Das heißt, wir haben damals gesagt, dass keine zwei aufeinanderfolgenden Wiederholungs- oder Bewegungsausführungen identisch sein sollten. Wir erzeugen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bewegungen Differenzen, wodurch unser System eine Chance hat, einen Vergleich anzustellen um zusätzliche Informationen zu erhalten.</p>



<p>Interessanterweise nutzt unser Gehirn genau diesen Mechanismus ständig: Nämlich beim Sehen. Wenn wir also unser linkes und rechtes Auge abwechselnd auf und zu machen und eine Linie angucken, dann sehen wir, dass die Linie hin und her springt. Das heißt, unser Gehirn nutzt die Differenz der beiden Abbilder, um die Entfernung zu bestimmen. Das Gleiche macht es auch beim Gehör. Wenn ein Schall zuerst auf das linke Ohr und dann aufs rechte Ohr kommt, gibt uns die zeitliche Differenz die Orientierung, woher der Schall kommt.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Das bedeutet, wenn ich schon in einer Bewegung bin (wir haben damals mit Kugelstoßen gearbeitet), dann geht es nicht darum, dass ein Kugelstoßer noch zusätzlich Rad fahren und schwimmen soll, sondern dass er innerhalb des Kugelstoßens noch sehr viele Variationen drin hat.&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Landläufig gibt es diese Vorstellung, dass wenn man etwas lernt und wiederholt, dass sich Myelin um die Synapsen bildet und eine Art Datenautobahn entsteht. Ist dann diese Vorstellung falsch?</strong></p>



<p>Jein.</p>



<p>Also ich glaube, da liegt ein großes Missverständnis vor. Dieses auch als <em>Binding- Problem</em> bekannte Phänomen hatte ich damals schon bei Prof. Wolf Singer in Frankfurt am Max-Planck-Institut für Gehirnforschung gesehen: Wenn im Gehirn von vorne links die Frequenz kommt und dann hinten rechts ist – dann, so die Theorie fängt es an sich zu verbinden. Das stimmt für kurze Entfernungen, nur interessanterweise war das aber auch das einzige Lern-Design, was sie untersuchen konnten. Man hat kein anderes Lernen untersucht. Man hat quasi das Experiment so gestaltet, dass das rauskommt, was eigentlich rauskommen muss.</p>



<p>Und jetzt gibt es ja verschiednste Formen des Lernens, auch das sog. AHA-Lernen was wir zum Beispiel Fahrradfahren erleben. Das können wir damit nicht erklären. Balancieren können Sie damit nicht erklären. Es ist nur eine, und zwar eine der wenigsten Formen des Lernens, die man untersucht hat.</p>



<p>Hinzukommt, dass wir wissen dass sich unser System von selbst ändert. Also schon wenn ich nachts schlafe, schon wenn ich irgendeinen Gedanken habe, habe ich im Gehirn schon nicht mehr die gleichen Synapsen. In der Pubertät kommt zusätzlich Wachstum und die Veränderung des Hormonhaushalts dazu. Das heißt eigentlich, dass ich niemals wieder dieselbe Situation habe. Wozu soll ich dann wiederholen? Also, wiederholen macht Sinn – allerdings aus anderen Gründen, die meist mit einem Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle in Verbindung stehen.</p>



<p>Was wir inzwischen leider wissen ist, wenn zu viele Wiederholungen stattfinden und das ist ganz bekannt in der Musik, besteht die Gefahr der Fokalen Dystonie. Diese Krankheit tritt häufig bei enormem Ehrgeiz gepaart mit vielen Wiederholungen auf. Wir sehen dies nie bei viel Variation. Im Sport ist es übrigens ähnlich, zum Beispiel beim Golf das Yips. Es ist immer die Paarung viel Ehrgeiz mit viel Wiederholung.</p>



<p>Das heißt nicht prinzipiell, dass man keine Wiederholung zu lange machen sollte. Es muss allerdings differenziert werden. Im absoluten Top-Bereich ist Wiederholung und Ehrgeiz zudem etwas ganz anderes als beim Anfänger. Wenn ein Anfänger wiederholt, dann habe ich da immer noch genügend Variation drin. Deswegen lernen sie auch noch bei Wiederholung.</p>



<p>Allerdings je länger sie in unserem klassischen Schulsystem, im Ausbildungssystem etc. drin sind, desto weniger Varianz sieht man bei den Wiederholungen. Dies ist unter anderem auch der Grund warum es älteren Menschen schwerer fällt, Neues zu lernen. Sie glauben immer noch, die gleichen Methoden wie in der Schule anwenden zu müssen, weil es dort ja auch funktioniert hat. Der Unterschied war nur, dass in dieser Zeit viel Variation im Leben war und stets Neues erfahren wurde. Im Alter sind die Bedingungen anders und deshalb funktionieren auch Methoden aus früheren Jahren nicht mehr. Es geht einfach darum, genügend Variation weiter im Gesamtsystem zu halten.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Differenzielles Lernen 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="7847042995"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="warum">(Warum) ist Differenzielles Lernen universell übertragbar?</h2>



<p><strong>Wir haben vorhin schon in Ihrer Biografie die Sportarten aufgezählt, die Sie selbst aktiv gemacht haben, aber auch die Sportarten, die inzwischen differenzielles Lernen anwenden. Jetzt kann man ja weder von <em>der</em> Musik noch im Sport von <em>dem</em> Sport reden. Wieso lässt sich das differenzielle Lernen trotzdem auf so viele Disziplinen anwenden?</strong></p>



<p>Wir haben 2014 mit Stefan Albrecht (Querflöte) eine <a href="http://doi.org/10.1016/j.humov.2014.03.010">Studie</a> gemacht. Wir luden die besten Flötisten aus dem Rhein-Main-Gebiet hier ein und ließen sie im Labor Mozarts zweites Konzert für Querflöte spielen. Alle Finger- und Körperbewegungen wurden mit Kameras und einer Kraftmessplatte aufgenommen.</p>



<p>Und obwohl die alle genau das gleiche Stück spielten (sie mussten es fünfmal an einem Tag spielen und kamen an drei Tagen hintereinander) konnten wir anhand jeder Fingerbewegung erkennen wer spielt. Wir konnten anhand der Körperbewegung erkennen wer spielt und das, ohne dass wir irgendeinen Ton aufgenommen hätten. Ich hätte es auch vom Ton her sagen können wer spielt. Allerdings konnten wir nicht die Tage voneinander unterscheiden. Das heißt, da war dann eine Überlappung.</p>



<p>Inzwischen haben wir Verfahren über unsere Deep Learning Netzen, mit denen wir auch die Tage unterscheiden können. Das heißt, wir sehen eigentlich, dass unser System selbst sich ständig verändert. Und das ist genau das, warum Wiederholungen nur wenig bringen. Sie helfen uns allerdings in Bezug auf psychische Sicherheit. Sie geben mir das Gefühl von Kontrolle. Und deswegen gibt es Personen, die das brauchen. Und diese Phänomene treten nicht nur im Sport oder der Musik auf, sondern scheinen grundlegend.</p>



<p>Warum das Differenzielle Lernen auf alle Bereiche zu übertragen ist, liegt wohl daran, dass hier physikalische Theorien gepaart &nbsp;mit neurophysiologischen Grundlagen zugrunde liegen, und keine weitere Meisterlehre. Also sprich, jedes System, was noch am Leben ist, zeigt diese Phänomene, wie z.B. Schwankungen, Stabilitäten, Instabilitäten, Phasenübergänge etc. Und solange das System Schwankungen hat, am Leben ist, sind diese Theorien anwendbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="anwendung">Anwendungsbeispiele des Differenziellen Lernens in der Musik</h2>



<p>Wenn ich jetzt ein Trompeter bin, dann weiß ich, dass die Finger niemals identisch auf die Ventile kommen. Die Lippenbewegung, Atmung, Stütze ist nicht immer gleich. Und vor allen Dingen sind sie in Kombination nicht immer identisch: Welchen Gedanken habe ich da gerade mit drin? Wie ist meine Stimmung? Wie ist mein Ernährungszustand?</p>



<p>Das heißt, die ständigen Variationen, die dort hinzukommen, die ignorieren wir bislang einfach. Wir denken, wir spielen Trompete, weil da vorne Noten sind. Nein, der Teufel steckt im Detail. Allerdings kann ich das im Prinzip nutzen, um die Variation aufrechtzuerhalten.</p>



<p>Das heißt, ich kann mal mit gebeugten Fingern, ich kann mit gestreckten Fingern spielen, ich kann mit hohem Ellbogen spielen, ich kann mit Ellbogen unter der Trompete spielen, ich kann mit Rücklage spielen, ich kann mit Vorlage spielen, ich kann das Spiel in Seitlage machen, ich kann den Nacken stärker beugen, ich kann in Überstreckung gehen Es gibt verdammt viele Möglichkeiten, wo man variieren kann.</p>



<p><strong>Das heißt aber, Sie beschränken ganz bewusst die Differenzen, also die Variationen, auf dem Bewegungsapparat?</strong></p>



<p>Nein, nicht nur auf die Bewegung. Das hat Professor Martin Widmaier mal wunderschön am Flügel des Peter-Cornelius-Konservatoriums in Mainz vorgeführt.</p>



<p>Er hatte zwei Flügel nebeneinander aufgestellt und Musikschulkinder Stücke im Vorbeigehen, nicht am Sitzen, spielen lassen. Die Spielaufforderungen variierten: Spiel doch mal wie Hagelkörner. Jetzt spiel doch mal wie Schneeflocken. Oder wie in einem Liebeslied. Und jetzt mal arrogant-aggressiv. Also Emotionen ausdrücken in der Musik ist ein ganz großer Bereich von Variation. Für die Bläser kommt noch hinzu, dass ich in kürzeren Rhythmen atmen kann, abwechselnd zwischen Bauch und Brustatmung, durch die Nase oder den Mund einatmen, und beliebige Kombinationen davon, oder ich könnte laut und langsam oder schnell und leise spielen, die hohen Töne leise, die tiefen Töne Laut und umgekehrt. Wenn man das noch mit den Bewegungen kombiniert, dann sieht man schnell die große Anzahl an Möglichkeiten. Wenn man dann noch an die Stücke rangeht und nur jeden zweiten Takt spielt, das Stück rückwärts spielt, in verschiedenen Rhythmen, dann öffnet sich noch ein ganz anderes Feld. Was häufig erst spät gemacht wird, könnte man schon am Anfang machen, die Stücke z.B. in verschiedenen Stilen spielen, Bach’s Tocatta im Blues-stil, oder Satchmo’s What a wonderful day klassisch interpretieren. Vieles davon wird vereinzelt schon angewandt, aber leider noch nicht systematisch und nicht bei allen in die Grundschule eingebaut. Herr Albrecht zum Beispiel lässt seine Flötenschüler von Beginn an auch Flageolett (Spielen mit Obertönen) mit Erfolg spielen, das klassisch erst spät wenn überhaupt eingeführt wird.</p>



<p><strong>Ist ein variantenreiches Üben und Differenzielles Lernen im weitesten Sinne das Gleiche?</strong></p>



<p>Ja. Wir hatten das Wort <em>differenziell</em> eigentlich nur aus dem Grund gewählt, weil es im Sport eine sogenannte <em>Variability of Practice Theorie</em> gab. Diese ging davon aus, dass wir sogenannte invariante Elemente haben. Die Invarianten, die kann man kombinieren mit variablen Parametern, damit die Invariante stabiler wird. Das wäre dann zum Beispiel Gehen mit langem Schritt, mit kurzem Schritt, schnell oder langsam &#8211; aber ich darf nicht meinen Stil verändern. Ich darf nicht federn oder schleichen gehen. Der Rhythmus muss jedoch drin bleiben. Wie sich mittlerweile allerdings rausstellte, ist die Theorie nur für kleinmotorische Bewegungen gedacht.</p>



<p>Und weil dort das Variable schon quasi benutzt war, haben wir nach einem Alternativbegriff geguckt. Und eigentlich ist es auch der Kern von allen anderen Lernansätzen: auch dort gilt: Wir lernen nur aus den Differenzen.</p>



<p>Umgangssprachlich würde ich variabel sagen. Allerdings nicht variabel im Sinne von „geblockt“ (10x Variante A, dann 10x Variante B) &#8211; sondern es geht auch darum, dass wir jede Bewegung oder jeden Ton anders machen. Ich kann dann im Übrigen auch, was viele Musikerinnen und Musiker machen, ein Musikstück erstmal nur mit punktierten Achtel durchspielen oder das Stück mal schnell, mal in Lento oder mal in Adagio.</p>



<p>Ich würde sagen, wenn am Anfang die Technik das Problem ist, dann fange ich an dort zu variieren. Wenn es dann um Ausdruck des Musikstücks geht, dann geht es mehr um Emotionen zu variieren.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Wenn wir das Gehirn in diesen Alpha-Theta-Zustand kriegen, dann lernen wir optimal. Genau dafür ist Bewegung ideal und es muss nicht unbedingt Ausdauersport sein, sondern jede Form von Bewegung, allerdings Ganzkörperbewegungen. Fingerbewegungen alleine scheinen nicht zu genügen&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Differenzielles Lernen 3 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="6035166246"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="vergleich">Differenzielles Lernen im Vergleich zur O.P.T.I.M.A.L Theorie</h2>



<p><strong>Ich habe die ganze Zeit die Differenzielle Theorie oder das Differenzielle Lernen sogar ein bisschen weiter aufgefasst. Sie hatten es vorher schon angesprochen, dass Sie das Lernen ja auch in dieser zeitlichen Komponente sehen. Also nicht nur in der zeitlichen Komponente im Laufe des Lebens, sondern auch in der zeitlichen Komponente innerhalb des Tages (wir sind morgens anders aufnahmefähig als abends). Vielleicht kennen Sie aus der Musik Susan Williams?</strong></p>



<p>Nein.</p>



<p><strong><a href="https://what-is-practice.de/optimal-ueben-mit-susan-williams/">Susan Williams</a> ist eine Barocktrompeterin, aus Holland, die in Bremen lehrt. Sie hat die O.P.T.I.M.A.L Theorie von Gabriele Wulf versucht auf die Musik zu adaptieren. Sie geht auch über das variantenreiche Üben hinaus und sagt, dass Lernen dann gut funktioniert, wenn man intrinsisch motiviert ist. Die beiden Theorien sind aber nicht so verknüpft, wie man auf den ersten Blick wahrscheinlich denken würde?</strong></p>



<p>Wir sind gerade daran eine indirekte Verknüpfung herzustellen. Diese ist, dass man in beiden Fällen versucht, einen optimalen, jetzt ohne Akronym, einen optimalen Gehirnzustand zu erzeugen, der Lernen optimiert.</p>



<p>Ich bin allerdings ein bisschen skeptisch, weil gerade vor einem Jahr kam eine <strong><a href="https://sportrxiv.org/index.php/server/preprint/view/304">Meta-Analyse</a> <a href="https://sportrxiv.org/index.php/server/preprint/view/304">zum External Focus</a></strong> raus, die Bestandteil von der OPTIMAL-Theorie ist und die zeigt eigentlich, dass es keine systematischen Effekte gibt.</p>



<p>Und das ist auch das, was wir in Verbindung mit einem anderen System, Action-Type-System von Bertrand Theraulaz und Ralph Hipolite, feststellen.</p>



<p>Für manche Menschen, und deswegen bin ich immer mehr auf individuelle Geschichten aus, ist es förderlich, wenn sie extern fokussieren. Für andere ist es besser, wenn sie intern fokussieren.</p>



<p><strong>Was heißt extern und intern in diesem Zusammenhang?</strong></p>



<p>External Focus bedeutet sich auf einen Punkt, der außerhalb meines Körpers liegt, zu fokussieren. Intern entsprechend ein Punkt in meinem Körper. Da wird häufig, in meinen Augen, in der Wissenschaft viel kaputt gemacht, indem man Mittelwerte nimmt und dann ist es gerade Zufall, welche Art von Stichproben man hat.</p>



<p>Und was das O.P.T.I.M.A.L. Theorie betrifft, da sind noch zwei andere Sachen integriert worden, bei denen es um Motivation geht. Aber das sind sehr stark psychologische Elemente. Ich würde es gerne mal zusammen untersuchen.</p>



<p>Zum optimalen Lernen sehen wir, dass ein bestimmter Gehirnzustand notwendig ist. Und um diesen herstellen zu können, muss ich sehr individuell rangehen. Deswegen habe ich Schwierigkeiten mit an Mittelwerten orientierte Theorien generell (auch der O.P.T.I.M.A.L Theorie), die sagen, dass sie für alle gleich sind.</p>



<p>Für mich ist das ein ganz wichtiger Bestandteil der Differenziellen Theorie. Sie sagt nicht, dass das für alle gleich ist, sondern differenziell. Da ist noch ein ganz wichtiger Aspekt im differenziellen Lernen mit drin, nämlich die stochastische Resonanz. Wo ich die Differenzen anlege, muss ich meinem Lernenden gegenüber anpassen. Also wenn ich weiß, dass jemand abends müde ist, dann muss ich das anders machen, als wenn jemand gerade wach mit drei Tassen Kaffee ist.</p>



<p>Allerdings das ist ein großes Forschungsgebiet. Gemeinsam mit meinem Mitarbeiter Dr. Horst entwickeln wir daher gerade ein quantitatives Analyseverfahren zur Mustererkennung.</p>



<p>Mit Differenziellem Lernen setze ich die Grenzen weiter, damit ich eine höhere Chance habe zu interpolieren. Weil, wenn ich zu eng übe und dann kommt etwas außerhalb, dann muss ich extrapolieren und darin ist unser System nicht gut.</p>



<p><strong>Jetzt könnte man ganz polemisch fragen, wenn das Differenzielle Lernen so überlegen ist, warum machen das nicht eigentlich alle so?</strong></p>



<p>Die Frage höre ich öfters, vor allem am Anfang. Das ist immer so, wenn neue Sachen kommen. Zuerst wird es am Anfang bekämpft, dann wird es belächelt und am Schluss wussten es alle schon. Es ist und war schon immer schwierig, bestehende Lebensphilosophien und Überzeugungen zu ändern.</p>



<p>Und ja, unter dem Deckmantel des Lernens ist es leider so, dass in erster Linie Gehorsam beigebracht wurde.</p>



<p>Im Sport kommt hinzu, dass es schon viele anwenden, es aber aufgrund des Wettkampfcharakters und der Konkurrenzsituation nicht kundtun. Selbst ich erfahre es dann oft erst 10-15 Jahre danach, dass der Erfolg auf Differenzielles Lernen zurück ging.</p>



<p><strong>An diesem Punkt waren wir schon ein paar Mal im Podcast: am Ende läuft es eigentlich immer darauf hinaus, dass man bestmöglich lernt oder weiterkommt, wenn man sich selbst sehr gut kennt und ein sehr genaues Bild von sich selber hat.</strong></p>



<p><strong>Allerdings wird wahrscheinlich gerade diese Fähigkeit zu wenig in Schul- und Musikausbildung kultiviert. Von daher wäre es ja eigentlich wünschenswert, wenn das eine Qualität wäre, die man den Leuten vermittelt oder?</strong></p>



<p>Also jetzt wird es richtig philosophisch. Das ist eigentlich genau das, auch was schon über dem Orakel von Delphi stand und von vielen Philosophen wiederholt wurde: <em>erkenne dich selbst</em>.</p>



<p>Jetzt bin ich schon ein bisschen älter und ein bisschen mehr in der Welt rumgekommen, aber meine Beobachtung ist wirklich, alles, was wir machen, dient eigentlich nur dazu, uns selbst kennenzulernen und dann eventuell mal über den Sinn unseres Daseins nachzudenken.</p>



<p>Und jetzt komme ich ja von der Oboe und aus verschiedenen Sportarten mit Physik und Philosophiehintergrund und man wird eigentlich in allen Gebieten immer nur mit Problemen konfrontiert. Entweder stellt man sich ihnen und löst sie oder man läuft immer weiter in die kleinen Probleme rein und endet dann in Krankheiten. Das war auch einer meiner beeindruckendsten Sätze, die ich in einer Vorlesung in Physik von Carl Friedrich von Weizsäcker gehört hatte: „Warum muss der Mensch immer erst physisch erkranken, damit er psychisch gesunden kann.“</p>



<p>Ein anderer Spruch war für mich immer: das Schicksal hat so gewisse Winks und wenn man den Wink nicht versteht, dann kommt er das nächste Mal halt als Zaunpfahl daher. Ein anderer Spruch in eine ähnliche Richtung, der aus dem Indischen kommt: wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann mache einen Plan.</p>



<p>Das haben wir in Indien in unserer Ausbildung ständig gehört. Und es ist inzwischen auch klar, dass Pläne im überwiegend Frontallappen produziert werden. Deswegen steht es auch schon in der Bibel drin, dass wir zu Kindern werden müssen, um in das Reich Gottes zu gelangen. Und damit ist nicht gemeint kindisch zu sein. Sondern es geht darum, nicht zu planen, im Moment zu sein und nicht zu urteilen. Aus diesem Grund lernen auch Kinder so schnell.</p>



<p>Kinder bis zum fünften Lebensjahr zeigen im Gehirn nur die niedrigen Frequenzen, die theta und alpha). Die hohen Frequenzen, Beta und gamma kennt das kindliche Gehirn nicht. Die niedrigen Frequenzen sind aber genau diejenigen, die wir brauchen, um zu lernen. Und dies versuchen wir seit längerem für andere Bereiche zu nutzen, indem wir die niedrigen Frequenzen provozieren: Erwachsene wieder in den Gehirnzustand zu bringen, damit optimales Lernen stattfindet. Wenn wir das Gehirn in diesen Alpha-Theta-Zustand kriegen, dann lernen wir optimal. Genau dafür ist Bewegung ideal und es muss nicht unbedingt Ausdauersport sein, sondern jede Form von Bewegung, allerdings Ganzkörperbewegungen. Fingerbewegungen alleine scheinen nicht zu genügen. .</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>&#8222;Das Ziel ist nur, die Hindernisse und die Blockaden, die euch antrainiert wurden wegzukriegen.&#8220;</p><cite>Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn</cite></blockquote></figure>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="variation">Wie viel Variation ist zu viel?</h2>



<p><strong>Ich würde gerne zum Abschluss noch einmal rauszoomen, um den Leuten ein paar Handwerkszeuge mitgeben, wie sie beim Selbstbeobachten schauen können, in welche Richtung das Differenzielle Lernen bei Ihnen geht. Sie hatten das <em>Wie</em> in der Musik bereits etwas skizziert. Ich versuche mal zwei weitere Ebenen anzuschließen:</strong></p>



<p><strong>Die erste, die zeitliche, die hatten wir vorher schon ganz kurz umrissen. Ich habe hier nochmal einen anderen Blickwinkel drauf, den ich Ihnen gerne vorstellen würde, nämlich das Credo des &#8222;Viel hilft viel&#8220;.</strong></p>



<p><strong>Wahrscheinlich ist es nicht schlau, den ganzen Tag differenziell zu üben, denn so ein gewisses Maß an Wiederholung ist ja auch schon sinnvoll. Sie hatten das eben mit diesem psychologischen Aspekt umrissen. Ich weiß, Herr Widmaier hat das in so einem schönen Rechteck beschrieben, wo es um Konstanz und Varianz geht.</strong></p>



<p><strong>Können Sie beschreiben, inwiefern das differenzielle Lernen in so einem Alltag ausmachen kann, um nicht in einen Überforderungszustand zu geraten?</strong></p>



<p>Das waren gleich mehrere Fragen. Der erste ist, Sie wollen jetzt, dass ich mich selbst ins Knie schieße. (lacht)</p>



<p><strong>Hoffentlich nicht.</strong></p>



<p>Das klingt so ein bisschen nach der Frage nach einem Rezept. Und das widerspricht ja eigentlich der Theorie des Differenziellen Lernens. Es war auch ein Ansatz gleich von Anfang an, dass ich gar nicht so viel publizieren wollte, weil ich erstmal die Leserschaft dazu anregen wollte, wieder mehr zu experimentieren. Und nicht nur irgendwas blind zu übernehmen, was in irgendwelchen Büchern steht.</p>



<p>Und da war auch ein schöner Spruch von mir, den ich übernommen habe von Schopenhauer: &#8222;Wer viel liest, lernt nur mit anderen Köpfen zu denken.&#8220; Also denk bitte erst selbst nach, bevor du liest. Und nur, wenn es gar nicht mehr geht, dann schaue nach etwas anderem. Einige haben dies dann missbraucht und das Differenzielle Lernen irgendwie völlig schief interpretiert. Das war der Grund, warum wir dann anfingen, wieder etwas zu veröffentlichen.</p>



<p>Also prinzipiell: ich weiß es nicht, wie viel Variation notwendig ist. Allerdings besagt ein Teil der Theorie, dass man die beobachtenden Schwankungen langsam anfangen soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Weniger ist mehr</h3>



<p>Und eigentlich war schon ein Ansatz des differenziellen Lernens, dass man nicht die gleiche Menge variabel trainiert, sondern dass man den Umfang des Übens massiv reduzieren kann. Und das sehen wir inzwischen auch bei Studien im Sport: Probanden wurden über zwei Monaten zu zwei Stunden mehr Schlaf gezwungen. Die Vergleichsgruppe trainierte in diesen zwei Stunden. Sie können sich vorstellen, was rauskam? Diejenigen mit mehr Schlaf haben die Leistungsfortschritte gemacht und nicht die, die trainiert haben in der Zeit.</p>



<p>Und das wissen wir auch aus anderen Studien. Kinder, die in der Grundschule täglich eine Stunde Sport hatten, zulasten von Deutsch, Mathe etc., sind in Mathe und Deutsch besser geworden als die anderen, die keinen täglichen Sport hatten.</p>



<p>Jetzt kam ich halt auch aus dem Mehrkampf, wo es ganz wichtig war zu ökonomisieren. Ich kann nicht jeden Tag einen Zehnkampf machen. Wenn ich eine Variation zum richtigen Zeitpunkt bringe, dann muss ich gar nicht mehr so viel üben.</p>



<p>Und das ist genau, was kleine Kinder schon spüren. Wenn es zu viel wird, schlafen sie wieder. Deswegen schlafen Kinder so viel &#8211; bis zu 16 Stunden. Das ist die Basis des Lernens. Es ist nicht das Aktive. Nein, sehr häufig ist das blinder Aktionismus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Auswirkung von Mittagsschlaf auf den Lerneffekt</h3>



<p>Und das zeigen auch andere Studien. Mittagsschlaf, wenig populär in Deutschland, hat große, positive Auswirkungen für anschließende Dinge.</p>



<p>Und was man sogar inzwischen beobachtet hat: Wir untersuchen das gerade parallel in einer großen <strong><a href="https://presse.uni-mainz.de/neues-eu-projekt-erforscht-mittelmeerdiaet-als-weg-zu-einem-gesunden-lebensstil/">mediterranen Ernährungsstudie von meinem Kollegen Dr. Ammar</a>.</strong> Eine der Ursprünge der mediterranen Ernährung kam aus Kreta. Viel Olivenöl etc. Jetzt hat man das Ganze wiederholt und hat aber drauf geachtet, wer denn einen Mittagsschlaf macht. Und wenn man den rausnimmt, dann gibt es keine Vorteile mehr. Das heißt, die ganzen Effekte gingen auf den Mittagsschlaf zurück.</p>



<p>Also, noch mal ganz zurück zum Differenziellen Lernen. Ich würde sagen, wer es ausprobiert, soll wirklich mal eine gewisse Zeit lang probieren, soll experimentieren. Mal gucken, wie der Körper darauf reagiert.</p>



<p>Es ist ein großes Problem, dass wir so lange Zeit eingetrichtert bekommen haben, dass man unter 10.000 Wiederholung nicht auf die Landesmeisterschaften kommt; unter 2 Millionen Wiederholungen nicht zu Olympia. Das kenne ich aus der Musik auch: du musst 10 Stunden üben am Tag. Ich bezweifle das. Also ich glaube, wenn man es entsprechend variabel gestaltet, dass mindestens kleine Effekte rauskommen.</p>



<p>Oder, was wir eingangs schon besprochen haben, einfach mal andere Möbel drumherum probieren oder nur auf unebenem Grund mal zu trainieren. Da sehen wir schon Rieseneffekte in Bezug auf unsere Konzentration. Also für mich gilt es eigentlich, die Kleinigkeiten zu finden, die dann Riesenauswirkungen haben.</p>



<p><strong>Diese Schlafstudie gibt es auch in der Musik von Eckart Altenmüller, wenn mich nicht alles täuscht.</strong></p>



<p>Ja, würde ich ihm zutrauen. Er war auch bei unserem ersten Treffen vor zirka 15 Jahren dem Differentiellen Lernen gegenüber sehr aufgeschlossen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- DL 4 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="1357656264"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="lehrer">Die Rolle des Lehrers im Differenziellen Lernen</h2>



<p><strong>Wie verändert sich denn die Rolle des Lehrers im Differenziellen Lernen? Denn der Fehler im klassischen Sinn, die gibt es ja nicht mehr. Das sind alles Schwankungen, bzw. Sie sagen Rauschen dazu. Aber wie geht man damit um als Pädagoge?</strong></p>



<p>Das ist schwer, wenn man aus der alten Schule kommt.</p>



<p>Als Trainer bin ich nicht nur für die Ausführung des Sports zuständig, sondern für die Persönlichkeitsentwicklung. Bei mir in der Gruppe mit 20 Athleten war immer auch Austausch darüber, wie es in der Schule und privat läuft. Und die Persönlichkeitsentwicklung schließt für mich ein, auch im Sport zu lernen Verantwortung zu übernehmen.</p>



<p>Am Anfang gab ich viele Instruktionen, um ihnen auch klarzumachen, dass etwas anderes möglich ist. Sie kamen ja alle aus der klassischen Schule. Ich habe ihnen dann oft eine Variante gezeigt und sie aufgefordert selbst drei weitere Varianten zu entwickeln. So wurde es interaktiv. Das ist ein bekannter Lehrstil in der Pädagogik.</p>



<p>Ich endete oft in meinen Vorträgen mit der Frage, was die Take-Home-Message sei. Die Antwort darauf: Nichts, weil ihr wusstet alles schon.</p>



<p>Das Ziel ist nur, die Hindernisse und die Blockaden, die euch antrainiert wurden wegzukriegen. Das Verhalten, was ihr zeigt, war gut gewesen um als Kinder zu „überleben“. Aber jetzt erkennt es und fangt an daran zu arbeiten, um davon wegzukommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Outro</h2>



<p><strong>Ich hätte, ähnlich wie am Anfang, zwei Fragen für den Abschluss: Was lernen oder üben Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?</strong></p>



<p>Ich bin am Lernen von Spanisch. Ich bin am überlegen, ob ich Kajakfahren noch lerne.</p>



<p>Ich probiere ständig neue Koordinationsübungen aus und bin jetzt aber gerade dran, den Einfluss von Erd-Magnetfeldern auf unser Gehirn mir anzugucken. Es zeigt sich, dass das einen wesentlich größeren Einfluss hat, als wir glauben, weil wir keine Sensoren dafür haben, die Efffekte sind aber vorhanden. Zudem stellt es unmittelbar die Verbindung zur Astrologie her. Da steckt verdammt viel Wissen drin, was einfach aus Ignoranz und Arroganz quasi unter den Tisch fällt. Also man kann da viel davon lernen.</p>



<p><strong>Ja, das ist ein sehr spannender Punkt, den ich auch schon in der Vorbereitung gehört habe. Also wenn es da was Neues gibt, dann bin ich sehr neugierig.</strong></p>



<p><strong>Und wenn Sie jetzt in Ihre eigene Studierendenzeit zurückblicken, hätten Sie einen Tipp für jüngeres Ich aus heutiger Perspektive, um den Sie damals froh gewesen wären?</strong></p>



<p>Nein, das ist vorbei. Es widerspricht auch dem „Im Moment sein“. Ich habe immer mein Bestes probiert, mehr ging nicht. Also was soll ich da ändern? Studien zeigen auch, dass man fast nur Dinge bereut, die man nicht gemacht hat. Ich habe viel ausprobiert.</p>



<p>Und dann jemandem Empfehlung zu geben? Nein, das mache ich nicht. Ich kann erzählen, was ich mache und gemacht habe, und dann kann jeder für sich entscheiden, ob er es nimmt oder nicht.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/differenzielles-lernen-in-der-musik/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Get ready &#8211; Mit Körperübungen bereit sein zum Üben</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/bereit-sein-zum-ueben-koerperubungen/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/bereit-sein-zum-ueben-koerperubungen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jan 2023 13:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://what-is-practice.de/?p=5614</guid>

					<description><![CDATA[Wann bist du bereit zum Üben?  Diese vermeintlich einfache Frage kann einen ganz schön ins Grübeln bringen. Mir begegnete sie, als ich kürzlich das Buch "Üben hilft eben doch" von Angelika Stockmann las.   Welche Körperübungen helfen dir bereit zum Üben zu werden? Welche Übungen machen dich wacher und welche entspannen dich?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg05.met.vgwort.de/na/6456b38b46e448dc96735af83a9139d4" width="1" height="1" alt="">



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Wann bist du bereit zum Üben? Diese vermeintlich einfache Frage kann einen ganz schön ins Grübeln bringen. Mir begegnete sie, als ich kürzlich das Buch <strong><a href="https://www.stretta-music.de/stockmann-ueben-hilft-eben-doch-nr-1552208.html?ref=47183">&#8222;Üben hilft eben doch&#8220;</a></strong>* von Angelika Stockmann las.  Mit der Frage wollte sie ihre Leserinnen und Leser darauf aufmerksam machen, dass gutes Üben ebenso von guten Rahmenbedingungen abhängt. Als ich sie im Januar 2023 zum Interview traf, stand diese Frage ganz oben auf meinem Zettel. Ich wollte herausfinden, mit welchen <strong>Körperübungen</strong> man bereit zum Üben wird. </p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Los geht es mit Ruhe &amp; Aufmerksamkeit</h3>



<p>Jeder weiß in Erschöpfung und Müdigkeit können wir nicht gut üben. Daher zählt <strong>ausreichend Schlaf</strong> bereits zu den ersten Tipps, um die Rahmenbedingungen des eigenen Übens zu verbessern. Darüber hinaus fördert Schlaf nach dem Üben die nachhaltige Verankerung des Gelernten in unserem Gehirn. Was man jedoch genauso wenig vernachlässigen sollte ist, dass im gegenteiligen Fall,  also <strong>wenn wir übererregt sind, wir ebenfalls nicht gut üben können</strong>. </p>



<p>Zudem ist die Phase der <strong>maximalen Konzentrationsfähigkeit</strong> bei jedem von uns etwas unterschiedlich (Stichwort &#8222;Morgen- und Abendmenschen&#8220; / zirkadianer Rhythmus). Es ist daher von großem Vorteil seine eigene, beste Zeit zum Üben zu kennen. Hier kann es helfen, ein <strong>Übetagebuch</strong> zu führen, in dem Inhalte, Uhrzeit und Qualität (Wie hat sich das Üben angefühlt? War ich ausgeruht/fit etc.?) der einzelnen Übe-Sessions notiert werden.</p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async="" src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030" crossorigin="anonymous"></script>
<ins class="adsbygoogle" style="display:block; text-align:center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-8459349088532030" data-ad-slot="3255656051"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Hilft viel auch viel? &#8211; Üben als Slow-Food</h3>



<p>Als Musiker*innen glauben wir oft ständig üben zu müssen. Wir unterliegen meist dem Irrglauben, dass viel üben auch automatisch viel helfe. Sind wir jedoch gar nicht bereit zum Üben, vergeuden wir wertvolle Zeit in der Übekabine am Smartphone oder lassen uns anderweitig ablenken. Hinzu kommt, dass im Vergleich zu Studierenden anderer Fächer, es Musik-Studierenden schwerer fällt wirklich &#8222;Feierabend&#8220; zu machen und Abstand zum Instrument zu gewinnen.</p>



<p>Angelika Stockmann vergleicht das Üben dabei mit <strong>Slow-Food</strong>. Im Gegensatz zu Fast-Food (Schnellimbiss-Ketten à la McDonalds, BurgerKing &amp; Co.) meint Slow-Food das genussvolle und bewusste Essen. Genauso wie ein gutes Essen aus mehreren, kleinen Gängen besteht, unterteilt sich auch das <strong>gute Üben in mehrere kleine Portionen</strong>. Analog zu Vor-, Haupt- und Nachspeise ist es zielführend darauf zu achten nicht zu viel des Immergleichen zu üben. Schließlich serviert man ja auch nicht Nudeln in allen drei Gängen. </p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button aligncenter"><a class="wp-block-button__link has-nv-c-2-background-color has-background wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/penelope-effekt/">Weiterlesen: Warum wir durch zu viel Üben schlechter werden (Penelope-Effekt)</a></div>
</div>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Üben in kleinen Zeitfenstern </h3>



<p>Unsere Konzentrationsfähigkeit ist begrenzt. Eine lange Übe-Session ist daher nicht sehr ratsam. Besser ist es, das Üben in mehrere kleine Einheiten zu unterteilen. Wie lange man maximal Üben kann lässt sich allerdings nur schwer allgemein festlegen. Alleine aus physiologischen Gründen kommen zum Beispiel Sänger*innen und Bläser*innen schneller an ihre körperlichen Belastungsgrenzen. Allerdings dogmatisch das Üben nach 25 Minuten zu unterbrechen, selbst wenn wir gerade im <strong><a href="https://what-is-practice.de/ueben-im-flow/">Flow</a></strong> sind, macht ebenso wenig Sinn. Ein <strong>Übetagebuch</strong> kann auch hier wieder helfen, um seine persönliche Übelänge herauszufinden. <strong>Spätestens nach 45 Minuten</strong> sollte man aber doch eine <strong>Pause einlegen</strong> &#8211; das haben wir ja bereits in der Schule gelernt.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button aligncenter"><a class="wp-block-button__link has-nv-c-2-background-color has-background wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/ueben-im-flow/">Wie übe ich im Flow?</a></div>
</div>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<h4 class="wp-block-heading">Einmal im Monat versende ich einen Übe-Newsletter</h4>



<p><em>Werde Teil unserer wachsenden Newsletter-Community und erfahre <strong>einmal im Monat</strong> neue <strong>Übe-Tipps </strong>&amp; exklusive Einblicke hinter den Podcast.</em></p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-5" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1774861600" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-5" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Körperübungen zum Entspannen</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Atmen</h4>



<p>Pro Minute atmen wir Menschen zwischen 16 und 20 Mal (abhängig von Geschlecht und Alter). Das macht mehr als 20.000 Atemzüge pro Tag. Mit bewusster Ein- und Ausatmung gelingt es uns sogar aktiv unseren Blutdruck zu senken. Dazu müssen wir doppelt so lange ausatmen, wie wir einatmen. Thomas Loew von der Universität Regensburg schlägt hierzu die <strong><a href="https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/aktiv-entspannen/tief-durchatmen-2048342?tkcm=ab">4711-Regel</a></strong> vor:</p>



<p><strong>4</strong> Schläge Einatmen</p>



<p><strong>7</strong> Schläge Ausatmen</p>



<p><strong>11 </strong>Minuten dieses Prinzip anwenden.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Körperübungen zum wach werden</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Dehnübungen</h4>



<p>Dehnübungen können nicht nur helfen wach zu werden, sie helfen Musiker*innen darüber hinaus auch Muskelverkürzungen vorzubeugen. Einen Zusammenschnitt über sehr viele Dehnübungen zeigte der NDR im letzten Jahr in seiner Sendung <a href="https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Musikergesundheit-Dehn-und-Ausgleichsuebungen-wichtig,nackenverspannungen106.html">&#8222;<strong>Die Bewegungs-Docs&#8220;</strong></a>.</p>



<p><strong>Stehende Vorbeuge (Uttanasana)</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aufrecht mit geschlossenen Füßen auf dem Boden stehen</li>



<li>Mit der Ausatmung nach vorne über die Oberschenkel beugen (Tipp zur Hilfe: anfangs müssen die Knie noch nicht komplett durchgestreckt sein)</li>



<li>Die Hände kannst du an den Beinen oder am Boden ablegen. Lasse den Kopf hängen und entspanne besonders Schultern und Nacken.</li>



<li>Mit jeder Ausatmung versuchen mehr loszulassen und zu entspannen. Versuche nun deine Knie nach und nach durchzustrecken.</li>



<li>Um aus der Haltung herauszukommen, beuge die Knie und komme mit geradem Rücken nach oben. Bringe dabei die Arme über die Seiten hoch.</li>
</ul>



<p>Die Musikerin und Physiotherapeutin Alexandra Türk-Espitalier hat ein ganzes Buch mit Übungen hierzu verfasst. Auf dem <strong><a href="https://www.schott-music.com/de/blog/10-tipps-zum-aufwaermen-ohne-instrument/">Blog des Schott-Verlags</a></strong> kann man kostenlos ein kleines Best-Of lesen.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/bereit-sein-zum-ueben-koerperubungen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Audiation: Wie hängen Musik- und Sprachlernen zusammen?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/audiation-wie-haengen-musik-und-sprachlernen-zusammen/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/audiation-wie-haengen-musik-und-sprachlernen-zusammen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 07:05:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Audiation]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://what-is-practice.de/?p=3667</guid>

					<description><![CDATA[Inhalt. Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meiner Bachelor-Arbeit zum Thema Üben &#38; Jazz. Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie Du Deine Muttersprache gelernt hast? Wahrscheinlich eher nicht. Das Erlernen unserer Muttersprache erfolgt im Kindesalter auf informelle und unstrukturierte Art und Weise. In der alltäglichen Kommunikation mit unseren Eltern und der Umwelt eignen wir&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/audiation-wie-haengen-musik-und-sprachlernen-zusammen/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Audiation: Wie hängen Musik- und Sprachlernen zusammen?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/6ee0a8dfb6dc4986a55c6566d19ecdbf" width="1" height="1" alt="">



<h2 class="wp-block-heading">Inhalt.</h2>



<p style="font-size:11px"><em>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meiner Bachelor-Arbeit zum Thema Üben &amp; Jazz.</em></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#musikinstrumentwiesprache">Ein Musikinstrument wie eine Sprache lernen</a></li>



<li><a href="#vorhoeren">Die Theorie der Audiation &#8211; &#8222;Vorhören&#8220;</a></li>



<li><a href="#audiationjazz">Audiation und Jazz</a></li>



<li><a href="#lernen">Zwei Arten des Lernens</a></li>



<li><a href="#anderemethoden">Die Idee der Audiation und andere Methoden</a></li>
</ol>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie Du Deine Muttersprache gelernt hast?</h2>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-drop-cap has-normal-font-size">Wahrscheinlich eher nicht. Das Erlernen unserer Muttersprache erfolgt im Kindesalter auf informelle und unstrukturierte Art und Weise. In der alltäglichen Kommunikation mit unseren Eltern und der Umwelt eignen wir uns zunächst das Zuhören und das Sprechen an. Erst später widmen wir uns dem Lesen und Schreiben. Niemand würde ernsthaft diese Reihenfolge ändern wollen und seinem Kind schon das Lesen beibringen, bevor es nicht gelernt hat zuzuhören.</p>



<p class="has-normal-font-size">Tatsächlich dreht der instrumentale Musikunterricht diese Reihenfolge jedoch in den allermeisten Fällen um. Wir lernen in den ersten Stunden Notensystem und Notenwerte kennen und spielen erste Übungen aus dem eigens für den Unterricht angeschafften Lehrbuch nach. Das stellt sich logischerweise die Frage: Ließe sich ein Instrument wie eine Sprache erlernen?</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="musikinstrumentwiesprache">Ein Musikinstrument wie eine Sprache lernen</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Wie übe ich Audiation?</h3>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-left is-style-solid-color has-neve-text-color-color has-text-color"><blockquote><p>„Audiation is to music, what thought is to speech.”<a href="#_ftn1">[1]</a></p><cite>Edwin Gordon</cite></blockquote></figure>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async="" src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030" crossorigin="anonymous"></script>
<ins class="adsbygoogle" style="display:block; text-align:center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-8459349088532030" data-ad-slot="3165198394"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size">Edwin Gordons <em>Music Learning Theory</em> (MLT) ist der Versuch einer Modellentwicklung zur Frage „<em>Wie erlernen Individuen Musik?</em>“. Sie ist Teil des von ihm geprägten Begriffs der <em>Audiation</em>. Der ausgebildete klassische Kontrabassist und Musikpädagoge definiert in diesem Terminus das „Hören und Verstehen von Musik, die nicht oder möglicherweise nicht physikalisch erklingt“<a href="#_ftn2">[2]</a>. Der Schwerpunkt der Definition liegt dabei vor allem in der Fähigkeit Musik zu <em>verstehen</em> – also das Gehörte in einen größeren, musikalischen Gesamtzusammenhang einzuordnen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Gordon geht, wie das Eingangszitat bereits andeutet, davon aus, dass ein Musikinstrument lediglich eine Erweiterung der Gedanken und des menschlichen Körpers ist („(&#8230;)an extension of the human mind and body.“<a href="#_ftn3">[3]</a>). Die Frage wäre also: Sollte es möglich sein, ein Instrument ebenso wie unsere Muttersprache zu erlernen?</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="vorhoeren">Die Theorie der Audiation – „Vorhören“</h2>



<p class="has-normal-font-size">Die Theorie der Audiation richtet ihr Konzept wieder mehr nach der ursprünglichen Art des Spracherwerbs aus. Zunächst hören die Lerner*innen bekannte Melodien und Volkslieder bevor sie, je nach Alter, aufgefordert werden diese nachzusingen, sich rhythmisch zu ihnen zu bewegen oder sie gar auf dem Instrument nachspielen sollen. Das Augenmerk liegt in dieser Phase mehr auf dem musikalischen Kontext (Tonalität und Metrum) denn dem musikalischen Inhalt (der Name der einzelnen Note, die dazugehörige Skala etc.). <a href="#_ftn4">[4]</a></p>



<p class="has-normal-font-size">Erst im darauffolgenden Schritt werden die Noten herangezogen und nachgespielt. Allerdings mit dem Hauptfokus auf dem „<em>Vorhören</em>“ – also dem Hören der Melodie im Kopf, bevor sie tatsächlich erklingt. Gordon lehnt sich hier an das Dogma von Lowell Manson „sound before sign“<a href="#_ftn5">[5]</a> an. Oder um mit den Worten von Miles Davis zu sprechen: „I’ll play it first and tell you what it is later.“<a href="#_ftn6">[6]</a></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp" alt="Newsletter High Five" class="wp-image-5109" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-1024x1024.webp 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-300x300.webp 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-150x150.webp 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-768x768.webp 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-600x600.webp 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo-100x100.webp 100w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/11/Newsletter-HighFive-Logo.webp 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-neve-text-color-color has-text-color">Einmal im Monat versende ich einen Übe-Newsletter</h3>



<p><em><em>Werde Teil der 200+ Newsletter-Community und erfahre einmal im Monat neue Übe-Tipps &amp; wer der nächste, spannende Podcast-Gast sein wird.</em></em></p>


<script>(function() {
	window.mc4wp = window.mc4wp || {
		listeners: [],
		forms: {
			on: function(evt, cb) {
				window.mc4wp.listeners.push(
					{
						event   : evt,
						callback: cb
					}
				);
			}
		}
	}
})();
</script><!-- Mailchimp for WordPress v4.12.0 - https://wordpress.org/plugins/mailchimp-for-wp/ --><form id="mc4wp-form-6" class="mc4wp-form mc4wp-form-2676" method="post" data-id="2676" data-name="Footer-Newsletter-Anmeldung" ><div class="mc4wp-form-fields"> <p>
    <label>
    <input type="text" name="FNAME" placeholder="Dein Vorname">
    </label>
</p>
<p>
	<label>
		<input type="email" name="EMAIL" placeholder="Deine E-Mail " required />
</label>
</p>

	<input type="submit" value="Jetzt kostenlos anmelden" />
</p>
</div><label style="display: none !important;">Wenn du ein Mensch bist, lasse das Feld leer: <input type="text" name="_mc4wp_honeypot" value="" tabindex="-1" autocomplete="off" /></label><input type="hidden" name="_mc4wp_timestamp" value="1774861600" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_id" value="2676" /><input type="hidden" name="_mc4wp_form_element_id" value="mc4wp-form-6" /><div class="mc4wp-response"></div></form><!-- / Mailchimp for WordPress Plugin --></div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="audiationjazz">Audiation und Jazz</h2>



<p class="has-normal-font-size">Erst mit den Arbeiten des Musikers und Wissenschaftlers <a href="https://christopherazzara.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Christoph Azzara</a> wird die Music Learning Theory um konkrete Handlungsanweisungen für den Jazz ergänzt.</p>



<p class="has-normal-font-size">Im Wesentlichen verfolgt Azzaras Ansatz drei Schritte:</p>



<ul class="wp-block-list has-normal-font-size">
<li>Melodie nach Gehör lernen</li>



<li>Bass-Linie und Harmonie-Folge nach Gehör lernen</li>



<li>das Stück in anderen Tonarten und Metren üben.</li>
</ul>



<p class="has-normal-font-size">Ziel ist es, sich das Material im wahrsten Sinne des Wortes zu eigen zu machen, um anschließend damit frei umzugehen (zu improvisieren). Ganz so wie wir es tagtäglich in der Kommunikation mit anderen Menschen tun.<a href="#_ftn7">[7]</a></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="nv-iframe-embed"><iframe loading="lazy" title="TEDxRochester - Christopher Azzara - 11/7/11" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/e4LlKG035Eg?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030"
     crossorigin="anonymous"></script>
<!-- Audiation 2 -->
<ins class="adsbygoogle"
     style="display:block"
     data-ad-client="ca-pub-8459349088532030"
     data-ad-slot="8929049240"
     data-ad-format="auto"
     data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="lernen">Zwei Arten des Lernens</h2>



<p class="has-normal-font-size">Audiation differenziert dabei zwischen zwei Arten des Lernens: <em>unterscheidendes Lernen</em> („discrimination learning“) und <em>schlussfolgerndes Lernen</em> („inference learning“). Ersteres zielt dabei vor allen Dingen auf das Lernen durch Beobachten, besonders durch Imitation ab. Der Lerner*in soll hier ein Vokabular von Patterns und Rhythmen entwickeln.<a href="#_ftn8">[8]</a> Entscheidend für die Qualität der Beispiele ist es, dass sie dem Lerner*in bekannt sein müssen. Es eignen sich daher besonders einfache Melodien und Patterns, die dann in andere Metren und Tonalitäten audiiert<a href="#_ftn9">[9]</a> werden.</p>



<p class="has-normal-font-size">Diese erste Stufe des Lernens dient der MLT als Grundstein für das schlussfolgernde Lernen. Der stufenweise Aufbau ist sehr charakteristisch für Gordons Konzept. Während im unterscheidenden Lernen sowohl Weg als auch Inhalte des Lernens vermittelt werden, wird in der zweiten Stufe lediglich noch der Weg vermittelt. Der Lerner*in soll nun selbst die Inhalte aus den zuvor gewonnenen Erkenntnissen bilden. Ziel soll es sein, ihn zu „eigenständigen Denk- und Entscheidungsprozessen“<a href="#_ftn10">[10]</a> zu führen.<a href="#_ftn11">[11]</a></p>



<p class="has-normal-font-size">Es wird deutlich, dass Gordon sich der lernpsychologischen Definition des Beobachtungslernen bewusst gewesen sein muss. Sein Konzept des Nachahmens zielt dabei explizit auf „echte“ Imitation ab. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und schließt unbedingt auch das Verstehen ein. Christoph Azzara folgert gar hieraus:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-left is-style-solid-color has-neve-text-color-color has-text-color"><blockquote><p>„It is important to distinguish between audiation and imitation. To audiate is to think for oneself; imitation is quickly forgotten. […] To audiate is to understand, and the greater one’s understanding, the greater is the potential to appreciate music. We learn to audiate so that we can audiate to learn.”<a href="#_ftn12">[12]</a></p></blockquote></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="anderemethoden">Die Idee der Audiation &amp; anderen Methoden</h2>



<p class="has-normal-font-size">Audiation ist eben nicht nur das bloße Nachspielen von Licks und Transkriptionen. Es ist der bewusste Vorgang des Verstehens dessen, was man gerade spielt. Wenn man so möchte ein aktives Mitverfolgen und Reflektieren während des Spielens. Ähnlich wie wir früher aus unseren ersten Wörtern erste Sätze gebildet haben, folgen aus den einzelnen Patterns der Music Learning Theory irgendwann ganze Soli.</p>



<p class="has-normal-font-size">Der starke Fokus auf Gehörbildung ist sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal der Audiation. Aber besonders im Bereich der Jazz-Improvisation scheint sie jedoch äußerst sinnvoll zu sein. Nicht nur namhafte Musiker wie der Trompeter Dave Douglas betonen ihre Wichtigkeit.<a href="#_ftn13">[13]</a></p>



<p class="has-normal-font-size">Auch die Harmonielehre von Frank Sikora widmet dem Thema über einhundert Seiten &#8211; immerhin knapp ein Fünftel des gesamten Buchinhaltes. Was bei Sikora als Jazz-typischer Common Sense tradiert wird, versucht die Audiation durch wissenschaftliche Forschung zu bestätigen. Wenngleich also die MLT sich nicht originär an Jazz-Studenten richtet, so decken sich ihre Techniken doch erstaunlich genau mit den Konzepten der Hochschule. Die Übereinstimmung des folgenden Zitats aus Sikoras Harmonielehre über eine fast gehörlose Perkussionistin, mit der Idee der Audiation verblüfft daher wenig: „Als Musikerin kann ich den Ton, den ich kreiere, wirklich hören, weil ich ihn zuerst imaginiere.“<a href="#_ftn14">[14]</a></p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref1">[1]</a> Gordon, Edwin (u.a.): Jump right in – the instrumental series. Teacher’s Guide Revised strings book 1 and 2, Chicago, o.J.,S. 12.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref2">[2]</a> Süberkrüb, Almuth: „Üben“ in der musikalischen Lerntheorie von Edwin E. Gordon, in: Mahlert, Handbuch Üben, S. 242 – 264, hier: S. 242.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref3">[3]</a> Gordon, Jump right in, S. 12.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref4">[4]</a> vgl.: Gordon, Jump right in, S.12f..</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref5">[5]</a> vgl.: Süberkrüb, Almuth: Denken in Musik. Audiation – Edwin E. Gordons Music Learning Theory, in: MIP Journal 8 (2003), S. 6-13, hier: S. S. 7.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref6">[6]</a> LaMotte, Sandee: Jazz Improv and your Brain. The Key to Creativity &lt;https://edition.cnn.com/2018/04/29/health/brain-on-jazz-improvisation-improv/index.html&gt; (25.04.2020).</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref7">[7]</a> vgl.: Azzara, Christoph: An aural Approach to Improvisation, in: Music Educators Journal 86 (1999), S. 21-25, hier: S. 22.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref8">[8]</a> vgl.: Azzara, Christoph: Audiation, Improvisation, and Music Learning Theory, in: The Quarterly 2 (1991), S. 106-109, hier: S. 107.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref9">[9]</a> Das Verb „audiieren“ wurde nach Rücksprache mit der Duden-Redaktion eingeführt um den Vorgang der Audiation zu beschreiben. In früheren wurde „to audiate“ oftmals mit „auditieren“ übersetzt, welches oftmals mit Scientology („Auditing“) assoziiert wird. (vgl.: Süberkrüb, Üben, S. 243.)</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref10">[10]</a> Süberkrüb, Üben, S. 246.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref11">[11]</a> vgl.: Ebd., S. 245f..</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref12">[12]</a> Azzara, Audiation, S. 106.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref13">[13]</a> vgl.: Schroeder, David: Four Approaches to Jazz Improvisation Instruction, in: Philosophy of Music Education Review 10 (2002), S. 36-40, hier: S. 38.</p>



<p style="font-size:10px"><a href="#_ftnref14">[14]</a> vgl.: Sikora, Frank: Neue Jazz-Harmonielehre, 6. Auflage, Mainz 2003, S. 379.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/audiation-wie-haengen-musik-und-sprachlernen-zusammen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Motivation: &#8222;Fähig ist, wer viel dazulernt&#8220;</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/faehig-ist-wer-viel-dazulernt/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/faehig-ist-wer-viel-dazulernt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2021 20:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Flow]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[SMART-Formel]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zielsetzungstheorie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://what-is-practice.de/?p=3297</guid>

					<description><![CDATA[Wie schaffen wir es langfristig motiviert zu bleiben? Worin unterscheiden sich Erfolgsmotivierte von Misserfolgsmotivierten Menschen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Wie wir langfristig motivierter werden</h2>



<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b154dadb938147b6853b00b56de384a0" alt="" width="1" height="1">



<h3 class="wp-block-heading" style="text-transform:uppercase">Inhalt.</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#motivationsdilemma">Das Motivationsdilemma &#8211; und was dieser Artikel will</a></li>



<li><a href="#innererschweinehund">Den inneren Schweinehund überwinden – oder die Angst vorm Scheitern</a></li>



<li><a href="#wissenschaft">Was die Wissenschaft sagt</a></li>



<li><a href="#huhnoderei">Huhn oder Ei</a></li>



<li><a href="#gegner">Vom Finden des richtigen „Gegners“</a></li>



<li><a href="#ursachewirkung">Gesetz von Ursache und Wirkung</a></li>



<li><a href="#faehigist">Fähig ist wer viel dazu lernt – Letzter Akt in drei Teilen</a></li>



<li><a href="#abschluss">Zum Abschluss</a></li>
</ol>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-drop-cap has-normal-font-size">Warum können wir Menschen eigentlich nicht ständig top motiviert sein? Diese Frage dürfte sich wohl bereits ein jeder von uns gestellt haben, der für eine Klassenarbeit, ein Referat oder nur für einen Test lernen musste. Kurzum: Wahrscheinlich alle.</p>



<p class="has-normal-font-size">Das Problem beim „ständig-top-motiviert-sein“ ist allerdings, dass wir all unsere Ziele plötzlich gleichzeitig erledigen wollen. Also während wir Kaffee-trinkend beim Frühstück sitzen und im Hintergrund die Radio-Nachrichten hören, lesen wir uns Rezepte für das Mittagessen durch, besprechen parallel dazu mit unserem Partner*in den Ausflug fürs Wochenende und planen im Kopf bereits die nächste Unterrichtsstunde für einen neuen Schüler am Ende des Monats. Niemand würde dieses Grundrauschen im Kopf wohl auf Dauer aushalten. Unser Körper muss also priorisieren und abwägen, für welche Ziele wir uns sofort motivieren sollten und welche wir noch etwas hintanstellen könnten.&nbsp;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="motivationsdilemma">Das Motivationsdilemma – Und was dieser Artikel will</h2>



<p class="has-normal-font-size">Das Dilemma der Motivation ist dabei, dass sich der Lohn unserer Arbeit – wenn überhaupt &#8211; erst später einstellen wird, während Anstrengung und Verzicht sofort erfolgen müssen. Es gilt also, den eigenen Geist so zu „manipulieren“, dass wir unsere Motivation langfristig am Leben halten können und nicht entmutigt, auf halber Strecke, unsere Ziele fallen lassen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Allerdings so individuell unser aller Leben ist, so individuell fallen selbstverständlich auch Lösungen für unsere ganz eigenen, großen und kleinen, Motivationskrisen aus. Dieser Artikel versucht dem indes nicht markige Kalendersprüche à la #getmotivated entgegenzusetzen, sondern Empirie und aufbereitetes psychologisches Fachwissen. Am Ende kann jedoch immer nur das „In-Sich-Hineinhorchen“ eines jeden Einzelnen stehen, um das zu finden, was einen wirklich antreibt. Ein paar Tricks dahin, kann ich hingegen schon verraten.</p>



<p style="font-size:18px">Auf meinen Instagram-Kanal habe ich für diesen Artikel eine kleine Umfrage gestartet. </p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Wie leicht fällt es Euch gerade den inneren Schweinehund zum Üben zu überreden?</strong></p>





<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="innererschweinehund">Den inneren Schweinehund überwinden – oder die Angst vorm Scheitern</h2>



<p class="has-normal-font-size">Die Frage warum wir uns für manche Aufgaben sehr leicht motivieren können und es uns bei anderen so unsagbar schwer fällt, beschäftigt wohl Künstler*innen seit jeher. Der amerikanische Autor und ehemalige Marine-Soldat, Steven Pressfield, formulierte in seinem Buch „<a href="https://amzn.to/3bxH5bR" target="_blank" rel="noreferrer noopener sponsored nofollow"><em>The War of Art</em>“</a> dazu die These der „Resistance“. Die Grundidee dabei: Je wichtiger uns eine Aufgabe ist, desto größer unser Widerstand („Resistance“) ihr gegenüber. An einer Vielzahl von Beispielen versucht er diese These daraufhin zu untermauern. So führt er beispielsweise die amerikanische Talkshow „<em>Inside the Actors Studio</em>“ an, in der Host James Lipton regelmäßig seine Schauspieler-Gäste fragt, warum sie bestimmte Rollen annehmen. Nach Pressfields Auswertung der Gespräche scheint sehr häufig Angst als Hauptmotivation gedient zu haben.</p>



<p class="has-normal-font-size">Lässt sich in der Konsequenz also die These aufstellen, dass der innere Schweinehund nur durch die&nbsp;<em>Angst vor dem Scheitern</em>&nbsp;überwunden werden kann?</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="wissenschaft">Was die Wissenschaft sagt</h2>



<p class="has-normal-font-size">Die Psychologie unterscheidet zwischen&nbsp;<strong>Erfolgsmotivierten (HE)</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Misserfolgsmotivierten Menschen (FM)</strong>.</p>



<p class="has-normal-font-size">Während die erste Gruppe dabei Ziele bevorzugt, die den früheren Leistungsstand leicht überschreiten, lässt sich bei den Misserfolgsmotivierten Menschen eine Teilung in zwei Untergruppen beobachten: Diejenigen, die sich unrealistisch hohe und diejenigen, die sich dagegen unrealistisch niedrige Ziele setzen. An dieser Stelle ist gleichwohl anzumerken, dass beide Motivtendenzen (korrelationsstatistisch) unabhängig voneinander sind. Dies führt dazu, dass es sowohl Personen gibt, deren Verhalten durch das Streben nach Erfolg, als auch durch die Vermeidung von Misserfolg geprägt ist.</p>



<p class="has-normal-font-size">Wahrscheinlich würden wir die von Steven Pressfield ausgewerteten Schauspieler-Interviews (die, getrieben von ihrer Angst zu scheitern) daraufhin, zumindest in diesem Aspekt, der Gruppe der Misserfolgsmotivierten Menschen zuordnen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Das Wissen um diese beiden verschiedenen Gruppen alleine hilft uns jedoch noch nicht weiter. Erst wenn wir uns die&nbsp;<strong>Gründe ansehen, wie wir Erfolg oder Misserfolg erklären</strong>, kommen wir unserer Motivation etwas näher.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Wie hat sich Eure Übequalität in den letzten Monaten verändert?</strong></p>





<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="huhnoderei">Huhn oder Ei</h2>



<p class="has-normal-font-size">Wir wissen nun, dass sich Erfolgsmotivierte und Misserfolgsmotivierte Menschen im Formulieren ihrer Ziele unterscheiden. Gemäß dem Prinzip von Ursache und Wirkung entsteht so ein Kreislauf aus Zielsetzung, Ursachenzuschreibung (je nach Erfolg oder Misserfolg), Selbstbewertung und einem Resultat für unser Verhalten (entweder ein Meiden von Leistungssituationen oder ihr Aufsuchen).</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="500" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11.png" alt="Kreislauf von Misserfolgsmotivation" class="wp-image-3362" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-300x300.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-150x150.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-146x146.png 146w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-50x50.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-75x75.png 75w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-85x85.png 85w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-80x80.png 80w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-60x60.png 60w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-11-90x90.png 90w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="500" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12.png" alt="Kreislauf von Erfolgsmotivation" class="wp-image-3363" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-300x300.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-150x150.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-146x146.png 146w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-50x50.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-75x75.png 75w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-85x85.png 85w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-80x80.png 80w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-60x60.png 60w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/03/Unbenannt-12-90x90.png 90w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>
</div>
</div>



<div style="height:45px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size">Der erste Schritt hieraus kann also nur an seinem Ursprung liegen:&nbsp;<strong>der (realistischen) Zielsetzung</strong>. Hierzu bedarf es natürlich neben einer genauen Vorstellung, was wir erreichen möchten, auch einer exakten Bestimmung unseres Status-Quos.&nbsp;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="gegner">Vom Finden des richtigen „Gegners“</h2>



<p class="has-normal-font-size">Vor ein paar Jahren löste die Netflix-Serie „Das Damengambit“ einen echten Schach-Boom in Europa aus. Ausverkaufte Schachbretter und eine immens hohe Download-Zahl an Schach-Apps verzeichneten die unterschiedlichen Anbieter. Seit dieser Zeit dürfte vielen blutigen Schach-Anfängern (mich eingeschlossen) beim Begriff „Elo-Zahl“ weniger Fragezeichen in die Augen schießen, als noch vor einem Jahr. Für alle anderen ein kurzer Exkurs: </p>



<p class="has-normal-font-size">Mit der Elo-Zahl misst man die Spielstärke von Schachspielern. Bei Turnieren werden dann die Teilnehmer gemäß dieses Wertes kategorisiert und tragen Partien gegeneinander aus. Entsprechend realistisch ist die Zielsetzung den Gegner in den ersten Runden nocch schlagen zu können.</p>



<p class="has-normal-font-size">Für unsere Übemotivation folgt daraus, dass wir nicht nur unsere eigene Elo-Zahl kennen sollten, sondern auch die unserer Gegner (den Übungen) – um im Schach-Bild zu bleiben. Hierzu empfiehlt die Psychologie die sogenannte Zielsetzungstheorie nach Gary Latham und Edwin Locke. Beide Wissenschaftler formulierten in den 1990er Jahren die bekannte S.M.A.R.T. – Formel. Hierzu erschien im letzten Jahr bereits ein ausführlicher Beitrag auf diesem Blog, der an dieser Stelle nochmals verlinkt ist.</p>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-buttons is-horizontal is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-499968f5 wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button is-style-secondary"><a class="wp-block-button__link has-nv-text-dark-bg-background-color has-background wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/wie-geht-smart-ueben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">S.M.A.R.T üben &#8211; Verknüpfung von Zielsetzungstheorie &amp; Musik</a></div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="57" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png" alt="Rastergrafik" class="wp-image-4353" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik.png 510w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-300x34.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-260x29.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-50x6.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-150x17.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-500x57.png 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2022/02/Rastergrafik-190x21.png 190w" sizes="auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px" /></figure>
</div>


<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="848" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header.jpg" alt="Übeplan Vorlage what is practice" class="wp-image-6323" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header.jpg 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2024/01/Uebeplan-Vorlage-Header-212x300.jpg 212w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h4 class="wp-block-heading">Lade dir die Übeplan-Vorlage herunter</h4>



<p>Die größte Herausforderung beim Üben ist es, sich auf bestimmte Aspekte zu fokussieren. Diese sinnvoll auszuwählen ist nicht immer leicht. Genau dabei hilft dir die&nbsp;<strong>what is practice Übeplan-Vorlage</strong>.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Definiere deine Ziele</li>



<li>Coaching-Tool zum Visualisieren deiner Stärken und Schwächen</li>



<li>Auswertungs-Vorlage, die dich beim Erreichen deiner Ziele unterstützt</li>



<li>Übe-Tipps</li>



<li></li>
</ul>



<div class="wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://shop.xn--wiebteigentlich-1vb.de/shop/uebeplan-vorlage/">jetzt herunterladen</a></div>
</div>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="ursachewirkung">Gesetz von Ursache und Wirkung</h2>



<p class="has-normal-font-size">Finden wir Übungen die unserer eigenen Elo-Zahl gleichkommen, ist das schon einmal ein vielversprechender Anfang. Die Aufgabe entspricht unserem aktuellen Kenntnisstand und ist somit für uns ein realistisches Ziel. Um nun zu vermeiden, dass wir in den Misserfolgskreislauf geraten, sollten wir vor allen Dingen unseren Wert als Person nicht mit dem Erfolg oder Misserfolg einer Aufgabe gleichsetzen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Was heißt das?</p>



<p class="has-normal-font-size">Misserfolgsmotivierte Menschen erklären ausbleibende Erfolge oftmals mit mangelnder Begabung, wohingegen Erfolgsmotivierte Menschen zu wenig Anstrengung hierfür verantwortlich machen. Der Unterschied scheint subtil, hat aber enormen Einfluss auf unsere Motivation. Während Erfolgsmotivierte Menschen sich in Zukunft einfach mehr anstrengen werden, werden Misserfolgsmotivierte Menschen sich wieder Aufgaben suchen, die entweder viel zu leicht (hier werden sie sehr wahrscheinlich Erfolg haben), oder viel zu schwer (hier wäre ein Scheitern weniger schlimm) sind. </p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="faehigist">Fähig ist wer viel dazu lernt – Letzter Akt in drei Teilen</h2>



<p class="has-normal-font-size">Die Schlussfolgerung scheint nur logisch. Wenn wir es schaffen Misserfolgsmotivation in Erfolgsmotivation umzuwandeln kann es uns gelingen langfristig mehr Freude am Lernprozess zu haben und weiter engagiert unsere Ziele zu verfolgen.&nbsp;</p>



<p class="has-normal-font-size">Der&nbsp;<strong>erste Schritt</strong>&nbsp;ist oben bereits beschrieben: Unsere Ziele müssen realistisch formuliert sein. Im&nbsp;<strong>zweiten Schritt</strong>&nbsp;müssen wir die Ursachen für unseren Erfolg oder Misserfolg genauesten hinterfragen. Wichtig ist dabei vor allen Dingen die richtige Bezugsgröße. Als Musiker*in vergleicht man sich oftmals mit seinen Vorbildern, mit Kolleg*innen, die einen selbst inspirieren. Und gewiss mag dieser Vergleich auch wichtig, richtig und im ausgewogenen Maß auch sehr motivierend sein. Der soziale Vergleich alleine, quasi als Dauerbezugsgröße, bewirkt allerdings das genaue Gegenteil. Es spiegeln sich hier lediglich Fähigkeitsunterschiede wider, die man in der Psychologie als „Leistungsdeterminanten“ bezeichnet. Sprich: Sie sind kurzfristig nicht wesentlich zu beeinflussen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Besser ist es eine&nbsp;<strong>individuelle Bezugsnorm</strong>&nbsp;zu entwickeln: <strong>Ich bin fähig, weil ich viel dazulerne. </strong>Wir disziplinieren uns sozusagen selbst und entwickeln darüber hinaus realistischere Leistungserwartungen. Versagensängste und Scham machen Gefühlen wie Freude und Stolz über das Erreichen der eigenen Leistung Platz (<strong>Schritt drei</strong>).</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading" id="abschluss">Zum Abschluss. </h2>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube aligncenter wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<div class="nv-iframe-embed"><iframe loading="lazy" title="The power of believing that you can improve | Carol Dweck | TED" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/_X0mgOOSpLU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Glaube an die eigene Lehrfähigkeit &#8211; TED TALK von Carol Dweck</figcaption></figure>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h5 class="wp-block-heading">Literaturverzeichnis / Endnoten</h5>



<p style="font-size:11px"> Pressfield: The War of Art, S. 40.</p>



<p style="font-size:11px">Heckhausen (Hrsg.): Motivation und Handeln, 5. Auflage, S.171.</p>



<p style="font-size:11px"><a href="https://www.sueddeutsche.de/stil/schach-damengambit-boom-1.5181978">https://www.sueddeutsche.de/stil/schach-damengambit-boom-1.5181978 </a>(letzter Zugriff: 10.03.2021)</p>



<p style="font-size:11px">Heckhausen, S. 206.</p>



<p style="font-size:11px">Heckhausen, S. 208.</p>



<p style="font-size:11px">Bak (Hrsg.): Lernen Motivation und Emotion. Allgemeine Psychologie II, 2019.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/faehig-ist-wer-viel-dazulernt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>S.M.A.R.T Üben</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/wie-geht-smart-ueben/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/wie-geht-smart-ueben/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2020 15:35:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechniken]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Lerntechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[SMART-Formel]]></category>
		<category><![CDATA[Zielsetzungstheorie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://what-is-practice.de/?p=2887</guid>

					<description><![CDATA[Verknüpfung von Zielsetzungstheorie &#38; Musik „Die Qualität von Zielen hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Motivation.“ (Zielsetzungstheorie (Locke/Latham)) Was schwarz auf weiß notiert möglicherweise noch etwas trivial daherkommt, bildete allerdings nichts weniger als den Grundstein der&#160;Zielsetzungstheorie&#160;von Edwin Locke und Gary Latham. Die beiden Psychologen formulierten in ihrer Theorie, vor dreißig Jahren, inwiefern ein Zusammenhang zwischen Leistung&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/wie-geht-smart-ueben/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">S.M.A.R.T Üben</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://vg04.met.vgwort.de/na/517c766e4a67449fbbb76babcb6e3fc8" width="1" height="1" alt="">



<h2 class="wp-block-heading">Verknüpfung von Zielsetzungstheorie &amp; Musik</h2>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-normal-font-size"><em>„Die Qualität von Zielen hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Motivation.“ </em></p>
<cite>(Zielsetzungstheorie (Locke/Latham))</cite></blockquote>



<div style="height:15px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-drop-cap has-normal-font-size">Was schwarz auf weiß notiert möglicherweise noch etwas trivial daherkommt, bildete allerdings nichts weniger als den Grundstein der&nbsp;<strong>Zielsetzungstheorie</strong>&nbsp;von Edwin Locke und Gary Latham. Die beiden Psychologen formulierten in ihrer Theorie, vor dreißig Jahren, inwiefern ein <strong>Zusammenhang zwischen Leistung und Motivation</strong> einerseits sowie, den dazugehörigen Zielen und deren Rückmeldung andererseits besteht.&nbsp;</p>



<p class="has-normal-font-size">Weitaus bekannter als die Theorie in ihrer Gänze ist sicher die&nbsp;<strong>S.M.A.R.T. &#8211; Formel</strong>, die vor allem im Projektmanagement häufig zum Einsatz kommt. Wie lassen sich nun aber diese Erkenntnisse für unseren Übealltag nutzen?</p>



<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<script async="" src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-8459349088532030" crossorigin="anonymous"></script>
<ins class="adsbygoogle" style="display:block; text-align:center;" data-ad-layout="in-article" data-ad-format="fluid" data-ad-client="ca-pub-8459349088532030" data-ad-slot="9328123314"></ins>
<script>
     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
</script>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist die S.M.A.R.T. – Formel?</h3>



<p class="has-normal-font-size">Wohlwollende Aufforderungen wie „Gib Dein Bestes“ oder „Streng dich an“ mögen zwar in aller Regel auf eine gute Absicht des Sprechers hindeuten, sind aber, wenn wir kurz selbst im Kopf diese Situationen abklappern, nur in den seltensten Fällen zielführend. Hinter der&nbsp;<strong>S.M.A.R.T – Formel</strong>&nbsp;verbergen sich jedoch die empirischen Forschungsergebnisse von Locke und Latham.&nbsp;</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-1024x576.png" alt="S.M.A.R.T Formel nach Locke und Latham" class="wp-image-2889" style="width:768px;height:432px" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-1024x576.png 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-600x338.png 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-300x169.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-768x432.png 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-1536x864.png 1536w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-2048x1152.png 2048w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-260x146.png 260w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-50x28.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/smart-üben-grafik-133x75.png 133w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Wie lassen diese Erkenntnisse nun beim Üben nutzen?</h3>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 1: Ziel formulieren&nbsp;&nbsp;&#8211; Das Prinzip der Pyramide</h4>



<p class="has-normal-font-size">Am Anfang steht also unser Ziel. Dies kann einerseits kurzfristig (die Vorbereitung der nächsten Unterrichtsstunde), oder bereits langfristig sein. Möchte ich zum Beispiel dreißig Jazz-Standards auswendig lernen ist dies offenkundig kein Ziel, welches ich problemlos in einer einzelnen Lerneinheit an einem Tag erreichen kann. Ich sollte also zunächst versuchen dieses Ziel möglichst&nbsp;<strong>realistisch</strong>&nbsp;für mich in kleinere Portionen zu zerlegen. Dabei ist zum einen wichtig, bis wann mein Gesamtziel, also die dreißig Standards, erreicht werden soll. Habe ich diese Deadline für mich festgelegt, geht es im zweiten Schritt darum zu schauen, wie viele Stücke ich pro Woche schaffen kann. Im Sinne eines&nbsp;<strong>spezifischen</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>messbaren</strong>&nbsp;Fortschritts hilft hier, sich nicht bloß eine Zahl an Stücken pro Woche zu notieren, sondern die Stückeauswahl bereits für die einzelnen Übeeinheiten festzulegen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Darüber hinaus kann es von Vorteil sein, auch eine konkrete Tempo-Angabe für manche Stücke zu bestimmen. Je besser ich meine Ziele in Worte zusammenfassen kann, desto leichter fällt später die Kontrolle. Und diese hilft uns schließlich dabei weiter motiviert zu bleiben.</p>



<p class="has-normal-font-size">Ich stelle mir bei langfristigen Zielen oftmals eine Pyramide vor, welche ich versuche von oben nach unten zu konkretisieren. An der Spitze steht mein „Wuschziel“ – gerne an dieser Stelle auch noch etwas vage formuliert. Je weiter ich in der Pyramide nach unten gehe, desto&nbsp;<strong>spezifischer</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>terminierter</strong>&nbsp;werden meine Angaben.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="720" height="720" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide.png" alt="Das Prinzip der Pyramide (SMART-Formel)" class="wp-image-2893" style="width:540px;height:540px" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide.png 720w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-300x300.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-600x600.png 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-150x150.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-146x146.png 146w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-50x50.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-75x75.png 75w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-85x85.png 85w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Das-Prinzip-der-Pyramide-80x80.png 80w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></figure>
</div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h4 class="wp-block-heading">Schritt 2: Zielfortschritt dokumentieren</h4>



<p class="has-normal-font-size">Am effektivsten üben wir als Musiker, wenn wir es schaffen die Musik (und unsere Ziele), statt in stumpfsinnigen Wiederholungen, analytisch zu betrachten. Durch das Zerlegen in kleinere Portionen fällt es uns entsprechend leichter konkrete Rückmeldungen von Außenstehenden – oder natürlich im besten Fall von uns selbst – zu erhalten. Aufgrund dessen, dass wir im ersten Schritt unsere Ziele so exakt definiert haben, können wir nun sehr genau unseren Fortschritt festhalten, Schwachstellen notieren und Erkenntnisse auflisten.&nbsp;</p>



<p class="has-normal-font-size">Möglicherweise kann an dieser Stelle ein <strong>Übetagebuch</strong> helfen, welches auf der einen Seite unsere Agenda für den Tag bereithält und direkt daneben Platz lässt, um uns selbst Rückmeldung zu geben.&nbsp;</p>



<p class="has-normal-font-size">Selbstverständlich können auch <strong>Aufnahmen</strong> vom eigenen Üben sehr hilfreich sein. Oftmals erlauben diese nochmals einen neutraleren Blick auf das eigene Tun, als dies während des Übens möglich ist.&nbsp;</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-3809" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-1024x1024.png 1024w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-300x300.png 300w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-150x150.png 150w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-768x768.png 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-146x146.png 146w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-50x50.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-75x75.png 75w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-85x85.png 85w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-80x80.png 80w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-600x600.png 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-60x60.png 60w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6-90x90.png 90w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2021/10/C21AA0C5-A25D-4D27-8DA9-BE9085999AC6.png 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color">S.M.A.R.T Üben Worksheet </h3>



<h4 class="wp-block-heading has-vivid-red-color has-text-color">Kostenlose Schritt-für-Schritt Anleitung zum Download</h4>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>&#8222;<em>Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun</em>.&#8220; &#8211; Das wusste auch schon der gute Goethe.</p>



<p>Diese <strong>kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung</strong> hilft dir deine Ziele smart zu erreichen.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div id="mc_embed_shell">
      <link href="//cdn-images.mailchimp.com/embedcode/classic-061523.css" rel="stylesheet" type="text/css">
  <style type="text/css">
        #mc_embed_signup{background:#fff; false;clear:left; font:14px Helvetica,Arial,sans-serif; width: 300px;}
        /* Add your own Mailchimp form style overrides in your site stylesheet or in this style block.
           We recommend moving this block and the preceding CSS link to the HEAD of your HTML file. */
</style>
<div id="mc_embed_signup">
    <form action="https://what-is-practice.us10.list-manage.com/subscribe/post?u=cfedd8b5cadfa8845f952bc66&amp;id=df48d22038&amp;f_id=006a57e4f0" method="post" id="mc-embedded-subscribe-form" name="mc-embedded-subscribe-form" class="validate" target="_blank">
        <div id="mc_embed_signup_scroll">
            <div class="indicates-required"><span class="asterisk">*</span> Angaben erforderlich</div>
            <div class="mc-field-group"><label for="mce-EMAIL">Email Adresse <span class="asterisk">*</span></label><input type="email" name="EMAIL" class="required email" id="mce-EMAIL" required="" value=""></div><div class="mc-field-group"><label for="mce-FNAME">Vorname <span class="asterisk">*</span></label><input type="text" name="FNAME" class="required text" id="mce-FNAME" required="" value=""></div><div class="mc-field-group"><label for="mce-LNAME">Nachname <span class="asterisk">*</span></label><input type="text" name="LNAME" class="required text" id="mce-LNAME" required="" value=""></div>
<div hidden=""><input type="hidden" name="tags" value="14568695"></div>
        <div id="mce-responses" class="clear">
            <div class="response" id="mce-error-response" style="display: none;"></div>
            <div class="response" id="mce-success-response" style="display: none;"></div>
        </div><div aria-hidden="true" style="position: absolute; left: -5000px;"><input type="text" name="b_cfedd8b5cadfa8845f952bc66_df48d22038" tabindex="-1" value=""></div><div class="clear"><input type="submit" name="subscribe" id="mc-embedded-subscribe" class="button" value="Jetzt kostenlos erhalten"></div>
    </div>
</form>
</div>
<script type="text/javascript" src="//s3.amazonaws.com/downloads.mailchimp.com/js/mc-validate.js"></script><script type="text/javascript">(function($) {window.fnames = new Array(); window.ftypes = new Array();fnames[0]='EMAIL';ftypes[0]='email';fnames[1]='FNAME';ftypes[1]='text';fnames[2]='LNAME';ftypes[2]='text';fnames[3]='ADDRESS';ftypes[3]='address';fnames[4]='PHONE';ftypes[4]='phone';/*
 * Translated default messages for the $ validation plugin.
 * Locale: DE
 */
$.extend($.validator.messages, {
	required: "Dieses Feld ist ein Pflichtfeld.",
	maxlength: $.validator.format("Geben Sie bitte maximal {0} Zeichen ein."),
	minlength: $.validator.format("Geben Sie bitte mindestens {0} Zeichen ein."),
	rangelength: $.validator.format("Geben Sie bitte mindestens {0} und maximal {1} Zeichen ein."),
	email: "Geben Sie bitte eine gültige E-Mail Adresse ein.",
	url: "Geben Sie bitte eine gültige URL ein.",
	date: "Bitte geben Sie ein gültiges Datum ein.",
	number: "Geben Sie bitte eine Nummer ein.",
	digits: "Geben Sie bitte nur Ziffern ein.",
	equalTo: "Bitte denselben Wert wiederholen.",
	range: $.validator.format("Geben Sie bitten einen Wert zwischen {0} und {1}."),
	max: $.validator.format("Geben Sie bitte einen Wert kleiner oder gleich {0} ein."),
	min: $.validator.format("Geben Sie bitte einen Wert größer oder gleich {0} ein."),
	creditcard: "Geben Sie bitte ein gültige Kreditkarten-Nummer ein."
});}(jQuery));var $mcj = jQuery.noConflict(true);</script></div>

</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size">Obwohl Wissen über die Wichtigkeit von Pausen gesellschaftlich recht weit verbreitet ist, scheint es innerhalb der Forschung hier noch konkreten, empirischen Nachholbedarf zu geben. Besonders für das musikalische Lernen existieren bis heute nur einige wenige Studien.&nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading">Planung &amp; Lernpausen</h4>



<p class="has-normal-font-size">Klar ist, viele kürzere Einheiten sind sinnvoller als wenige längere. Dies leuchtet vor allem auch daher ein, dass wir uns für kurze Lernsequenzen sehr konkrete Ziele vornehmen und diese entsprechend am Ende auch leicht überprüfen können. Darüber hinaus deutet eine Studie von Carla Davis Cash darauf hin, dass auch die <strong>zeitliche Platzierung der Pause innerhalb einer Lerneinheit </strong>einen Einfluss auf unseren Fortschritt haben kann.&nbsp;</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-buttons is-horizontal is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-499968f5 wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link has-luminous-vivid-amber-background-color has-background wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/pomodoro-technik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie Dir die POMODORO-Technik beim Planen Deiner Übezeit helfen kann!</a></div>
</div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size">Um dies zu untersuchen sollten 36 Nichtmusiker eine Fünfton-Sequenz auf dem Klavier möglichst schnell und fehlerfrei lernen. Unterteilt in jeweils drei Vergleichsgruppen unternahmen zwölf der Teilnehmer eine Pause nach dem ersten Viertel der Gesamtübezeit (die betrug insgesamt 12x 30-Sekunden – entsprechend unternahm diese Gruppe ihre Pause zwischen dem dritten und vierten 30-Sekundenblock), eine weitere Gruppe machte gar keine Pause und schließlich die letzte Gruppe pausierte zwischen Block neun und zehn.</p>



<p class="has-normal-font-size">Interessanterweise machte besonders die Gruppe mit der frühen Lernpause besonders gute Fortschritte in der Studie. Cash vermutete hier, dass die anfängliche Erholung die lerninduzierten neuronalen Prozesse unterstützt, die ansonsten durch das stetige Wiederholen gehemmt worden wären. Darüber hinaus schnitt insbesondere auch am Folgetag, beim Wiederholungstest, diese Gruppe besser ab, als ihre Vergleichsgruppen.&nbsp;</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="756" height="786" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2.png" alt="Studienergebnisse zur Wichtigkeit von Pausen (Carla Davis Cash)" class="wp-image-2938" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2.png 756w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2-600x624.png 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2-289x300.png 289w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2-140x146.png 140w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2-48x50.png 48w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/12/Studienergebnisse-Cash-2-72x75.png 72w" sizes="auto, (max-width: 756px) 100vw, 756px" /><figcaption class="wp-element-caption">Studienergebnisse von Carla Davis Cash (aus: Journal of Research in Music Education 3 (2009), S. 259)</figcaption></figure>
</div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h4 class="wp-block-heading">Fazit</h4>



<p class="has-normal-font-size">Die Versuchung liegt nahe unsere Gesamtübezeit als &#8222;Erfolgsgröße&#8220; zu nehmen. Nach dem Motto: Je mehr ich geübt habe, desto besser werde ich schon werden. Aber schon in der Schule fordern uns die Lehrer nicht dazu auf, eine Stunde Hausaufgaben jeden Tag zu machen, sondern geben uns ganz gezielt eine Aufgabe für den Folgetage. Wie lange wir schlussendlich dafür brauchen ist sekundär und hängt stark von jedem Einzelnen ab.</p>



<p class="has-normal-font-size">Dieser Vergleich zeigt, dass nicht unsere Übezeit alleine den entscheidenden Unterschied macht. Es geht vor allen Dingen um die <strong>Qualität des Übens</strong>. Dies betrifft einerseits natürlich die Frage, wie unser Verhalten in der Übekabine aussieht (Externe Ablenkungen abgeschaltet? Gehen wir direkt auf Fehler ein? etc.). Andererseits meint dies selbstverständlich auch die Frage nach unserem Ziel der Übeeinheit. An dieser Stelle lohnt es sich ein paar Minuten pro Tag in die Planung zu investieren. Denn, an dieser Stelle schließt sich der Kreis, durch die konkrete Rückmeldung über das Erreichen unserer Ziele, erzielen wir langfristig eine höhere Motivation.</p>



<div style="height:80px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<p style="font-size:11px"><strong>C</strong>ash, Carla Davis: Effects of Early and Late Rest Intervals on Performance and Overnight Consolidation of a Keyboard Sequence, in:&nbsp;<em>Journal of Research in Music Education</em>&nbsp;3 (2009), S. 252-266.</p>



<p style="font-size:11px"><strong>C</strong>ash, Carla Davis; Duke, Robert; Simmons, Amy: It&#8217;s not how much, it&#8217;s how. Characteristics of Practice Behaviour and Retention of Performance Skills, in: <em>Journal of Research in Music Education</em> 4 (2009), S. 310-321.</p>



<p style="font-size:11px"><strong>M</strong>cFarland, Elizabeth Hogan: Faclitating Lifelong Success. Teaching Middle School Choristers to Practice, in:&nbsp;<em>The Choral Journal</em>&nbsp;9 (2014), S. 59-64.</p>



<p style="font-size:10px">Recherchiert bei <a href="http://www.jstor.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">jstor.org</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/wie-geht-smart-ueben/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sommerferien: Pause vom Instrument oder einfach weiterüben ?</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sommerferien-pause-vom-instrument-oder-einfach-weiterueben/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sommerferien-pause-vom-instrument-oder-einfach-weiterueben/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2020 15:52:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Musikschule]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://what-is-practice.de/?p=2660</guid>

					<description><![CDATA[Dieser Artikel erschien bereits zum ersten Mal im Jahr 2020 und wurde nun erneut überarbeitet. Eigentlich herrscht in der Zeit vor den „großen Ferien“ (den Sommer- oder den Semesterferien) immer eine ganz besondere Stimmung. Ein bisschen wie vor Weihnachten. Alle fiebern kollektiv dem gleichen Ereignis entgegen. Im Schatten der anstehenden Erlösung motivieren sich wie von&#8230;&#160;<a href="https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sommerferien-pause-vom-instrument-oder-einfach-weiterueben/" class="" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Sommerferien: Pause vom Instrument oder einfach weiterüben ?</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p style="font-size:8px"><em>Dieser Artikel erschien bereits zum ersten Mal im Jahr 2020 und wurde nun erneut überarbeitet.</em></p>



<p class="has-drop-cap has-normal-font-size">Eigentlich herrscht in der Zeit vor den „großen Ferien“ (den Sommer- oder den Semesterferien) immer eine ganz besondere Stimmung. Ein bisschen wie vor Weihnachten. Alle fiebern kollektiv dem gleichen Ereignis entgegen. Im Schatten der anstehenden Erlösung motivieren sich wie von Zauberhand nochmals letzte Kräfte, ehe man sich dann in die wohlverdiente Auszeit verabschiedet.&nbsp;</p>



<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0167aebfa7fd4ca59a6f4e25c52fb09b" width="1" height="1" alt="">



<p class="has-normal-font-size">Dieses Jahr ist das nicht anders. Nun starten langsam aber sicher auch die letzten Bundesländer in die Sommerferien und auch die Musikhochschulen in Deutschland befinden sich in den letzten Zügen des Sommersemesters. Vor allem als Schüler*in kommt da die Frage auf: <strong>Sollte man das Instrument nun also sechs Wochen im Koffer lassen?</strong></p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wie musikalisch verbringt ihr eure Sommerferien?</h2>



<div class="wp-block-jetpack-slideshow aligncenter" data-effect="slide"><div class="wp-block-jetpack-slideshow_container swiper-container"><ul class="wp-block-jetpack-slideshow_swiper-wrapper swiper-wrapper"><li class="wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="864" alt="" class="wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-6002" data-id="6002" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/07/Umfrage-Sommerferien-1.jpg" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/07/Umfrage-Sommerferien-1.jpg 500w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/07/Umfrage-Sommerferien-1-174x300.jpg 174w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption class="wp-block-jetpack-slideshow_caption gallery-caption">Umfrage Social Media (Juli 2023)</figcaption></figure></li></ul><a class="wp-block-jetpack-slideshow_button-prev swiper-button-prev swiper-button-white" role="button"></a><a class="wp-block-jetpack-slideshow_button-next swiper-button-next swiper-button-white" role="button"></a><a aria-label="Pause Slideshow" class="wp-block-jetpack-slideshow_button-pause" role="button"></a><div class="wp-block-jetpack-slideshow_pagination swiper-pagination swiper-pagination-white"></div></div></div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Pause vom Instrument ?</h2>



<p class="has-normal-font-size">Sicher kennen viele die Studie von Anders Ericsson (basierend auf dem Buch von Malcom Gladwell), aus der im Jahr 2008 die berühmte <strong>10.000 Stunden Regel</strong> entstanden ist. Demnach sollte ebendiese Anzahl an Übezeit ausreichen, um eine Tätigkeit zu meistern. Bis man diese zusammenbekommt können gut und gerne ein paar Jahre vergehen, also besser keine Zeit verlieren und weitermachen?!</p>



<p class="has-normal-font-size">Natürlich wissen wir heute, fünfzehn Jahre später, dass nicht allein die Zeit ausschlaggebend ist, sondern vor allen Dingen die Qualität des Übens. Im Englischen spricht man oft von <strong>„deliberate practice“</strong> und meint damit, dass ein stumpfsinniges Auf- und Abspielen von Skalen beispielsweise nichts bringt, solange man nicht voll und ganz bei der Sache ist. (Im <strong><a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich-prof-dr-eckart-altenmueller/">Podcast-Gespräch mit Prof. Dr. Eckart Altenmüller</a></strong> sprechen wir ebenfalls über diese Studie.)</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Wie baue ich eine Routine beim Üben auf ?</h2>



<p class="has-normal-font-size">Man könnten nun also folgern, dass Üben nur dann wirklich sinnvoll ist, wenn man sich für seine Übeeinheit ein konkretes Ziel und eine Zeitvorgabe gesetzt hat (Schon mal was von der<strong> <a href="https://what-is-practice.de/pomodoro-technik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pomodoro-Technik</a></strong> gehört?). Die Stunden, die man auf diese Art und Weise ansammelt, kann man sich dann guten Gewissens auf sein 10.000 Stunden Konto gutschreiben. Denn natürlich hilft uns Üben dabei, auf unserem Instrument besser zu werden. </p>



<p class="has-normal-font-size">Die wohl entschiedenste Eigenschaft beim Aufbau einer Routine ist daher sicher <strong>Disziplin</strong>. Auch hier hat der englische Sprachraum ein schönes Wort gefunden: <strong>„<em>Self-Regulation</em>“</strong>. Damit ist das Vertrauen gemeint, dass man sein eigenes Verhalten kontrollieren kann. Wenn man es sehr alltagssprachlich herunterbrechen möchte, könnten man auch sagen: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.</p>



<p class="has-normal-font-size">In der Studie von Joanne Rojas und Gregory Springer wurde gezeigt, dass sich diese self-regulation (um einen Übeplan einzuhalten) in drei Faktoren aufschlüsseln lässt: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Übetage pro Woche</strong></li>



<li><strong>Übezeit pro Tag </strong></li>



<li><strong>sowie unser Alter</strong>.</li>
</ul>



<p class="has-normal-font-size"> Denn selbstverständlich sieht man sich ständig mit inneren Widerständen konfrontiert, um nun doch nicht mit dem Üben beginnen zu müssen. Je höher die oben genannten Faktoren sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auch in „schwierigen“ Situationen am Ball bleibt und weiter übt. Oft spricht man auch davon, dass es circa dreißig Tage braucht um eine Gewohnheit (Routine) zu etablieren. </p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Üben ist wie Pflanzen gießen</h2>



<p class="has-normal-font-size">Damit unser Üben nun also langfristig erfolgreich ist, führt kein Weg an einer Regelmäßigkeit vorbei. Je höher diese ist, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir an ihr festhalten. Man könnte sich das Üben also wie das Gießen einer Pflanze vorstellen. Diese braucht ebenfalls regelmäßig Wasser, damit sie weiter wachsen kann. Ohne Wasser kein Wachstum. In unserem Gehirn funktioniert das ähnlich, da wir ohne regelmäßiges Üben die Fähigkeit bestimmte Dingen spielen zu können wieder vergessen. Machen wir nun also die sechs Wochen Sommerferien durchgehend „übefrei“, werden wir in den ersten Wochen des neuen Schuljahrs viel Zeit darauf verlieren, alte Dinge, die wir bereits mal konnten, wieder aufzufrischen.&nbsp;</p>



<p class="has-normal-font-size">Das soll natürlich nicht heißen, dass wir nie einen Tag frei machen dürfen. Im Gegenteil. Unser Gehirn freut sich gewiss über einen Tag Urlaub pro Woche, sofern wir sonst unsere Routine einhalten.&nbsp;</p>



<p class="has-normal-font-size">Es lohnt sich also möglicherweise einen kleinen „Ferienplan“ mit Dingen zu schreiben, die man während dieser Zeit auf dem Instrument erreichen / beibehalten möchte. Diese kann man dann bequem auf die kommenden Wochen verteilen.</p>



<p class="has-normal-font-size">„<strong>Mäßig (von „in Maßen“), aber regelmäßig</strong>“ – könnte also unser Ferienmotto werden.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong><br>Rojas, Joanne; Springer Gregory: An Exploratory Study of Musician&#8217;s Self-Efficacy to Maintain Practice Schedules, in: Bulletin of the Council for Research in Music Education, Nr. 199 (2014).<br><br>Schindlegger, Norbert: Werde dein Lehrer. Die Methode zum erfolgreichen Üben und Musizieren, Leipzig 2015.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/sommerferien-pause-vom-instrument-oder-einfach-weiterueben/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kann man zu viel üben? &#8211; Der Penelope-Effekt</title>
		<link>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/penelope-effekt/</link>
					<comments>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/penelope-effekt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Patrick Hinsberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2020 09:38:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[richtiges Üben]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://themes.muffingroup.com/betheme/?p=2289</guid>

					<description><![CDATA[Kann man eigentlich zu viel üben? Oder doch viel hilft viel? Der Penelope-Effekt liefert eine Erklärung, wie viel das richtige Maß ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/86d8c6a6cd3c4819a201ac14766c432d" width="1" height="1" alt="">



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size">Kann man eigentlich zu viel üben? Reflexartig kamen mir bei dieser Frage erstmals die zahlreichen Sprichwörter à la &#8222;besser zu viel, als zu wenig&#8220; in den Sinn. Aber lässt sich das auch so auf das instrumentale Üben übertragen? Der <strong><a href="https://what-is-practice.de/wie-uebt-eigentlich-prof-dr-eckart-altenmueller/">Musikmediziner Prof. Dr. Eckart Altenmüller</a></strong> untersuchte diese Frage und fand den <strong>Penelope-Effekt</strong>.</p>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button aligncenter"><a class="wp-block-button__link has-nv-c-2-background-color has-background wp-element-button" href="https://open.spotify.com/episode/2tIDo7ciC6oO6ztV12TZ8B?si=83f38a6316d241da">Eckart Altenmüller im Podcast &#8222;Wie übt eigentlich..?&#8220;</a></div>
</div>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Wie lernen wir eigentlich ?</h3>



<p class="has-normal-font-size">Üben wir ein neues Stück oder lernen eine neue Übung kennen, lässt sich vereinfacht sagen, dass unserGehirn in <strong>drei</strong> <strong>verschiedenen Schritten</strong> lernt.</p>



<p class="has-normal-font-size">Zunächst wird mithilfe des Gehörs und der Körperwahrnehmung ein noch grober und fehlerhafter Entwurf eines Bewegungsmusters erstellt. In diesem Stadium nutzt der Körper viel zu viele Muskelgruppen – sprich die Bewegung ist unökonomisch und unkoordiniert. Erst in der zweiten Phase verbessert sich diese Kontrolle und der Körper lernt, welche Muskelgruppen tatsächlich notwendig für die korrekte Ausführung sind. Der Arzt und Musiker Eckart Altenmüller beschreibt diesen Punkt ganz pragmatisch mit „<em>Lernen durch Tun</em>“.</p>



<p class="has-normal-font-size">Während in den ersten beiden Phasen die Bewegung noch stets unter der Kontrolle der Sinnesorgane vollzogen wird, so setzt in der dritten Phase schließlich der Prozess der Automatisierung ein. Die Bewegung ist nun endlich im Bewegungsgedächtnis verankert und kann somit nun mit großer Geschwindigkeit ausgeführt werden.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-1009x1024.png" alt="Drei Schritte zum Lernen" class="wp-image-2481" width="505" height="512" srcset="https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-1009x1024.png 1009w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-600x609.png 600w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-296x300.png 296w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-768x779.png 768w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-144x146.png 144w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-50x50.png 50w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-74x75.png 74w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-85x85.png 85w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen-80x80.png 80w, https://what-is-practice.de/wp-content/uploads/2020/05/drei-schritte-zum-lernen.png 1594w" sizes="auto, (max-width: 505px) 100vw, 505px" /></figure>
</div>


<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Kann man zu viel üben? &#8211; Penelope-Effekt</h3>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size">Vor allem aus der Sportwissenschaft weiß man, dass es einen Sweet-Spot beim Trainieren gibt. Trainiert man über diesem &#8211; sprich &#8222;überübt&#8220; man &#8211; steigert sich die Leistung nicht mehr, sondern wird im Gegenteil, eher sogar wieder schlechter. In Anlehnung an Penelope, die Frau des Odysseus, die jeden Abend ihr Tagewerk selbst wieder zerstörte, taufte Altenmüller diesen Effekt: <strong><em>&#8222;</em>Penelope-Effekt&#8220;.</strong></p>



<p class="has-normal-font-size">Die Hintergründe sind leider noch nicht weitgehend erforscht. Man vermutet allerdings, dass durch die nachlassende Aufmerksamkeit, die zuvor optimierten Bewegungen sich wieder verschlechtern. Auch die zunehmende Ermüdung der Muskulatur dürfte sicher nicht zu einem weiteren Ökonomisieren der Bewegung beitragen.</p>



<p class="has-normal-font-size">Fazit: Man kann also sehr wohl zu viel üben. An dieser Stelle fiel mir wieder ein Zitat der wunderbaren Trompeterin Laurie Frink ein: <strong>&#8222;Rest as much as you play&#8220;</strong>. </p>



<div style="height:60px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button aligncenter"><a class="wp-block-button__link has-nv-c-2-background-color has-background wp-element-button" href="https://what-is-practice.de/pomodoro-technik/">Das Üben richtig einteilen lernen &#8211; Pomodoro-Technik</a></div>
</div>



<p></p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p style="font-size:12px"><strong>Quellen:</strong><br>Altenmüller, Eckart: Hirnphysiologische Grundlagen des Übens, in: Mahlert, Ulrich (Hrsg.): Handbuch Üben. Grundlagen, Konzepte, Methoden, Wiesbaden 2006, S. 47-66.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://what-is-practice.de/aus-der-wissenschaft/penelope-effekt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
